Sachse aus Langburkersdorf, Wirtschaftsoberschüler in Brüx, Kriegsgefangener, Angestellter der britischen Besatzungsmacht in Hamburg, Steuerbeamter, mit über 40 Jahren Pädagogikstudent und Fachhochschullehrer und für anderthalb Jahre Nachrücker: Siegfried Röhlig, geboren am 02.04.1928 in Langburkersdorf, gehörte dem Bundestag von 1975 bis 1976 an. Er starb am 23.09.2000 in Hamburg.
Kurzprofil
- Geboren: 2. April 1928 in Langburkersdorf (Sachsen)
- Gestorben: 23. September 2000
- Beruf: Steuerbeamter, Dozent
- Partei: SPD
- Bundestag: 1975 bis 1976 (7. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet, 2 Kinder
Brüx
Röhlig besuchte nach verfügbaren Angaben die Mittelschule und die Wirtschaftsoberschule in Brüx, wurde Soldat und geriet in Kriegsgefangenschaft. Von 1945 bis 1947 war er kaufmännischer Angestellter in Zwickau. Die Stammdaten führen ihn als Steuerbeamten und Dozenten, verheiratet, mit zwei Kindern; zur Konfession nennen sie nichts.
Finanzverwaltung
Von 1947 bis 1952 arbeitete Röhlig bei der britischen Besatzungsmacht in Hamburg. 1952 begann er die mittlere Laufbahn der Finanzverwaltung. 1960 trat er der SPD bei. Von 1971 bis 1974 studierte er Pädagogik an der Universität Hamburg und lehrte danach an einer Fachhochschule. Die Stammdaten nennen ihn deshalb Steuerbeamter und Dozent zugleich.
Nachrücker
Am 19. März 1975 rückte Röhlig für Karl Wilhelm Berkhan (SPD) nach, der aus dem Bundestag ausgeschieden war. Ab April 1975 gehörte er dem Finanzausschuss an, ab Juni vertrat er Mitglieder im Wirtschaftsausschuss. Sein Mandat umfasste 102 Sitzungen. Die Protokolle zählen eine Rede in zwei Teilen mit zusammen 1.101 Wörtern.
Steuerbeamte
Am 1. Juli 1976 sagte Röhlig, der Bundestag verabschiede heute eine Änderung des Steuerbeamtenausbildungsgesetzes. Das sei mehr als eine unter vielen Novellen, nämlich ein wichtiger Teil der Reform im Steuerwesen. Die Gleichmäßigkeit der Besteuerung lasse sich nur sichern oder, wenn man den Kritikern folge, wiederherstellen, wenn die von Regierung und Koalition auf den Weg gebrachten Reformen auch umgesetzt würden. Dazu diene das Gesetz.
Artikel 108
Im zweiten Teil wies Röhlig einen Vorschlag zurück, für den nach Artikel 108 des Grundgesetzes kein Weg offen sei. Der Entwurf baue auf der Regierungsvorlage auf, nehme aber Vorschläge des Bundesrates und des Finanzausschusses auf; danach werde der Vorbereitungsdienst für die mittlere Laufbahn neu geordnet. Es war seine einzige Rede im Plenum.
Abstimmungen
An allen 24 namentlichen Abstimmungen seiner Zeit nahm Röhlig teil, 15-mal mit Ja und neunmal mit Nein, ohne je von der SPD abzuweichen. Mit dem Ende der Wahlperiode im Dezember 1976 schied er mit 48 Jahren aus, nach gut anderthalb Jahren im Bundestag. Eine weitere Kandidatur für den Bundestag verzeichnen unsere Quellen nicht. Er starb im September 2000 mit 72 Jahren in Hamburg.
Mandate im Überblick
Röhlig rückte 1975 über die Landesliste der SPD Hamburg in den Bundestag nach:
- 7. Wahlperiode (19.03.1975 bis 13.12.1976): Landesliste Hamburg, SPD-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).