Neue Freunde finden als Erwachsener: Was wirklich hilft

Freundschaft entsteht durch gemeinsame Zeit, die sich wiederholt. Wer regelmäßig dieselben Menschen trifft und selbst den ersten Schritt macht, findet in jedem Alter neue Freunde.

Du bist damit nicht allein

Die Gründe sind vielfältig: ein Umzug in eine neue Stadt, Freunde, die weggezogen sind, eine Trennung, die Familiengründung oder der Ruhestand. Plötzlich fehlt der Kreis, der früher selbstverständlich da war.

Das betrifft viele. Nach dem Einsamkeitsbarometer des Bundesfamilienministeriums fühlten sich 2021 rund 11 Prozent der Erwachsenen in Deutschland einsam, im ersten Pandemiejahr 2020 waren es über 28 Prozent. Besonders häufig betroffen sind laut der Ausgabe 2026 junge Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren und Menschen ab 75.

Wer neue Freunde sucht, hat also kein persönliches Defizit. Er steht vor einer Aufgabe, die sehr viele Menschen kennen.

Freundschaft braucht Zeit, und zwar viel

Der Kommunikationswissenschaftler Jeffrey Hall von der University of Kansas hat 2018 untersucht, wie viel gemeinsame Zeit eine Freundschaft braucht. Befragt wurden unter anderem Erwachsene, die kurz zuvor umgezogen waren.

Das Ergebnis: Aus Bekannten werden nach etwa 50 Stunden lockere Freunde. Nach rund 90 Stunden spricht man von Freundschaft, für eine enge Freundschaft braucht es mehr als 200 Stunden.

Wichtig ist auch, welche Zeit zählt. Gemeinsam abhängen, Witze machen, zusammen spielen bringt viel. Stunden, in denen man nur zusammen arbeitet, zählen deutlich weniger. Eine nette Kollegin wird also erst zur Freundin, wenn ihr euch auch außerhalb der Arbeit trefft.

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Gedicht: Von bösen und guten Freunden

Das habe ich gemacht von bösen und guten Freunden:

Wer in der Noth vom Freunde weicht,
Und seinen Freund entbehret leicht;
Wer nicht im Herzen dessen liest,
Der ein recht treuer Freund ihm ist,
Und wer allzeit Recht haben möcht‘,
Des Freundes Wohl besorget schlecht;
Mit jedermann im Streite steht
Und wie gehörnt stets d’rauf losgeht:
Der ist ein eigenmächtiger Mann,
Dem niemand besteh’n und Recht thun kann.
Denn wer begehrt stets krumme Rücken,
Und dass man sich vor ihm soll bücken:
Solch‘ einen ist es besser zu meiden,
Als nur Betrübniss von ihm leiden.

Denn wer ein guter Freund dir ist,
Der übt an dir nie arge List,
Dass er dir nichts zum Uebel kehrt,
Doch Böses allzeit dir abwehrt;
Dich nimmer auch verlasst in Noth,
Einsteht für dich, wenn Gefahr dir droht;
Der jederzeit auch Mitleid trägt,
Wenn du von Trauer bist bewegt,
Und nie geringer achtet dich,
Als selbst er pflegt zu schätzen sich:

Solch einen Freund halt‘ hoch in Ehren,
Lass‘ dich durch nichts von ihm abkehren.
Und keinen Freund sollst merken lassen,
Du woll’st dich nimmer mit ihm befassen.

Dieses Gedicht wurde von Albrecht Dürer geschrieben.