Verkehrstechniken der Zukunft: Bonn förderte 1971 Schnellbahnen mit 18 Millionen Mark

Im Verkehrsbericht 1970 hatte die Bundesregierung einen Ausblick auf neue Verkehrssysteme gegeben. Abgeordnete wollten wissen, wer daran arbeite, was gefördert werde und wie weit die Projekte seien (Kleine Anfrage, Drucksache 6/1841). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage: Bundesverkehrsminister Georg Leber gab die Antwort (Drucksache 6/1927) am 27. Februar 1971.

Die Ausgangslage

Laut den Fragestellern hatte die Regierung im Verkehrsbericht 1970 die Bedeutung neuer Verkehrssysteme herausgestellt. Sie fragten nach den beteiligten Instituten und Firmen, den geförderten Projekten und Beträgen, dem Entwicklungsstand, einem Gesamtkonzept, der europäischen Koordination und den Folgen für Autobahnbau, Bahn und Luftverkehr.

Die Antwort

  • Auftragnehmer: Verkehrs- und Bildungsministerium hätten gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsaufträge vergeben an die Hochleistungsschnellbahn-Studiengesellschaft in Ottobrunn, ein Institut für elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen der TU Braunschweig, Messerschmitt-Bölkow-Blohm und Krauss-Maffei in München, MAN in Nürnberg und das Battelle-Institut in Frankfurt. Weitere Aufträge würden vorbereitet.
  • 18 Millionen DM: Gefördert würden Hochgeschwindigkeitssysteme mit berührungsfreier Spurführung und Wanderfeldantrieben, samt Fahrzeug-, Fahrweg-, Sicherheits- und Betriebstechnik sowie Umsteige- und Umladetechnik. Der Bundesanteil liege bei rund 18 Millionen DM.
  • Labor: Die Arbeiten seien unterschiedlich weit, befänden sich aber in der Forschungsphase oder im Laborexperiment.
  • Gesamtkonzept: Ja, es gebe eins. Die Regierung rechne mit einer erheblich steigenden Verkehrsnachfrage und sehe großen wirtschaftlichen Gewinn in schnellerer Beförderung. Der Verkehr sei ein geschlossenes System, der Nahverkehr verdiene so viel Aufmerksamkeit wie der Fernverkehr.
  • Umwelt als Maßstab: Umweltfreundliche Technik verdiene besondere Förderung. Das klassische Rad-Schiene-System solle bis an seine Leistungsgrenze weiterentwickelt und berührungsfreie Techniken gleichermaßen gefördert werden, bis eine Entscheidung für ein System möglich sei.
  • Europa: Ein modernes Massenverkehrssystem lasse sich letztlich nur europäisch verwirklichen. Die Regierung unterstütze die Arbeit in EG, CEMT, OECD und UIC.
  • Folgen: Die Auswirkungen auf Autobahnbau, Schienen- und Flugverkehr untersuche die HSB-Studie, deren Ergebnisse Ende 1971 erwartet würden. Sie sollten in die Bundesverkehrswegeplanung einfließen.

Späterer Stand

Die 1969 von Ludwig Bölkow und Georg Leber angestoßene Hochleistungs-Schnellbahn-Studie hielt den Rad-Schiene-Verkehr bei hohen Geschwindigkeiten für unwirtschaftlich. Im Mai 1971 stellte MBB sein Prinzipfahrzeug vor, im Oktober 1971 folgte der Transrapid 02 von Krauss-Maffei (Wikipedia: Transrapid).

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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