Weltjugendfestspiele 1978 in Havanna: Was die Bundesregierung zur Förderung sagte

Vom 28. Juli bis 5. August 1978 fanden in Havanna die Weltjugendfestspiele statt, auch mit Teilnehmern aus der Bundesrepublik. Im November 1978 fragten Abgeordnete nach der Delegation, der Schlusserklärung und der Förderung durch den Bund (Kleine Anfrage, Drucksache 8/2297). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage: Das Bundesjugendministerium schickte die Antwort (Drucksache 8/2440) am 20. Dezember 1978, abgestimmt mit dem Innenministerium.

Die Ausgangslage

Laut den Fragestellern hatten Verlauf und Inhalt des Festivals sowie die Bundesmittel für die Anreise in der Öffentlichkeit „weithin Erstaunen und Befremden“ ausgelöst. Sie verwiesen auf eine Schlusserklärung, die unter anderem die „Vernichtung sämtlicher kapitalistischer Gesellschaftsformen“ gefordert habe, und fragten nach dem kommunistischen Einfluss auf die Delegation.

Die Antwort

  • Befremden nicht allgemein: Die Regierung teilte die Einschätzung nicht. Das Befremden sei nach ihrem Eindruck auf die Opposition beschränkt.
  • Zwei Gruppen: Die Teilnehmer bildeten nur formal eine Delegation, weil das Reglement eine Abordnung je Land vorsah. Schon in der Vorbereitung hatten sich eine Koordinierungsgruppe und ein „Arbeitskreis Festival“ getrennt. Die Regierung beschrieb die eine als kommunistische Gruppierung mit etwa 140 Teilnehmern, die andere als demokratische mit etwa 200. Gefördert aus dem Bundesjugendplan wurde nur die zweite.
  • Überrepräsentiert: Das Verhältnis entspreche nicht der geringen Bedeutung kommunistischer Verbände in der Bundesrepublik und erkläre sich aus der Geschichte der Festspiele. Die demokratischen Verbände wollten das künftig ändern.
  • Erfolg an Kontakten gemessen: Maßstab sei nicht die Schlusserklärung, sondern die Chance, Gegenpositionen darzustellen, und die vielen Gespräche. Die Verbände der Koordinierungsgruppe hätten erklärt, mit der Erklärung nicht einverstanden zu sein. Diese sei erst am letzten Tag vorgelegt worden, die geringen Erwartungen an Mitwirkung seien dennoch übertroffen worden.
  • Keine Bewertung von Verbänden: Das Verhalten autonomer Jugendverbände und Streit zwischen ihnen wollte die Regierung nicht bewerten.
  • Kosten offen: Die Gesamtsumme stand erst nach den Verwendungsnachweisen fest. Die Verbände durften bis zu 1000 DM je Teilnehmer abrechnen, bei 184 Teilnehmern also höchstens 184 000 DM.

Hintergrund

Die Weltfestspiele der Jugend und Studenten wurden 1947 vom Weltbund der Demokratischen Jugend ins Leben gerufen. 1978 kamen in Havanna nach Wikipedia-Angaben rund 18 500 Teilnehmer aus 145 Ländern zusammen (Wikipedia: Weltfestspiele der Jugend und Studenten).

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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