Vorschlag: Flächen bei Solarfarmen besser nutzen – z.B. für Hühner

Solaranlagen, insbesondere Solarfarmen, sind immer wieder in der Kritik da sie einen vergleichsweise hohen Flächenbedarf haben. Immer wieder stelle ich mir die Frage, warum die Flächen nicht weiter genutzt werden. Wer mit mir im Auto schon an einer solchen Solaranlage vorbeigefahren ist, wird den Spruch kennen:

Im übrigen bin ich der Ansicht, dass man die Solaranlagen auch zur Hühnerzucht nutzen sollte.

Warum nicht? In den ohnehin eingezäunten Geländen könnten Hühner frei laufen und hervorragende Bio Eier legen. Unter den Panelen ließen sich zudem ohne Probleme Ställe und andere Versorgungseinrichtungen unterbringen.

Und auch sonst wären viele andere Nutzungsszenarien möglich:

  • Sonstige Kleintierzucht, z.B. Kaninchen, Gänse, vielleicht sogar Schafe.
  • Anbau von Raps und anderen Ölpflanzen, die für Biosprit verwendet werden können. Aberntung über Roboter, die ihren Strom gleich von der Solaranlage bekommen.
  • Anbau von Energiepflanzen, die direkt vor Ort zu Biogas verarbeitet werden. Oder schnell wachsende Gräser, aus denen gemäß der Vision von Henry Ford Ethanol gewonnen werden kann: “Der Treibstoff der Zukunft wird aus Früchten wie denen vom Essigbaum an den Straßen oder aus Äpfeln, Unkraut, Sägemehl kommen – aus fast allem.”
  • Insektenfarmen unter den Panelen – als zukünftige Proteinquelle.
  • Algenzucht. Auch hier würde man davon profitieren, dass der Strom vor Ort produziert wird. Die Algen können vielfältig zur Nahrungs- oder Energiegewinnung genutzt werden.

So würde nicht nur die Fläche solcher Solarparks effizienter genutzt, es wäre auch für die Betreiber lohnender und es ließen sich auch ganz neue integrierte Lösungen finden.

Abschließend ist die obige Liste sicher noch nicht – auf Vorschläge bin ich gespannt und werde diese hier ergänzen.

Interessante Ansätze hat übrigens Markus in seinem auch sonst sehr lesenswerten Artikel zu den Problemen der deutschen Energiewende.

 

Meinung: Regenwälder als Schutzzonen unter internationale Verwaltung stellen

Kurz und knapp, die großen Regenwälder sind zu wichtig für uns, als dass man sie einfach abholzen kann. Sie sind extrem wichtige grüne Lungen, dazu noch Lebensräume für viele Arten. Nicht nur aus Selbstzweck angesichts ihrer Bedeutung für das Klima sollten wir sie also schützen.

Tatsächlich halte ich den Erhalt der Regenwälder – nach dem Stoppen des Bevölkerungswachstums – für die vorrangigste Aufgabe auf dem Planeten.

Dabei bin ich der festen Überzeugung, dass die Aufgabe des Erhalts der Regenwälder nicht in die Aufgabe einzelner Staaten gelegt werden darf. Dass dies nicht funktioniert, zeigt das Beispiel Brasilien.

Aus diesem Grunde plädiere ich dafür, die Regenwälder zu Schutzzonen unter internationaler Verwaltung zu stellen, idealerweise sogar als staatenlose Gebiete. Eine Abholzung ist strikt untersagt, ebenso zunächst jegliche kommerzielle Nutzung, also auch Tourismus. Die betroffenen Staaten werden entsprechend entschädigt, auf eine Verrechnung mit bislang entstandenen und verursachten Schäden wird verzichtet.

Auch wenn ich die UNO für keine ideale Organisation halte, sollte die internationale Verwaltung der Gebiete von einer noch zu gründenden Unterorganisation der UN ausgeübt werden. Die Grenzen der Regenwälder werden militärisch geschützt (UN-Blauhelme). Neben den dort lebenden indigenen Völkern können bestehende Siedlungen bestehen bleiben, werden aber als Basis für Forschungsstationen und ggf. als Basen einer späteren sanften touristischen und ggf. kommerziellen Nutzung dienen.

Mir ist klar, ein solcher Plan hört sich zunächst utopisch an, doch müssen wir uns vom kleinen Denken lösen, wenn wir die Probleme auf der Erde wirklich nachhaltig verändern wollen.

Wenn Sie jetzt schon was für den Schutz der Regenwälder tun wollen, haben wir hier 10 Tipps für Sie.

Meinung: Wie Mainstream ist Klima? Spoiler: mE außer in einer kleinen Bubble gar nicht

Sahra Wagenknecht hat in ihrem neuen Buch “Die Selbstgerechten” behauptet, dass durch Fridays for Future die Akzeptanz für Klimaschutz gesunken sei, was auf twitter natürlich stark kritisiert wurde.

Der von mir sehr geschätzte Sascha Pallenberg schrieb auch dazu:

Die @FridayForFuture Bewegung hat mehr Aufmerksamkeit, Wandel und Sensibilitaet fuer den Klimaschutz in nur 2 Jahren generiert, als saemtliche Parteien und NGOs in den letzten 50. Und zwar zusammen! #Wagenknecht ist hier auf einem absoluten Irrweg!

Das ist eine Beobachtung, die ich so nicht teilen kann. Ich sehe in den sozialen Netzen und auch im privaten Umfeld einerseits Blasen, in denen es eine hohe Awareness für das Thema gibt, aber auch andere in denen das Thema nicht so ist, bzw. in denen FFF sogar inzwischen zu einer offenen Ablehnung führt. Nicht bestreiten möchte ich den großen Einfluss, den die Bewegung auf die Politik hat. Mir geht es aber im wesentlichen darum, dass sich dies einerseits – wie Wagenknecht es postuliert – eben nicht in Akzeptanz widerspiegeln muss, andererseits halte ich Pallenbergs Aussage, für grundfalsch. Daher schrieb ich Sascha, dass ich das anders sehe und begründete u.a.:

Das war und ist ein Prozess, der mit Greenpeace, der Anti AKW Bewegung, Berichterstattung über Waldsterben und Tschernobyl etc. etc. begonnen hat. Es gab immer wieder Zeiten, in denen sehr intensiv übers Klima gesprochen wurde. FFF wäre ohne diese Vorgeschichte so nicht möglich.

Dabei erinnerte ich mich an intensive Debatten in den 1980er Jahren: durch Waldsterben und Tschernobyl waren Umwelt und Klima damals wirklich in aller Munde und ein Mainstream Thema quer durch alle Schichten – anders als heute, wo es eben aus meiner Wahrnehmung heraus nur in bestimmten Bubbles dominierend ist.

Daher habe ich ausgewertet, wie viele Spiegel Titel es je Jahr gab, die sich mit Umweltthemen befasst haben. Ich denke, dass das Magazin und seine Themensetzung ein ganz guter Indikator dafür sind, welche Themen gerade dominieren:

Und tatsächlich: sogar von den 1970ern bis in die 1990er ging es viel öfter um die Umwelt als danach – und auch heute.

Als zweiten Indizwert habe ich hinzugezogen, wie oft im Bundestag die Worte “Umweltschutz”, “Klimaschutz” und “Umwelt” im Bundestag gefallen sind, wobei ich mich des Zeit Auswertungstools bediente. Auch hier zeigt sich, dass sich die Politik schon in den 1980ern und dann auch immer wieder die Themen intensiv behandelt hat:

Meine These ist daher, dass FFF und die Auswirkungen auf die Gesellschaft deutlich überschätzt werden – und ich werde mich auf die Suche nach weiteren Studien machen, um dies ergebnisoffen zu untermauern oder eben zu widerlegen.

10 Gründe, warum man Laubbläser verbieten oder zumindest nicht benutzen sollte (und Laubsauger auch)

  1. Laubbläser töten viele der im Laub lebenden Insekten und tragen daher zum immer problematisch werdenden Insektensterben bei, da so z.B. auch die Nahrung vieler heimischer Vogelarten oder von Igeln vernichtet wird. Auch wenn Laub auf versiegelten Flächen liegt, sollte man es besser zusammenkehren und dann z.B. auf unversiegelte Flächen bringen. Wenn es optisch stört, z.B. hinter Büsche, wo man es nicht sieht. Dann können es auch Igel, Kröten, andere Amphibien und bestimmte Insekten zum Überwintern nutzen. Allein schon dieser erste Punkt sollte einen dazu bringen, vom Laubsauger auf den Rechen umzusteigen.
  2. Sie sind laut. Auch ein Elektrolaubsauger oder -bläser ist so laut wie vorbeifahrender PKW, benzinbetriebene Modelle sind noch deutlich lauter. Das Zusammenrechen ist deutlich leiser.
  3. Sie sind teuer: Laubrechen gibt es schon für weniger als 20 Euro. Laubbläser kosten mindestens um die 50 Euro, ordentliche Modelle um die 100.
  4. Laubbläser wirbeln den auf den Wegen liegenden Feinstaub auf. Fegt man, bleibt dieser besser am Laub gebunden.
  5. Benzinlaubbläser stoßen selber Feinstaub auf und tragen außerdem zur Bildung von bodennahmen Ozon bei. Und die CO2 Bilanz ist sowohl von benzin- als auch akkubetriebenen Geräten deutlich schlechter als die eines Rechens.
  6. Akkugetriebene Modelle beinhalten in den Akkus viele Rohstoffe, die unter fragwürdigen Bedingungen abgebaut werden. Und auch benzingetriebene Modelle enthalten viel mehr Rohstoffe als ein Rechen und haben damit eine schlechte Ökobilanz.
  7. Benzin, Öl und abgeriebenes Mikrokplastik, die alle unweigerlich in kleinen Mengen austreten, belasten das Grundwasser.
  8.  Laub ist ein toller Dünger – auf unversiegelten Flächen, auf denen Laub liegt, kann man es getrost liegen lassen.
  9. Sie machen dick: Wer mit dem Laubrechen das Laub zusammenfegt, verbraucht deutlich mehr kcal als jemand, der nur mit dem Laubbläser in der Gegend herumsteht. Außerdem trainiert man mit dem Rechen die obere Muskulatur.
  10. Nach alledem: Laubbläser sind einfach nur überflüssig, schlecht für die Umwelt, fürs Karma und beeinträchtigen ein gutnachbarschaftliches Verhältnis – besonders, wenn sie zur Unzeit angeworfen werden.

Weiterlesen mit Themenbezug:

Liste: Bewaldungs- und Aufforstungsprojekte

Hier entsteht eine Liste mit Aufforstungs- und Bewaldungsprojekten weltweit.

Meinung: mehr grüne Fassaden

Auch Kleinigkeiten helfen, wenn es um die Umwelt geht. Solch eine Kleinigkeit können begrünte Fassaden sein, wie man sie hier in Bonn am 2019 neu eröffneten Maximiliancenter sieht.

Nicht nur, dass es gut aussieht und wahrscheinlich auch der Dämmung zugute kommt, sie bietet auch Insekten in der Stadt Lebensraum, senkt die Temperaturabstrahlung und trägt zu einem guten Mikroklima bei.

10 Tipps, was man beachten sollte, wenn man einen Baum pflanzen will – nicht nur beim #Einheitsbuddeln

Sie wollen einen Baum pflanzen? Dann haben wir hier 10 Tipps, was Sie dabei beachten sollten.

  1. Die richtige Sorte
    Die richtige Sorte ist unter vielen Gesichtspunkten wichtig – es bringt ökologisch wenig, irgendeinen asiatischen Zierbaum zu pflanzen. Pflanzen Sie besser Bäume, die in ihrer Region typisch sind. Der Baum wird besser wachsen und bietet auch hier heimischen Tieren etwas. Eine gute Wahl sind übrigens immer regionale Obstbäume.
  2. Der richtige Platz
    Der richtige Ort, an dem der Baum gepflanzt wird, ist ebenfalls wichtig. Zum einen muss er natürlich den natürlichen Bedürfnissen des Baumes entsprechen, also einen geeigneten Boden und passende Lichtverhältnisse bieten. Zum anderen müssen Sie bedenken, dass der Baum auch wächst – ist er zu nah an einem Haus kann er nicht richtig wachsen oder sie müssen ihn später fällen. Auch rechtliche Gesichtspunkte müssen Sie beachten, dabei insbesondere den Grenzabstand zum Nachbargrundstück. Es wäre ärgerlich, wenn Sie einen Baum pflanzen, ihr Nachbar dann aber später die Entfernung verlangen kann. Besser sprechen Sie sich mit ihm vorher ab. Bei Obstbäumen sollten Sie bedenken, dass diese Tiere aller Art anziehen können, darunter wegen Fallobst auch Wespen – wenn Sie damit ein Problem haben, pflanzen Sie einen Obstbaum nicht zu nah am Haus.
  3. Die richtige Zeit
    Die beste Pflanzzeit ist von mehreren Faktoren abhängig. So ist zunächst zwischen immergrünen und laubwerfenden Bäumen zu unterscheiden. Laubwerfende Bäume sollten Sie im Herbst anpflanzen, da sich der Baum dann ganz auf das Wachstum der Wurzeln konzentrieren kann. Bei immergrünen Bäumen ist der Zeitpunkt nicht ganz so relevant. Während Frost sollten Sie aber nie pflanzen.
  4. Das richtige Alter
    Klar, je größer ein Baum ist, desto schneller haben Sie was davon. Allerdings: Große Bäume sind auch teurer und wachsen im Zweifel nicht so gut an wie jüngere Bäume.
  5. Wurzelnackt oder nicht?
    Im Regelfall können Sie Bäume in drei Ausführungen kaufen: Wurzelnackt, mit Ballen oder im Topf (auch Container genannt). Dies hat auch Einfluss auf die richtige Pflanzzeit: Wurzelnackte Bäume, bei denen also keine Erde rund um die Wurzeln ist, sollten auf jeden Fall im Herbst gepflanzt werden. Bei jungen Bäumen im Topf ist der Pflanzzeitpunkt nicht ganz so wichtig, ebenso bei denen mit Ballen. Bei letzteren sollten Sie darauf achten, ob das den Erdballen umgebende Material entfernt werden muss oder nicht. Bäume, die ihre eigene Erde mitbringen, wachsen meist besser an als wurzelnackte.
  6. Das richtige Loch
    Das Loch, das Sie für Ihren Baum graben, sollte etwa den doppelten Durchmesser des Wurzelballens haben. Am besten geben Sie auch direkt etwas hochwertige Erde in das Loch. Es sollte übrigens nicht zu tief sein, damit die Wurzeln noch genug Sauerstoff bekommen. Meist erkennt man ja, wie tief der Baum in der Baumschule im Boden war – daran sollte man sich orientieren.
  7. Pfahl oder nicht
    Es kann sinnvoll sein, den Baum in den ersten zwei bis drei Lebensjahren mit Pfählen zu schützen. Dabei sollten Sie den Pfahl am beten vorher in den Boden treiben, damit Sie die Wurzeln des Baumes nicht verletzen. Sie sollten darauf achten, dass das Band, mit dem Sie den Baum an den Pfahl binden, nicht zu fest, aber auch nicht zu locker sitzt.
  8. Richtig Gießen
    Die meisten Bäume müssen Sie nach dem Pflanzen auch regelmäßig gießen, was insbesondere für im Frühjahr gepflanzte Exemplare gilt. Staunässe sollten Sie aber gleichfalls vermeiden. Auf jeden Fall: Nach dem Pflanzen sollten Sie nicht direkt in den Urlaub fahren, sonst finden Sie danach ggf. nur noch ein vertrocknetes Etwas vor.
  9. Was sonst noch zu beachten ist
    Je nach Baum und besonderer Situation können auch noch weitere Punkte zu beachten sein: Sie wohnen direkt am Wald? Dann könnte es z.B. notwendig werden, den Baum auch vor Wildbiss zu schützen. Obstbäume z.B. müssen gerade in den ersten Jahren beschnitten werden.
  10. Immer wieder tun
    Ein Baum ist gut, viele sind besser. Nicht nur, dass Sie von manchen Obstbäumen ohnehin wegen der Bestäubung gleich zwei pflanzen sollten – je mehr Bäume, desto besser. Und wenn in Ihrem Garten kein Platz mehr ist, überzeugen Sie Ihre Nachbarn, Schule, Kindergarten – oder spenden Sie Bäume für Menschen, die sich keinen leisten können. Und auch Streuobstwiesen und andere Bewaldungsprojekte können Ihre Hilfe gebrauchen!

Bild: Baum im Kornfeld (August Macke)

Meinung: pflanzt mehr Hecken – im richtig großen Stil

Manche kleine Maßnahmen können viel für die Umwelt bewirken – in dem Fall das Pflanzen von Hecken. Aufmerksam wurde ich darauf beim Garten von Nachbarn: Dort wurde eine Hecke durch einen Plastikzaun ersetzt. Und auf einmal waren diese Nachbarn ganz enttäuscht, dass viel weniger Vögel ihren Garten besuchten… warum wohl?

Daher mein Vorschlag: mehr Hecken pflanzen – und das nicht nur rund um Gärten. Besonders rund um Felder wie im Bild oben würden sie Sinn machen. Sie würde dort nicht nur verhindern, dass dem Bauern Menschen übers Feld trampeln, sondern auch vor Bodenerosion schützen, die zum immer größeren Problem wird. Dazu wäre sie auch Lebensraum für andere Pflanzen und Tiere und könnte so einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und Artenerhalt leisten. Und dass sie nebenher auch Schatten spendet und einen gewissen Lärmschutz bieten kann, sind weitere angenehme Nebeneffekte. Und möglicherweise ließen sich Schnittabfälle der Hecken z.B. auch zur Biogasgewinnung nutzen.

Es gibt also mehr als genug Gründe, dass nicht nur im heimischen Garten sondern insbesondere im großen Stil in der Landwirtschaft wieder Hecken angelegt werden – und das am besten mit heimischen Arten wie Weißdorn, Hainbuche, Weidengewächsen, Schlehe, Holunder, Stieleiche, Wildrosen, Brombeere…

10 Fakten zu Artikel 20a Grundgesetz – Staatsziel Schutz der Lebensgrundlagen und Tiere

  1. Artikel 20a Grundgesetz lautet:
    Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.
  2. Die Norm wurde zum 15. November 1994 ins Grundgesetz aufgenommen. Dem ging eine lange Diskussion voraus, die schon in den 1970er Jahren begann. Zum 1. August 2002 wurde der Artikel um das Staatsziel Tierschutz ergänzt.
  3. Seit den 1970er Jahren kennen auch viele Landesverfassungen entsprechende Staatsziele. Interessanterweise kommt der Umweltschutz im weitesten Sinne aber sogar schon in der Weimarer Reichsverfassung vor, in deren Artikel 150 es u.a. heißt: “Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft genießen den Schutz und die Pflege des Staates.
    Im übrigen ist aber auch schon vorher durch einzelne Artikel des Grundgesetzes deutlich geworden, dass der Staat der Umwelt nicht gleichgültig gegenübersteht, insbesondere aus den Kompetenzzuordnungen des Art. 74 GG (Pflanzenschutz und Tierschutz; Abfallbeseitigung, Luftreinhaltung und Lärmbekämpfung; Naturschutz und Landschaftspflege).
  4. Artikel 20a begründet bewusst kein subjektives “Grundrecht auf Umweltschutz” und auch keinen unmittelbaren Verfassungsauftrag, jedoch eine Leitlinie, die durch einfache Gesetze ausgestaltet werden muss. Die Ziele Umwelt- und Tierschutz können damit auch gewisse Einschränkungen auf an sich schrankenlose Grundrechte haben.
  5. Interessant ist, dass der Verfassungsgeber die Formulierung “natürliche Lebensgrundlagen” und nicht einfach “Umwelt” gewählt hat. Damit kann der Art. 20a so aufgefasst werden, dass damit nur die Lebensgrundlagen des Menschen gemeint sind, was sogar dem grundsätzlichen anthropozentrischen Ansatz unserer Verfassung entspricht. Es ist also durchaus umstritten ob auch die Umwelt, die eben keine Lebensgrundlage des Menschen darstellt, von Art. 20a umfasst wird. Vereinfacht gesagt: Wasser ist zu schützen, aber ist es auch das Edelweiß?
  6. “und die Tiere” ist erst 2002 ergänzt worden. Dadurch werden keine individuelle Eigenrechte einzelner Tiere begründet. Deren besondere Stellung wird so aber nochmals hervorgehoben. Auf jeden Fall ist klargestellt, dass von der Norm alle Tierarten und nicht nur die, die auch eine Lebensgrundlage für den Menschen bilden – wie z.B. die Honigbiene im Gegensatz zur Katze.
  7. Besonders hingewiesen wird auf die Verantwortung für “künftige Generationen”. Dies unterstreicht, dass Art. 20a eben die Lebensgrundlagen des Menschen schützen soll und dass Ressourcen erhalten werden sollen.
  8. Mit der Verpflichtung zu “schützen” ist gemeint, dass eben nicht nur “nicht geschädigt” werden soll, sondern ganz gezielt auch aktive Schutzmaßnahmen ergriffen werden können und sollen.
  9. Verpflichtet zum Schutz wird der Staat, eine unmittelbare Drittwirkung für (nicht staatliche!) Unternehmen und Privatleute entfaltet Art. 20a nicht. Allerdings ist der Gesetzgeber durch Art. 20a gehalten, durch Gesetze Private ggf. zum Schutz der Lebensgrundlagen und Tiere zu verpflichten.
  10. Gerade bei diesem Artikel möchte ich mit einer etwas ausführlicheren kritischen Würdigung schließen. Auch wenn die Aufnahme dieses Staatsziels grundsätzlich positiv zu sehen ist, kann man Art. 20a im Detail durchaus auch negativ sehen. Nach hier vertretener Auffassung hätte das Staatsziel besser in Art. 20 selbst untergebracht werden können. Zudem ist die gesamte Formulierung unglücklich, da sie überflüssige Beschränkungen enthält. So ist es an sich selbstverständlich, dass das Staatsziel “im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung” umzusetzen ist. Diese Einschränkungen könnte man sogar so weit auslegen, dass der gesamte Art. 20a zu einer reinen floskelhaften, augenwischenden Plattitüde ohne echte Wirkung verkäme. Auf das Problem, ob wirklich die gesamte Umwelt Ziel des Schutzes ist, habe ich bereits hingewiesen (siehe oben Punkt 5). Alles in allem halte ich es für wünschenswert, dass der Verfassungsgeber Art. 20a abschafft und Art. 20 Absatz 1 ergänzt: “Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat, der auch dem Schutz der Umwelt verpflichtet ist.

Einsatz für Aufforstung – seit 2011

Das Thema CO2 Reduktion ist momentan in aller Munde. Und als ein Teil der Lösung des Problems wird inzwischen auch die massive Aufforstung gesehen.

Dabei fiel mir ein, dass ich schon 2011 angefangen hatte, eine Website zum Thema “Bewaldung” zu erstellen. Aus Zeitgründen – und da es damals noch niemanden wirklich interessierte – kam sie über eine rudimentäre Baustelle nie hinaus. Und irgendwann habe ich die Domain bewaldung.org dann sogar gelöscht, in der Waybackmachine hat sie immerhin noch Spuren hinterlassen.

Folgenden Text konnte man darauf lesen:

Entsiedlung und Bewaldung von Gebieten.

Viele Landstriche in Deutschland sind nur noch schwach besiedelt. Dennoch wird dort aufwendige Infrastruktur vorgehalten. Strassen, Klärwerke, Energieversorgung, Schulen und vieles mehr nur noch für wenige Bewohner. In vielen Fällen führt dies nicht nur zu hohen Infrastrukturkosten je Bewohner, sondern auch zu einer schlechteren Qualität derselben.

Daher sollten solche Landstriche entsiedelt und bewaldet werden.

Teile des neuen Waldes werden naturbelassen, andere in unterschiedlicher Intensität genutzt.

  • zusätzlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
  • CO2 Speicher.
  • Gewinnung von Holz als natürlicher Werk-, Bau- und Brennstoff.
  • Gezielte Nutzung von Lebensmitteln aus dem Wald.
  • Erholungsgebiet.
  • Geringere Kosten für Infrastruktur.
  • Wild.

Ich finde alles diese Punkte sind heute mindestens so aktuell wie damals – und daher werde ich hier im Blog wieder mehr zum Thema Aufforstung schreiben.