Ali Niknam ist ein niederländischer Unternehmer. Geboren wurde er nach verfügbaren Angaben am 12. Dezember 1981 in Windsor in der kanadischen Provinz Ontario, in einer Familie iranischer Herkunft. Als er sieben Jahre alt war, zog die Familie in die Niederlande nach Gouda. Er studierte technische Informatik an der Technischen Universität Delft und schloss 2007 mit dem Bachelor ab.
Noch während des Studiums gründete er 2003 die Firma TransIP, die Internetadressen registriert und Webhosting anbietet. 2014 gab er die Geschäftsführung ab. Nach einer Fusion mit dem belgischen Anbieter Combell ging TransIP 2019 in der Gruppe team.blue auf. 2007 gründete Niknam außerdem mit zwei Partnern einen Rechenzentrumsbetreiber. 2011 veröffentlichte er ein Buch über seine Erfahrungen als Unternehmer.
Bekannt ist Niknam vor allem als Gründer und Chef der Onlinebank bunq, die er nach verfügbaren Angaben 2012 auf den Weg brachte und mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag aus eigenem Vermögen finanzierte. 2022 kaufte bunq die belgische App Tricount, mit der Gruppen gemeinsame Ausgaben abrechnen. 2023 wurde die Bank bei einer Finanzierungsrunde mit rund 1,65 Milliarden Euro bewertet.
Für Aufsehen sorgte 2022 ein Rechtsstreit mit der niederländischen Zentralbank. Die Aufsicht hatte bunq untersagt, bei der Prüfung von Kunden zur Geldwäschebekämpfung vor allem auf automatisierte, KI-gestützte Verfahren zu setzen. Ein Gericht gab bunq in wesentlichen Punkten recht, verlangte aber zugleich, dass die Bank die Herkunft von Einkommen ihrer Kunden, vor allem bei politisch exponierten Personen, besser prüft.
Niknam gilt als fordernder Chef; in Medienberichten wird er mit dem Satz zitiert, wer bei bunq nicht liefere, solle besser gehen. 2022 gründete er mit zwei weiteren Unternehmern eine Stiftung, die vom Krieg in der Ukraine betroffene Menschen unterstützt.
Stand: 21.10.2026