Wie viele Menschen vertritt der Bund der Vertriebenen (BdV)? Das wollte eine Kleine Anfrage (Drucksache 17/580) vom 27. Januar 2010 wissen. Die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 17/710) kam mit Schreiben des Bundesinnenministeriums vom 11. Februar 2010.
Worum es ging
Hintergrund war die Debatte um die Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, in deren Stiftungsrat der BdV laut Stiftungsgesetz drei Sitze hat. Die Fragesteller verweisen darauf, dass der BdV sein politisches Gewicht immer wieder mit zwei Millionen Mitgliedern begründe. Eine Abfrage der Nachrichtenagentur ddp bei den Landesverbänden habe Anfang 2010 dagegen nur rund 500.000 Mitglieder ergeben, was sich nach Darstellung der Fragesteller mit Schätzungen aus der historischen Forschung decke.
Da der BdV institutionell mit Bundesmitteln gefördert werde, sei die Mitgliederzahl von öffentlichem Interesse. Gefragt wurde unter anderem nach den Zahlen der einzelnen Verbände, nach Doppelmitgliedschaften und nach einer unabhängigen Überprüfung.
Die Antwort
Die Bundesregierung beschreibt zunächst den Aufbau: Der BdV ist ein Zusammenschluss von 21 Landsmannschaften, 16 Landesverbänden und vier weiteren angeschlossenen Verbänden. Natürliche Personen sind nicht direkt Mitglied. Nach Schätzungen des BdV sind in den Mitgliedsverbänden rund zwei Millionen Personen organisiert.
Eigene Erkenntnisse über die Mitgliederzahl hat die Bundesregierung laut Antwort nicht. Das gilt auch für die Zahlen der einzelnen Verbände, für Doppelmitgliedschaften, für eine mögliche unabhängige Prüfung und für die Gründe der unterschiedlichen Angaben.
Warum der Bund nicht nachzählt
Eine unabhängige Überprüfung plante die Bundesregierung nicht. Die Begründung: Gefördert werde nur die Geschäftsstelle des BdV, also Personal und Sachkosten für ihre Aufgaben, nicht die Mitgliedsorganisationen. Für die Förderung spiele die genaue Mitgliederzahl deshalb keine Rolle.
Auf eine Frage zu früheren und aktuellen Äußerungen der BdV-Vorsitzenden zur Mitgliederzahl antwortete die Bundesregierung, sie kommentiere grundsätzlich keine Äußerungen von Verbandsvertretern zu verbandseigenen Angelegenheiten.
Einordnung
Die Antwort klärt die Zahlenfrage nicht, macht aber den Aufbau des Verbands und die Logik der Förderung deutlich: Gefördert wird die Arbeit der Geschäftsstelle, nicht nach Köpfen. Mehr zum Verband bei Wikipedia. Um Bundesmittel für Organisationen ging es auch in unserem Beitrag zu den 551 Fragen zur Amadeu Antonio Stiftung.
Quellen
- Kleine Anfrage, Drucksache 17/580 vom 27.01.2010
- Antwort der Bundesregierung, Drucksache 17/710 vom 12.02.2010
Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.
Stand: 23.10.2026
