Kohlrabi selbst anbauen

Kohlrabi gehört zu den dankbarsten Gemüsen im eigenen Beet. Er wächst schnell, braucht weniger Nährstoffe als andere Kohlarten und lässt sich vom Frühjahr bis in den Herbst mehrmals hintereinander anbauen. Hier erfahren Sie, wann Sie säen und pflanzen, wie viel Platz und Wasser Kohlrabi braucht, wann Sie ernten und wie Sie die häufigsten Fehler vermeiden.

Aussaat und Pflanzzeit

Kohlrabi ist kälteempfindlicher, als viele denken. Junge Pflanzen, die längere Zeit zu kalt stehen, schießen später in die Blüte, statt eine Knolle zu bilden. Frühe Sätze ziehen Sie deshalb besser auf der Fensterbank oder unter Glas vor. Direkt ins Freie säen Sie erst, wenn es dauerhaft über etwa 10 Grad warm ist. Vorgezogene Jungpflanzen sind nach etwa vier Wochen bereit fürs Beet.

SatzAussaatPflanzungErnte
Frühe Sortenab Februar/März im HausMärz bis April unter Vliesab Mitte Mai
SommersortenAprilMai bis JuniJuni bis Juli
Herbstsortenbis Mitte Julibis Mitte AugustSeptember bis November
RiesenkohlrabiMärz bis MaiEnde April bis Maiab Ende August

Wenn Sie alle drei bis vier Wochen eine neue Reihe säen oder pflanzen, können Sie fast den ganzen Sommer über frischen Kohlrabi ernten. Sommer- und Herbstsätze können Sie auch direkt ins Beet säen und die Pflänzchen später auf den richtigen Abstand vereinzeln.

Der richtige Boden

Kohlrabi mag einen tiefgründigen, lockeren Boden mit mittlerem Humusgehalt, der Wasser gut hält. Der pH-Wert sollte um 7 liegen, also neutral. Ist Ihr Boden sauer, kalken Sie etwa eine Woche vor dem Pflanzen. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht als Grundversorgung meist aus.

Achten Sie auf die Fruchtfolge: Wo im Vorjahr Kohl, Radieschen, Rucola oder andere Kreuzblütler standen, sollten Sie drei bis vier Jahre lang keinen Kohlrabi anbauen. Das beugt der Kohlhernie vor. Gut passt Kohlrabi dagegen nach Frühkartoffeln, Buschbohnen, Spinat oder Erbsen.

Abstand und Pflanzen

  • Frühe Pflanzungen unter Vlies: 25 mal 25 Zentimeter
  • Spätere Pflanzungen: 30 mal 30 Zentimeter
  • Riesenkohlrabi: 45 mal 45 Zentimeter

Setzen Sie die Jungpflanzen eher hoch, also nicht tiefer, als sie im Topf standen. Die Knolle bildet sich über der Erde und bleibt so sauber. Für Balkon und Terrasse eignet sich ein Topf, der mindestens 30 Zentimeter breit und tief ist.

Gießen und Düngen

Gleichmäßige Feuchtigkeit ist das wichtigste Erfolgsgeheimnis. Sobald die Knolle zu wachsen beginnt, braucht Kohlrabi regelmäßig Wasser. Wechseln trockene und nasse Phasen, platzen die Knollen oder werden holzig. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden.

Bei normalen Sorten genügt eine kleine Stickstoffgabe etwa alle drei Wochen, zum Beispiel mit einem organischen Gemüsedünger. Riesenkohlrabi braucht mehr und wird zweimal im Abstand von vier Wochen nachgedüngt.

Ernte und Lagerung

Ernten Sie früh. Am zartesten ist Kohlrabi, wenn die Knolle etwa 6 Zentimeter Durchmesser hat, also zwischen Golf- und Tennisballgröße. Bleibt sie zu lange stehen, wird sie holzig. Ausnahme sind Riesensorten: Sie brauchen 90 bis 120 Tage und bleiben auch mit mehreren Kilogramm noch zart.

Schneiden Sie die großen Blätter ab, wenn Sie Kohlrabi lagern möchten. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält er sich dann etwa eine Woche. Herbstsorten lassen sich bei 0 bis 1 Grad und hoher Luftfeuchte deutlich länger lagern, etwa in einem kühlen Keller.

Sorten: weiß, blau und riesig

Die Farbe sitzt nur in der Schale. Innen sind blaue und weiße Knollen gleich hell. Blaue Sorten wachsen etwas langsamer, sind robuster und eignen sich besonders für späte Sätze.

  • Weiß, früh: zum Beispiel ‚Lanro‘, ‚Noriko‘, ‚Quickstar‘
  • Weiß, Sommer: zum Beispiel ‚Weißer Delikatess‘, ‚Kossak‘ F1, ‚Korist‘ F1
  • Blau, früh: zum Beispiel ‚Azur Star‘, ‚Blaro‘
  • Blau, Sommer: zum Beispiel ‚Blauer Delikatess‘
  • Riesenkohlrabi: zum Beispiel ‚Superschmelz‘, ‚Gigant‘

Typische Fehler und ihre Ursachen

ProblemHäufige UrsacheDas hilft
Pflanze schießt, keine KnolleKältestress bei jungen PflanzenFrüh im Haus vorziehen, erst bei Wärme auspflanzen, Vlies auflegen
Knolle platztUngleichmäßiges Gießen, Fraß des Gefleckten KohltriebrüsslersRegelmäßig gießen, mulchen, Kulturschutznetz
Knolle wird holzigZu spät geerntet, TrockenheitRechtzeitig ernten, gleichmäßig feucht halten
Knolle verschmutztZu tief gepflanztJungpflanzen hoch setzen

Schädlinge und Krankheiten

  • Kohlfliege: Ihre Maden fressen an den Wurzeln, die Pflanzen welken. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach dem Pflanzen verhindert die Eiablage.
  • Erdflöhe: Sie fressen kleine Löcher in die Blätter, vor allem bei Trockenheit. Regelmäßiges Gießen und Hacken hilft.
  • Raupen von Kohlweißling, Kohleule und Kohlmotte: Sammeln Sie die Raupen ab und entfernen Sie befallene Blätter. Auch hier schützt ein Netz.
  • Mehlige Kohlblattlaus: Sie tritt vor allem in warmen, trockenen Sommern auf. Entfernen Sie früh befallene Blätter und fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer.
  • Schnecken: Sie setzen besonders jungen Pflanzen zu. Sammeln Sie am Abend und schützen Sie Jungpflanzen.
  • Kohlhernie: Der Erreger verursacht Wucherungen an den Wurzeln und bleibt jahrelang im Boden. Vorbeugen können Sie mit Fruchtfolge, lockerem Boden und einem neutralen pH-Wert.

Gute Nachbarn im Beet sind zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Salat, Spinat, Rote Bete, Lauch, Sellerie und Tomaten. Sellerie und Tomaten sollen außerdem Kohlweißlinge etwas fernhalten.

Quellen

Mein Mittagessen: Bratwurst, Kohlrabi und Kartoffeln

Ein schnelles Mittagessen: Bratwurst, Kartoffeln und dazu Kohlrabi Rahmgemüse.

Mein Abendessen: mal wieder kalt

kaltes-abendessen-gemischt

Schon wieder kalt… aber diesmal ein bisschen anders. Von oben im Uhrzeigersinn:

Gurke vom Bauern, Cocktail-Tomaten, Appenzeller, französischer Blauschimmelkäse dessen Namen ich immer vergesse, Schwarzbrot mit Rosmarin-Kassler, Kohlrabi in der Mitte Ei.

Dazu gab es Brottrunk.

Selbstversorger I

selbstversorger-kohlrabi

Kohlrabi aus dem eigenen Garten