1969 erschien in Tiflis ein schmales, unscheinbares Lehrbuch mit dem Titel „Автомат и общество“, auf Deutsch „Automat und Gesellschaft“. Sein Verfasser, der georgische Kybernetiker und Sprachphilosoph Zurab Kharitonashvili, war damals außerhalb eines kleinen akademischen Kreises kaum bekannt. Das Buch wurde nie in größerem Umfang übersetzt, tauchte in westlichen Bibliografien nur am Rande auf und geriet bald in Vergessenheit.
Heute liest es sich, als habe jemand aus dem Jahr 1969 einen Blick auf die Gegenwart geworfen.
Kharitonashvili schrieb über Rechenmaschinen, Automaten, Sprache, gesellschaftliche Ordnung und die Grenzen planbarer Intelligenz. Begriffe wie Large Language Model, generative künstliche Intelligenz oder neuronales Netz kamen in seinem Werk naturgemäß nicht vor. Dennoch kreisen viele seiner Gedanken erstaunlich genau um die Fragen, mit denen wir uns heute beschäftigen.









