10 Bücher, die man am „Tag des freien Buches“ lesen sollte

Am 10 Mai ist der Tag des freien Buches, an dem der Bücherverbrennungen durch die Nazis gedacht wird, die hauptsächlich an diesem Tag im Jahr 1933 stattfanden.

Anders als 1933 finde ich, dass man diese Bücher in seinem Schrank stehen haben sollte:

  1. Der Untertan (Heinrich Mann)
    …zeigt, durch welche Geisteshaltung es in Deutschland überhaupt erst so weit kommen konnte (Taschenbuch). Mann wird ausdrücklich in den 9 Feuersprüchen erwähnt und seine Werke sollten daher verbindlich verbrannt werden.
  2. Die Konferenz der Tiere (Erich Kästner)
    …ist Erich Kästners erster Roman nach dem Zweiten Weltkrieg und eine deutliche Kritik an der Menschheit (Bibliothekseinband). Auch Kästner wird in den 9 Feuersprüchen erwähnt.
  3. Deutschland, Deutschland über Alles (Kurt Tucholsky)
    …ein kritischer Blick auf die Weimarer Republik. (Taschenbuch). Auch Tucholsky kommt in den Feuersprüchen vor.
  4. Im Westen nichts Neues (Erich Maria Remarque)
    …einer der klassischen Antikriegs-Romane (Kindle Ausgabe). Remarque ist einer der Autoren aus den Feuersprüchen.
  5. Des Teufels General (Carl Zuckmayer)
    …wirft die Frage auf, wie man sich in einer unmenschlichen Welt verhalten soll. (Taschenbuch). Zuckmayers Werke wurden von der Universität Halle-Wittenberg auf die Verbrennungsliste gesetzt.
  6. Die Buddenbrooks (Thomas Mann)
    …ist der erste große deutsche Gesellschaftsroman. (Kindle Ausgabe). Manns Bücher wurden unter anderem in Köln verbrannt.
  7. Die Dreigroschenoper (Bertolt Brecht)
    …ist eines der erfolgreichsten Theaterstücke des 20. Jahrhunderts. (Taschenbuch). Die Nazis verboten die Aufführung ab 1933.
  8. Berlin Alexanderplatz (Alfred Döblin)
    …der Roman gibt Tiefe in das Großstadtleben während der Weimarer Republik. (Taschenbuch). Döblins Werke wurden auch aus allen Bibliotheken entfernt.
  9. In einem andern Land (Ernest Hemingway)
    …ist wohl Hemingways berühmtester Roman und spielt in Italien während des Ersten Weltkriegs (Taschenbuch). Hemingway zählte zu den nicht-deutschsprachigen Autoren, deren Bücher verbrannt wurden.
  10. Ich bin so knallvergnügt erwacht (Joachim Ringelnatz)
    …die Gedichte von Joachim Ringelnatz waren den Nazis wohl einfach zu fröhlich (Taschenbuch).

Und als kleinen Bonus empfehle ich meine Sammlung „Wirr„, die einen Blick auf Deutschland in 750 Zitaten gibt.

Bild: Von Flugblatt – Eigenhändige Fotographie, PD-Schöpfungshöhe, Link

Dokumentiert: Wider den undeutschen Geist – die neun Feuersprüche

Mit diesen neun Sprüchen wurden während der hauptsächlich am 10. Mai 1933 stattfindenden Bücherverbrennungen in Deutschland die Bücher den Flammen übergeben:

1. Rufer: Gegen Klassenkampf und Materialismus, Für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung! Ich übergebe den Flammen die Schriften von Marx und Kautsky.

2. Rufer: Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.

3. Rufer: Gegen Gesinnungslumperei und politischen Verrat, Für Hingabe in Volk und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Friedhelm Förster.

4. Rufer: Gegen seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens, Für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe der Flamme die Schriften des Sigmund Freud.

5. Rufer: Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung ihrer großen Gestalten, Für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Emil Ludwig und Werner Hegemann.

6. Rufer: Gegen volksfremden Journalismus demokratisch-jüdischer Prägung, Für verantwortungsbewusste Mitarbeit am Werk des nationalen Aufbaus! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Theodor Wolf und Georg Bernhard.

7. Rufer: Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkrieges, Für Erziehung des Volkes im Geist der Wahrhaftigkeit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque.

8. Rufer: Gegen dünkelhafte Verhunzung der deutschen Sprache, Für Pflege des kostbarsten Gutes unseres Volkes! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Alfred Kerr.

9. Rufer: Gegen Frechheit und Anmaßung, Für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften der Tucholsky und Ossietzky!