Köpfe: John Hajnal

John Hajnal war ein britischer Statistiker und Bevölkerungswissenschaftler. Er kam am 26. November 1924 in Darmstadt zur Welt, in einer ungarisch-jüdischen Familie. 1936 verließen seine Eltern Deutschland; er besuchte zunächst eine Quäkerschule in den Niederlanden und kam 1937 nach London.

Mit 16 Jahren begann er in Oxford Philosophie, Politik und Wirtschaft zu studieren, die Mathematik brachte er sich weitgehend selbst bei. Nach dem Krieg arbeitete er für die Vereinten Nationen in New York und an der Princeton University, später in Manchester. Ab 1957 lehrte er an der London School of Economics, von 1975 bis 1986 als Professor für Statistik.

Bekannt wurde er durch einen Aufsatz von 1965 über europäische Heiratsmuster. Er zeigte, dass im Westen und Norden Europas spät und seltener geheiratet wurde als im Osten. Die Grenze zwischen beiden Mustern heißt seither Hajnal-Linie. Hajnal starb im November 2008 in London, wie der Jewish Chronicle berichtete.

Stand: 16.10.2026

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