Kölner Jurist, Assistent an der Universität, Referent beim Reichskommissar für die Preisbildung, Stabsintendant im Oberkommando des Heeres, Fachanwalt für Steuerrecht in Lindenthal und für ein Jahr Regierungspräsident in Köln: Walter Rieger, geboren am 05.12.1908 in Köln, gehörte dem Bundestag von 1961 bis 1965 an. Er starb am 01.08.1989 in Köln.
Kurzprofil
- Geboren: 5. Dezember 1908 in Köln
- Gestorben: 1. August 1989
- Beruf: Regierungspräsident z. D.
- Partei: FDP
- Bundestag: 1961 bis 1965 (4. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet
Universität
Nach dem Abitur 1928 studierte Rieger nach verfügbaren Angaben in Köln Rechts- und Staatswissenschaften, wurde 1933 promoviert und legte 1937 das zweite Staatsexamen ab. Bis 1939 war er Gerichtsassessor und Assistent an der Universität. Zum 1. Mai 1937 trat er in die NSDAP ein. Die Stammdaten führen ihn als Regierungspräsidenten z. D., verheiratet; eine Konfession nennen sie nicht.
Preisbildung
1940 wurde Rieger Landgerichtsrat und Referent beim Reichskommissar für die Preisbildung in Berlin, ab 1941 diente er als Stabsintendant beim Oberkommando des Heeres und geriet zuletzt in amerikanische Gefangenschaft. 1946 kam er als Referent ins Wirtschaftsministerium in Düsseldorf. Ab 1949 war er Anwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in Köln-Lindenthal.
Regierungspräsident
1952 trat Rieger der FDP bei und leitete von 1953 bis 1957 deren Bezirksehrengericht in Köln. 1957 und 1958 war er Regierungspräsident des Bezirks Köln, danach kehrte er in seine Kanzlei zurück. 1961 zog er mit 52 Jahren in den Bundestag ein.
Petitionen
Sein Mandat umfasste 198 Sitzungen; die Protokolle verzeichnen eine einzige Rede mit 3.348 Wörtern. Am 23. Oktober 1964 erstattete er den Bericht des Petitionsausschusses. Seit Oktober 1961 seien 20.671 Einzelpetitionen und 508.165 Masseneingaben eingegangen, seit 1949 hätten sich über 125.000 Menschen mit Einzelanliegen an den Bundestag gewandt.
Jedermann
Es schrieben Menschen aller Berufe, Männer, Frauen und manchmal sogar Kinder, auch Gefangene, berichtete Rieger. Es gebe Eingaben in geschliffenem Stil und stammelnde Hilferufe von unbeholfener Hand; unbeantwortet blieben nur 5,62 Prozent, etwa beleidigende oder anonyme. Zum ersehnten Schluss nannte er das Petitionsrecht eine Last, aber vor allem eine Chance der Freiheit. Zu den Gesetzen nach Artikel 131 lägen Hunderte Eingaben vor, meist zum Entlassungsgeld; einen großen Teil seiner Ausführungen habe er schon gestrichen, versicherte er, als die Zeit drängte.
Abstimmungen
An allen 19 namentlichen Abstimmungen nahm Rieger teil, siebenmal mit Ja, neunmal mit Nein und dreimal mit Enthaltung. Zweimal wich er von der FDP ab, zuletzt im Juli 1964 mit einem Ja zu einem Antrag der SPD. 1965 schied er nach einer Wahlperiode aus. Er starb im August 1989 mit 80 Jahren in seiner Geburtsstadt.
Mandate im Überblick
Rieger kam 1961 über die Landesliste der FDP Nordrhein-Westfalen in den Bundestag:
- 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Nordrhein-Westfalen, FDP-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).