Der Winzer und Gutsbesitzer Jakob Diel von der Burg Layen an der Nahe, geboren am 08.12.1886, saß für das Zentrum im Preußischen Landtag, war 1947 und 1948 Präsident des Landtags von Rheinland-Pfalz und von 1957 bis 1961 CDU-Abgeordneter im Bundestag. Dort fiel er 1958 mit einer antisemitischen Schrift gegen die Wiedergutmachung auf. Er starb am 26.12.1969 in Bingen.
Kurzprofil
- Geboren: 8. Dezember 1886 in Burg Leyen
- Gestorben: 26. Dezember 1969
- Beruf: Ökonomierat, Acker- und Weinbauer
- Partei: CDU
- Bundestag: 1957 bis 1961 (3. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder
Weingut seit 1802
Diel besuchte ein Internat in Hannover, lernte Landwirtschaft und arbeitete auf einem Weingut. Er bewirtschaftete das Gut Burg Layen, das sein Urgroßvater Johann Peter Diel 1802 erworben hatte; es ist als Schlossgut Diel bis heute in Familienbesitz. 1927 gründete er die Rebenaufbaugenossenschaft Trollbachtal mit. Von 1919 bis 1933 war er Bezirksvorsitzender und Vizepräsident des Trierer Bauernvereins.
Zentrum und CDU
Von 1921 bis 1933 saß Diel für das Zentrum im Preußischen Landtag. In der NS-Zeit wurde er dreimal verhaftet. 1945 gründete er die CDU in Rheinland-Pfalz mit, saß 1946 in der Beratenden Landesversammlung und von 1947 bis 1957 im Landtag, dessen erster Präsident er war. 1949, 1954 und 1959 wählte er in der Bundesversammlung den Bundespräsidenten mit. Er führte den Agrarausschuss der Landes-CDU und den Deutschen Saarbund im Land.
Die Schrift von 1958
Im Bundestag setzte sich Diel für die Landwirtschaft und den Bau der Autobahn 61 ein. 1958 verteilte er unter den Abgeordneten ein Pamphlet gegen die Entschädigungsgesetze, das unter dem Titel Die Juden und das deutsche Geld ein altes antisemitisches Klischee bediente. Dafür hatte er sich mit Hilfe des rheinland-pfälzischen Kripochefs Georg Heuser, der später als NS-Täter verurteilt wurde, Akten aus der Anwaltspraxis des SPD-Abgeordneten Otto Heinrich Greve beschafft, der den Wiedergutmachungsausschuss leitete. Der Spiegel berichtete darüber. Diel schrieb außerdem Leitartikel für die rechtsextreme Deutsche Soldaten-Zeitung und National-Zeitung.
Ehrungen
Für seine Verdienste um den Weinbau erhielt Diel den Titel Ökonomierat, 1963 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. In Rümmelsheim ist eine Straße nach ihm benannt. Diel war katholisch und verheiratet; er hatte drei Kinder. Die Stammdaten schreiben seinen Herkunftsort Burg Leyen. Sein Wirken ist zwiespältig: Als Weinbaupolitiker und Landtagspräsident der ersten Stunde war er geachtet, mit seiner Kampagne gegen die Entschädigung der NS-Opfer stellte er sich jedoch gegen einen Grundpfeiler der frühen Bundesrepublik, für den Adenauer 1952 mit dem Luxemburger Abkommen eingetreten war.
Mandate im Überblick
Mit siebzig Jahren kam Diel über die rheinland-pfälzische Landesliste in den Bundestag, als einer der ältesten Neulinge; nach einer Wahlperiode schied er 1961 aus:
- 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Landesliste Rheinland-Pfalz, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).
