Friedens- und Konfliktforschung 1982: Fünf Länder verlassen die DGFK

Nach dem Austritt mehrerer Länder sahen Abgeordnete im November 1982 die Friedens- und Konfliktforschung in Gefahr und fragten nach ihrer Förderung (Kleine Anfrage, Drucksache 09/2091). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage durch den Bundesminister für Forschung und Technologie mit Schreiben vom 10. Dezember 1982 (Antwort (Drucksache 09/2301)).

Was die Fragesteller wissen wollten

Gefragt wurde, wie die Friedensforschung seit 1969 an Hochschulen und Instituten abgesichert und finanziert worden war und wie andere westliche Staaten sie betreiben. Außerdem ging es um den Vorwurf einer „privilegierten Förderung“, um die Friedenserziehung an Schulen, einen Jugendbuchpreis der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung (DGFK) und um deren Zukunft.

Was die Regierung antwortete

  • Grundsatz: Friedensforschung sei unverzichtbar und werde weiter gefördert. Sie müsse aber selbst offen für Kritik sein.
  • Der Austritt: Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatten die DGFK verlassen. Die Länder stellten nach Ansicht der Regierung nicht die Friedensforschung infrage, sondern Form und Zielrichtung der Förderung.
  • „Bedenklich“: Auch die Regierung hielt es für bedenklich, dass die DGFK mitunter Vorhaben zu stark gefördert habe, deren Theoreme und Denkfiguren zum Teil suggestiv wirkten. Als Beispiele nannte sie die Thesen von der „strukturellen Gewalt“ und der „Gegengewalt“. Künftig solle die wissenschaftliche Qualität entscheiden, nicht die politische Tendenz.
  • Geld vom Bund: 1981 erhielten vier Einrichtungen zusammen 16,681 Mio. DM, 1974 waren es 11,668 Mio. DM. Davon gingen 8,306 Mio. DM an die Stiftung Wissenschaft und Politik und 2,892 Mio. DM an die DGFK. Seit ihrer Gründung 1970 bekam die DGFK vom Bund insgesamt 26,258 Mio. DM, von den Ländern 4,591 Mio. DM.
  • Internationaler Vergleich: In der Bundesrepublik arbeiteten 164 Wissenschaftler in größeren Instituten der Friedensforschung. Die USA kamen auf 728, Großbritannien und Frankreich auf je 121, Japan auf 118, die Niederlande auf 102 und Schweden auf 43.
  • „Privilegiert“: Gemeint sei der eigene Förderweg, nicht die Höhe. Zur künftigen Form bat die Regierung den Wissenschaftsrat um ein Gutachten, das für Sommer 1983 erwartet wurde.
  • Schulen und Jugendbuchpreis: Forschungsinstitute sollten durch gute Forschung beitragen, nicht selbst den Friedensgedanken verbreiten. Den Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Jugendbücher hielt die Regierung grundsätzlich für unterstützenswert.

Einen weiteren Ausbau wissenschaftlich qualifizierter Friedensforschung, auch an Universitäten, hielt die Regierung für notwendig.

Späterer Stand

Laut Wikipedia stellte die DGFK schon 1983 ihre Arbeit ein, weil ihr die finanzielle Grundlage entzogen worden war. Im Oktober 2000 entstand mit der Deutschen Stiftung Friedensforschung in Osnabrück eine neue Förderstiftung.

Weitere Kleine Anfragen mit Antworten der Bundesregierung gibt es in der Übersicht auf severint.net, etwa zur Friedensstafette Paris–Moskau oder zur Forschungsförderung für Solarmobile.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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