Viabono: Wie es 2004 um die Umweltdachmarke für Urlaub in Deutschland stand

Viabono sollte umweltfreundlichen Urlaub in Deutschland auf einen Blick erkennbar machen, für Hotels, Campingplätze, Ferienwohnungen und ganze Urlaubsorte. 2004 lief die Anschubfinanzierung des Bundes aus. Eine Kleine Anfrage (Drucksache 15/3199) vom 25. Mai 2004 wollte wissen, wie es weitergeht. Die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 15/3321) kam mit Schreiben des Bundesumweltministeriums vom 15. Juni 2004.

Worum es ging

Laut Fragestellern hatte das Umweltministerium Viabono 1999 initiiert und eine dreijährige Anschubfinanzierung in Aussicht gestellt. Langfristig sollte sich die Marke über Gebühren der Markenpartner tragen. Im Tourismusausschuss des Bundestages hätten Vertreter von Trägerverein und Viabono GmbH am 5. Mai 2004 aber erklärt, Viabono sei zum Ende der Anschubfinanzierung im Herbst 2004 noch nicht eigenständig marktfähig und brauche bis voraussichtlich Ende 2006 noch rund 350 000 Euro. Ein Bericht der Bundesregierung vom 5. Februar 2004 hielt dagegen laut Fragestellern fest, eine weitere Förderung aus dem Haushalt des Umweltministeriums sei nicht möglich.

Wie Viabono entstand

Laut Antwort war schon seit Anfang der 90er Jahre auch aus dem Parlament ein Umweltzeichen für touristische Angebote gefordert worden. Es scheiterte daran, dass sich die Interessengruppen nicht auf Kriterien einigen konnten. Im Herbst 1999 nahmen Umweltministerium und Umweltbundesamt, unterstützt vom Wirtschaftsministerium, die Gespräche mit Umwelt-, Tourismus- und kommunalen Spitzenverbänden wieder auf und schlugen statt eines klassischen Gütesiegels eine Dachmarke vor.

Vergabe und Vermarktung übernahmen die beteiligten Verbände selbst, mit einer GmbH für das operative Geschäft und einem Verein als Aufsichtsorgan. Aus dem Haushalt des Umweltministeriums flossen von 1999 bis 2004 insgesamt rund 1,3 Millionen Euro in das Konzept, die Entwicklung der Kriterien und die Markteinführung.

Warum das Geld auslief

Die Frage, ob Viabono weiterhin „in idealer Weise ökonomische, soziale und ökologische Interessen“ verbinde, wie Minister Jürgen Trittin 2003 geschrieben hatte, beantwortete die Bundesregierung mit einem knappen „Ja“.

Warum dann keine weitere Förderung? Laut Antwort wurde Viabono aus dem Umweltforschungsplan bezahlt, als zeitlich begrenztes Projekt, weil das Ministerium keinen eigenen Haushaltstitel für Tourismusprojekte hatte. Über die Projekte des Umweltforschungsplans werde jedes Jahr neu entschieden, und für 2005 seien die Haushaltsverhandlungen noch nicht abgeschlossen. Was mit dem frei werdenden Geld stattdessen finanziert werden sollte, ließ die Antwort deshalb offen.

Werbung statt Zuschuss

Unterstützt habe das Ministerium die Marke außerdem so:

  • Pressekonferenzen mit Minister Trittin, Namensbeiträge und Interviews der Ministeriumsleitung
  • Beiträge in eigenen Publikationen wie der Zeitschrift „Umwelt“ und der Broschüre „Natururlaub in Deutschland“ sowie im Internetauftritt
  • Präsenz auf dem Messestand des Ministeriums bei der Internationalen Tourismusbörse Berlin in den drei Jahren zuvor

Europa? Erst mal Deutschland

Ursprünglich sollte Viabono auch eine europäische Dachmarke werden. Laut Antwort wollte die Bundesregierung zuerst den Erfolg im Inland sichern. Für Herbst 2004 waren Informationsveranstaltungen für die neuen EU-Länder Ungarn, Polen, Slowakei, Estland und Lettland geplant, die noch keine eigenen Umweltzeichen für Tourismus hatten. Danach sollte geprüft werden, ob Kooperationen mit bestehenden Zeichen wie dem österreichischen Umweltzeichen oder dem skandinavischen Nordic Swan sinnvoll sind.

Späterer Stand

Viabono gibt es noch. Laut Selbstdarstellung der Viabono GmbH trägt sich die Marke seit 2007 aus eigenen Mitteln. Der Trägerverein besteht heute aus 16 bundesweit tätigen Verbänden, Viabono bietet Umwelt- und Nachhaltigkeitszertifizierungen für Betriebe der Freizeit- und Tourismusbranche an.

Einordnung

Die Antwort zeigt ein typisches Muster der Projektförderung: Der Bund finanziert den Start, danach soll sich das Projekt selbst tragen, auch wenn es noch nicht so weit ist. Um Tourismus ging es bei uns auch bei den Heilbädern und Kurorten.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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