Buchtipp: Kinder mit ukrainischem Fluchthintergrund eingewöhnen

Deutschland gehört zu den Ländern, in die sehr viele Flüchtlinge aus der Ukraine kommen, was in allen betroffenen Bereichen – z.B. Ämter, Schulen, Kindergärten – für zahlreiche Herausforderungen sorgt.

Gerade an die letztere Zielgruppe richtet sich das neu erschienene E-Book „Kinder mit ukrainischem Fluchthintergrund eingewöhnen“.

Der Leitfaden unterstützt die Mitarbeiter in der Kommunikation mit den geflüchteten Kindern sowie deren Familien, auch wenn sie zunächst keine gemeinsame Sprache sprechen. Dabei werden auch hier besonders akute und sensibel zu behandelnde Themen wie Krieg, Verlust und seelische Nöte in entsprechender Weise angesprochen.

Das Buch zeigt die Vorteile einer sanften Anpassung für Kinder auf und wie man mit Sorgen und Vorbehalten umgeht. Darüber hinaus gibt es Beispiele zum Sprachenlernen und beleuchtet Traumata und psychische Belastungen der Kinder. Ein professioneller Umgang ist besonders wichtig. Die Kinder brauchen dabei keinen besonderen Status oder eine bevorzugte Behandlung, sondern nur ehrliche Anerkennung und einfühlsame Fürsorge, sie wollen Teil der Gemeinschaft sein.

Darüber hinaus wirft die Aufnahme von Kindern mit Fluchthintergrund in die Tagesbetreuung einige rechtliche Fragen auf. Der Ratgeber bietet der Kita-Leitungen und den Kita-Teams Informationen zum Asylverfahren sowie dem Kita-Recht z.B. den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Mit diesem
Leitfaden gewinnen Kita-Leitungen Rechtssicherheit in mitunter kniffligen Fragen, sodass die Aufnahme von Kindern aus der Ukraine in der Kita erleichtert wird.

Das E-Book ist ab sofort im PRO Kita Verlag für 29,95 Euro und demnächst auch als Buch erhältlich. Alternativ können Sie es hier kostenlos herunterladen, wenn Sie einen Kennenlern-Test von „Kita-Leitung in der Praxis“ machen.

10 Fakten zum 28. Juni

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  1. Der heutige Tag ist der eigentliche Christopher Street Day. 1969 kam es zu heftigen Demonstrationen in der New Yorker Christopher Street, in der er es viele von Homosexuellen frequentierte Bars gab, die in dieser Zeit immer wieder Opfer gewalttätiger Razzien durch die Polizei waren. Nach einer solchen Razzia begangen mehrtägigen Demonstrationen und Krawallen. Diesem “Aufstehen” der Homosexuellen gegen Polizeiwillkür wird mit Umzügen gedacht, die inzwischen aber meist nicht mehr direkt am 28. Juni durchgeführt werden sondern an Wochenenden davor oder danach. Die Bezeichnung CSD ist übrigens nur in Deutschland und in der Schweiz gebräuchlich; im angelsächsischen Raum spricht man von “Gay Pride”, in Österreich und einigen Ländern im Osten von “Regenbogenparaden”. In Australien sind die Umzüge inzwischen mit der Karnevalstradition verwachsen (Mardi Gras).
    Diethild und Ekkehard haben heute Namenstag.
  2. Am 28.06.1840 gründet der Pädagoge Friedrich Wilhelm August Fröbel in Bad Blankenburg den ersten Kindergarten.
  3. 1848 erklärt die Frankfurter Nationalversammlung den Bundestag des Deutschen Bundes für aufgelöst.
  4. Das “Deutsche Museum der Naturwissenschaften und Technik” in München wurde 1908 gegründet.
  5. 1914 ermordet der serbische Nationalist Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Gattin Sophie. Das Attentat ist Auslöser des ersten Weltkriegs.
  6. …und fünf Jahre später (1919) unterschreibt die deutsche Delegation unter Protest den Friedensvertrag von Versailles. Dessen in Deutschland als hart und ungerecht verstandene Bedingungen sind eine der Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik.
  7. Die Benz & Co Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim und Daimler-Motoren-Gesellschaft fusionieren 1926 zur Daimler-Benz AG.
  8. Bei einem islamistischen Terroranschlag im Flughafen Istanbul-Atatürk werden 2016 42 Menschen getötet und 238 verletzt.
  9. Heinrich VIII. Tudor von England wird 1491 geboren.
  10. Emil Erlenmeyer kommt 1825 auf die Welt.

Die Posse um die Aufschrei Rezensionen (mit Update)

Eigentlich wollte ich zu Anne Wizorek und Ihrem #aufschrei Buch nichts schreiben. Ich halte Feminismus für wichtig, meine aber auch, dass Wizorek außer einem Hashtag nichts sinnvolles zur Debatte beigetragen hat sondern vielmehr neue Gräben und Mauern zwischen den Geschlechtern errichtet hat. Letztlich ist sie mir aber reichlich egal.

Gleichwohl finde fände ich es auch nicht richtig, dass sollte in verschiedenen Foren von – nennen wir sie mal frauenfeindlichen – Kreise dazu aufgerufen wird werden, negative Rezensionen über das Buch zu schreiben. Scheint leider auch mit einigem Erfolg zu funktionieren So oder so,  es gibt sehr viele negative Bewertungen, nachzulesen bei Amazon.

Wizoreks Reaktion darauf ist aber auch ziemlich wenig souverän:

aufschreigate

Pauschal alle negativen Rezensionen als „nicht hilfreich“ zu bewerten finde ich einfach, ähm, nicht hilfreich. Denn einige sind durchaus sehr fundiert und enthalten gute Argumente. Im gleichen Atemzug dann auch noch um gefakte Rezensionen zu bitten ist einfach nur lächerlich. Kindergarten von allen Seiten.

Immerhin habe ich ein neues Wort kennengelernt: „Maskus“. Dazu schreibe ich jetzt aber wirklich nichts mehr…

Nachtrag – durch einen Blogbeitrag wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass das mit dem Aufruf zu negativen Kommentaren wohl nicht so klar ist, wie Anne Wizorek das darstellt. Ich habe den Text daher oben korrigiert.

Nachtrag II – inzwischen habe ich das Buch quergelesen – hier meine Gedanken dazu.

Sturm im Wasserglas um die Pusteblume in Bonn-Röttgen

Beim Bonner Generalanzeiger scheint schon die Saure-Gurken-Zeit ausgebrochen zu sein – macht er doch groß mit einem vermeintlichen Skandal um den Kindergarten Pusteblume in Bonn Röttgen auf. War doch in einer Selbstbeschreibung des Kindergartens zu lesen:

Die Kinder stammen fast ausschließlich aus Familien der Mittelschicht und gehobenen Mittelschicht. Die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter ist, ebenso wie die der Familien mit Migrationshintergrund, minimal.

Die Aufregung ist groß: beim GA, der das in einem Kommentar die vermeintlich abgehobene Einstellung der Röttgener Elternschaft geißelt, bei der Stadt, die angeblich von dem Text auf den Webseiten der Stadt Bonn nichts wusste und natürlich auch bei der Integrationsbeauftragten Coletta Maneman, die hier gleich Diskriminierung wittert.

Zufälligerweise war meine Tochter auf diesem Kindergarten und mein Sohn geht dort immer noch hin. Und zufälligerweise habe ich mitbekommen, wie dieser Text seinerzeit 2009 entstanden ist. Und der ist nichts anderes als eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation.

Denn wer Röttgen, Ückesdorf und das nähere Einzugsgebiet der „Pusteblume“ kennt, weiß, dass es dort eben auch nur sehr wenige Migranten und Alleinerziehende gibt. Daher sind dort auch nicht viele. Punkt. Nicht mehr.

Ganz im Gegenteil: von den vier Kindergärten in Röttgen/Ückesdorf ist die Pusteblume der, der den höchsten Migrantenanteil hat, sich am meisten um die Integration dieser kümmert und alleinerziehende Eltern bestmöglich unterstützt. Und die beiden angesprochenen Gruppen werden bei der Platzvergabe tatsächlich bevorzugt, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Sicher, die Formulierung kann etwas unglücklich verstanden werden. Falsch gemeint ist sie sicherlich nicht.