Smartphone Photos in OneDrive sichern

Fotos in der Cloud sichern

Smartphones haben für die meisten Menschen den normalen Fotoapparat ersetzt. Um so ärgerlicher, wenn das Smartphone kaputt ist oder verloren geht – immer wieder begegnen einem auf facebook Anfragen wie “Mein iPhone ist weg, wie komme ich an meine Fotos.”

Zunächst sollte man bei jedem Smartphone die Datensicherung in die OS-eigene Cloud aktivieren, das ist die Apple iCloud bei iOS, Google Drive bei Android und OneDrive bei Windows 10 mobile.

Der kostenlose Speicherplatz ist bei den Diensten aber beschränkt: 5 GB bei OneDrive und bei der iCloud, immerhin 15 GB bei Google Drive. Räumt man nicht regelmäßig auf, kommt man besonders bei Apples und Microsofts Angebot schnell an die Grenzen. Zudem durfte ich besonders Apples iCloud im Bekanntenkreis als nicht sehr zuverlässig erleben – bei Gerätewechseln oder Updates kam es zu Datenverlusten…

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Liste: Status von Webdiensten und Servern

Hier entsteht eine Liste mit Websites, auf denen man überprüfen kann, ob wichtige Dienste, Server oder Websites gerade down sind.

1&1

status.1und1.de/

Apple

www.apple.com/de/support/systemstatus/

Beinhaltet unter anderem App Store, Apple Music, Apple Online Store, Apple School Manager, Apple TV, Apple-ID, Beats 1, Diktieren, Dokumente in der Cloud, FaceTime, Foto‑Druckprodukte, Fotos, Game Center, iBooks Store, iChat, iCloud Drive, iCloud Erinnerungen, iCloud Kalender, iCloud Kontakte, iCloud Mail, iCloud Notizen, iCloud‑Account und Anmeldung, iCloud‑Backup, iCloud‑Lesezeichen und ‑Tabs, iCloud‑Schlüsselbund, iCloud‑Speicherplatz‑Upgrades, iCloud‑Web‑Apps (iCloud.com), iMessage, iMovie Theater, iOS-Geräteaktivierung, iPhone-Anrufe auf dem iPad und Mac, iTunes in der Cloud, iTunes Match, iTunes Store, iTunes U, iWork für iCloud, Karten – Ansicht, Karten – Streckenführung und Navigation, Karten – Suchen, Karten – Verkehr, Mac App Store, macOS-Softwareaktualisierung, Mail Drop, Mein iPhone suchen, Meine Freunde suchen, Radio, Siri, Spotlight-Vorschläge, Volume Purchase Program, Weiterleitung von SMS, Zurück zu meinem Mac

AWS (Amazon Web Services)

status.aws.amazon.com/

Azure

azure.microsoft.com/de-de/status/

Facebook

developers.facebook.com/status/

Google Dienste

www.google.com/appsstatus
Beinhaltet den Status zu Gmail, Google Kalender, Google Talk, Google Drive, Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen, Google Sites, Google Groups, Admin-Konsole, Google Hangouts, Google Vault, Google+, Google Formulare, Google Cloud Search, Google Notizen, Google Analytics, Google Maps, Google Voice, Blogger, Google Sync Mobile, Classroom, Google Realtime API

Office 365 (Business)

status.office365.com/

OneDrive

portal.office.com/servicestatus

Outlook.com

portal.office.com/servicestatus

Playstation Netzwerk

status.playstation.com/de-de/

Skype

support.skype.com/de/status

Steam

WhatsApp

@wa_status (wird seit 2014 nicht mehr aktualisiert)

WordPress.com

  • downforeveryoneorjustme.com/wordpress.com
    Wenn Sie Probleme haben, WordPress.com Blogs zu erreichen.
  • status.automattic.com/
    Status auch für weitere Automattic Dienste wie Akismet API, Cloudup, Gravatar, IntenseDebate, Jetpack API, Jetpack Stats, Polldaddy, Simperium API, VaultPress, VIP Go, WordPress.com REST API

Xbox

support.xbox.com/de-DE/xbox-live-status

Yammer

portal.office.com/servicestatus

Letzte Aktualisierung: 3. Mai 2016

Microsoft steigt groß in den PC Hardwaremarkt ein – schon 20 Millionen Einheiten verkauft

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Microsoft hat auf der E3 2016 zwei neue Konsolen angekündigt. Die Xbox One S, eine schlankere und schickere Variante der bestehenden Xbox One, die mit kleinen technischen Verbesserungen wie 4K Medienausgabe oder HDR bei Spielen kommt. Verschiedene Versionen der One S werden schon bald verfügbar sein.

Dann wurde die Xbox Scorpio angeteasert, die Ende 2017 erscheinen soll und die ein echtes High-End Monster für 4K Gaming und VR Erlebnisse werden soll.

Das interessante daran: die drei Konsolen sollen untereinander kompatibel sein: ein Spiel läuft dann auf der One in 1080p, sieht auf der One S dank HDR für Games noch bunter aus und präsentiert sich auf der Scorpio in 4K Auflösung mit 60 fps.

Will man als Besitzer einer alten Xbox One die neuesten Games spielen, braucht man in Zukunft nicht mehr die neueste Konsolengeneration, sondern kann das auch auf seiner alten Konsole tun – es sieht nur nicht ganz so gut aus. Das kennt man schon vom PC Gaming her. Letztlich ändert sich der Konsolenmarkt dadurch aber grundsätzlich und wird dem PC Markt immer ähnlicher.

Viel interessanter ist aber folgendes: auf der Xbox One Familie läuft Windows 10. Nur, dass eben die Universal Apps hier noch nicht verfügbar waren. Hier hat Microsoft aber Änderungen angekündigt.

Schon jetzt habe ich auf meiner Konsole z.B. die OneDrive App oder auch den Edge Browser. Und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch die Office Apps oder OneNote im Xbox Store verfügbar sind. Wenn dann noch die angekündigte Unterstützung für Tastatur und Maus kommt, brauchen viele Nutzer keinen PC mehr.

Gaming? Auf der Xbox. Blu Ray, Netflix, Amazon Prime & Co? Kann die Xbox. Mails lesen und beantworten, mal schnell einen Brief schreiben, die PowerPoint Präsentation für den Bio LK überarbeiten – oder doch lieber Sway? Kann die Xbox.

Schon jetzt hat Microsoft also 20 Millionen PCs einer neuen Generation – ca. so viele XBox One wurden bislang verkauft – in den Haushalten stehen. Ohne dass die Besitzer das wissen – und Microsoft bis vor kurzem wahrscheinlich auch nicht.

Die Möglichkeit, mit einem Gerät Spielkonsole, MediaPlayer und eben auch die Grundfunktionen eines PCs abzudecken, kann sich zum echten Vorteil entwickeln.

Und wenn Microsoft dann noch das Xbox Betriebssystem an andere Hersteller lizenziert, wird es richtig interessant.

Warum es gut ist, wenn Projekt Astoria eingestellt wird

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Windows und Apps

Apps und Windows Phone bzw. jetzt Windows 10 Mobile sind ein Dauerthema. Immer wieder wird als Argument gegen das Betriebssystem angeführt, dass es im Vergleich zu den beiden anderen Plattformen zu wenig Apps gäbe.

Für mich persönlich – und wahrscheinlich 90% der Smartphone Anwender – dürfte das Angebot in Microsofts Appstore ausreichend sein, gibt es doch von den meisten Flagship Apps offizielle Anwendungen (Facebook, Instagram, Twitter, Flipboard, Instagram, WhatsApp, Tumbler…) oder zumindest gute Alternativen von Drittanbietern (6Tin für Tinder um ein Beispiel zu nennen). Das größte Manko dürfte sein, dass es keinen Snapchat Client gibt und sich Snapchat beharrlich weigert, einen eigenen Client herauszubringen und Entwickler zu unterstützen.

Fakt ist weiter auch, dass die Windows Apps oft noch nicht den gleichen Funktionsumfang bieten wie die entsprechenden iOS oder Android Versionen und dass gerade einige angesagte Spiele nicht Apps schlicht nicht für die Plattform verfügbar sind.

Was Microsoft tut

Microsofts Ansatz sind im wesentlichen die Universal Apps. Also Anwendungen, die gleichermaßen auf dem Windows PC (in den unterschiedlichsten Formfaktoren vom Tablet bis hin zum Server) wie auch auf dem Smartphone und bald auch auf der Xbox laufen. Dabei passen sich die Apps auch dem jeweiligen Formfaktor an, wodurch spannende Funktionen wie Continuum ermöglicht werden.

Gleichzeitig will MS Entwickler dabei unterstützen, bestehende Apps auf die Windows Plattform zu portieren. Dazu wurden zwei Lösungen vorgestellt, Projekt Astoria und Islandwood.

Islandwood heißt offiziell Windows Bridge for iOS und ermöglicht es iOS Entwicklern, ihre Apps relativ einfach in Universal Apps für Windows 10 umzuwandeln. Das Projekt ist noch aktiv, wenngleich noch in einem frühen Stadium.

Projekt Astoria ist anders positioniert. Hierbei geht es um eine Brücke von Android zu Windows Phone. Anders als bei Islandwood war hier ein Android Subsystem in Windows 10 Mobile integriert, wodurch sogar das Ausführen von unveränderten Android Apps auf Windows Smartphones möglich war. Nur wenn bestimmte Funktionen benötigt wurden – z.B. Zugriff der App auf die Positionsbestimmung, mussten die entsprechenden Aufrufe im Quellcode angepasst werden.

In den neueren Builds fehlt Astoria jedoch wieder. Und so wie es aussieht, wird es auch nicht wiederkommen.

Die Nachteile von Astoria

Und das ist auch gut so.

  • Zunächst wären “Astoria” portierte Apps ein Fremdkörper im Windows App Ökosystem gewesen: es waren eben keine für Windows optimierten Universal Apps, sondern eben Android Apps, die letztlich in einem Emulator laufen sollten – und das nur auf Windows 10 mobile und nicht den anderen Varianten von Windows.
  • Wenn Entwickler aber einfach mehr oder weniger unveränderte Android Apps in den Store hätten bringen können, wäre das Interesse für sie geringer, native Windows Apps zu entwickeln. Dies würde dann zur Schwächung des gesamten Windows App Ökosystems beitragen.
  • Zudem hätten sich Android Apps mit ihrer anderen UI sowie nur emuliert für den Benutzer “fremd” angefühlt und so das Windows-Feeling verfälscht (gut, die UI von W10m ist sowieso immer noch nicht optimal, aber das ist ein anderes Thema).
  • Auch hinsichtlich der Performance gab es Probleme: immerhin musste ein ganzes Android Subsystem in Windows 10 mobile integriert werden. So war dieses maßgeblich für die Akku-Laufzeit-Probleme in den entsprechenden Windows Builds verantwortlich.
  • Zuletzt eröffneten sich Sicherheitslücken, so konnte z.B.  Android nativ auf Windows Handsets gebootet werden.

Letztlich wäre es also wünschenswert, wenn Astoria wirklich nicht weiter verfolgt würde. Ein echter Verlust wäre es ohnehin nicht: Denn faktisch alle relevanten Android Apps gibt es auch für iOS. Und an dieser Bridge wird ja weiter gearbeitet.

Warum machen die das? Microsoft in der “Not only PC Era”

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Sway und die Frage “Warum machen die das?”

Gerade hat Microsoft seine neue Office Anwendung Sway öffentlich zugänglich gemacht, einen Service, den manche plakativ als PowerPoint Nachfolger sehen, was jedoch falsch ist und viel zu kurz greift. Vielmehr ist Sway eine innovative “Rich Media Story Telling” Lösung, bei der ich gespannt bin, zu was für Ergebnissen diese führen wird.

Schauen Sie sich mal das offizielle Video zu Sway an:

Fällt Ihnen etwas auf? Apple Geräte treten hier sehr auffällig auf. Es kommen zwar auch ein Windows Laptop und ein Surface Pro vor, doch bleiben diese ziemlich im Hintergrund. Und die Sway App ist bislang auch nur fürs iPhone erschienen.

In einer Diskussion auf twitter stellte jemand passenderweise die Frage “Warum machen die das?”

Microsoft in der “Not only PC Era”

Immer wieder ist von der “Post PC Era” die Rede, was auch plakativ und falsch ist. Der PC ist immer noch da und wird es auch in vielen Bereichen noch sehr lange bleiben. Richtig ist aber auch, dass für viele Anwender Tablets oder gar nur Smartphones inzwischen für die meisten Alltagsaufgaben ausreichend sind – auch wenn ich das in Teilbereichen kritisch sehe.

Auf jeden Fall sind wir inzwischen in einer “Not only PC Era” angekommen – und bei den nicht PC Systemen ist Microsoft eben alles andere als dominierend. Weltweit liegen bei Smartphones und Tablets Android Devices vorne, in den USA hält Apple mit dem iPhone und dem iPad noch eine starke Stellung.

In einigen Märkten ist Windows Phone zwar schon recht stark, aber gerade in den USA dümpelt es unter 4% Marktanteil vor sich hin. Und da es vor dem Erscheinen von Windows 10 wohl auch kein neues Flagship Smartphone geben wird, wird sich daran so bald nichts ändern. Ich gehe zwar davon aus, dass MS mit dem neuen Windows, das ein einheitliches Betriebssystem von Wearables über Smartphones, Tablets, Hybriden, Laptops, Desktops und Konsolen liefert, auch wieder eine stärkere Stellung im mobilen Segment erreichen wird, doch ist die Welt bunter geworden und wird es bleiben – eine Windows Dominanz wie früher werden wir nicht mehr erleben.

Cloud First, Mobile First – das neue Microsoft

Dass Microsoft Produkte auch für andere Plattformen angeboten werden, ist an sich nichts neues: Office z.B. gibt es schon ewig für den Mac.

Doch jetzt muss Microsoft seine Dienste breit aufstellen, um auf Dauer relevant zu bleiben. Und tatsächlich hat Microsoft hier einiges zu bieten, in erster Linie:

  • Office ist nach wie vor die leistungsstärkste Lösung im Bereich Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Und mit Office 365 ist man erfolgreich den Weg in die Cloud gegangen. Dazu gibt es touch-optimierte Versionen
  • OneDrive ist eine der fortschrittlichsten Cloud Speicherlösungen – mit unbegrenztem Speicher 1 TB Speicher, wenn man ein Office 365 Abo hat.
  • OneNote ist Ablageplatz für Bilder, Texte, Scans – inzwischen verwalte ich alle meine Informationen damit. Besonders empfehlenswert ist dazu die Office Lens App, die einem den Scanner ersetzt.
  • Skype als große Messaging Lösung, das jetzt von Skype Qik begleitet wird.

Dazu kommt outlook.com, weitere klassische Business Lösungen wie Dynamics, die Azure Plattform, im Gaming und Entertainment Sektor XBox mit zugehörigen Services, Bing, neue Hardware wie das Microsoft Band aber auch ganz neue Ansätze wie z.B. das Garage Projekt, bei dem MS Mitarbeiter ihre eigenen in der Freizeit entwickelten Apps vorstellen – auch für iOS und Android. Und damit auch jeder merkt, dass Microsoft eben nicht mehr nur Windows ist, werden in den entsprechenden Spots auch die anderen Geräte gezeigt.

Dadurch, dass die wichtigen MS Dienste sowohl auf dem Desktop (Windows und OS X), Windows Phone, Android, iOS und für moderne Browser angeboten werden, ist echtes plattformübergreifendes Arbeiten möglich. Und wenn ich mich für das MS Ökosystem entscheiden habe, kann ich später auch einfach meine Hardware wechseln – z.B. vom iPhone zu einem Lumia.

Darum machen die das.

Wer Nintendo jetzt kaufen sollte

Nintendo - Power Up300.000 Wii U Konsolen hat Nintendo im letzten Quartal verkauft. Seit dem Erscheinen Ende 2012 sind es insgesamt nur wenig mehr als 6 Millionen Einheiten über den Ladentisch gegangen. Die Verkäufe der mobilen Konsolen sind ebenfalls rückläufig und echte mutige Innovationen für die Zukunft sind nicht abzusehen: Die Idee, Mario Kart auf die Wii U zu bringen, dürfte nicht ausreichen, deren Verkäufe hinreichend anzukurbeln. Die Konsolen für Emerging Markets sind noch Zukunftsmusik und versprechen nur geringe Margen. Der Plan, mehr Fitnessgeräte zu entwickeln, ist ebenfalls noch vage – einmal ganz davon abgesehen, dass dieser Markt ziemlich überlaufen sein wird.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Nintendo aus eigener Kraft mit dieser Strategie in absehbarer Zeit auf die Füße kommt und auf kurz oder lang zeichnet sich ab, dass Nintendo den Sega Weg gehen muss und nur noch Spiele für andere Plattformen liefern wird. Und das wäre schade.

Ein natürlicher Partner für Nintendo wäre in der Tat Microsoft. Ob eine Komplettübernahme, ein gemeinsame neue Tochtergesellschaft Xbox Corporation (die dann irgendwann mal an die Börse könnte) oder einfach ein strategisches Investment seitens Microsoft in Nintendo.

Die derzeitigen Nintendo Konsolen werden langsam aus dem Markt gezogen, populäre Spiele auf die Xbox 360 und Xbox One transferiert. Technisch möglich dürfte sogar ein Wii Simulator zumindest auf der One Konsole sein.

Neue Games mit Mario, Luigi, der Prinzessin und wie sie alle heißen kommen nicht nur für die Konsolen sondern auch für Windows, Windows Tablets und Windows Phone. Gerade in Japan könnte das helfen, gerade Windows Phone auf die Beine zu bringen, dass dort derzeit keine Rolle spielt. Windows Tablets sind dort hingegen mit derzeit 15% Marktanteil schon ziemlich erfolgreich – nicht zuletzt wegen eines Flash Spiels.

Dazu könnte die Innovationskraft in neue Xbox Produkte einfließen. Ob ein Xbox Balanceboard oder spezielle Gaming Phones und Tablets mit MS Betriebssystemen im neuen Xbox/Nintendo Look. Beste Voraussetzungen dafür, nicht nur in Japan erfolgreich zu sein. Microsoft würde seine Gaming und Entertainment Sparte massiv aufwerten und der Geist von Nintendo würde überleben.

Dass der Firmensitz von Nintendo of America ohnehin schon in Redmond ist, kann dabei nicht schaden und würde eine Übernahme vereinfachen.

Bild: (c) Allposters

Satya Nadella als neuer CEO – was ändert sich bei Microsoft?

Satya Nadella ist neuer CEO von Microsoft. Persönlich halte ich ihn für die beste Wahl unter den kolportierten Kandidaten: Er hat technisches Verständnis, kennt das Unternehmen und hat “Passion” für Microsoft. Mit seiner Wahl hat sich Microsofts Board auch für eine langfristige Strategie und gegen schnelles Profitdenken entschieden, denn ein externer CEO wie der derzeitige Ford Chef Mulally hätten sicher Teile des Consumer Geschäfts abgetrennt und verkauft, allen voran die XBox Sparte. Und sogar dem “quasi internen” Stephen Elop wurden dergestalte Planungen nachgesagt. Alles reine Spekulation – jetzt ist es Nadella. Über ihn selbst ist z.B. bei den Mobilegeeks einiges nachzulesen.

Was kann man aber von Nadella erwarten? Was wird sich bei Microsoft ändern? Hier meine persönlichen Vermutungen:

  1. Microsoft bleibt eins
    Zunächst wird es keine Abtrennungen und Verkäufe von größeren Einheiten geben. Nadella wird den “One Microsoft” weitergehen und gleichzeitig auf die Enterprise und Consumer Schiene setzen. Er setzt primär auf Software und Services – aber es ist ihm klar, dass diese Devices benötigen – und die sollen auch von Microsoft kommen.
  2. Ein neuer Stil nach Innen
    Während Ballmer für seinen Jähzorn gefürchtet war, wird Nadella nachgesagt, ein guter Zuhörer zu sein. Es wird eine neue offenere Kommunikationskultur geben.
  3. Mehr Innovation – und schneller
    Diese neue offene Kultur wird auch zu mehr Offenheit führen. Ich vermute, dass wir viel mehr “mutige” Produkte sehen werden. Ich bin mir sicher: wäre Nadella schon 2010 Microsoft CEO gewesen, wäre z.B. das Microsoft Courier nicht eingestampft worden – und der Tablet Markt sähe heute wahrscheinlich anders aus. Auch die Schlagzahl bei neuen Produkten und Updates – besonders auch bei Windows und Windows Phone – wird sich erhöhen.
  4. Ein neuer Stil nach Außen
    Nach dem früher oft linkisch wirkenden Bill Gates und dem poltrigen Steve Ballmer wird der ruhige Nadella auch für eine neue Kommunikationskultur nach außen sorgen. Verbunden mit neuen innovativen Produkten könnte das für eine deutlich bessere Wahrnehmung Microsofts in der Öffentlichkeit sorgen – besonders auch bei den wichtigen großen US Techblogs. Dazu wird auch beitragen, dass Bill Gates eine größere Rolle spielen soll – und der hat sich inzwischen durch sein soziales Engagement “gefunden” und hat ein deutlich positiveres Image als früher.
  5. Ying und Yang
    Die Stärke Microsofts im Cloud und Backend Bereich wird und muss sich auch im Consumer Bereich widerspiegeln – letztlich setzen erfolgreiche Consumer Dienste eben auch starke Backends voraus. Technologisches ergänzen sich beide also. Und Nadella wird auch versuchen zu erreichen, dass nicht nur die Technik im Einklang ist, sondern auch ein ausgewogenes Verhältnis aus einerseits Devices und Services Umsätzen sowie auch andererseits aus dem Consumer und dem Enterprise Sektor.
  6. Windows 9 ist Nadellas Pflicht
    Windows 9 wird das Produkt sein, an dem Nadella gemessen wird. Kommt es an, ist er Gott, flopt es, könnte es sogar sein, dass seine Zeit als CEO schneller vorbei ist, als gedacht. Nadella kommt aus der Business Ecke. Und er weiß, wie wichtig Business Kunden für das Unternehmen sind. Seien wir ehrlich, ModernUI ist das beste Tablet User Interface “wo gibt” – aber für Bürorechner in großen Organisationen ist es – öhm – Scheiße. Ich denke, wir werden schon recht bald ein Windows 8.2/9 sehen, dass einen Classic / Business / Desktop / oderwieauchimmererheißtsiewissenwasichmeine Mode hat.
  7. …und Skype ist die Kür
    Ballmer hat Skype gekauft, hat es dann aber recht stiefmütterlich behandelt. Nadella wird Skype tiefer in Windows, Windows Phone, Nokia Ashas, OneDrive, Office und wo immer es geht integrieren. Daneben wird es leichte und schnelle Clients – auch für andere Plattformen – geben, um gegen WhatsApp, fb Messenger, Line und Co anstinken zu können. Es ist Nadellas Küraufgabe, aus dem milliardenschweren Kauf etwas sinnvolles zu machen,
  8. Mehr Partnerschaften und Zukäufe
    Das hat gepasst – am gleichen Tag, an dem Nadella berufen wurde, wurde eine stärkere Kooperation mit Foursquare bekanntgegeben. Sicher kein Zufall. Im Sinne des neuen Stils wird Microsoft auf mehr Kooperation mit und Akquisitionen von Startups setzen.
  9. Die Android Herausforderung
    Die große Frage ist, wie Nadella mit Android umgehen wird. Android ist derzeit im mobile Bereich fast schon das, was Windows auf dem Desktop immer noch ist. Wird Microsoft Android weiter mehr oder weniger ignorieren und wie bisher nur wenige Apps mit begrenztem Funktionsumfang bringen, um zwar auf der Plattform vertreten zu sein, ohne diese aber zu sehr zu stärken? Wird man Android ganz links liegen lassen? Wird es ein vollwertiges Office für Android Tablets bringen – auch wenn das dann zu Lasten von Windows geht? Oder wird man Android in einer geforkten Form gar selbst einsetzen? Hier ist alles offen. Der Versuchsballon Nokia X (aka Normandy) – ein gerüchteweise bald auf den Markt kommendes Nokia/Microsoft Android-Smartphone mit Windows Phone UI – wird vielleicht Hinweise auf die künftige Strategie geben.
  10. Keine neuen Steve Ballmer Videos und GIFs
    Eine Sache ist aber sicher –  und das ist traurig – es wird keine neuen epischen Steve Ballmer Videos und GIFs mehr geben… Goddby Steve – and thank you for the fun…

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Microsofts Joker: Windows Apps auf der Xbox One (sowie einige Gedanken zu Konsolen im allgemeinen und natürlich dem Apple Fernsehdings)

JokerMicrosofts Vorstellung der Xbox One war ja zuletzt etwas von der Always On und der Gebrauchtspiel-Debatte überschattet. An sich war das System genial und hätte den Nutzern mehr Vorteile als Nachteile geboten, aber anscheinend ist der Markt noch nicht reif genug dafür, Microsoft hat zurückgerudert. Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen.

Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren ein Comeback der Konsolen erleben werden und mehr oder weniger in jedem digitalen Haushalt mindestens eine Konsole zu finden sein wird. Gaming ist dabei ein Aspekt, aber noch mehr werden die Konsolen allgemeine Mediencenter sein und auf kurz oder lang auch die zusätzlichen Digital Reciever, wie man sie z.B. bei Telekom Entertain braucht, ersetzen. Außer Microsoft ist auch Sony mit der Playstation 4 am Start, Google bereitet angeblich eine Konsole auf Android Basis vor, die kleine OUYA Konsole wird bald verfügbar und ist Vorreiter zahlreicher Low-Cost Devices in dem Segment. Nicht zuletzt habe ich das Gefühl, dass der Apple Fernseher eher eine Art Konsole sein wird, so eine Art aufgebohrtes Apple TV.

In dem sich abzeichnenden Konsolenkrieg hat Microsoft mit der Xbox One aber einen Joker im Ärmel. Denn eines der drei Betriebssysteme, die die Xbox One verwalten, hat einen Windows 8 Kernel. Und auf der Build 2013 hat Microsoft jetzt angedeutet, dass Modern UI Apps, ja die mit der Kacheloptik, auch als native Anwendungen auf der Konsole laufen können. Inwieweit bestehender Quellcode angepasst werden muss, ist zwar noch unklar, allzu aufwendig dürfte es aber nicht werden.

Aus Nutzersicht ließen sich mit Kinect 2.0 die an sich touch-optimierten Apps auch gut mit Gesten bedienen. Und bei einigen Apps kann es durchaus sinnvoll sein, die auch auf dem großen Schirm, aka Fernsehr, zu haben.

Letztlich wird es das dann wohl auch bei den Android Konsolen geben und bei dem Wasmitfernsehen Apple-Dingens. Sony kann hingegen bei der PS4 nicht auf so eine breite App-Basis aufbauen. Den Hardcore-Gamern wird das nur recht sein. In der breiten Masse könnte sich das aber zum Problem für Sony entwickeln.

(Und ja, ich weiß als Illustration hätte ein Spielkartenjoker irgendwie besser gepasst. Aber dieser Joker hat mir so gut gefallen und passt irgendwie ja auch zum Konsolenkrieg.)

Bild: (c) Allposters

Ein paar Gedanken zur Xbox One

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“Microsoft baut den Apple Fernseher” – betitelte Spiegel Online einen seiner ersten Artikel zur neuen Xbox One. Und das greift eigentlich zu kurz. Die XBox hat auf den ersten Blick das Zeug, die Medienzentrale im Wohnzimmer zu werden. Mit den technischen Daten will ich mich an dieser Stelle nicht aufhalten, die gibt es z.B. direkt bei Microsoft.

Was aber ist die XBox aus Anwendersicht und in welchen Nischen kann sie sich positionieren?

Zunächst einmal ist die XBox Spielkonsole – und versucht hier, den Spagat fortzusetzen, den MS mit der Xbox 360 in Verbindung mit Kinect bereits erfolgreich vorgemacht hat – eine Konsole sowohl für Hardcore als auch für Casual Gamer. Denn einerseits bietet die Xbox genug Rechenpower für klassische Shooter und Rennspiele, dann mit Kinect (im Lieferumfang dabei) Möglichkeiten für ausgiebige Party- und Familienspiele und nicht zuletzt mit dem wohl kommenden Xbox-Store auch eine gute Plattform für “App-artige” kleine kostenlose oder kleinpreisige Spiele, wie man sie von Smartphones und Tablets her kennt. Und da eines der drei Xbox Betriebssysteme auf dem Windows Kernel basiert, wird es nicht schwer sein, bestehende Windows Phone/RT/8 Apps auf die Xbox zu bringen.

Als nächstes kann die Xbox den Digitalreciever samt Festplattenrekorder ersetzen, bzw. deren Steuerung übernehmen. In Verbindung mit der Kinect Sprach- und Gestensteuerung  kann sich hier ein deutlich “smootheres” TV Erlebnis ergeben. Inwieweit das in der schwierigen deutschen TV-Landschaft funktionieren wird, wird sich zeigen. Ideal wäre es, wenn man zu seinem Kabelanschluss oder zu Entertain einfach eine Xbox als Reciever dazubuchen könnte.

Dass jetzt auch ein BluRay Laufwerk mit an Bord ist und so der separate BluRay Player nicht mehr benötigt wird, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Die Xbox ist dann hoffentlich das einzige Gerät, das man zusätzlich zum Fernseher braucht.

Doch die XBbox kann noch mehr: Der Internet Explorer läuft drauf, Skype auch. Und alle Bereiche sind gut untereinander verknüpft: flüssig und rasend schnell. Mit SmartGlass werden Tablets, Smartphones und klassische PC-Systeme eingebunden und eröffnen neue Anwendungen und Spielkonzepte. Wenn dann auch tatsächlich der Xbox App Store kommt, werden wir noch viele weitere interessante Lösungen auf der Xbox sehen.

Für eine endgültige Einschätzung ist es sicher noch zu früh, da noch zu viele Punkte unklar sind, insbesondere der Preis. Aber die Xbox One hat das Potential, viele Zielgruppen abzudecken und damit die Wohnzimmer zu erobern.

Zudem ich davon ausgehe, dass wir noch mehr Xbox Hardware sehen werden. Zum einen Systeme, die die Xbox One ergänzen, wie z.B. Illumiroom. Auf der anderen Seite werden wir auch eigenständige Produkte sehen, hier tippe ich als nächstes auf eine Xbox light, die im wesentlichen nur die TV-Plattform und den Appstore beherrscht und eben kein High-End Gaming, dann ein Xbox Tablet, das für Spiele optimiert ist. Vermutlich auch eine Smartwatch, an der das Xbox Team schon länger arbeiten soll und schließlich eine Xbox Brille.

Jetzt muss Microsoft liefern.

Die großen 5 im Web, der nächste Player im Anmarsch und einer, der den Anschluss verloren hat

Die Apokalyptischen ReiterIn einem Posting auf facebook schrieb Ibrahim Evsan heute, dass er zum ersten mal das Gefühl habe, dass “Google mehr Chancen im digitalen Zeitalter hat als Apple”, woraus sich eine interessante Diskussion ergab. Im Rahmen dieser habe ich eine schnelle Einschätzung abgegeben, wie sich die fünf großen Player im digitalen Zeitalter derzeit präsentieren und wie deren Zukunftsaussichten sind. Diese Einschätzung möchte ich hier etwas ausführlicher darlegen, den aus meiner Sicht kommenden sechsten Player vorstellen und einen, der den Anschluss verloren hat. Die Darstellung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge.

Amazon

Amazon verfolgt eine beeindruckende Wachstumsstrategie: erst die Kindle E-Book-Reader, dann die Fire Tablets und als nächstes eine gerüchteweise sehr durchdachte Smartphone Familie, die mit einem 3D Display Flaggschiff aufwarten soll, dessen Glanz dann auf die Einstiegsmodelle abstrahlen soll. Zu alldem gibt es dann noch die passenden Content-Stores und Cloud-Lösungen.

Nicht zu vergessen noch das klassische online-Handelsgeschäft, das für ein gutes Grundrauschen in Amazons Kassen sorgt.

Amazons Strategie, günstige Hardware in den Markt zu werfen und darauf zu hoffen, dass die Gewinne dann über die Contentverkäufe hereinkommen, ist zwar kurzfristig riskant, dürfte sich aber langfristig auszahlen.

Amazon wird und muss aber versuchen, weitere Bereiche abzudecken. So werden wir nach den Smartphones eine TV-Box, eine einfache Spielkonsole und in einigen Jahren auch ein Amazon Notebook sehen. Damit deckt Amazon die wesentliche Bandbreite an Mediengeräten ab, die in einem heutigen Haushalt vorhanden sind.

Apple

Apple hat ein Problem – seine starke Stellung im Markt ist eigentlich nur von einem Produkt abhängig: dem iPhone – und zu einem deutlich geringeren Teil vom iPhone Ableger iPad. Auch wenn es Milieus gibt, in denen der Mac Standard ist, konnte Apple damit bislang nicht in den Massenmarkt vordringen. Die Mac Verkäufe stagnierten zuletzt, auch wenn ich davon ausgehe, dass sie vielleicht in Zukunft leicht ansteigen werden. Gleichwohl ist der Mac Anteil an Apples Umsätzen doch sehr zu vernachlässigen.

Doch diese iPhone Abhängigkeit ist eben auch die Achilles-Ferse von Apple. Wenn jetzt auch der “Stern” schreibt, dass das iPhone nicht mehr cool ist, muss ja etwas am Apfel faul sein… Klar, auch das iPhone 5S, das iPhone 5, das billig iPhone und die nächsten iPads werden sich weiter verkaufen, doch haben sie ihre Magie inzwischen verloren und sind technische Geräte unter vielen. Das wird sich auch in Apples Bilanzen niederschlagen.

Um das Überleben von Apple müssen wir uns in absehbarer Zeit keine Sorgen machen. Zu groß sind die Reserven, zu groß ist die installierte Basis, zu viele Hardcore Fanboys gibt es.

Doch um an den gerade vergehenden Ruhm anzuknüpfen braucht es das “next big thing”. Und das traue ich Tim Cook nicht zu. Vielmehr ist zu befürchten, dass die treue Anhängerschaft z.B. durch ein neues iOS 7 im “Flat Design” abgeschreckt wird.

Was Apple aber auf jeden Fall braucht ist eine erfolgreichere Medienlösung fürs Wohnzimmer, als iTV es ist. Ob das jetzt der omiöse Apple-Fernseher ist – den es Gerüchten zufolge gibt, aber dessen erste Versionen in User-Tests durchgefallen sein sollen – oder eine neue Set-Top-Box, ist dabei eher Nebensache.

facebook

facebook ist das, was die Angelsachsen ein “one-trick pony” nennen. Es gibt nur das soziale Netzwerk und man ist ganz auf die Werbeerlöse daraus angewiesen. Klar, es gibt noch Instagram, aber das steuert derzeit nichts außer Verlusten zum Ergebnis bei. Und wenn facebook auch in emerging Markets noch stark wächst, sind die Zahlen in den meisten etablierten westlichen Märkten rückläufig, es stellt sich eine gewisse facebook-Müdigkeit ein.

Will facebook nicht mittelfristig ein Übernahmekandidat werden, muss es sich breiter aufstellen. Das wird ja einerseits durch Zukäufe (Instagram, vielleicht Waze…) versucht, andererseits durch die Schritte in Richtung eines facebook Phone. Wenn das gelingt kann facebook eigenständig überleben. Und auch eine Ausweitung in B2B Bereiche halte ich nicht für ausgeschlossen.

All das braucht aber Zeit – und in der Zwischenzeit darf nichts schief gehen.

Google

Ibrahim Evsans Einschätzung, dass Google mehr Chancen habe als Apple, hat ja die Initialzündung zu diesem Artikel gegeben. Das ist einerseits richtig, andererseits zeigt ein Blick in Googles Bilanzen, dass auch Google streng genommen ein “one trick pony” ist – um die 90% steuern die Suchdienste und die damit verbundenen Werbeerlöse zum Ergebnis bei. Das große Geld mit Android verdienen andere (s.u.), viele Projekte werden immer wieder schnell eingestampft oder werfen einfach nichts ab.

Der Kauf von Motorola dürfte zudem aus heutiger Sicht ein großer Fehler gewesen sein. Die Patente scheinen nicht so viel wert zu sein wie erwartet und Produkte, die Googles Handschrift tragen (X-Phone), lassen auf sich warten. Zudem hat Google ja mit den Nexus Devices bewiesen, dass man mit Partnern odentliche Hardware auf die Beine stellen kann.

Allerdings darf man davon ausgehen, dass das Suchgeschäft noch einige Zeit sehr solide Gewinne abwerfen wird. Und mit seiner Projekt-Schrotflinten-Politik hat Google auch gute Chancen, einen neuen auch in der breiten Masse finanziell erfolgreichen Treffer zu landen.

Microsoft

Dass Microsoft bei diesen Diskussionen überhaupt wieder auftaucht, ist ein kleines Wunder, wurden die Redmonder doch noch vor kurzer Zeit als IT Dinosaurier belächelt, der gerade im Begriff ist, auszusterben.

Man mag nun darüber streiten, ob wir schon in der Post-PC Zeit sind, diese gerade ansteht oder überhaupt kommt. Fakt ist: Der Desktop ist noch da und wird in einigen Bereichen so schnell nicht verschwinden. In diesem Segment liegt der MS-Anteil noch bei rund 90%. Und so sind Windows und die Office Produkte nach wie vor die großen Cash Cows. Das wird sich ändern – schneller als viele glauben, aber auch nicht von heute morgen. Zwar hat Windows 8 noch gewisse Akzeptanzprobleme, aber mit Windows 8.1 geht Microsoft einerseits auf die Kritiker zu, andererseits werden sich auch viele Kritiker an das neue Windows gewöhnen. Sicher wird Microsoft mit Windows in den neuen Segmenten (Tablets…) nicht mehr die Marktanteile erreichen, wie im Desktop-Sektor  -aber 20% und mehr halte ich in absehbarer Zeit für machbar.

Zudem ist Microsoft einfach zu breit aufgestellt. Außer Windows und Office gibt es eine große B2B Sparte (Server Produkte, Dynamics), die Azure Cloud Plattform, Skype, Bing, Surface Hardware, Peripherals, Windows Phone, XBOX, Kinect, outlook.com, Skydrive, so.cl…

Und nicht zu vergessen verdient Microsoft über Lizenzabkommen sehr gut an Android – wahrscheinlich allein 2013 um die 1,6 Milliarden US$.

Microsoft wird in Zukunft nicht mehr die marktbeherrschende Stellung haben und der IT-Branche seinen Stempel aufdrücken können wie früher – aber auf lange Sicht hin in vielen Bereichen eine sehr wichtige Rolle spielen.

Samsung

Die Überraschung passenderweise fast zum Schluss: Samsung. So oder so spielt Samsung jetzt schon mit Smartphones, Kameras, Notebooks, Druckern, Speicherchips, Fernsehern, Displays etc. etc. etc. eine große Rolle in der “digitalen Welt” – und nicht nur in der: Wikipedia listet neben Elektronik auch Industrieanlagen, Waffen, Bau, Petrochemie Finanzen, Versicherungen und Dienstleistungen als weitere Tätigkeitsbereiche.

Insbesondere beherrschen die Koreaner inzwischen klar den Android-Markt und sind der einzige Hersteller, der mit Googles Betriebssystem richtig Geld verdient. Das kann für Samsung inzwischen aber nicht mehr genug sein, viel interessanter wird es, wenn man auch das Ökosystem beherrscht. Samsung wird noch dieses Jahr High-End Phones mit Tizen OS als Betriebssystem bringen. Und sollte das – anders als der erste Versuch Bada – erfolgreich sein, wird Samsung alle Dienste, die ein mobile OS Ökosystem braucht, selber anbieten und sich schrittweise aus Android zurückziehen.

Samsung könnte noch einige Akzente setzen und uns überraschen.

Yahoo

Yahoo gehörte lange zu den großen Playern im Netz – doch diese Zeiten sind vorbei. Und wenn jetzt nicht Marissa Mayer an Bord wäre, würde ich Yahoo hier gar nicht mehr erwähnen. Yahoo krankt daran, dass unter seinem Dach zwar einige attraktive Dienste wie Flickr versammelt sind, doch sind diese noch nicht hinreichend sinnvoll miteinander verknüpft. Mayer versucht jetzt, einerseits ein einheitlicheres Yahoo-Erlebnis zu schaffen, andererseits durch einen Zukauf das Unternehmen attraktiver zu machen. Potentielle Übernahmekandidaten mit denen angeblich Gespräche geführt wurden, waren Foursquare (gefordert 800 Millionen US$), Path (2 Milliarden US$). Pinterest, Hulu, Zynga, Daily Motion, Gdgt, Wavii, Media Ocean und jetzt eben tumblr (1 Milliarde US$).

Dennoch halte ich es für unwahrscheinlich, dass Yahoo sich aus der zweiten Reihe heraus wieder unter den großen Playern etablieren kann. So fehlt hier eine klare eigenständige Mobilstrategie.

Eine Zusammenfassung

Unter den fünf etablierten Web-Riesen ist Microsoft sicher am breitesten aufgestellt, muss sich aber in Teilen neu erfinden, um mit der Entwicklung Schritt zu halten und “cool” zu werden. Auch die Basis von Amazon ist breit, doch geht die aggressive Expansionspolitik zu Lasten der Gewinne – in Zukunft könnte sich das aber ändern, wenn die installierte Kindle-Basis groß genug ist.

Apple muss das “Next Big Thing” finden und sich von seiner iPhone-Abhängigkeit lösen, damit es nicht ein ganz normaler Hersteller wird. Und auch für Google ist die Aufgabe, aus all seinen Innovationen Produkte zu machen, mit denen man Geld verdienen kann, damit nicht nur die Suche Gewinne einfährt.

facebook ist der schwächste Player unter den großen 5 und muss sich dringend weitere Standsäulen zulegen. yahoo ist bereits in der zweiten Reihe und wird es wohl nicht mehr ganz nach vorne schaffen.

Ein überraschender neuer Angreifer könnte Samsung sein – hier erwarte ich eine aktivere Rolle.

Letztlich teile ich ich Evsans Ansicht, dass Google mehr Chancen in der digitalen Welt hat als Apple. Aber Amazon hat fast genau so viele und verfolgt einen klareren, konsequenteren Kurs und ist mit vielen Diensten näher am Verbraucher als Google, wo der normale User doch nur die Suche und vielleicht noch gmail nutzt. Google ist zu hektisch, zu verspielt, stellt vieles vor und fast ebenso viel wieder ein.

Die besten Chancen in der digitalen Welt hat aber Microsoft. Das Unternehmen ist am breitesten aufgestellt und wird wie schon mit der XBox, die anfangs auch belächelt wurde, seinen Weg konsequent und unaufgeregt weitergehen. Und gerade die XBox sehe ich als einen Schlüssel zu einer starken Stellung im Consumer Markt.

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