Deutsch-tunesisches Jugendzentrum: Aus 750 000 Mark wurden 3 Millionen, dann nichts

1969 hatte ein Staatssekretär des Bonner Familien- und Jugendministeriums Tunesien ein deutsch-tunesisches Jugendzentrum in Aussicht gestellt. Drei Jahre später fragten Abgeordnete, wann die Zusage erfüllt werde (Kleine Anfrage, Drucksache 6/3044). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage: Entwicklungsminister Erhard Eppler gab die Antwort (Drucksache 6/3191) am 21. Februar 1972 im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt und dem Jugendministerium.

Die Ausgangslage

Laut den Fragestellern hatte der damalige Staatssekretär im Bundesministerium für Familie und Jugend, Dr. Barth, 1969 dem tunesischen Minister für Jugend und Sport zugesagt, in Tunesien ein deutsch-tunesisches Jugendzentrum zu errichten. Die tunesische Regierung lege allergrößten Wert auf die Erfüllung. Die Fragesteller wollten wissen, wann und wie die Regierung die Zusage einlösen wolle.

Die Antwort

  • Kein Geld aus dem Jugendplan: Das Jugendministerium habe das Zentrum zunächst aus dem Bundesjugendplan finanzieren wollen. Das sei aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, weil diese Mittel nicht für Bauten im Ausland zur Verfügung stünden.
  • Entwicklungshilfe geprüft: Danach sei geprüft worden, ob die voraussichtlichen Kosten von rund 750 000 DM aus der Entwicklungshilfe bezahlt werden könnten. Ein reines Begegnungszentrum habe aber nicht den entwicklungspolitischen Vorstellungen entsprochen.
  • Gutachter: Eine Kommission habe deshalb ein Konzept mit zusätzlicher Ausbildung tunesischer Jugendleiter erarbeitet. Allein die Baukosten hätten dafür voraussichtlich 3 Millionen DM betragen.
  • Drei Gründe für die Absage: Die 3 Millionen DM stünden im infrage kommenden Titel für 1972/73 wegen der angespannten Haushaltslage nicht zur Verfügung. Weder Tunesien noch der vorgesehene Projektträger hätten die laufenden Kosten klären können. Die Jugendleiterausbildung hätte sich an Jugendliche bereits etablierter Schichten gerichtet, nicht an entwicklungspolitisch relevante Gruppen.
  • Bedauern: Das Ministerium habe die Förderung deshalb abgelehnt. Die Regierung kenne das große tunesische Interesse, bedaure das Ergebnis sehr und sehe keine andere Möglichkeit.
  • Alternative: Sie halte einen Ausbau der Begegnungsprogramme und der jugendpolitischen Zusammenarbeit im Rahmen der bestehenden bilateralen Absprache für den geeigneten Weg und sei dazu bereit.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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