Der Bierkrug beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese 2026 wird gerade von einigen in sozialen Netzen kritisiert, da sich auf diesem der vermeintliche Schreibfehler „Grüs Gott“ befinde. Schaut man aber genau hin, ist dort „Grüṡ Gott“ zu erkennen.
Es handelt sich dabei um ein „s̄“ – das sog. „s mit Überstrich“, das man gerade bei Frakturschrift anstatt „ss“ oder ß verwendet(e) um die Lesbarkeit zu verbessern, Platz zu sparen oder Texte einfach schöner aussehen zu lassen,
Eigentlich war der Überstrich in erster Linie als Ersatz für „mm“ (m̄) oder auch „nn“ (n̄) beliebt. Ein Beispiel ist zB hier zu sehen:
Aus gestalterischen Gründen kam er aber auch beim „ss“ zum Einsatz – wohl besonders im süddeutschen Raum. Heute verwendet man den Überstrich allenfalls noch aus nostalgischen Gründen, wahrscheinlich hatte die KI, die den Maßkrug gestaltet hat, auf alte Postkarten oä Zugriff.
Dass es aber eine KI war, die hier ihre Finger im Spiel hatte, erkennt man daran, dass die Maßkrüge, die die Kellnerin trägt, teilweise in der Luft schweben.
Bilder:
Oben: Mit Gemini optimierte Vergrößerung des Bierkrugs,.
Unten: Matthias Süßen – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link


