Brigitte Adler wurde am 22.06.1944 in Drangstedt im damaligen Kreis Wesermünde geboren, das heute zur Stadt Geestland gehört. Die Lehrerin war Politikerin der SPD in Baden-Württemberg, erst im Landtag, dann im Bundestag. Am 18.02.1987 schaffte Adler für die SPD den Sprung in den Bundestag. Laut Bundestagsverwaltung war Adler von Beruf Reallehrerin; als Religion ist evangelisch vermerkt, als Familienstand keine Angaben. Ihr Leben endete am 25.10.2004 in Würzburg.
Kurzprofil
- Geboren: 22. Juni 1944 in Drangstedt (Kreis Wesermünde)
- Gestorben: 25. Oktober 2004 in Würzburg
- Beruf: Bankkauffrau, später Grund-, Haupt- und Realschullehrerin
- Partei: SPD (ab 1970)
- Kommunal: Gemeinderat Mauer 1975 bis 1984
- Landtag: Baden-Württemberg 1980 bis 1987 (Wahlkreis Sinsheim)
- Bundestag: 1987 bis 2002, stets über die Landesliste Baden-Württemberg (11. bis 14. Wahlperiode)
- Religion/Familie: evangelisch
Ausbildung und Beruf
Nach der Mittleren Reife machte Adler eine Banklehre und arbeitete fünf Jahre in diesem Beruf. Auf dem zweiten Bildungsweg legte sie eine Eignungsprüfung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ab und wurde Grund- und Hauptschullehrerin. Am Reallehrerinstitut in Weingarten qualifizierte sie sich anschließend für das Lehramt an Realschulen und unterrichtete an mehreren Schulen in Nordbaden.
Kommunal- und Landespolitik
1970 trat Adler in die SPD ein. Von 1975 bis 1984 saß sie im Gemeinderat von Mauer bei Heidelberg. Bei der Landtagswahl 1980 gewann sie ein Mandat im Wahlkreis Sinsheim und gehörte dem Stuttgarter Landtag bis Februar 1987 an. Der Wahlkreis umfasste Gemeinden im Kraichgau und im südlichen Rhein-Neckar-Kreis. Als sie in den Bundestag wechselte, rückte Helmut Göschel für sie in den Landtag nach.
Bundestag
Bei der Bundestagswahl 1987 zog Adler über die baden-württembergische SPD-Landesliste in den Bundestag ein, 1990 und 1994 gelang ihr das erneut. In der 13. Wahlperiode war sie Mitglied und Schriftführerin im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und stellvertretendes Mitglied im Agrarausschuss. 1998 kandidierte sie im Wahlkreis Odenwald–Tauber, unterlag dort dem CDU-Abgeordneten Siegfried Hornung und kam wieder über die Liste ins Parlament. In dieser Wahlperiode war sie stellvertretende Vorsitzende des Entwicklungsausschusses. Bei der Bundestagswahl 2002 reichte ihr Listenplatz nicht mehr, sie schied nach 15 Jahren aus dem Bundestag aus. In dieser Zeit hatte die SPD-Fraktion elf Jahre in der Opposition gegen die Regierung Kohl verbracht, erst ihre letzte Wahlperiode erlebte Adler in der rot-grünen Regierungsmehrheit. Zwei Jahre später starb sie im Alter von 60 Jahren. Ihr Nachlass liegt heute im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Ein Porträt findet sich außerdem in Ina Hochreuthers 2012 erschienenem Band Frauen im Parlament über südwestdeutsche Parlamentarierinnen seit 1919.
Mandate im Überblick
Sie zog mit 42 Jahren ins Parlament ein und verließ es mit 58. Alle Mandatszeiten zusammengenommen, saß sie in 4 Wahlperioden rund 16 Jahre im Bundestag. Die Stammdaten listen die Mandate so auf:
- 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Baden-Württemberg, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).