Twitter: Themen folgen und entfolgen

Twitter versucht, einem Inhalte, die über die eigene Bubble hinausgehen, schmackhaft zu machen. Eine der wichtigsten Funktionen dazu sind die Themen. „Twitter: Themen folgen und entfolgen“ weiterlesen

Dieses Blog ist ein schlechtes Vorbild

Wulff, RTL Dschungelcamp, Windows Phone, gutes Essen, zu Guttenberg, Bücher, Musik, Webtrends – das sind nur einige der Themen, die ich hier in meinem privaten Blog von Anfang an aufgegriffen haben. Die Tagcloud rechts wird Ihnen das bestätigen und noch mehr absurde Dinge zu Tage fördern.

Ein ziemlich bunter Themenmix also. Und da rate ich allen Neubloggern: bitte nicht nachmachen. Zumindest dann nicht, wenn Sie mit ihrem Blog wirklich erfolgreich sein wollen.

Denn grundsätzlich ist es sinnvoll, sich auf einen Themenkomplex zu konzentrieren – oder zumindest nur sehr eng verwandte Themenbereiche zu behandeln. Denn nur dann wird es Ihnen gelingen, eine regelmäßige Leserschaft aufzubauen, die jeden Tag gespannt vorbeischaut, was es neues bei Ihnen gibt – oder die gar Ihren RSS Feed abonniert. Doch der gemeine Webworker – der hier durchaus den ein oder anderen für ihn interessanten Artikel finden wird – wird von meinen Wulff-Beschimpfungen eher gelangweilt wenn nicht gar abgeschreckt sein. Und umgekehrt.

Als ich mit diesem Blog angefangen habe, sollte es einen Schwepunkt im Bereich Webthemen geben – doch irgendwann habe ich beschlossen, hier generell über Menschen und Dinge schreiben, die mich gerade beschäftigen und interessieren.

Und so soll es hier auch bleiben, wirr, bunt, mit viel Meinung, mal oberflächlich, mal tiefgründig.

In diesem Sinne baue ich den/das Blog gerade auch um. Das neue Design ist schon seit einiger Zeit online und die Einordnung der Artikel in weniger Kategorien ist auch schon fast abgeschlossen. Und es wird sich noch einiges mehr ändern. Fokussiert wird sich mehr oder weniger bei meinen anderen Projekten.

Viel Spaß.

Worüber twittern deutsche top-twitterer?

Der geneigte regelmäßige Leser dieses Blogs wird es mitbekommen haben (also keiner): ich beschäftige mich zur Zeit mehr mit twitter.

Was mich heute morgen interessiert hat: Worüber twittern deutsche Top-Twitterer. Um das herauszufinden, habe ich 100 zufällige deutschsprachige, überwiegend deutschsprachige oder ein deutsches Publikum adressierende twitter-Accounts mit mehr als 25.000 Followern herausgesucht und thematisch eingeordnet.

Jedes Thema, das von fünf oder mehr Usern bedient wurde, ist hier einzeln aufgeführt:

themen-twitter-accounts

Die meisten befassen sich tatsächlich mit Web 2.0 Themen und Marketing im weitesten Sinne. Es sind überwiegend Consultants, Referenten, Autoren, einzelkämpfende Betreiber von Websites sowie Pressesprecher und Social Media Evangelists von Unternehmen. Immerhin 48% der Accounts zählen zu dieser Gruppe.

Es folgen große Medienseiten (Spiegel, ZDF) mit 9%, Musiker und Künstler (Dieter Nuhr) mit 8% und gleichauf, twitterer zum Thema Finanzen/Recht und Karriere. Umwelt und Gesundheit mit 7% und sagenhafte 6% Justin-Bieber Fans und Fanclubs.

Unter den Sonstigen (14%) sind z.B. ein klassischer Corporate Account (Lufthansa), zwei Frauen, die wohl auf Dekolleté setzen, Privatpersonen, Kochen/Essen Esoterik… eine bunte Mischung.

Dabei stellt sich die provokante Frage, ob die top-twitterer (ähnlich wie die deutsche Blogosphähre) eine inzestiöse Veranstaltung ist…

Das richtige Thema für Blogger aus Leidenschaft

Dieser Artikel widmet sich nur an angehende Blogger, die die Frage, ob sie mit ihrem Blog Geld verdienen wollen mit “Ja” oder zumindest “Vielleicht” beantworten können.

Und sie müssen sich ja für ein Thema entscheiden – ein Blog, der vermarktet werden soll, muss eine klare Ausrichtung haben.

Einfach ist die Entscheidung für Blogger, die sich berufen fühlen, über eine Ihrer Leidenschaften zu berichten: Ob Koi-Zucht, Kochen, Radeln, Modelleisenbahnen, Marathon – schreiben Sie über das, was Sie ohnehin in Ihrer Freizeit interessiert.

Das gleiche gilt, wenn Sie in einem bestimmten Bereich Experte sind: keiner kennt EXCEL so gut wie Sie? Sie sind Experte für B-Movies der 1950er Jahre? SEO ist Ihr Spitzname? Bloggen Sie darüber! Bedenken Sie aber immer, welche Wirkungen das in Ihrem sozialen Umfeld haben kann. Auch wenn Sie profunder Kenner der Frühwerke von Michaela Schaffrath sind – darüber bloggen sollten Sie vielleicht nicht unbedingt.

Ihre Arbeit ist Hobby? Kein Problem: so wird ein recht erfolgreicher Blog von einer Apothekerin aus der Schweiz geschrieben, die über ihre Apotheke und die Vereinbarkeit mit ihrem Familienleben schreibt. Lesenswert. Ebenso der Edekaner.

Als angestellter Arbeitnehmer sollten Sie aber vorsichtig sein, dass Sie keine Betriebsgeheimnisse verraten und sich auch sonst nicht den Zorn Ihres Vorgesetzten und Ihrer Kollegen zuziehen: Beiträge wie “Der Chef stinkt heute zur Abwechslung nicht nach Jack Daniels sondern nach Chantre und hat sich von den Lieferanten wie üblich übern Tisch ziehen lassen.” oder “Die alte Meier aus der Buchhaltung müsste auch mal wieder dringend duschen, war das letzte mal wohl vorm Krieg.” machen sich nicht unbedingt gut.

Sie haben zu viele Leidenschaften? Dann gehen Sie strategisch an die Entscheidung: was bringt Geld und Ruhm – und entscheiden sich für das Thema, das einerseits gut monetarisierbar ist, andererseits noch nicht zu hart umkämpft ist.

Das richtige Blog-Thema: Fokussieren Sie sich

Über die verschiedenen Bloggertypen habe ich etwas überspitzt schon geschrieben. Wenn Sie den Artikel noch nicht gelesen haben, sollten Sie das nachholen und sich ehrlich einordnen. Und Sie sollten über eine weitere Sache nachdenken: will ich mit meinem Blog irgendwann Geld verdienen? (Diese Frage werden Sie sich übrigens noch öfter stellen müssen.)

Wenn Sie diese wirklich kategorisch ablehnen und Geld verdienen im Internet aus religiösen oder anderen ethischen Gründen ablehnen, müssen Sie sich über das Thema keine so großen Gedanken machen. Schreiben Sie, worüber Sie wollen – das soll jetzt nicht abwertend klingen: transportieren Sie Ihre Leidenschaft, teilen Sie Ihren Standpunkt mit, machen Sie sich keine Gedanken über mögliche Konsequenzen – zumindest nicht in Hinblick auf die Monetarisierung Ihres Blogs. Sie sind frei – ein schönes Gefühl.

Wenn Sie aber mit „Vielleicht“ oder gar einem klaren „Ja“ antworten, sollten Sie sich über das Thema Ihres Blogs mehr Gedanken machen. Hierzu einige Denkanstöße.

Zunächst sollten Sie sich bei einem Blog, mit dem Sie Geld verdienen wollen, auf ein Thema festlegen. So kann es auch sinnvoll sein, zwei Blogs zu führen (mehr schaffen Sie nur, wenn Sie sonst nichts oder nur wenig arbeiten – Ausnahmen bestätigen die Regel).

Hierzu gleich ein konkretes Beispiel: Bei meinem (ehemaligen) Blogprojekt umstellung.info geht es um die Umstellung der eigenen Lebensgewohnheiten mit einem Schwerpunkt auf Ernährungsumstellung. Auf der einen Seite behandle ich damit ein Thema, das mich sehr interessiert und bei dem ich andererseits die Möglichkeit sehe, langfristig Werbeerlöse zu erzielen. Eine ideale Ausgangsbasis. Was umstellung.info anging, warich also “Profiblogger”. Dementsprechend fokussiere ich mich auf diesen Themenbereich. Ein Artikel über die verschiedene Bloggertypen oder über meine schnelle Meinung zu Apple hätten dort einfach nicht in den Kontext passen – haben aber hier bei severint.net ihren Platz gefunden. Hier bin ich “Selbstdarsteller” und schreibe über alles, was mich interessiert: von Medien, Vorlieben, viel Web 2.0 (schließlich muss ich ja zeigen, was für ein toller Hecht ich bin) und sogar Politik oder provozierende Ansichten. Zwar ist auch hier Werbung eingebunden, diese ist aber nur ein reines Experiment. Wenn ich damit einen kleinen Teil der Hostingkosten hereinbekomme, bin ich schon glücklich. Beide Blogs haben also eine völlig andere Ausrichtung und eine Vermischung wäre fatal.

Ein zweites Beispiel. Nehmen wir an, Ihr Hobby ist die Koi-Zucht – worüber Sie in Ihrem privaten Blog schreiben. Irgendwann ist Ihr Blog ganz vorne bei Google zu finden, wenn nach den japanischen Fischen gesucht wird. Und so etwas weckt Begehrlichkeiten – Deutschlands führender Koi-Importeur will Ihren Blog kaufen. Blöd wenn zwischen den Artikeln über Hikarimoyomono und Utsurimono über das letzte Kindergartenfest und Ihre Vorliebe für “DIE LINKE” berichtet wird. Nicht schön: 15.000 Euro in den Wind geschossen.

Wenn Sie also mit Ihrem Blog Geld verdienen wollen, sollten Sie sich im Vorhinein genaue Gedanken über die Themenbreite machen, die Sie abdecken wollen.

Dieser Artikel wurde am 29.06.2016 aktualisiert!