Verlinkungsgenehmigungsanfrage an das LG Hamburg

Wer sich ein bißchen mit dem Internet befasst, wird von dem neuen Linkhaftungsurteil des LG Hamburg mitbekommen haben, ausführlich dazu hier bei heise. Denkt man es in aller Konsequenz durch, wird das Verlinken eine sehr gefährliche Sache, wenn man auf Urheberrechtsverletzungen verlinkt – da sollte man sich vorher absichern.

Das hat sich auch der Justiziar von heise online gedacht und an Poststelle@lg.justiz.hamburg.de geschrieben, ob heise auf die Seiten des Gerichts verlinken darf. Auch hier nachzulesen.

Ich habe mich von heise inspirieren lassen, den Text minimal abgewandelt und soeben folgendes an das Hamburger Gericht geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beabsichtige, im Rahmen meines Blogs [BLOGNAME] Hyperlinks auf Ihre Online-Präsenz zu setzen.

Ihr Haus hat jüngst entschieden, dass sich der Linksetzer vorab durch Nachforschungen zu vergewissern hat, ob der verlinkte Inhalt rechtmäßig zugänglich gemacht wurde.

Ich darf Sie daher bitten, mir verbindlich zu bestätigen, dass sämtliche der im Rahmen Ihrer Webpräsenz verwendeten urheberrechtlich geschützten Inhalte in keiner Form und an keiner Stelle gegen die Vorgaben des Urheberrechts oder verwandter Gesetze verstoßen.

Bitte lassen Sie mir diese verbindliche Erklärung schriftlich zukommen.

Dies gilt insbesondere für das Angebot unter http://justiz.hamburg.de/gerichte/landgericht-hamburg/ sowie sämtlichen Unterseiten.

Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

[NAME]
[STRASSE]
[PLZ] [ORT]

…und Du kannst das auch!

indieserminute.de ist Linktipp in der ct’

Über mein Projekt indieserminute.de hatte ich ja hier schon berichtet. Sie wissen schon: für jede Minute des Tages ein kleiner Infoschnipsel, der einen Bezug zu dieser Minute hat.

Zum Start gab es einige Neugierige, danach pendelte sich der tägliche Traffic bei 0-30 Seitenaufrufen ein – kein Wunder, wer sucht auch nach so etwas… Bis zum Freitag, als es scheinbar Traffic aus dem Nichts gab. Den Grund habe ich gefunden, als dann auch Besucher von der heise Seite kamen – und tatsächlich: das kleine Projek ist Linktipp in der ct’ geworden:

indieserminute-ct-linktipp

Und dabei sollte es nicht bleiben, es folgte eine Erwähnung auf reddit und im Kraftfuttermischwerk. Und daher kann ich mich heute über einige Tausend Seitenabrufe freuen.

Vielen Dank für das Interesse!

Deppenzepter

Deppenzepter ist eine abwertende Bezeichnung für den Selfie-Stab, die wohl im heise Forum geboren wurde. Ich konnte es mir dann nicht verkneifen, die Domain deppenzepter.de zu registrieren… und deswegen sind Sie wahrscheinlich hier auf dieser Seite gelandet.

Richtig populär wurde die Bezeichnung Deppenzepter durch einen Kommentar von Sascha Steinhoff auf heise.de (sic!), in dem er vorschlägt, man solle Selfiesticks als Deppenzepter bezeichnen, um deren Benutzer der Lächerlichkeit preiszugeben. So könne man deren Verbreitung vielleicht stoppen. Mit dem Arschgeweih hätte das ja auch funktioniert…

Sollten Sie, aus welchen Gründen auch immer, einen Selfiestab Deppenzepter benötigen, bestellen Sie ihn über diesen Amazon Link. Dann bekomme ich wenigstens Provision.

Zwischenzeitlich habe ich übrigens weiter nach den Ursprüngen des Begriffs gesucht und bin fündig geworden. Verschiedentlich wurde er schon vor einigen Jahren im Sinne einer “Auszeichnung” für dumme, ungeschickte Menschen verwendet – oder solche, einfach Pech haben. “Das Deppenzepter geht an…” auch im Sinne von “Der hat die Arschkarte gezogen.”

Ob der Begriff sich dauerhaft durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Übrigens, in Österreich wäre die Schreibweise Deppenszepter vorzuziehen.