Meinung: Warum Kinder nicht wie Steve Jobs, Elon Musk oder Jeff Bezos denken sollten (jedenfalls nicht alle)

Immer wieder hört und liest man es: Sei wie Steve Jobs. Schüler und Studenten sollten sich am Apple Gründe als Vorbild orientieren. Frank Thelen schlägt jetzt in einem Beitrag auf Xing in die gleiche Kerbe:

Kinder müssen lernen, wie Elon Musk und Jeff Bezos zu denken.

Wird dort getitelt.

Und so sehr ich mit Frank sonst übereinstimme: Hier möchte ich ihm deutlich widersprechen.

Jobs war ein überaus schwieriger Mensch, wie diese 11 Fakten über ihn zeigen, die Methoden wie er Apple groß gemacht sind in Details durch fragwürdig. Musk überschreitet die Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn immer mal wieder in beide Richtungen und ist ein Egomane erster Güte. Bezos kennt geschäftlich kaum Skrupel.  So wichtig die Beiträge von Jobs, Musk oder Bezos für die digitale Wirtschaft auch sind – in einer Gesellschaft in der nur noch diese Werte und diese Charakterzüge gelten, möchte ich nicht leben. Wir brauchen keinen neuen Konformismus durch eine Meute egozentrischer Narzissten.

Und die Krankenschwester, die ohne zu sehr an sich zu denken, für andere da ist, der Wissenschaftler, der jahrelang am nächsten Krebsmedikament forscht, ohne die große Bühne zu suchen oder der Koch im Altenheim sind genau so wichtig wie der nächste Elon Musk.

Was wir brauchen ist Vielfalt und Kinder, die ihre eigene Persönlichkeit ausleben.

Bild: Narziss (Hans von Marées)

10 Fakten zum 1. April

  1. Zur Tradition am heutigen Tage gehört es, seine Mitmenschen “in den April zu schicken”, d.h. mit einem Scherz hineinzulegen. In den meisten europäischen und westlichen Ländern ist dieser Brauch, den es seit dem 16. Jahrhundert gibt, verbreitet. Einen besonderen Boom erleben Aprilscherze durch das Internet.
  2. Irene und Hugo haben heute Namenstag.
  3. Adolf Hitler wird wegen des missglückten Hitler-Putsches am 9. November 1923 zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.
  4. In Berlin wird am 1. April 1881 das erste Telefonnetz Deutschlands in Betrieb genommen. Es gibt 48 Anschlüsse.
  5. Das ZDF startet heute 1963 seinen offiziellen Sendebetrieb.
  6. Intel stellt heute 1972 mit dem 8008 seinen ersten 8-Bit Prozessor vor.
  7. 1976 gründen Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne die Firma Apple Computer. Das Startkapital in Höhe von 1.750 US$ bringen sie durch den Verkauf von Jobs’ VW Bus und Wozniaks HP-Taschenrechner auf.
  8. Der Chef der Treuhandanstalt, Detlev Rohwedder, wird 1991 in seinem Haus in Düsseldorf mutmaßlich von der RAF erschossen. Möglicherweise sind auch ehemalige Mitglieder der STASI in die Ermordung verwickelt.
  9. Ingrid Steeger, eine beliebte Schauspielerin der alten Bundesrepublik (z.B. Klimbim), kommt 1947 auf die Welt.
  10. Otto von Bismarck wurde am 1. April 1815 geboren.

Bild: Von Konstantin Lanzet – CPU Collection Konstantin LanzetCamera: Canon EOS 400D, GFDL, Link

indieserminute.de – die Geschichte eines kleinen Webprojekts

indieserminute

Update am 4. August 2019 – Das Projekt indieserminute.de ist auf diese Seite hier umgezogen und unter dem Menüpunkt “jetzt” zu finden.

Am 23.04.2011 – meinem Geburtstag – schaute ich zufällig um 23:04 h auf die Uhr und fragte mich, was wohl in dieser Minute schon einmal passiert sein könnte. Es sollte dann aber bis zum 12. Juli 2011 dauern, dass ich die Domain indieserminute.de registrierte und dann auch mit der Realisierung des Gedankens begann:

Eine Website, die für jede Minute des Tages ein passendes Ereignis auflistet.

Fast fünf Jahre später, am 17. März 2016, war es geschafft. Für jede der 1.400 Minuten des Tages wurde ein mehr oder weniger passender Inhalt gefunden. Atomunfall in Fukushima? Steve Jobs’ Geburtsminute? Twin Towers am 11. September 2001? Eisenbahnunglücke? Irgendetwas ist in einer der Minuten des Tages schon einmal passiert.

Und wenn Sie die Seite aufrufen, wird Ihnen der zu der aktuellen Minute passende Inhalt automatisch angezeigt. Alternativ können Sie nachschauen, was in der Minute Ihrer Wahl passiert ist.

indieserminute.de ist gleichzeitig das wohl unsinnigste und spannendste Webprojekt, dem ich mich je gewidmet habe. Und einige male in den letzten Jahren dachte ich daran, es einfach sein zu lassen. Zu groß war aber der Ehrgeiz, die 1.400 Minuten voll zu kriegen. Und so gab es neben Wochen, in denen ich gar nichts an der Seite gemacht habe, auch durchrecherchierte Nächte. Eben ein Auf und Ab.

Quellen der Seite sind natürlich die deutsche und die englische Wikipedia, Protokolle des Bundestags und anderer Parlamente, Archive von Tageszeitungen und Magazinen, Polizeiberichte, Google und Facebook sowie twitter. Noch nicht sicher bin ich mir, ob ich die Seite so lassen soll, wie sie jetzt ist oder ob ich in Zukunft Ergänzungen vornehmen soll – das wird die Zeit zeigen.

Aber so oder so: Ob Sie wissen wollen, was in der Minute Ihrer Geburt (oder der Ihrer Kinder) passiert ist oder einfach nur neugierig sind – indieserminute.de soll nicht nur informieren, sondern in erster Linie Anstöße zum Nachdenken geben.

10 Fakten zum 24. Februar

  1. Es gibt ein im Deutschland des 19. Jahrhunderts sehr populäres Drama von Zacharias Werner mit dem Titel “24. Februar“, das am heutigen Tage spielt.
    Estland feiert heute seinen Nationalfeiertag. Erinnert wird an die Unabhängigkeitserklärung 1918.
    Matthias hat heute Namenstag.
  2. Heute im Jahre 1582 ergeht die päpstliche Bulle “Inter gravissimas curas”, mit der Papst Gregor XIII. den später nach ihm benannten Gregorianischen Kalender einführt. Die Reform wurde notwendig, da die Schaltregeln des julianischen Kalenders zu wenig exakt waren und es daher schon zu einer Verschiebung zwischen Kalendertag und eigentlichem Sonnenjahrestag von 10 Tagen gekommen war. Im Oktober 1582 wurden diese 10 Tage dann einfach ausgelassen – auf den 4. Oktober folgte direkt der 15. Oktober. Entwickelt wurde die Reform maßgeblich von dem von dem Jesuitenpater Christoph Clavius. Der gregorianische Kalender ist das heute weltweit führende Kalendersystem.
  3. 1793 finden in der Mainzer Republik Wahlen zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent statt. Es handelt sich damit um das erste nach demokratischen Prinzipien gewählte Parlament auf deutschem Boden – auch wenn nur die Männer wählen durften.
  4. Im Fall Marbury v. Madison formuliert der der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten (SCOTUS) im Jahr 1803 sein Recht, Bundesgesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit hin zu überprüfen und für nichtig zu erklären (Judicial Review). Das Konzept der Verfassungsgerichtsbarkeit ist geboren.
  5. 1920 wird die “Deutsche Arbeiterpartei” in “Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei” (NSDAP) umbenannt. Adolf Hitler verkündet im Münchner Hofbräuhaus das 25-Punkte Programm der Partei.
  6. Die ersten Zahnbürsten mit den heute gebräuchlichen Nylon-Borsten werden heute im Jahre 1938 hergestellt.
  7. Das Bundesverfassungsgericht erklärt 1971 das Veröffentlichungsverbot des Buchs “Mephisto: Roman einer Karriere” von Klaus Mann für verfassungsgemäß, da darin die Persönlichkeitsrechte des Schauspielers Gustaf Gründgens verletzt würden, der darin kritisch beschrieben wird. Das “Mephisto Urteil” setzt Maßstäbe für das Verhältnis zwischen Kunstfreiheit und Persönlichkeitsrechten.
  8. Die Bodenoperationen im Rahmen von “Desert Storm” zur Befreiung des vom Irak besetzten Kuwait beginnen 1991.
  9. Wilhelm Grimm wird 1786 geboren.
  10. Steve Jobs kommt 1955 auf die Welt.

10 Fakten zum 24. Januar

  1. Am heutigen 24. Januar verkündet der Papst jeweils seine Botschaft für den “Welttag der sozialen Kommunikationsmittel”, der dann am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen wird. Der Tag wurde 1963 eingeführt, um Kirche und moderne Massenmedien enger zu verbinden. Der heutige Termin für die Veröffentlichung der Botschaft wurde auf den Namenstag von Franz von Sales gelegt, der der Schutzpatron der Journalisten ist.
  2. Vera, Milena, Arno und Franz haben heute Namenstag.
  3. Das erste Dosenbier kommt 1935 in den USA in den Handel.
  4. Im bereits von den Alliierten befreiten Aachen erscheint mit den Aachener Nachrichten am heutigen Tag im Jahr 1945 die erste deutsche Nachkriegszeitung, obwohl der zweite Weltkrieg noch nicht zu Ende ist.
  5. 1950 beschließt das Politbüro der “DDR” die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit.
  6. 1986 fliegt die Raumsonde Voyager 2 am Uranus vorbei und entdeckt dabei zwei weitere Ringe des Planeten (1986).
  7. Steve Jobs stellt 1984 den ersten Mac, den Macintosh 128, vor. Der Computer wird angetrieben von einer Motorola 68000 CPU mit 8MHz, hat 128 KB RAM und ein 3,5″ Diskettenlaufwerk mit 400 KB Kapazität. Der monochrome 9″ Monitor und das System bilden eine Einheit. Betriebssystem ist das “System”, später Mac OS genannt, das schon mit der Maus bedient wird und über Drag and Drop, Undo, Papierkorb und andere moderne UI-Elemente verfügt. In den USA liegt der Einführungspreis bei 2.495 US$, in Deutschland bei rund 10.000 DM.
  8. Der Nachrichtensender N24 nimmt im Jahr 2000 seinen Sendebetrieb auf.
  9. Musiker Neil Diamond (Hello Again) wird 1941 geboren.
  10. Joachim Gauck kommt 1940 auf die Welt.

Bild: w:User:Grm wnr – Modifications of Image:Macintosh 128k.jpg and w:Image:Macintosh 128k No Text.jpg, CC BY-SA 3.0, Link

10 Fakten zum 9. Januar

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  1. Adrian und Julian haben heute Namenstag.
  2. In Basel wird 1349 ein Großteil der jüdischen Bevölkerung verbrannt, da ihr die Schuld an der Pestepidemie sowie Brunnenvergiftungen vorgeworfen werden.
  3. Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheimer (kurz Joseph Süß Oppenheimer), ehemaliger Geheimer Finanzrat und politischer Ratgeber von Herzog Karl Alexander von Württemberg, wird 1738 wegen angeblichen Hochverrats, Majestätsbeleidigung, Beraubung der staatlichen Kassen, Amtshandel, Bestechlichkeit, Schändung der protestantischen Religion und sexuellen Umgangs mit Christinnen zum Tode verurteilt, obwohl keinerlei Beweise für seine Schuld vorliegen. Der Stoff wird häufig verarbeitet, u.a. von Lion Feuchtwanger mit dem Roman “Jud Süß“.
  4. Heute im Jahr 1794 richten einige deutsche Einwanderer in den USA eine Petition an den US-Kongress, dass Gesetzestexte auch in deutscher Sprache veröffentlicht werden sollen. Der Antrag wird mit 42:41 Stimmen abgelehnt. Hieraus entsteht die sog. Muhlenberg-Legende, derzufolge es eine Abstimmung über Deutsch als (zweite) Amtssprache in den USA gegeben habe, die an der Stimme des deutsch-Amerikaners Frederick Muhlenberg gescheitert sei – solch eine Abstimmung hat es aber nie gegeben und Muhlenberg hat auch an der Abstimmung über die Petition nicht teilgenommen. Er soll aber in diesem Zusammenhang gesagt haben: “Je eher die Deutschen Amerikaner werden, desto besser.” Die USA sind übrigens einer der wenigen Staaten der Welt, die keine festgeschriebene Amtssprache haben.
  5. Das “Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie” wird 1907 in Deutschland erlassen.
  6. 1951 wird das Hauptquartier der UN in New York offiziell eröffnet.
  7. Die serbische Minderheit in Bosnien-Herzegowina ruft 1992 die Republik Srpska aus; dies wird maßgeblich für die Entwicklung des Bosnien-Kriegs sein.
  8. Das iPhone wird 2007 von Steve Jobs vorgestellt.
  9. Kurt Tucholsky wird 1890 geboren.
  10. Richard Nixon kommt 1913 auf die Welt.

10 Fakten zum 3. Januar

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  1. Adele, Hermine und Irma haben heute Namenstag.
  2. Großbritannien erhält 1833 Jahren durch die Errichtung eines Flottenstützpunkts die Kontrolle über die Falklandinseln.
  3. Heute im Jahr 1834 erscheint das “Börsenblatt für den deutschen Buchhandel” zum ersten mal.
  4. Alaska wird 1959 der 49. Bundesstaat der USA. Vorher hatte das Gebiet nur den Status eines Territoriums.
  5. Die erste elektrische Armbanduhr kommt 1957 auf den Markt.
  6. Fidel Castro wird 1962 von Papst Johannes XXIII. exkommuniziert.
  7. Apple stellt 1983 den Computer Lisa vor. Es ist einer der ersten kommerziell verfügbaren Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche und Mausbedienung. Der Motorola 68000 Prozessor ist mit 5 MHz getaktet, 512 KB Arbeitsspeicher sind an Bord, als Massenspeicher dienen zwei 5 1/4 Zoll Diskettenlaufwerke und LisaOS beherrscht sogar Multitasking. Der hohe Preis von 30.000 DM in Deutschland (rund 10.000 US$ in den USA) sollten aber einen wirtschaftlichen Erfolg verhindern. Benannt ist das System übrigens nach der Tocher von Steve Jobs.
  8. 1993 tritt der damalige Bundeswirtschaftsminister Jürgen Möllemann wegen der Briefbogen-Affäre zurück. Er hatte unter seinem Minister-Briefbogen Werbung für den “Pfand-Chip” eines angeheirateten Vetters gemacht (“eine clevere Idee”).
  9. Cicero wird 106 v. Chr, geboren.
  10. Konrad Duden kommt 1829 auf die Welt.

Bild: Apple Lisa, aufgenommen von Simon Claessen. CC-BY SA 2.0 Lizenz.

Zitate und Sprüche rund um Apple

  • Steve Jobs würde kotzen.
    Kommentar eines Käufers zum iPhone 5. Viele Fans hatten Probleme damit, dass der Formfaktor geändert wurde.
  • Hype gerechtfertigt: iPhone 5 heilt Krebs, verursacht Orgasmen und schleudert Blitze.
    Aus “Der Postillon“.
  • Die anderen haben eben iPhohne.
    Peter Glaser
  • You almost wanted to hear Tim Cook say, “Well, it’s a tad bit fatter than the 4S.” Just for something different.
    Susan Steade
  • Apple is just the Church of Scientology of Consumer Electronics.
    Quelle unbekannt.
  • This is the Apple way. They’re like a religious cult.
    Bono

Ein Blick in die Zukunft von Apple

Fazit des Artikels: Apple wird ein Unternehmen wie viele andere, wenn es nicht bald wieder ein neues disruptives Produkt vorstellt.

Die von mir gerne gelesene britische Tageszeitung theguardian brachte es mit einer interessanten Analyse auf den Punkt:

Every empire crumbles
Apple is losing its hip and unpredictable edge as it risks being left behind by the very technology it helped to proliferate…
Quelle: theguardian

The New Yorker Cover - August 9, 2010Letztlich meint der Autor Victor Keegan, dass Apples wichtigstes Produkt, der iPod, nicht mehr genug Kraft habe, das Wachstum des Unternehmens weiter anzutreiben und Apple ein neues disruptives Produkt brauche, um den hohen Erwartungen wieder gerecht zu werden.  Moment – schrieb ich gerade iPod – und ist es Ihnen aufgefallen? Ja, denn der Artikel stammt aus dem Jahr 2006. Welches Produkt Steve Jobs dann vorstellte, ist bekannt: das iPhone, mit dem der gesamte Smartphone Markt, wie wir ihn heute kennen, erst geschaffen wurde.

Apples größtes Problem ist aber: das Unternehmen steht und fällt mit dem Erfolg des iPhone, wie Dan Frommer anschaulich herausgearbeitet hat. Macs und iPads sind für Wohl und Wehe der Kalifornier nicht so wichtig. Von den iPods will ich erst gar nicht sprechen.

Was das iPhone angeht, sind Presse und Kunden jedoch zunehmend kritisch: So wirkt “iOS so was von 2007”,die Konkurrenz von Nokia mit dem Lumia 920 und Samsung ist technisch deutlich weiter, es gibt Massen an günstiger Android Konkurrenz und neue preisagressive Windows Phone Angreifer wie das Lumia 620 oder das Huawei Ascend W1. Ganz wesentlich aber: das Ökosystem läuft nicht so rund, wie man das von Apple erwarten dürfte; das Apple Maps Desaster ist da nur die Spitze des Eisbergs – fragen Sie mal Apple Nutzer nach Problemen mit der Cloud und der Synchronisation von Daten…

All das zeigt sich auch an der Börse. Der Aktienkurs bewegt sich um die 500US$ (in dieser Minute in der ich das schreibe sogar auf den Cent genau) nachdem er am 19. September 2012 bei 702,10 US$ lag.

Sicher, Apple wird 23. Januar mit den neuen Quartalszahlen nochmals iPhone und iPad Rekordabsätze und wahrscheinlich auch einen Rekordumsatz präsentieren. Der Gewinn könnte hingegen durchaus rückläufig sein, zumindest in Relation zum Umsatz. Und schon für die nächsten Quartalsergebnisse erwarte ich eine deutlichere Abkühlung in allen Bereichen.

Klar ist aber auch – ernsthafte Sorgen machen muss man sich um Apple in den nächsten Jahren nicht. geschätzte 150 Milliarden US$ in der Kriegskasse, eine riesige iPhone Installationsbasis und ein harter Kern an unbelehrbaren Fanboys sorgen dafür, dass wir auch in Zukunft immer mal was neues aus Cupertino hören werden.

Doch was wird Apple tun?

Zuletzt sorgte man für weiterhin gute Ergebnisse, indem man neue Produktvarianten in immer kürzeren Abständen vorstellte und die Preise hoch hielt. Angesichts deutlich preisgünstigerer Konkurrenz auf technischer Augenhöhe, mangelnden echten Innovationen und der Verärgerung der Stammkunden über zu schnelle Modellwechsel (zwischen dritter und vierter iPad Generation lagen gut 8 Monate) kann dieser Weg aber nicht dauerhaft beschritten werden.

Eine Expansion in Emerging Markets bietet zwar Wachstumspotential – der iOS Marktanteil in Indien z.B. liegt gerade mal bei 0,9% – doch spricht hier einerseits der hohe Preis der Produkte dagegen, andererseits konnten sich hier die günstigen Androiden gut etablieren und Nokia ist im asiatischen Raum mit den Lumias und den sehr günstigen Asha Phones recht erfolgreich. Zudem würde eine Niedrigpreispolitik die Erträge deutlich schmälern.

Daneben wird über ein einfacheres und preisgünstigeres iPhone auch für die Stammärkte spekuliert. Doch zeigte sich schon beim iPad Mini, dass dessen Verkäufe deutlich zu Lasten des “großen” iPad gehen. Es mag durchaus sein, dass Apple diesen Weg der preisgünstigeren Varianten auch im iPhone gehen wird, doch wäre dies auf jeden Fall ein Bruch mit der bisherigen klaren Linie und würde auf die Gewinne drücken.

Aber auch eine noch weitere Diversifizierung der iPhone Familie ist denkbar: das Low-Cost Einsteigermodell, das “normale” iPhone mit 4″ Display und ein High-End iPhone mit 4,8″ für Datenblattfresser und Power User. Und dann noch ein 5,5″ Phablet zwischen iPhone und iPad mini…

So oder so – Apple würde damit ein Hersteller unter vielen, der sich noch stärker als bisher der Konkurrenz von Samsung, HTC, dem wiedererstarkenden Nokia und anderen Anbietern stellen muss.

Zu neuen Höhen – besonders an der Börse – könnte Apple also nur ein neues disruptives Produkt führen. Ob ein iPhone 5S oder iPhone 6 ausreichend wäre, wage ich einmal zu bezweifeln – selbst wenn es mit Lichtfeldkamera und Fingerabdrucksensor ausgestattet wäre. Ein Reality Distortion Field ist ja schon seit dem iPhone 3GS eingebaut.

Am Apple Fernseher wird schon lange gearbeitet und Vorarbeiten hat sicherlich schon Steve Jobs geleistet, doch soll das Projekt langsamer vorankommen als gedacht und der Bedienansatz gerüchteweise bei Testnutzern durchgefallen sein.

Eine Uhr? Das wäre zu wenig. Heimautomation wäre ein anderes weites Feld – doch bleibt letztlich alles Spekulation.

Insbesondere stellt sich die Frage, ob Apple in der Lage ist, ohne Steve Jobs ein marktumkrempelndes Prodikt zu entwickeln und einzuführen.

Und so steht Apple wieder einmal mehr am Scheideweg. History repeating.

Bild: (c) Allposter / The New Yorker

Anhang: Lesenswerte Beiträge zum Thema:

Apple iPhone 5 – die Magie ist weg

Eines gebe ich direkt zu: Ich mag Apple nicht. Apple ist für mich “the Church of Scientology of Consumer Electronics”.

Ich gebe aber auch direkt zu dass, ich bei jeder Präsentation eines neuen iPhones etwas neidisch wurde – brachte doch Apple eine neue Bestmarke bei der Technik, setzte besondere Akzente in Sachen Design und Bedienung und stellte innovative neue Funktionen vor. Kurz: das neue iPhone war schon immer von einer magischen Aura umgeben, der auch ich mich nie so ganz entziehen konnte.

Bei der Vorstellung des iPhone 5 war es anders. Bis zur letzten Minute wartete ich darauf, dass “one more thing” aus dem Hut gezaubert würde. Das iPhone 6, mit einem Super-Retina-Display mit 2.272*1280 Pixeln, NFC und 128 GB Speicher. Die Überraschung blieb freilich aus.

Und so ist das iPhone 5 ein zaghaftes Smartphone, das den Zustand der Firma Apple im Jahre 1 nach Steve Jobs widerspiegelt. Sicher, das Unternehmen strotzt noch vor Kraft, aber man merkt, dass doch die Frage “Was würde Steve dazu sagen?” durch die Gänge schwebt – und keiner die rechte Antwort weiß.

Technisch jedenfalls setzt das iPhone 5 keine neuen Highlights. Schaut man auf die bloßen Leistungsdaten, sind die High-End Androiden und die kommenden Windows-Phone 8 Flaggschiffe wie das Nokia Lumia 920 weiter.

Nun haben wir natürlich gerade durch das zunächst von vielen – auch mir- belächelte iPad gelernt, dass es nicht nur auf die technischen Daten, sondern auf die Usability ankommt (was auch etwas mit der angesprochenen Magie zu tun hat). Sicher, das iPhone 5 ist diesbezüglich natürlich auch das beste iPhone bislang und wird den Apple Fanboys ein tolles iOS 6 Erlebnis bieten.

Doch hier genau ist das Problem von Apple – radikale Brüche verbieten sich, um die bestehende Userbasis nicht zu sehr zu vergrätzen. iOS ist eben “so etwas von 2007”. Bezeichnend sind dazu z.B. die tweets zur weiteren App-Reihe auf dem Homescreen:

Wow! You get another row of icons on the iPhone 5. OMG OMG that’s so awesome!!! I’m freaking out.. (@CameronAsa)

OMG THE NEW IPHONE HAS AN EXTRA ROW FOR APPS! #GAMECHANGER (@WootLive)

Öhm, ja.

“Nur keine Experimente!” – das war eben das Motto, unter dem die Entwicklung des iPhone 5 gestanden haben muss. Es sieht daher einfach nur wie ein getuntes iPhone 4S aus. So hätte m.E. das neue Screenformat auch ein neues Gehäusedesign gebraucht, um weiter wie aus einem Guss zu wirken.

Natürlich, einige Fanboys wie Matthias Kremp sind immer noch euphorisch und finden, dass die hohen Erwartungen erfüllt wurden. Andere Überzeugungstäter sind da schon zurückhaltender; lesenswert dazu ist z.B. Nico Lummas Beitrag. Die Fachpresse neigt ansonsten zu einem realistischen Blick der Dinge. “Innovationen sehen anders aus” urteilt z.B. die FAZ.

Interessant ist, dass gerade in den USA das iPhone 5 mit dem Nokia Lumia 920 verglichen wird. “The most purely exciting phone right now is the new Nokia Lumia 920” meint Wired. Und in den Kommentaren bei den US-Tech-Blogs liest man viele Sätze wie “No thanks! ONLY LUMIA 920!”

Sicherlich wird sich auch das iPhone 5 verkaufen wie geschnitten Brot. Und auch die Zubehörhersteller werden sich über die geänderten Maße freuen – und darüber, dass Sie viele  Lightning-Adapter verkaufen können.

Doch langsam darf man sich die Frage stellen, ob und wenn ja wie Apple seine Stellung halten kann. Denn die Magie ist vorerst weg.

Lesenswert ist dazu auch: Die superlative Realitäts-Theorie des iPhone 5