Finian Tan ist ein Ingenieur, früherer Spitzenbeamter und Risikokapitalgeber aus Singapur. Ein Geburtsdatum hat er nicht veröffentlicht. In einem Interview erzählte er, er sei am Gedenktag des heiligen Finian von Clonard geboren, nach dem er auch benannt ist, also an einem 12. Dezember. Die Straits Times gab sein Alter im August 2020 mit 58 Jahren an. Daraus ergibt sich rechnerisch der 12. Dezember 1961; offiziell bestätigt ist dieses Datum nicht.
Tan studierte Ingenieurwesen am Singapore Polytechnic und an der Universität Glasgow und wurde an der Universität Cambridge promoviert. Danach arbeitete er als Händler beim Ölkonzern Shell, unter anderem als Chief Trader in Japan, und wechselte zur Investmentbank Goldman Sachs, wo er das asiatische Handelsgeschäft von deren Tochter J. Aron leitete. 1997 holte ihn die Regierung von Singapur als stellvertretenden Staatssekretär ins Handels- und Industrieministerium. Dort sollte er helfen, den Stadtstaat zu einem Zentrum für Innovation und Start-ups zu machen, und betreute den Aufbau eines staatlichen Technologie-Fonds im Umfang von einer Milliarde Dollar.
Im Jahr 2000 baute Tan das Asiengeschäft der US-Risikokapitalfirma Draper Fisher Jurvetson ePlanet auf. Bekannt wurde er vor allem durch seine frühe Beteiligung an der chinesischen Suchmaschine Baidu: Nach eigenen Angaben investierte er 7,5 Millionen Dollar für ein Viertel der damals noch winzigen Firma. 2005 gründete er mit Partnern Vickers Venture Partners, eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Singapur, die er als Chairman führt. Zu den Beteiligungen der Partner zählen nach Firmenangaben unter anderem Focus Media und der Asian Food Channel.
Nach verfügbaren Angaben saß Tan in zahlreichen Gremien Singapurs, darunter Aufsichtsräte von Behörden, Hochschulen und Unternehmen. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er 2018 eine Stiftung, die Menschen mit wenig Geld Zugang zu medizinischen Fortschritten verschaffen soll, wie die Straits Times berichtete. Er ist Vater von acht Kindern.
Stand: 20.10.2026