Kann man Igel essen?

Der Verzehr von Igelfleisch hat eine lange Tradition, so war es schon im alten Rom beliebt und galt dort als Delikatesse. In Europa war es bis zum Mittelalter beliebt, wo es sogar in der Fastenzeit gegessen werden durfte – Igel galten nicht als Fleisch.

Später gesehen haben vor allem nomadische und ländliche Gemeinschaften Igel als Nahrungsquelle genutzt, darunter besonders die Roma. Sie bereiteten das Tier traditionell zu, indem sie es in Lehm einhüllten und dann im Feuer garten. Durch das Entfernen des Lehms löste sich die Stachelhaut, sodass das Fleisch freigelegt wurde. Angeblich ist Igelfleisch bei den Roma immer noch beliebt.

Igelfleisch schmeckt wie etwas zäheres robustes Schweinefleisch. Es ist daher auch bei Gruppen beliebt, die kein Schweinefleisch essen wollen, aber den Geschmack schätzen.

Doch obacht: In den meisten europäischen Ländern, darunter Deutschland, stehen Igel unter strengem Naturschutz. Das bedeutet, dass das Fangen, Verletzen oder Töten von Igeln verboten ist. Diese Gesetze dienen dem Schutz der Tiere, deren Lebensräume zunehmend bedroht sind.

Hier haben wir noch zwei Igel Rezepte:

Rezept: Igel Hackbällchen

Hack

Zutaten:

  • 500 g Hackfleisch vom Igel
  • 50 g Semmelbrösel
  • 60 ml Milch
  • 1 Zwiebel, in feine Streifen geschnitten
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Worcestershire-Sauce
  • 1/4 TL Pfeffer
  • 1 Ei

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten in einer großen Schüssel gut miteinander vermengen, am besten mit einem Spatel oder den Händen.
  2. Aus der Masse etwa 24 Hackbällchen formen, jeweils ca. 4 cm groß.
  3. Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (oder 180 °C Umluft) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Alternativ eine Auflaufform verwenden und leicht einfetten.
  4. Die Hackbällchen auf das Blech legen und etwa 20 Minuten backen, bis sie eine Kerntemperatur von 72 °C erreicht haben (oder gut durchgegart sind).
  5. Nach Wunsch servieren, z. B. mit Kartoffelpüree, Reis oder einer Tomatensoße.

Tipp:
Die Worcestershire-Sauce kann bei Bedarf durch Sojasauce oder eine ähnliche Würzsoße ersetzt werden, wenn diese nicht verfügbar ist. Für zusätzlichen Geschmack können Kräuter wie Petersilie oder Thymian hinzugefügt werden.

Wenn Sie keinen Igel bekommen, nehmen Sie Gehacktes vom Rind oder Schwein. Igel schmeckt ähnlich wie Schwein, nur deutlich intensiver.

Rezept: Igel im Lehmmantel

Die traditionelle Zubereitung eines Igels im Lehm basiert darauf, das Tier vollständig in eine dicke Lehmschicht einzuhüllen, bevor es in einem Feuer -oder neuerdings Backofen – gegart wird. Der Lehm schützt das Fleisch vor direkter Hitze, schließt Saft und Aromen ein und sorgt für gleichmäßiges Garen. Gleichzeitig bleiben die Stacheln beim Entfernen der ausgehärteten Lehmschicht haften, sodass der Igel danach problemlos verzehrfertig ist. Diese Methode ist besonders in alten Nomaden- und Jägerkulturen verbreitet gewesen, da sie einfach, effektiv und naturverbunden ist.

Zutaten:

  • 0,5 Zwiebeln, gehackt
  • 1 Stange Stangensellerie, geschnitten
  • 2 EL Butter
  • 1 EL Salbei
  • 0,5 Äpfel, in kleinen Stücken
  • 1 KL Salz
  • 0,5 KL Pfeffer
  • 1 Igel, ausgenommen und gebrüht
  • 2 EL Preiselbeeren
  • 1 kg Lehm

Zubereitung:

  1. Backofen vorheizen:
    • Auf 140 °C Umluft (oder 160 °C Ober- und Unterhitze).
  2. Igel vorbereiten:
    • Igel töten, ausnehmen und 5 Minuten in siedendem Wasser brühen. Dadurch wird das Fleisch zarter und Parasiten werden entfernt.
  3. Füllung zubereiten:
    • Zwiebeln und Sellerie in der Butter dünsten.
    • Salbei und die Apfelstücke hinzufügen und kurz mit erhitzen.
    • Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Igel füllen:
    • Die vorbereitete Füllung in die Bauchhöhle des Igels geben.
  5. Lehm vorbereiten:
    • Den Lehm gut durchkneten und eine 1 cm dicke, ca. 40 x 40 cm große Platte walzen.
    • Den Igel mit dem Rücken nach unten in die Lehmplatte drücken (Achtung: Stacheln dürfen nicht durch den Lehm hindurchstoßen).
    • Den Lehm sorgfältig um den Igel herum anheben, fest andrücken und oben gut verschließen. Risse vermeiden.
  6. Backen:
    • Den eingehüllten Igel für 2 Stunden im vorgeheizten Backofen garen.
  7. Servieren:
    • Nach dem Backen den harten Lehm vorsichtig zerschlagen und entfernen (die Stacheln bleiben im Lehm zurück).
    • Den Igel tranchieren und zusammen mit den Preiselbeeren servieren.

Hinweise:

  • Durch das kurze Brühen im siedenden Wasser werden unangenehme Parasiten entfernt, die sich zwischen den Stacheln befinden.
  • Den Kopf des Igels nicht essen, da dieser bitter schmeckt.