Das S mit Überstrich – und der Bierkrug beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese

Der Bierkrug beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese 2026 wird gerade von einigen in sozialen Netzen kritisiert, da sich auf diesem der vermeintliche Schreibfehler „Grüs Gott“ befinde. Schaut man aber genau hin, ist dort „Grüṡ Gott“ zu erkennen.

Es handelt sich dabei um ein „s̄“ – das sog. „s mit Überstrich“, das man gerade bei Frakturschrift anstatt „ss“ oder ß verwendet(e) um die Lesbarkeit zu verbessern, Platz zu sparen oder Texte einfach schöner aussehen zu lassen,

Eigentlich war der Überstrich in erster Linie als Ersatz für „mm“ (m̄) oder auch „nn“ (n̄) beliebt. Ein Beispiel ist zB hier zu sehen:

Aus gestalterischen Gründen kam er aber auch beim „ss“ zum Einsatz – wohl besonders im süddeutschen Raum. Heute verwendet man den Überstrich allenfalls noch aus nostalgischen Gründen, wahrscheinlich hatte die KI, die den Maßkrug gestaltet hat, auf alte Postkarten oä Zugriff.

Dass es aber eine KI war, die hier ihre Finger im Spiel hatte, erkennt man daran, dass die Maßkrüge, die die Kellnerin trägt, teilweise in der Luft schweben.

Bilder:
Oben: Mit Gemini optimierte Vergrößerung des Bierkrugs,.
Unten: Matthias SüßenEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Mein Abendessen: Brokkolicremesuppe mit Hackfleisch und Shi-Take Pilzen

Das Rezept

Ein schnelles Abendessen mit wenig Kohlenhydraten und einem asiatischen Touch. Die Brokkolicremesuppe lässt sich gut vorbereiten, auch auf Vorrat – dann macht es noch weniger Arbeit.

Für die Suppe Brokkoli (hier ca. drei Köpfe) in Salzwasser samt Strunk in Stücke geschnitten so weich kochen, dass man sie gut pürieren kann. Ich habe hier zwei Köpfe verwendet und dann noch etwas TK-Brokkoli, der weg musste. Abgießen, mit ca. 500ml Gemüsebrühe aufkochen und mit dem Mixstab pürieren. 200ml Kokosmilch dazu, mit etwas Fischfond, Sojasauce und Zitronensalz abschmecken und ggf. mit Brühe (oder Wasser und Kokosmilch) auf die gewünschte Konsistenz bringen. Ich mag es fest und cremig.

In einer Pfanne für zwei Personen eine handvoll Shitake-Pilze mit ca. 350g Hackfleisch (Rind oder gemischt) anbraten und idealerweise mit etwas Tamarinden-Sojasauce würzen. Normale Sojasauce geht notfalls aber auch.

Suppenportion in eine Schale geben, Hackfleisch mit Pilzen dazu und nach Wunsch mit etwas Koriander und Chili abrunden.

Wer kommt?

Das Gericht habe ich auch in der Reihe „Wer kommt?“ auf X vorgestellt. Alle Rezepte aus der Serie, die ich bereits veröffentlicht habe, gibt es hier.

Persönlich – meine Ernährungsphilosophie

Rund um das Thema Ernährung entwickeln viele Menschen einen nahezu religiösen Eifer. Da werden auf der einen Seite Fette verteufelt, auf der anderen Kohlenhydrate, da soll man seine Ernährung nach seiner Blutgruppe oder doch nach Mondphasen ausrichten. Täglich werden neue medizinische Studien präsentiert, die Nutzen oder Schaden bestimmter Nahrungsmittel beweisen sollen.

Tatsächlich kratzen wir in diesem Bereich noch sehr an der Oberfläche: die Komplexität der Stoffwechselvorgänge, der Inhaltsstoffe unserer Nahrungsmittel und deren Wechselwirkung haben wir noch lange nicht durchschaut – auch wenn manche Ernährungsexperten das gerne behaupten.

Sicher ist jedenfalls, dass nicht jeder Mensch gleich auf bestimmte Nährstoffe reagiert, was allgemeinverbindliche Regeln schwierig macht. Ein einfaches Beispiel vermag dies zu verdeutlichen: Die meisten Menschen auf der Erde können Laktose (also Milchzucker aus Kuhmilch) nicht verwerten – ganz im Gegenteil, er führt bei ihnen zu Durchfall. Lediglich die meisten Mitteleuropäer haben mit Laktose keine Probleme. Sie verdanken dies einer Genmutation, die die Verwertung von Milchzucker ermöglicht. Menschen mit dieser Mutation hatten mit Beginn von Ackerbau und Viehzucht an bessere Überlebenschancen, da sie Kuhmilch trinken konnten: die Mutation setze sich durch. Und in anderen Bereichen mag es ähnlich sein.

So lassen sich nahezu alle seriösen langfristigen Ernährungsformen sich in zwei Gruppen einordnen: viel oder wenig Kohlenhydrate. Die vorherrschende Meinung in der Ernährungslehre setzt nach wie vor auf eher kohlenydratlastige Kostformen: Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln und andere meist stärkehaltige Kohlenhydratlieferanten sind dort Grundlage der Ernährungspyramide.

Es gibt jedoch viele Gegenmeinungen, die Kohlenhydraten einen deutlich geringeren Anteil an unserer Ernährung zugestehen wollen. Und denkt man an die ursprüngliche Ernährung des Menschen, so können vor der Ausbreitung des Ackerbaus vor gut 7.000 Jahren Kohlenhydrate gar keine so große Rolle gespielt haben: es gab sie schlicht und ergreifend gar nicht in hinreichender Menge.

Insbesondere aus diesem Grund habe ich mich persönlich für eine Low-Carb Ernährung entschieden, da ich sie schlicht für die natürliche Ernährungsform halte. Allerdings will ich nicht bestreiten, dass es – genau wie bei der Laktosetolernaz – viele Menschen geben wird, deren Stoffwechsel auf kohlenhydratlastige Kostformen eingerichtet ist.

Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er sich dauerhaft gesund ernähren will und kann – und ich will hier nur einige Hintergrundinformationen und Denkanstöße liefern.

Schauen Sie einfach in unsere Rubrik Essen und Trinken.