Meinung: Das vermeidbare Drama um den Sankt Martin in Rheidt

Wie irre ist das denn? Ein Darsteller des heiligen St. Martin muß abtreten, nur weil er festgestellt hat, daß es sich beim St.-Martins-Fest um ein christliches Fest handelt. Darf man demnächst auch nicht mehr sagen, Weinachten sei ein christliches Fest?

Solche und ähnliche Kommentare konnte man heute allenthalben in sozialen Netzen lesen. Aufhänger war ein Artikel im Bonner General Anzeiger, in dem geschildert wurde, dass der Darsteller des Sankt Martin beim Rheidter Sankt Martin Umzug nächstes Jahr nicht mehr wieder auf dem Pferd sitzen werde, da er darauf hingewiesen, dass es sich bei Sankt Martin um ein christliches Fest handle. Über die genauen Hintergründe dort fand man nur wenig, so dass den Spekulationen freilich Tür und Tor geöffnet war.

Hätte der Darsteller z.B. gesagt, “Sankt Martin ist ein christliches Fest und zeigt uns, dass Mitgefühl, Hilsbereitschaft und Teilen zutiefst christliche Werte sind” wäre die Empörung über seine Absetzung zweifelsohne gerechtfertigt. Anders, wäre die Aussage z.B. gewesen “Sankt Martin ist ein christliches Fest und daher gibt es für Juden, Moslems und Heiden hier und heute keinen Weckmann.”  Auf twitter machte ich den GA Bonn darauf Aufmerksam, dass der Artikel durchaus missverständlich sei, sofern man die Hintergründe nicht kenne. Mein tweet führte nicht nur zu einer recht kontroversen Diskussion, einiges an Aufklärung rund um das Geschehene sondern auch zu einer Anpassung des Artikels:

In einer vorherigen Version des Textes fehlte der Absatz mit den Äußerungen der Schwägerin auf Facebook. Um die Situation und die Umstände der Äußerung des Sankt Martins zu konkretisieren, haben wir uns entschieden, diese Schilderung noch mit in den Text aufzunehmen

Den ganzen den Vorfall schildernden Post – der von der Urheberin gleich in zwei Gruppen mit Bezug zu Rheidt veröffentlicht wurde – ist hier zu finden. Kernaussage ist,

Der „gute St. Martin“ sieht meine kopftuchtragende Schwägerin an, die der deutschen Sprache mächtig ist und auch alles versteht was der nette Mann von sich gibt, mit einer Aggressivität und hasserfüllten Stimme sagt er zu ihr „ sie wissen aber schon, dass es ein christliches Fest ist oder?“

Sollte sich dies so zugetragen haben, wäre die Reaktion des veranstaltenden Ortsrings – hier seine Stellungnahme auf Facebook – nachvollziehbar und richtig. Veranstaltungen wie ein Sankt Martin-Umzug können einen starken integrativen Charakter entfalten und Andersgläubige hier auszuschließen wäre bei solch einem Anlass zutiefst unchristlich.

Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nur aufgrund eines Postings auf Facebook ohne weitere Einordnung und Aufklärung – was sagen z.B. der laut Posting wohl anwesende Polizist oder der Sankt Martin-Darsteller selbst dazu? – vorschnell geurteilt wurde. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob sich noch weitere Aufklärung zum Sachverhalt ergibt – und wenn ja, ob diese noch wahrgenommen wird.

Alles in allem ist diese Geschichte aber ein gutes Beispiel dafür, wie es eben nicht ablaufen sollte: Möglicherweise überstürzte Entscheidungen und eine auf jeden Fall schlampige Berichterstattung darüber sorgen dafür, dass nun wegen des Rheitder Sankt Martins nun der Untergang des Abendlandes beschworen wird…

Meinung: Über das Schächten in Deutschland

Was ist Schächten?

Beim Schächten handelt es sich um eine spezielle Methode des Schlachtens, die im Judentum und im Islam grundsätzlich vorgeschrieben ist. Wesentlicher Hintergrund ist, dass beide Religionen den Verzehr von Blut verbieten, beim Schächten blutet das Schlachttier weitgehend aus.

Den Tiere werden dazu mit einem speziellen Messer mit einem großen Schnitt quer durch die Halsunterseite die großen Blutgefäße, die Luft- und die Speiseröhre durchtrennt. Das Tier stirbt und blutet dabei aus.

Die Rechtslage und Diskussion in Deutschland

Regeln  zum Schlachten enthalten die §§ 4, 4a Tierschutzgesetz. Grundsätzlich darf ein Tier nicht ohne Betäubung geschlachtet werden (§4 TierschutzG) und muss auch vor dem Ausbluten betäubt werden (§4a Abs. 1 Tierschutzgesetz). Hiervon sind aber Ausnahmen möglich, § 4a Absatz 2 Nummer 2 lautet:

[wenn] die zuständige Behörde eine Ausnahmegenehmigung für ein Schlachten ohne Betäubung (Schächten) erteilt hat; sie darf die Ausnahmegenehmigung nur insoweit erteilen, als es erforderlich ist, den Bedürfnissen von Angehörigen bestimmter Religionsgemeinschaften im Geltungsbereich dieses Gesetzes zu entsprechen, denen zwingende Vorschriften ihrer Religionsgemeinschaft das Schächten vorschreiben oder den Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagen…

Unter welchen Voraussetzungen solche Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, kann man exemplarisch für Baden-Württemberg hier nachlesen.

An sich ist also alles klar: Sogar die Religionsgruppen, die das betäubungslose Schächten für erforderlich halten – Judentum und viele Richtungen des Islam, müssen derzeit – Stand August 2019 – also grundsätzlich auf geschächtetes Fleisch nicht verzichten.

Allerdings hat sich inzwischen wieder eine Diskussion entwickelt, ob das betäubungslose Schächten nicht doch zu untersagen ist. Wir bewegen uns hier im Spannungsumfeld zwischen dem Grundrecht auf Religionsfreiheit – Art. 4 GG – und dem Staatsziel Tierschutz, der sich insbesondere aus Artikel 20a GG ergibt.

Wie ist das Schächten ohne Betäubung zu beurteilen?

Ganz unproblematisch wäre das Schächten ohne Betäubung, wenn es für das Tier nicht mehr Schmerzen als die herkömmliche Form der Schlachtung verursachen würde. Dies ist aber tatsächlich umstritten, die Studienlage ist unübersichtlich.

Es spricht jedoch viel dafür, dass ein professionell durchgeführtes Schächten für ein Tier nicht unbedingt deutlich schmerzhafter und grausamer ist als herkömmliches Schlachten in industriellen Schlachtbetrieben.

Wie sollte also mit dem Schächten in Deutschland umgegangen werden?

Nach derzeitiger verfassungsrechtlicher Lage hat das Grundrecht der Religionsfreiheit einen sehr hohen wert, das Staatsziel Tierschutz ist demgegenüber deutlich schwächer.

Auch wenn nach hier vertretener Ansicht die derzeit weitgehende Gewährung der Religionsfreiheit nicht mehr zeitgemäß ist und der verfassungsgebende Gesetzgeber hier dringend notwendig werden sollte – an dieser verfassungsrechtlichen Realität kommt man wohl nicht vorbei.

Und so sehe ich nach derzeitiger Rechts- und Tatsachenlage keine Möglichkeit, §4a Tierschutzgesetz dahingehend zu ändern, dass es keine Ausnahmeregelungen mehr für das Schächten – auch ohne Betäubung – gibt.

Sinnvoll und sogar für verfassungsrechtlich geboten hielte ich allerdings strengere Voraussetzungen, z.B. dass es keine Ausnahmegenehmigungen für privates Schächten z.B. beim Opferfest mehr gibt und dass Schächtungen z.B. von einer offiziellen Stelle begleitet werden müssen.

Sollte es hingegen eine gesicherte wissenschaftliche Grundlage dafür geben, dass das Schächten ohne Betäubung deutlich belastender für das Tier ist, als normale Schlachtung, wäre wahrscheinlich schon nach derzeitiger Rechtslage, auf jeden Fall aber bei Hinzufügung eines Vorbehalts zu Artikel Art. 4 GG, ein Verbot des Schächtens möglich. Dabei darf nicht vergessen werden, dass zum einen ja eine vegetarische Ernährung oder im Zweifel auch ein Import geschächteten Fleischs möglich wäre.

Fazit

Derzeit sollten die Voraussetzungen verschärft werden, unter denen das Schächten ohne Betäubung möglich ist.

Weitergehend sollte eine gesicherte wissenschaftliche Grundlage geschaffen werden, um die Frage abschließend beurteilen zu können.

Und zuletzt sollte grundsätzlich auch aus anderen Erwägungen eine Abschwächung von Art. 4 Grundgesetz in Betracht gezogen werden.

Mein twitter-Account oder die Frage “bin ich ein Nazi”?

Hau ab, Du Nazi

In den letzten Monaten bin ich auf twitter ziemlich aktiv und vertrete dort – übrigens unter meinem Klarnamen – ziemlich offensiv meine Meinung. Das führt natürlich teilweise zu Kontroversen bis hin zu dem Vorwurf, ich wäre ein Nazi. So weigert sich z.B. eine einzelne twitter-Userin sogar, an einer Blogparade teilzunehmen, nur da ich erklärt habe, auch einen Beitrag beizusteuern. Andere blocken mich deswegen gleich.

Und auch mir ansonsten wohlgesonnene User meinen, ich sei a) zu offen hinsichtlich der Rechten, insbesondere der AfD und b) zu kritisch hinsichtlich des Islam im Allgemeinen. Zu meiner Einstellung zu beiden Themen möchte ich hier kurz Stellung nehmen.

Mit Rechten reden

Mich in eine politische Schublade zu stecken, dürfte schwer fallen. Wollte man mich ins klassische politische Koordinatensystem einordnen, dürfte ich im Durschnitt in der liberalen Mitte fallen. In manchen Bereichen – Umweltpolitik – vertrete ich allerdings sehr grüne/linke Positionen, halte allerdings FridaysForFuture oder anderen Aktionismus wie das Ausrufen des Klimanotstands durch deutsche Gemeinden für falsch. In anderen Bereichen, z.B. der Migrationspolitik, stehe ich sicher auf den ersten sehr oberflächlich Blick im rechten Lager, lehne aber völkisches Denken und  Rassismus entschieden ab. Die NPD Entscheidung des BVerfG halte ich für falsch, die Partei hätte verboten werden sollen. Und überhaupt werden sie kaum jemanden finden, der die Erinnerung an den Holocaust so hoch hält oder jüdisches Leben im heutigen Deutschland so sehr verteidigt, wie ich das tue. Gesellschaftspolitisch – Stichwort z.B. LGBT Rechte – bin ich gleichfalls sehr progressiv, muss mich aber überwinden, Texte mit Gendersternchen oder Binnen-I zu lesen.  An dieser Stelle soll das einmal genügen, für eine grobe Einordung reicht es und ich werde sicher noch ausführlicher zu meiner politischen Ausrichtung schreiben.

Was mir aber ganz wichtig ist: alle politischen Lager müssen sich – soweit sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen – gegenseitig respektieren und sich zuhören. Jeder muss die Möglichkeit haben, seine Meinung offen zu vertreten, ohne angefeindet zu werden. Um es mit Willy Brandt zu sagen: “Wir können in einer Demokratie nicht alle einer Meinung sein.”

Gerade auf twitter stelle ich aber fest, dass gerade vermeintlich rechte Positionen direkt reflexhaft angegriffen werden. Das halte ich aus zwei Gründen für einen Fehler: Zum einen eben, da man auch andere Meinung akzeptieren sollte, zum anderen da diese pauschale reflexhafte Ablehnung das radikalere rechte Lager in seiner Ablehnung des Bürgerlichen bestärkt. Darüber, dass ich pauschales AfD Bashing für kontraproduktiv halte, habe ich ja schon ausführlicher geschrieben.

Wenn mir nun vorgeworfen wird, ich würde auf twitter mehr für die Meinungsfreiheit der AfD und anderer Rechter eintreten als für die der Linken, so mag das richtig sein. Allerdings nicht aus dem Grund, dass mir diese Positionen mehr liegen, sondern allein aus dem Grund, dass “linke” tweets derzeit viel eher Zuspruch oder zumindest Verteidigung aus dem liberalen und bürgerlichen Lager erhalten, als solche von rechter Seite.

Platt könnte man sagen: einer muss den Job ja machen, auch für die Meinungsfreiheit der Rechten einzutreten. Das heißt im Zweifel nicht, dass ich diesen Meinungen auch zustimme.

Und wie hältst Du’s mit dem Islam?

Ähnlich verhält es sich beim Thema Islam, mit dem ich mich ausführlich auseinandergesetzt habe, siehe z.B. meinen Blogbeitrag zum Thema “Islam und Deutschland“.

Grundsätzlich finde ich, dass Religion Privatsache sein sollte. Und daher bin ich zu der Verkäuferin mit Kopftuch genau so freundlich wie zu jeder anderen, esse gerne Döner beim Kurden meines Vertrauens und kaufe Kräuter beim pakistanischen Händler.

Allerdings halte ich tatsächlich den Islam, wie er sich gerade weltweit ausbreitet, auch potentiell für die größte Gefahr auf diesem Planeten, mindestens gleichrangig mit dem Klimawandel. Im wesentlichen mache ich das an seiner Bildungsfeindlichkeit fest.

Und was den wachsenden islamischen Bevölkerungsanteil in Deutschland angeht, sorgen mich insbesondere das damit oft einhergehende archaische Frauenbild, der importierte Antisemitismus, seine Illiberalität, sein Alleinvertretungsanspruch und die zunehmende Eroberung des öffentlichen Raums durch diese Positionen.

Große Teile des Linken Spektrums nimmt den Islam aber gegen jegliche – auch sachliche – Kritik in Schutz und die meisten aus dem liberalen und bürgerlichen Lager vermeiden offene Worte aus der Angst heraus, in eine rechte Ecke gestellt zu werden. Und so hört man kritisches über diese Religion tatsächlich überwiegend aus eben dieser Ecke, leider im Regelfall auf einem intellektuell erschreckend niedrigem Level und vermischt mit Rassismus.

Hier versuche ich, mit sachlichen kritischen Anmerkungen einen Gegenpol zu beiden Lagern – Verherrlichung und völlige Ablehnung – zu bilden.

So soll es sein, so soll es bleiben

Mir ist klar, dass ich mit diesen Standpunkten – Verteidigung der AfD, Kritik am Islam – sicher polarisiere. Und ich hätte sicher mehr Follower, würde ich hier weichgespülte Positionen vertreten und mich nicht äußern.

Mir geht es aber um die Sache und ich werde weiter frei meine Meinung schreiben, anderen Meinungen zuhören, versuchen sachlich zu argumentieren, mir eine bunte Followerschaft erhalten, mich nicht in Filterblasen bewegen und niemanden blocken.

Und so sollte es jeder halten, ganz gleich, welchem politischen Lager er sich zugehörig fühlt.

In diesem Sinne: Follow me.

Frans Timmermans und 2000 Jahre Islam in Europa

Im TV Duell von Frans Timmermans und Manfred Weber – beides mögliche Nachfolger Jean-Claude Junckers als Präsidenten der EU Kommission – wurde auch gefragt, ob der Islam zu Europa gehört.

Frans Timmermans antwortet

Seit 2000 Jahren schon, ja.

Unabhängig davon wie man zu dieser Frage steht – hier einige Gedanken dazu – den Islam gibt es erst seit rund 1.400 Jahren.

Um so erschreckender, dass es für diese falsche Antwort Applaus gibt.

10 Fakten über den Ramadan

  1. Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. In diesem Monat soll der Koran herabgesandt worden sein (Sure 2, Vers 185).
  2. Wesentlichste Verpflichtung ist der Verzicht auf Nahrung und Getränke tagsüber. Die Fastenpflicht beginnt mit Sonnenaufgang (“esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt!” und endet mit dem Sonnenuntergang. Das Essen zum abendlichen Fastenbrechen soll ein Festmahl sein und mit einem reichhaltigen Frühstück im letzten Drittel der Nacht, Sahur genannt, soll man sich für den Tag stärken.
  3. Für Muslime z.B. im hohen Norden ist der Ramadan allerdings insoweit ein Problem, als dass dort ggf. die Sonne gar nicht untergeht (Mitternachtssonne) oder zumindest kaum Nacht ist (weiße Nächte). Oftmals folgen sie dann beim Fasten den Sonnenauf- und Untergangszeiten von Mekka.
  4. Zudem soll man nicht rauchen, auf Geschlechtsverkehr verzichten und sich übler Nachrede, Verleumdung, Lügen und Beleidigungen aller Art enthalten sowie möglichst Mildtätig gegenüber Armen sein.
  5. Beim muslimische Fasten also steht – stärker als bei der Fastenzeit der Christen – das bewusste Erfahren der Religion im Vordergrund, weniger der Verzicht auf Nahrung an sich.
  6. Schwangere und stillende Frauen, Kranke, Reisende und Kinder vor der Pubertät sind zum Fasten nicht verpflichtet. Die versäumten Tage sollen aber nach Wegfall der Gründe möglichst nachgeholt werden. Wer wegen Alter oder Krankheit nicht fasten kann, soll eine Fastenersatzleistung erbringen, Fidya genannt. Auch Frauen während der Menstruation oder während des Wochenbetts ist nicht erlaubt zu fasten, wobei auch diese Tage nachgeholt werden müssen. Einsichtsfähige Kinder dürfen aber Fasten.
  7. In einigen islamischer Staaten ist die Fastenpflicht staatlich geboten. In Saudi-Arabien werden auch Nichtmuslime bestraft, die im Ramadan während des Tages in der Öffentlichkeit essen, trinken oder rauchen. Grundsätzlich ist es in muslimischen Ländern angebracht, sich dem Ramdan anzupassen und sich zurückhaltend zu zeigen.
  8. Das Fasten hatte keine vorislamische Tradition auf der arabischen Halbinsel, Mohammed entwickelte es wahrscheinlich aus christlichen und insbesondere jüdischen Fastenbräuchen.
  9. Zu den Bräuchen rund um den Ramadan gehören in einigen islamischen Ländern – Ägypten, Sudan, Libyen, Tunesien, den Golfstaaten und Syrien. – die Wecktrommler. Sie gehen mit Trommeln etwa zwei Stunden vor dem Sonnenaufgang durch Wohngebiete und erinnern die Menschen an das Frühstück. Insbesondere in Ägypten sind auch Ramadanlaternen gebräuchlich.
  10. Mit dem Beginn des zehnten islamischen Monats – Schawwal – feiert man das Fest des Fastenbrechens (‘id al-fitr), das im türkischen auch küçük bayram, ramazan bayramı oder Zuckerfest (şeker bayramı) genannt wird. Es beginnt mit einem Gemeinschaftsgebet und einer Almosenspende. Es dauert drei Tage.

Unterwerfung? Ein kurzer Gedanke zu den Ramadan Glückwünschen

Gesegneten Ramadan

Nahezu jeder Politiker und viele offizielle Stellen gratulieren gerade unseren muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zum Ramadan und wünschen einen gesegneten und friedvollen Fastenmonat. Exemplarisch sei auf den Regierungssprecher verwiesen.

Soweit, so gut. Und dagegen ist wirklich nichts einzuwenden. Man mag darüber streiten, ob der Islam nun ein Teil Deutschlands ist oder nicht, aber die muslimischen Menschen leben nun einmal hier und können selbstverständlich das Grundrecht der Religionsfreiheit in Anspruch nehmen.

Und auch wenn ich selbst kein religiöser Mensch bin und Religionen durchaus kritisch sehe, habe ich doch Respekt vor dem Glauben jedes einzelnen und schließe mich daher diesen Glückwünschen auch an.

Wir vergessen unsere Wurzeln

Gleichwohl ist Deutschland – wie ganz Mitteleuropa – christlich geprägt und das Christentum hat – neben den Gedanken der Aufklärung – in unserem Rechts- und Wertesystem seine Spuren hinterlassen.  Und auch wenn ich die christlichen Kirchen als katholischer Atheist kritisch sehe, habe ich doch auch Respekt vor dem Glauben eines jeden Christen hierzulande (sic!).

Und insoweit finde ich es befremdlich, dass kaum einer derer, die einen gesegneten Ramadan wünschen, einen Gruß oder Beitrag zum Beginn der katholischen Fastenzeit abgesetzt haben.

Sicher, die Bedeutung des Ramadan ist für die meisten Muslime größer als die der Fastenzeit für die meisten Christen.

Doch umso mehr bin ich davon überzeugt, dass eine bewusst begangene Fastenzeit – sogar ggf. losgelöst von kirchlichen Inhalten – für viele von uns wertvoll wäre. Sie hätte es jedenfalls verdient, genau so angesprochen zu werden, wie der Ramadan.

Wird sie aber vergessen und der Ramadan besonders hervorgehoben, bleibt für mich ein schaler Beigeschmack und ich muss spontan an den Roman “Unterwerfung” von Michel Houellebecq denken.

Interessante Frage: Warum gibt es kaum Schwarze im Arabischen Raum?

In einer Diskussion kam die Frage auf, warum es im arabischen Raum so gut wie keine Menschen schwarzafrikanischen Ursprungs gibt.

Trotz Sklaverei – kaum Schwarze

An sich müsste dies – so die These – doch so sein, allein schon, da es dort eine lange Tradition des Sklavenhandels gab.

Diese begann bereits 652, als der General und Emir Abdallah ben Said dem nubischen König Khalidurat Tributzahlungen aufzwang, die die jährliche Lieferung von “dreihundertsechzig Sklaven beiderlei Geschlechts” vorsahen. Die Geschichte des Sklavenhandels von Schwarzafrikanern in den arabischen Raum reicht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

Warum es aber – anders als in den USA, wo Sklaverei nur vergleichsbare kurz üblich war – kaum Nachkommen im arabischen Raum keine nennenswerte schwarze Bevölkerung gibt, dürfte in erster Linie damit zusammenhängen, dass ein Großteil der männlichen Sklaven kastriert wurde und sich schlicht nicht fortpflanzen konnte.

Inwieweit weitere kulturelle Gründe einen Unterschied machen, habe ich auf die Schnelle noch nicht untersucht, dürften aber nur eine kleinere Rolle spielen.

Wer sich für das Thema interessiert, dem sei das Buch “Der verschleierte Völkermord: Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika” empfohlen, das es vereinzelt noch hier gebraucht gibt – und natürlich in Büchereien und Bibliotheken.

Und heute?

Was die aktuelle Entwicklung angeht, so laufen die Fluchtströme von Schwarzafrika eben nach Europa und nicht in den arabischen Raum, der entweder selbst unattraktiv für Flüchtlinge ist oder sich eben auch gegen Immigration aus diesem Gebiet abschottet.

Liste: Alphabetisierung und Anteil muslimischer Bevölkerung

In dieser Tabelle finden Sie den Anteil an alphabetisierten Einwohnern über 15 Jahre nach Männern, Frauen und gesamt.

Die Liste ist sortiert nach Anteil der muslimischen Bevölkerung in dem jeweiligen Land.

Land Männer Frauen Gesamt Muslime
Marokko 82,7% 62,5% 72,4% 99,9%
Somalia 49,7% 25,8% 37,8% 99,8%
Afghanistan 52,0% 24,2% 38,2% 99,7%
Iran 91,2% 82,5% 86,8% 99,5%
Tunesien 89,6% 74,2% 81,8% 99,5%
Jemen 85,1% 55,0% 70,1% 99,1%
Mauretanien 62,6% 41,6% 52,1% 99,1%
Irak 85,7% 73,7% 79,7% 99,0%
Malediven 99,8% 98,8% 99,3% 98,4%
Nigeria 27,3% 11,0% 19,1% 98,4%
Komoren 81,8% 73,7% 77,8% 98,3%
Türkei 98,4% 91,8% 95,0% 98,0%
Algerien 87,2% 73,1% 80,2% 97,9%
Jordanien 98,1% 95,2% 96,7% 97,2%
Aserbaidschan 99,9% 99,7% 99,8% 96,9%
Dschibuti 78,0% 58,4% 67,9% 96,9%
Tadschikistan 99,8% 99,8% 99,8% 96,7%
Usbekistan 99,7% 99,5% 99,6% 96,7%
Libyen 96,7% 85,6% 91,0% 96,6%
Pakistan 69,6% 42,7% 56,4% 96,4%
Senegal 68,5% 43,8% 55,7% 96,4%
Gambia 63,9% 47,6% 55,5% 95,1%
Ägypten 83,2% 67,3% 75,2% 94,9%
Mali 48,2% 29,2% 38,7% 94,4%
Kosovo[9] 96,6% 87,5% 91,9% 93,8%
Saudi-Arabien 97,0% 91,1% 94,7% 93,0%
Turkmenistan 99,3% 98,3% 98,8% 93,0%
Syrien 91,7% 81,0% 86,4% 92,8%
Sudan 83,3% 68,6% 75,9% 90,7%
Bangladesch 64,6% 58,5% 61,5% 90,4%
Kirgisistan 99,6% 99,4% 99,5% 88,0%
Indonesien 96,3% 91,5% 93,9% 87,2%
Oman 96,9% 91,2% 94,8% 85,9%
Guinea 38,1% 22,8% 30,4% 84,4%
Albanien 98,4% 96,8% 97,6% 80,3%
Sierra Leone 58,7% 37,7% 48,1% 78,0%
Vereinigte Arabische Emirate 93,1% 95,8% 93,8% 76,9%
Brunei 97,7% 95,1% 96,4% 75,1%
Kuwait 96,5% 95,8% 96,3% 74,1%
Kasachstan 99,8% 99,8% 99,8% 70,4%
Bahrain 96,9% 93,5% 95,7% 70,3%
Katar 97,9% 97,4% 97,8% 67,7%
Burkina Faso 43,0% 29,3% 36,0% 61,6%
Libanon 96,0% 91,8% 93,9% 61,3%
Malaysia 96,2% 93,2% 94,6% 61,3%
Tschad 48,5% 31,9% 40,2% 55,3%
Niger 69,2% 49,7% 59,6% 48,8%
Bosnien und Herzegowina 99,5% 97,5% 98,5% 45,2%
Guinea-Bissau 71,8% 48,3% 59,9% 45,1%
Mazedonien 98,8% 96,8% 97,8% 39,3%
Elfenbeinküste 53,1% 32,5% 43,1% 37,5%
Eritrea 82,4% 65,5% 73,8% 36,6%
Tansania 84,8% 75,9% 80,3% 35,2%
Äthiopien 57,2% 41,1% 49,1% 34,6%
Zypern 99,5% 98,7% 99,1% 25,3%
Benin 49,9% 27,3% 38,4% 23,8%
Montenegro 99,5% 98,0% 98,7% 18,7%
Israel 99,9% 99,9% 99,9% 18,6%
Kamerun 81,2% 68,9% 75,0% 18,3%
Mosambik 73,3% 45,4% 58,8% 18,0%
Mauritius 92,9% 88,5% 90,6% 17,3%
Ghana 82,0% 71,4% 76,6% 15,8%
Suriname 91,1% 95,0% 95,6% 15,2%
Indien 82,1% 65,4% 74,0% 14,4%
Singapur 98,7% 95,1% 96,8% 14,3%
Togo 78,3% 55,3% 66,5% 14,0%
Bulgarien 98,7% 98,1% 98,4% 13,7%
Malawi 73,0% 58,6% 65,8% 13,0%
Liberia 62,4% 32,8% 47,6% 12,0%
Uganda 80,8% 66,9% 73,9% 11,5%
Gabun 85,3% 81,0% 83,2% 11,2%
Georgien 99,8% 99,8% 99,8% 10,7%
Russland 99,7% 99,7% 99,7% 10,0%
Sri Lanka 93,6% 91,7% 92,6% 9,8%
Kenia 81,1% 74,9% 78,0% 9,7%
Zentral­afrikanische Republik 50,7% 24,4% 36,8% 8,5%
Frankreich 99,9% 99,9% 99,9% 7,5%
Guyana 87,2% 89,8% 88,5% 6,4%
Fidschi 91,9% 91,9% 93,7% 6,3%
Südsudan 38,6% 25,3% 31,9% 6,2%
Niederlande 99,9% 99,9% 99,9% 6,0%
Belgien 99,9% 99,9% 99,9% 5,9%
Trinidad und Tobago 99,2% 98,7% 99,0% 5,9%
Deutschland 99,9% 99,9% 99,9% 5,8%
Philippinen 95,8% 96,8% 96,2% 5,5%
Thailand 96,6% 96,7% 96,7% 5,5%
Österreich 99,9% 99,9% 99,9% 5,4%
Griechenland 98,5% 96,9% 97,7% 5,3%
Liechtenstein 99,9% 99,9% 99,9% 5,0%
Schweiz 99,9% 99,9% 99,9% 4,9%
Vereinigtes Königreich 99,9% 99,9% 99,9% 4,8%
Nepal 75,6% 55,1% 64,7% 4,6%
Schweden 99,9% 99,9% 99,9% 4,6%
Dänemark 99,9% 99,9% 99,9% 4,1%
Serbien 99,1% 97,2% 98,1% 4,1%
Äquatorialguinea 97,4% 93,0% 95,3% 4,0%
Myanmar 95,2% 91,2% 93,1% 4,0%
Italien 99,4% 99,0% 99,2% 3,7%
Norwegen 99,9% 99,9% 99,9% 3,7%
Slowenien 99,7% 99,7% 99,7% 3,6%
Mongolei 98,2% 98,6% 98,4% 3,2%
Madagaskar 66,7% 62,6% 64,7% 3,0%
Burundi 88,2% 83,1% 85,6% 2,8%
Australien 99,9% 99,9% 99,9% 2,4%
Luxemburg 99,9% 99,9% 99,9% 2,3%
Kanada 99,9% 99,9% 99,9% 2,1%
Spanien 98,7% 97,5% 98,1% 2,1%
Kambodscha 84,5% 70,5% 77,2% 2,0%
China (VR) 98,2% 94,5% 96,4% 1,8%
Hongkong 99,9% 99,9% 99,9% 1,8%
Ruanda 73,2% 68,0% 70,5% 1,8%
Südafrika 95,5% 93,1% 94,3% 1,7%
Kongo, Demokratische Republik 88,9% 66,0% 77,3% 1,5%
St. Vincent und die Grenadinen 96,0% 96,0% 96,0% 1,5%
Kroatien 99,7% 98,9% 99,3% 1,4%
Kongo, Republik 86,4% 72,9% 79,3% 1,2%
Neuseeland 99,9% 99,9% 99,9% 1,2%
Ukraine 99,9% 99,7% 99,8% 1,2%
Irland 99,9% 99,9% 99,9% 1,1%
Seychellen 94,7% 95,7% 95,2% 1,1%
Argentinien 98,0% 98,1% 98,1% 1,0%
Barbados 98,0% 96,8% 97,4% 1,0%
Simbabwe 88,5% 84,6% 86,5% 0,9%
Vereinigte Staaten 99,9% 99,9% 99,9% 0,9%
Andorra 99,9% 99,9% 99,9% 0,8%
Finnland 99,9% 99,9% 99,9% 0,8%
Panama 95,7% 94,4% 95,0% 0,7%
Antigua und Barbuda 98,9% 98,9% 98,9% 0,6%
Moldau 99,7% 99,1% 99,4% 0,6%
Botswana 88,0% 88,9% 88,5% 0,5%
Sambia 70,9% 56,0% 63,4% 0,5%
Monaco 99,9% 99,9% 99,9% 0,4%
Grenada 98,0% 98,0% 98,0% 0,3%
Namibia 79,2% 84,5% 81,9% 0,3%
Portugal 96,9% 94,1% 95,4% 0,3%
Rumänien 99,1% 98,5% 98,8% 0,3%
St. Kitts und Nevis 97,0% 97,0% 98,0% 0,3%
Venezuela 95,0% 95,7% 95,4% 0,3%
Angola 82,0% 60,2% 71,1% 0,2%
Bhutan 76,1% 55,0% 64,9% 0,2%
Estland 99,8% 99,8% 99,8% 0,2%
Island 99,9% 99,9% 99,9% 0,2%
Japan 99,9% 99,9% 99,9% 0,2%
Korea, Süd 99,9% 99,9% 99,9% 0,2%
Macau 98,0% 94,6% 96,2% 0,2%
Malta 92,5% 95,7% 94,1% 0,2%
Slowakei 99,6% 99,6% 99,6% 0,2%
Swasiland 87,4% 87,5% 87,5% 0,2%
Vietnam 96,3% 92,8% 94,5% 0,2%
Weißrussland 99,8% 99,7% 99,7% 0,2%
Armenien 99,8% 99,8% 99,8% 0,1%
Bahamas 94,7% 96,5% 95,6% 0,1%
Belize 82,3% 83,0% 82,7% 0,1%
Bolivien 97,8% 93,6% 95,7% 0,1%
Brasilien 92,2% 92,9% 92,6% 0,1%
Chile 97,4% 97,2% 97,3% 0,1%
Costa Rica 97,7% 97,8% 97,8% 0,1%
Dominica 94,0% 94,0% 94,0% 0,1%
Dominikanische Republik 91,2% 92,3% 91,8% 0,1%
Ecuador 95,4% 93,5% 94,5% 0,1%
El Salvador 90,7% 86,4% 88,4% 0,1%
Guatemala 84,7% 74,4% 79,3% 0,1%
Haiti 64,3% 57,3% 60,7% 0,1%
Honduras 88,4% 88,6% 88,5% 0,1%
Jamaika 84,0% 93,1% 88,7% 0,1%
Kolumbien 94,6% 94,8% 94,7% 0,1%
Korea, Nord 99,9% 99,9% 99,9% 0,1%
Kuba 99,7% 99,8% 99,7% 0,1%
Laos 87,1% 72,8% 79,9% 0,1%
Lesotho 70,1% 88,3% 79,4% 0,1%
Lettland 99,9% 99,9% 99,9% 0,1%
Litauen 99,8% 99,8% 99,8% 0,1%
Marshallinseln 93,6% 93,7% 93,7% 0,1%
Mexiko 95,6% 93,3% 94,4% 0,1%
Mikronesien 91,0% 88,0% 89,0% 0,1%
Nicaragua 82,4% 83,2% 82,8% 0,1%
Osttimor / Timor-Leste 71,5% 63,4% 67,5% 0,1%
Palau 99,5% 99,6% 99,5% 0,1%
Papua-Neuguinea 65,6% 62,8% 64,2% 0,1%
Paraguay 96,1% 95,0% 95,6% 0,1%
Peru 97,3% 91,7% 94,5% 0,1%
Polen 99,9% 99,7% 99,8% 0,1%
Puerto Rico 92,8% 93,8% 93,3% 0,1%
Salomonen 88,9% 79,1% 84,1% 0,1%
Samoa 98,9% 99,1% 99,0% 0,1%
San Marino 99,9% 99,9% 99,9% 0,1%
São Tomé und Príncipe 81,8% 68,4% 74,9% 0,1%
Taiwan 99,7% 97,7% 98,7% 0,1%
Tonga 99,3% 99,4% 99,4% 0,1%
Tschechien 99,9% 99,9% 99,9% 0,1%
Ungarn 99,1% 99,1% 99,1% 0,1%
Uruguay 98,1% 98,7% 98,4% 0,1%
Vanuatu 86,6% 83,8% 85,2% 0,1%
Vatikanstadt 99,9% 99,9% 99,9% 0,1%
Kap Verde 92,1% 83,1% 87,6% 0,0%

Datenquellen: CIA, IWF

Warum ich den Islam für die größte Katastrophe auf diesem Planeten halte

Mal schnell in den Raum geworfen

Bekanntermaßen hinterlasse ich gerne mal einen provozierenden Satz auf twitter und Facebook und beobachte, wie sich die entsprechenden Diskussionen entwickeln. Diesmal war es die Aussage:

Hier liefere ich auch gleich die Links zu den entsprechenden Postings auf Facebook und twitter.

Der von mir erwartete ganz große Aufschrei blieb interessanterweise aus und es ergaben sich tatsächlich einige ganz interessante Gedanken und Diskussionen. Natürlich waren auch lächerliche Reaktionen – “Ich melde das mal.” – dabei und es gab auch Beifall von der von mir nicht goutierten extrem extrem rechten Ecke, aber im großen und ganzen bliebt es gesittet.

Der leider unvermeidbare Disclaimer zur Klarstellung und eine Leseempfehlung

Was mir noch wichtig ist, klarzustellen – es war nie und ist nicht meine Intention, mit diesem Satz einzelne Muslime zu beleidigen – auch wenn mir klar ist, dass einzelne sich davon beleidigt fühlen werden. Ich finde aber, dass Religion auch Kritik aushalten muss. Und so wäre ich auch als überzeugter Katholik und Atheist – ja, genau diese Mischung – nicht persönlich beleidigt, wenn jemand schriebe, dass er das Christentum für die größte Katastrophe hält, die diesem Planeten passieren konnte. Für das Mittelalter ist diese Aussage ja auch durchaus zutreffend.

Auch hielte ich nichts davon, den Islam hierzulande zu verbieten, nicht nur, da unsere Verfassung das nicht hergibt. Der Islam ist nun mal eine Realität in Deutschland und gehört vielleicht inzwischen sogar dazu. Allein deswegen müssen wir darüber diskutieren. Und allen, die sich wirklich dafür interessieren, empfehle ich meinen alten aber wie ich finde immer noch zutreffenden Artikel “Der Islam und Deutschland – mein ratloses Fazit“.

Wie und warum ich es meine

Doch was meine ich jetzt mit dem Satz, dass der Islam die größte Katastrophe sei, die diesem Planeten passieren konnte?

Einige vermuteten, er sei eine Reaktion auf den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg am 11. Dezember 2018, der von einem polizeibekannten Kriminellen verübt wurde, der wahrscheinlich islamistisch radikalisiert wurde. Nein, das ist nicht der Fall. Freilich ist islamistischer Terror ein Problem, aber genau so ist Terror ein Problem, der im Namen anderer Religionen oder Ideologien ausgeübt wird. Und auch wenn man diskutieren mag, inwieweit der Koran es zulässt oder gar begrüßt, einfach so Kuffar zu töten, so bin ich mir sicher, dass von mehr als 99,9% der Muslime diesbezüglich keine Gefahr ausgeht und auch die ganz überwiegende Mehrheit der Muslime dies ablehnt. Und auch wenn der Islam wahrscheinlich eine eher kriegerische Religion ist – Adolf Hitler war und viele Nazis sind daher große Bewunderer derselben – glaube ich nicht, dass dies meine obige Aussage rechtfertigen würde.

Auch das Verhältnis des Islam zu den Menschenrechten, insbesondere auch zur Stellung der Frau, muss sicherlich diskutiert werden. Dass sich der Islam hier zusehends von unserem westlich geprägten Bild dieser abgrenzen will, wird z.B. durch die privat initiierte “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam” vom 19. September 1981 und mehr noch durch die von 57 islamischen Staaten getragene “Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam” deutlich. Ich habe aber noch nie viel von unserem westlichen Kulturimperialismus gehalten und erkenne und akzeptiere durchaus an, dass sich andere Kulturen, Gesellschaften und Staaten diesbezüglich für andere Wertsetzungen entscheiden. Klar sein muss einem, dass der Islam ein gewisses archaisches vom vormittelaterlichen Stammeswesen geprägtes Menschenbild innewohnt und dass er dieses auch transportiert. Und dieses – insbesondere islamische Parallelgesellschaften, die unsere westlichen aufgeklärten Werte ablehnen – dürfen wir hier nicht tolerieren. Zumindest, soweit dies im Gegensatz zu unseren Gesetzen steht.

The Science, Stupid!

Wirklich problematisch ist für mich jedoch ein anderer Aspekt des Islam, seine Bildungsfeindlichkeit.

Diese ist für mich um so unverständlicher ist, als dass islamisch beherrschte Gebiete bis ins Mittelalter hinein in vielen Bereichen der Wissenschaft den christlichen Ländern ebenbürtig wenn nicht sogar deutlich überlegen waren. Aber irgendwann ist der Islam falsch abgebogen.

Deutlich wird dies allein schon dadurch, dass es lediglich zwei muslimische Nobelpreisträger in den wissenschaftlichen Kategorien gibt: 1979 erhielt Abdus Salam den Nobelpreis für Physik, 1999 Ahmed Zewail den für Chemie. Angesichts des Umstands, dass inzwischen Muslime über 25% der Weltbevölkerung stellen, ist dies erschreckend. Das einmal in einer Diskussion gegen mich vorgebrachte Argument, die Nobelpreise seien ja westlich geprägt und Muslime wären hier per se benachteiligt, mag für die Bereiche Frieden und Literatur gelten – aber gerade hier gibt es einige Preisträger islamischen Glaubens. Physik, Chemie und Medizin sind jedoch universell und eben nicht kulturell geprägt, anders als wahrscheinlich wieder bei den Wirtschaftswissenschaften.

In den meisten überwiegend muslimischen Ländern wird mehr Energie darauf verwendet, dass Schüler den Koran auswendig lernen, als dass sie sich Kenntnisse in Mathematik, Chemie oder Physik aneignen. Mädchen dürfen oftmals aus religiösen Gründen erst gar nicht oder kaum Lesen und Schreiben lernen – mit fatalen Folgen für die Gesellschaften dieser Staaten. Und Korankenntnisse entwickeln keine neuen Medikamente, Quantencomputer oder Bewässerungssysteme.

Doch man muss gar nicht so weit gehen – sprechen Sie einmal mit Lehrern an deutschen Schulen, welchen kulturellen Background die ehrgeizigen, fleißigen und bildungsoffenen Schüler haben. Sie kommen in den seltensten Fällen aus dem islamischen Kulturkreis. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es hierzulande ein muslimisches Kind auf ein Gymnasium schafft ist deutlich niedriger als bei einem mit z.B. chinesischem Migrationshintergrund.

Die grundsätzlichen Ursachen für diese Bildungsfeindlichkeit sind vielfältig. Ein Großteil mag der Inschallah Mentalität geschuldet sein – Gott wird es schon richten, welchen Einfluß habe ich denn… Wer so denkt, wird Bildung wahrscheinlich keinen so hohen Stellenwert beimessen.

Doch Bildung ist die wichtigste Grundlage für die Entwicklung auf unserem Planeten. Ohne Bildung und Wissenschaft können wir die Herausforderungen, die sich uns stellen, nicht lösen. Dies gilt für den einzelnen Menschen, für Staaten sowie Gesellschaften und damit letztlich für den gesamten Planeten.

Und wenn eine der größten, durch Geburten am schnellsten wachsende und am aggressivsten expansive Religion bildungsfeindlich ist, ist das für mich die langfristig größte Herausforderung, Bedrohung und – ja – Katastrophe auf diesem Planeten.

Dokumentiert: “Ihr Feiglinge!” von Hamed Abdel-Samad

Diesen Text hat der Publizist und Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad  auf Facebook gepostet und wurde dafür gesperrt. Ich halte diese Sperre für unangemessen und habe den Text daher hier dokumentiert.

Ihr Feiglinge!

Viele junge Muslime/Muslimas leben im Westen und genießen die Vorzüge der Freiheit, setzen sie sich aber für diese Freiheit kaum ein. Viele sind gut gebildet und haben einen guten Job, bleiben aber in den Zwängen der Religion und der eigenen Community verhaftet. Ihre Bildung und Engagement stellen sie selten im Dienste der Aufklärung und des Gemeinwesens, sondern eher im Dienste des Islam oder der Parallelgesellschaft. Sie kritisieren die rechte Ideologie, solange sie von Bio-Deutschen kommt, aber wir hören von Ihnen kaum Kritik gegen die reaktionären Islamverbände, die nationalistischen Grauen Wölfe oder die patriarchalischen Strukturen in den eigenen Familien. Im Gegenteil, viele von Ihnen sind Krawatten-Islamisten, die Erdogan, die grauen Wölfe und die Muslimbruderschaft unterstützen und das Patriarchat verteidigen. Sie zitieren Kant und Adorno, um die Aufklärung zu relativieren und den Islamismus zu verniedlichen. Sie verlangen Sonderrechte für Muslime in Deutschland, lehnen aber die Minderheitenrechte für Kurden in der Türkei oder für Christen in der arabischen Welt. Selbst viele muslimische Intellektuelle und Journalisten sind in diesen Sippen verhaftet und werben ständig um Verständnis für den Islam und die Parallelgesellschaft statt ihre Leute mit Kritik herauszufordern. Selbst wenn diese Kritik manchmal kommt, ist sie oft leise und relativiert sich nach zwei Sätzen, indem die Debatte in Richtung Kampf gegen Islamophobie driftet.

Migrantenkinder der zweiten und dritten Generationen wissen ganz genau was schief läuft in der Erziehung und in den Communities, und haben selbst oft darunter gelitten, nehmen aber ihre Leute sippenhaft in Schutz wenn Kritik von außen kommt. Statt Selbstkritik zu üben, geben sie den anderen die Schuld für die Misere. Die Frauenhäuser sind voll von entrichteten muslimischen Frauen, aber viele gebildete Muslimas machen eher Kampagnen für das Kopftuch und Burkini. Statt sich vom Joch der patriarchalischen Tradition zu emanzipieren, starten sie Initiativen und Projekte, um einen Propheten, der Frauen als Kriegsbeute nahm und ein sechs-jähriges Mädchen heiratete, als Vorbild für den modernen Menschen zu rehabilitieren!

Ich sage euch, ihr seid Feiglinge und Heuchler! Ihr seid keine freie mündige Bürger, sondern Untertanen eurer Religion und eurer Community! Und wenn ihr genauso vehement gegen die Missstände in eueren eigenen Reihen vorgehen würdet wie gegen Islamkritik, wäre diese Kritik überflüssig! Wenn ihr mehr Mut zeigen würdet statt Opferhaltung, wäre die Gesellschaft reicher. Wenn ihr euch für die Freiheit aller einsetzen würdet, statt nur Sonderbehandlung für euch zu verlangen, wäre viel gewonnen