Häute für den Export: Die Bundesregierung und der Ledermarkt 1979

Rinderhäute und Kalbfelle waren 1979 knapp und teuer. Im April 1979 fragten Abgeordnete, was die Bundesregierung für die Versorgung der Lederindustrie tun wolle (Kleine Anfrage, Drucksache 8/2783). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage: Das Wirtschaftsministerium schickte die Antwort (Drucksache 8/2863) am 14. Mai 1979.

Die Ausgangslage

Laut den Fragestellern hatten Länder wie Argentinien, Brasilien, Uruguay, Indien, Pakistan und Bangladesch die Ausfuhr von Häuten und Fellen ganz verboten. Dem freien Weltmarkt stünde nur noch etwa die Hälfte des Angebots zur Verfügung. Zusätzlich kauften Comecon-Staaten auf dem europäischen Markt ein und störten die Preise.

Die Antwort

  • Für freien Handel: Die Bundesregierung habe sich stets für freien Welthandel mit Häuten und Fellen eingesetzt. Knappheit und Preissprünge hätten aber mehrere Ursachen, etwa Viehbestände, Schlachtzahlen und die stark modeabhängige Ledernachfrage.
  • Preis- statt Mengenproblem: Für die deutschen Gerbereien gehe es eher um Preise und Finanzierung als um fehlende Mengen. In der EG habe die Regierung erreicht, dass Rohwarenexporte genauer nach Zielland erfasst werden.
  • Verständnis für Exportverbote: Entwicklungsländer sperrten ihre Märkte oft, um auf Basis eigener Rohstoffe eine Industrie aufzubauen. Umso wichtiger seien faire Preise bei Lederimporten aus diesen Ländern.
  • Mehr als genug Häute: Der deutsche Eigenversorgungsgrad bei Rindhäuten und Kalbfellen liege seit Jahren über 125 Prozent. Die Branche sei auf Exporte angewiesen, 60 bis 70 Prozent der Ausfuhr und rund 40 Prozent der Einfuhr liefen mit EG-Staaten. Wer welche Qualität bekomme, regle der Markt. Darauf wolle und könne die Regierung keinen Einfluss nehmen.
  • Kein Ausfuhrverbot: Einen britischen Antrag auf ein EG-Exportverbot gegenüber Ländern mit eigenen Ausfuhrsperren unterstützte die Regierung nicht. Er sei handels- und entwicklungspolitisch bedenklich und schwer durchsetzbar, weil Ware über Drittländer laufen könne.
  • Gespräche mit Moskau: Ein Teil der gestiegenen Nachfrage kam laut Regierung aus der UdSSR. Sie begrüßte, dass die EG-Kommission Gespräche aufnehmen wollte, damit sowjetische Aufkäufer keine Preissprünge mehr auslösen.

Hintergrund

Leder ist durch Gerbung chemisch haltbar gemachte Tierhaut, deren Faserstruktur dabei erhalten bleibt (Wikipedia: Leder).

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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