Ein Fußballtrainer für Kenia: Was das Auswärtige Amt 1999 bezahlte

Ein deutscher Fußballexperte für Kenia, bezahlt aus dem Etat des Auswärtigen Amts: Diesem Projekt widmete sich eine Kleine Anfrage (Drucksache 14/1370) vom 24. Juni 1999 mit zwölf Fragen. Die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 14/1441) übermittelte das Auswärtige Amt laut Drucksache mit Schreiben vom 19. Juli 1999.

Der Anlass

Die Fragesteller verwiesen auf das Bundesgesetzblatt Teil II Nr. 7 vom 4. März 1999, in dem eine deutsch-kenianische Vereinbarung zur Entsendung eines Fußballsachverständigen bekannt gemacht wurde. Nach früheren Antworten der Regierung auf schriftliche Fragen (Drucksache 14/773) seien dafür 572 893 DM für zwei Jahre veranschlagt. Sie wollten wissen, wie sich die Summe zusammensetzt, wer mitbezahlt, welchen entwicklungspolitischen Sinn das Projekt hat und ob es auch dem deutschen Fußball Nachwuchs bringen soll.

Seit 1971 im Programm

Laut Antwort führt das Auswärtige Amt schon seit 1971 Fußball-Langzeitprojekte in Ländern der „Dritten Welt“ durch. Die Anlage der Antwort listet die Projekte seit 1990 auf, darunter Thailand (1990 bis 1997, 1 837 606 DM), Gabun (1989 bis 1993, 1 843 395 DM) und Namibia (1991 bis 1996, 1 507 352 DM). Für Kenia (1999 bis 2001) standen dort „bisher“ 114 210 DM. Geplant waren weitere Projekte in Uganda, Botswana, Swasiland und im Jemen.

Bezahlt wurde aus Einzelplan 05, Kapitel 05 04, Titel 686 17, Titelgruppe 01. Bei einer Verlängerung trage die deutsche Seite üblicherweise weiter die Kosten für den Experten, Fremdpersonal, Sachgüter und Gemeinkosten.

So setzt sich die Summe zusammen

Die Aufschlüsselung in der Antwort:

  • Personalkosten GTZ: 384 760 DM
  • Fremdpersonal: 11 680 DM
  • Sachgüter: 75 000 DM
  • sonstige Einzelkosten: 32 111 DM
  • stellenbezogene Gemeinkosten: 24 097 DM
  • Verwaltungsgemeinkosten: 39 574 DM
  • kalkulatorischer Gewinn: 5 672 DM

Als Gesamtsumme nennt die Antwort 572 893 DM. Im Einleitungssatz derselben Antwort steht einmal 572 983 DM, offenkundig ein Zahlendreher. Rechnet man die Posten zusammen, kommt man auf 572 894 DM, also eine Mark mehr; vermutlich eine Rundungsdifferenz.

Was Kenia beisteuert, wurde nicht beziffert. Üblicherweise stellten Partnerländer Dienstwagen, Unterkunft und logistische Unterstützung. Drittmittel erwartete die Durchführungsorganisation GTZ nicht, eine Kofinanzierung durch den Deutschen Fußball-Bund oder andere gab es nicht.

Sympathiewerbung statt Entwicklungspolitik

Offen war die Regierung beim Zweck. Sportförderung durch das Auswärtige Amt diene „vorrangig der Sympathiewerbung für die Bundesrepublik Deutschland“ und menschlichen Begegnungen im Sport. Sie sei kein genuiner Teil der Entwicklungspolitik, habe aber eine entwicklungspolitische Komponente. Talente für den deutschen Fußball zu gewinnen, sei kein Ziel.

Weitere Sportprojekte im gleichen Zeitraum: Leichtathletik in Chile (338 000 DM), im Libanon (446 000 DM) und in Thailand (414 000 DM). Für Trainerkurse in Leipzig, Mainz und an der DFB-Fußballschule Hennef flossen rund 2,3 Millionen DM, für Kurzzeitprojekte in Mittel- und Osteuropa, der GUS, China und der Mongolei 430 000 DM pro Jahr.

Die Entsendung ging laut Antwort auf einen Antrag Kenias zurück. Fußballsachverständiger wurde Manfred Steves.

Späterer Stand

Die Internationale Sportförderung gibt es weiterhin. Der Deutsche Olympische Sportbund setzt sie mit Unterstützung vor allem des Auswärtigen Amts um und nennt über 1 500 Maßnahmen in mehr als 130 Ländern seit den 1960er Jahren. Eines der damals geplanten Länder kam später tatsächlich zum Zug: Ein Fußball-Langzeitprojekt in Botsuana endete laut DOSB im Februar 2022 nach drei Jahren.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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