Meinung: Über deutsche Sprache, deren Entwicklung, Genderisierung und den VDS

Im Grunde bin ich kein Freund des VDS, des Verein Deutsche Sprache. Seinen Kampf gegen die Entwicklung und Veränderung der deutschen Sprache finde ich im Regelfall überzogen, oft sogar deutschtümelnd.

Dennoch habe ich heute eine Petition des Vereins unterschrieben, “Schluss mit dem Gender Unfug” – und sie sollten das auch.

Sprache ist etwas Lebendiges, die Veränderung ist ihr immanent. Gerade in Zeiten zunehmender Mobilität und Globalisierung. Wörter gehen und kommen, Grammatik verändert sich. Und so wundert es auch keinen, wenn der “Der Spiegel”-Redakteur Florian Gathmann jetzt das bis vor kurzem noch verpönte Am-Progressiv verwendet – “da ist der Saal schon am Feiern” – dann ist das eben so. Genau so, wie dass Kolumnistinnen des gleichen Nachrichtenmagazins den Genitiv nicht beherrschen.

Kurzum: Man mag den Niedergang des Genitivs, des Dativs, das Vordringen von Anglizismen und das Verschwinden korrekter Konjunktivformen bedauern, aufhalten lassen wird sich diese Entwicklung nicht

Und natürlich muss man im Einzelfall Sprache und Wörter auch kritisch hinterfragen und ggf. sogar anpassen – dass die “Aktion Mensch” nicht mehr “Aktion Sorgenkind” heißt, ist mehr als nur dem Zeitgeist geschuldet.

Grundsätzlich finde ich jedoch verordnete Eingriffe in die Sprache problematisch, die sich nicht an der tatsächlichen gesprochenen und geschriebenen Entwicklung orientieren.

Eher technischer Natur war dabei die große Rechtschreibreform von 1996 – ein akademisches Projekt, das in vielen Bereichen aber an der eigentlichen Sprachentwicklung vorbei lief und gegen die ich mich damals schon engagiert habe.

Problematischer finde ich aber, wenn Sprache aus ideologischen Gründen gezielt verändert und in ihre Entwicklung eingegriffen werden soll. Das ist keine Praxis, die wir aus offenen Demokratien kennen sondern aus Diktaturen und düsteren Dystopien wie George Orwells 1984.

Sprache soll leben und sich frei entwickeln, nicht Ideologien dienen. Kommen sie von rechts oder links.

10 Infos und Tipps zum 19. September, dem International Talk like a Pirate Day

1. Der Talk Like a Pirate Day

Arrrrrr – nicht vergessen – heute am 19. September ist International “Talk like a Pirate Day”. Er wurde 1995 von John Baur (Ol’ Chumbucket) und Mark Summers (Cap’n Slappy) – beide oben im Bild – initiiert.

2. Wie entstand der Talk Like a Pirate Day?

Wie es zu diesem Tag kam? Am 6. Juni 1995 verletzte sich einer der beiden Initiatoren beim Racket und rief laut “Arrrrr”, so wurde die Idee geboren. Aus Respekt vor der an diesem Tag erfolgten Landung der Alliierten in der Normandie wählten sie aber ein anderes Datum, den 19. September, den Geburtstag von Summers Ex-Frau. Summers meinte, er könne sich gut an dieses Datum erinnern.

3. Facebook auf piratisch umstellen

Übrigens, zu diesem Anlass sollte man facebook auf Piratisch umstellen:

pirate-english

…geht unter Einstellungen (unter dem Pfeil oben ganz rechts) und dann Sprache, der Menüpunkt in der linken Spalte (hier nicht sichtbar).

Im Screen Shot habe ich es schon geändert.

4. Englisch Piratisch Übersetzer

Einen online-Übersetzer Englisch-Piratisch gibt es unter pirate.monkeyness.com/online_pirate_translator.

5. Piratenbuch lesen

Sie wollen in Stimmung kommen? Wie wäre es mit “Die Schatzinsel” von Stevenson? Gibt es kostenlos im Kindle Format.

6. Fluch der Karibik

Oder Sie schauen sich den – inzwischen – Klassiker “Fluch der Karibik” an.

7. Piratenspiele

Sie wollen lieber selbst in die Rolle eines Piraten schlüpfen? Das geht z.B. hier.

8. Der Pirat

Lyrik und Liebe gefragt? Dann haben wir hier ein Piraten-Gedicht für Sie.

9. Moderne Piraterie

Wenn Sie sich für moderne Piraterie interessieren – schauen Sie mal hier.

10. What Do you do with a Drunken Sailor

Ansonsten:

Bild oben: By http://www.talklikeapirate.com/pressroom.htmlhttp://www.talklikeapirate.com/pressroom.html, CC BY 3.0, Link

Die Grenzen meiner Sprache

grenzen-meiner-sprache

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

(Ludwig Wittgenstein in tractatus logico-philosophicus)

Der österreichisch-britische Philosoph Ludwig Wittgenstein wurde am 26. April 1889 in Wien geboren. Er starb am 29. April 1951 in Cambridge. Er befasste sich mit der Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins.