Warum ich mich heute über die Süddeutsche Zeitung geärgert habe – mit Updates

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Updates am Ende des Artikels

Ein großes Thema derzeit ist ja der Umsatz mit Fakenews und Hatespeech in sozialen Netzen. Besonders Facebook steht hier in der Kritik, nicht schnell genug, falsch oder nach undurchsichtigen Kriterien vorzugehen.

Das Süddeutsche Zeitung Magazin macht jetzt mit einer großen “exklusiven” Story über facebooks Löschteam in Berlin auf. Ja, gut dass das Thema behandelt wird – aber exklusiv ist hier nichts, jedenfalls nichts mit Relevanz. Und es ist auch nicht das erste mal, dass ein Mitarbeiter aus dem – übrigens von Bertelsmann Tochter Arvato – gestellten Löschteam “auspackt”.

Das war nämlich schon einige Wochen vorher bei den Mobilegeeks der Fall. Carsten Drees hat dort nämlich einen sehr guten und umfassenden Artikel zum Thema geschrieben. Jedenfalls umfassender und nicht so reißerisch wie bei den Kollegen aus München.

Besonders ärgert mich aber, dass der Beitrag bei den Mobilegeeks den SZ Autoren schon vorher bekannt gewesen sein muss. Zum einen deuten Tweets von Till Krause darauf hin, zum anderen ist es unmöglich, zu dem Thema zu recherchieren ohne auf den Mobilegeeks Beitrag zu stoßen.

Soviel also zum Thema Qualitätsjournalismus.

Eine direkte Stellungnahme gibt es übrigens von MG Gründer Sascha Pallenberg. Und weil die viel ausführlicher ist und Sascha viel besser schreiben kann als ich, empfehle ich diese zur Lektüre. Besonders hinweisen möchte ich auf den Vorschlag, den Hashtag #insidefacebook zu kapern, um auf die mangelnde Exklusivität hinzuweisen.

Ach – noch ein kleiner Nachtrag, wer sich für Facebook Löschkriterien aus US-Sicht interessiert, sollte diesen Inside Facebook Beitrag lesen.

Update 1 – ich ärgere mich weiter

Warum ich mich weiter über die SZ ärgere – die Story wird mir jetzt zu reißerisch und voyeuristisch angepriesen. Wie dieser tweet von Hannes Grassegger zeigt:

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Ja sind wir hier bei der SZ oder bei heftig.co?

 

Lesenswertes 23

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  1. Die Geschichte von Leopold
    … dem reisenden Gartenzwerg.
  2. Kempinski Hotel streicht Israel aus dem Vorwahlverzeichnis
    unfassbar, dass man so etwas im Jahr 2016 in Deutschland lesen muss.
  3. Österreichs Außenpolitik führt Deutschland vor
    zur aktuellen Lage in Europa.
  4. Und der große Verlierer 2016 ist… Apple
    zwar schon etwas älter – aber mal wieder eine tolle Analyse von Sascha Pallenberg.
  5. Raus aus iEntology – warum ich nur noch weg von Apple will
    noch mal Apple, noch mal genial von Micky Beisenherz.
  6. Microsoft klotzt bei der IFA
    fragt sich nur, welche Lumia Smartpones sie noch zeigen wollen…
  7. Über Konzern Trolle
    …viele Firmen stehen sich in der Tat selbst im Weg.
  8. Drei Tage in Budapest – Julias Tipps für Buda
    ich kenne Budapest recht gut (ist allerdings schon ein bißchen her..). Julia hat hier aber tolle Tipps zusammengetragen.
  9. Schwimmschlager
    sind heute angesagt bei twitter.
  10. Stell Deinen Blog vor
    etwas in eigener Sache: wer seinen Blog bei uns vorstellen möchte, kann dies gerne kostenlos und unkompliziert tun.

Bild: 23 schwarze Punkte auf 1024*768.

Lesenswertes 16

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Der vorweihnachtlichen Hektik ist es geschuldet, dass es mit der neuen Ausgabe der lesenswerten Links etwas länger gedauert hat.

  1. Ausgefeiert?
    Sascha Pallenberg nimmt den Aktienkurs von Apple unter die Lupe.
  2. Der Kampf der Netzfrauen gegen ihre eigenen Leser
    Was die Netzfrauen zum Thema Tchibo und Echtpelz verursacht haben, ist Realsatire…
  3. Wie unabhängig ist die EZB noch?
    An der Unabhängigkeit der EZB darf durchaus gezweifelt werden.
  4. Double Tap to Wake up
    …ist ein Feature, das beim Microsoft Lumia 950 leider fehlt. Ein online Flashmob soll Microsoft jetzt zum Umdenken bewegen.
  5. Kurzbesuch in Bonn
    Als Bonner nehme ich die Stadt natürlich ganz anders wahr – so ist es ganz interessant, einmal die Sicht eines Besuchers zu lesen.
  6. Weihnachtsfeiern gestern und heute
    Interessanter Blogbeitrag zur Weihnachtszeit.
  7. Amiga Emulator im Chrome
    Mit dem Commodore Amiga verbinde ich viele prägende IT Erinnerungen. Im Chrome Browser gibt es jetzt einen Amiga Emulator, der auch die legendären Demos wie den Bouncing Ball mitbringt.
  8. Akuter Flopverdacht
    Zumindest in China läuft es für das iPad Pro nicht so gut…
  9. You don’t need a Laptop
    Warum das Microsoft Surface Pro der perfekte PC ist (englisch).
  10. AdDuplex Statistiken Dezember 2015
    Wer sich für Windows Phone bzw. jetzt Windows 10 mobile interessiert, kommt an den Statistiken von AdDuplex nicht vorbei. Diesmal interessant: viele Hinweise auf neue Geräte, z.B. auch von HP.

Bild: 16 orangene Pixel.

 

 

Lesenswertes 15

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Hier ist die 15. Ausgabe meiner lesenswerten Links.

  1. Girl who lost parents in fire wants Christmas Cards
    So, lesen und dann eine nette Weihnachtskarte abschicken!
  2. Wie man die AfD mit einer Spende ärgern kann
    …und das wird nicht nur bei der AfD funktionieren, sondern bei allen, für die man online spenden kann.
  3. Zwei lebendige Puppen in London
    Gut gemacht – ich bekäme aber ein bisschen Angst.
  4. Live Writer wird Open Source
    Früher habe ich den Live Writer von Microsoft tatsächlich zum Bloggen genutzt. Jetzt wird der Veteran Open Source.
  5. Wortakrobatik
    Die Talk-Show Kritiken in der FAZ sind immer lesenswert, weswegen ich mir gar keine Talk Shows mehr ansehe. Hier geht es um Terror und Flüchtlinge.
  6. Exklusiv: Apple iPhone 8
    Sascha Pallenberg macht sich mal wieder gekonnt über die deutsche Techblogger Szene lustig.
  7. Photo 282
    Mit diesem Link möchte ich auf einen ansehenswerten Bonner Blog Aufmerksam machen.
  8. Wendelstein 7 erzeugt erstes Plasma
    Der Stellerator hat seinen Betrieb aufgenommen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich als 14-Jähriger den damaligen Forschungsminister Riesenhuber fragte, ob wir 2020 unsere Energie aus Fusionsreaktoren gewinnen werden. Wird wohl länger dauern…
  9. Große Weihnachtsverlosung
    …bei Sandras Kochblog. Und da ich gerne koche und gerne regionale Blogs unterstütze, mache ich mal darauf aufmerksam.
  10. Neuseelands neue Flagge
    Neuseeland hat über eine mögliche neue Flagge abgestimmt. Nächstes Jahr wird dann entschieden, ob die bestehende Flagge tatsächlich ausgewechselt werden soll.

Bild: Hausnummer 15 in der Bonngasse in Bonn.

 

Glassholes

borg-glassEs gehört inzwischen schon so sehr zum guten Ton, Google Glass Nutzer als Glassholes zu bezeichnen, dass man schon fast gar nicht mehr weiß, wie man sie anders nennen soll. Kein Wunder, geistern doch die wildesten Gerüchte über die Google Datenbrille durchs Netz:

Sie erlaubt es ihrem Träger, Dich heimlich zu fotografieren und seine Umgebung dauernd zu filmen. Die ganzen gesammelten Informationen werden dann gleich heimlich an Google und/oder die NSA weitergegeben, wo dann… Alles Quatsch.

Mal ganz abgesehen davon, dass die Bildqualität der Glass-Kamera ziemlich bescheiden ist – wenn man damit fotografiert, leuchten die Gläser auf, so dass das Gegenüber das Fotografieren auch direkt mitbekommt. Heimlich ist also nicht, da greift man besser zur Minikamera im Knopfloch. Und auch fürs Dauerfilmen ist Glass nicht geeignet, allein schon wegen des Akkus. So viele Daten können also gar nicht in die Hände von wem auch immer fallen – jedenfalls deutlich weniger, als man mit einem normalen Smartphone heutzutage produzieren kann und in der Regel jeder normale User auch produziert.

Soweit die Fakten, sachlich gesehen also alles kein Problem. Sascha Pallenberg regt sich dann auch ziemlich über die Glass Kritiker auf, die er als apokalyptische Traumtaenzer abtut. Soweit deren Kritik auf falschen Grundannahmen beruht, hat er damit ja auch Recht. Sachlicher geht Ricarda Riechert an das Thema heran und stellt treffend fest, dass Überwachung nicht durch Google Glass kommt, sondern schon lange da ist. Stimmt alles.

Allerdings – würde mein Gegenüber Google Glass tragen, würde ich es bitten, die Brille abzunehmen. Obwohl ich weiß, dass unbemerkt keine Bilder von mir gemacht werden können. Interessanterweise hätte ich kein so großes Problem damit, wenn mein Gesprächspartner eine Helmkamera tragen würde – obwohl ich mit der viel besser und länger gefilmt werden könnte. Völlig normal ist, dass viele Mitmenschen inzwischen ihre Smartphones fast jederzeit in der Hand halten und sofort ein Foto von mir machen könnten.

Das Problem, das ich mit Google Glass habe, ist ein ganz anderes.

Wenn ich mich mit jemanden unterhalte, schaue ich ihm in die Augen. Beim Glasshole ist unmittelbar neben seinen Augen ein drittes Auge. Ein technisches Auge, das mich permanent anzustarren scheint. Und das Gefühl mag ich nicht. Das Glass Problem ist also irgendwo ein psychologisches. Vielleicht bin ich mit diesem Gefühl zu altmodisch oder zu empfindlich, aber sicher nicht der einzige, dem es so geht. Ich glaube sogar, dass dieses diffuse Gefühl der Hauptgrund ist, der vorerst verhindern wird, dass wir im Alltag viele Datenbrillen sehen werden. Google hat das glaube ich auch schon erkannt.

Das soll aber nicht heißen, dass sich Glass und seine Nachfolger und Wettbewerber nicht in anderen Bereichen durchsetzen werden. Bei Polizei, Militär und Bodyguards – eben Personen, die in vielen Situationen gar keine Zeit oder Hand frei haben, um Informationen von einem herkömmlichen Gadget abrufen zu können. Bei Chirurgen, die beide Hände zum operieren brauchen. Bombenentschärfer. Chemiker. Feinmechaniker. Uhrmacher. Menschen mit Handicapp.

Vielleicht gewöhnen wir uns über darüber langsam an Glass und finden es nicht ungewöhnlich, wenn uns Jogger oder Radfahrer damit entgegenkommen, die es zur Navigation und zur Kontrolle ihres Tempos und Pulsschlags nutzen.

Und wenn dann noch die Kamera unauffälliger wird, muss mein Gegenüber sein Glass auch nicht mehr abnehmen.

Bild: (c) Allposters.de

Warum Microsoft eine eigene Android Version anbieten sollte – und schon bald könnte

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Dass ich es für keinen klugen Schachzug von Nokia halte, das Nokia X auf den Markt zu bringen, habe ich ja schon ausführlich begründet. Nun sind die drei Nokia Androiden aber nun mal da und gehören bald zu Microsoft.

Das besondere daran: Nokia setzt auf einen eigenen Android Fork, der nicht nur mit eigener Kachel-Oberfläche, sondern auch ohne Google Dienste daherkommt. Stattdessen sind Microsoft und Nokia Dienste an Bord, wie z.B. Outlook.com, Here Maps, Skype, OneDrive, Bing und Nokia Music. Dazu gibt es einen eigenen Nokia Appstore, der direkt mit Operator Billing in vielen Märkten überrascht. Laut Nokia sollen 75% der bestehenden Android Apps ohne Änderungen auf dem Nokia X Android laufen können, für die anderen wäre der Änderungsaufwand minimal. Der Appstore könnte also bald gut gefüllt sein.

Und hier wird die Sache interessant.

Denn das Google Android ist nicht so frei, wie Google gerne tut, wie durch verschiedene Dokumente bekannt wurde. Nicht nur, dass der Quellcode Google Apps eben nicht Open Source ist. Es gibt viele strikte Vorgaben, die die Einbindung der Google Apps betreffen, z.B.:

The phone manufacturer must place “Google’s Search and the Android Market Client icon [Google Play] … at least on the panel immediately adjacent to the Default Home Screen,” with “all other Google Applications … no more than one level below the Phone Top.”

Und auch auf die allgemeine Produktpolitik der Hersteller nimmt Google Einfluss. So wurde z.B. Druck auf Acer ausgeübt, kein gemeinsames Smartphone mit dem chinesischen Anbieter Alibaba auf den Markt zu bringen, das auf dem Android Fork Aliyun aufgesetzt hätte.

Google zieht die Daumenschrauben immer weiter an, um die Fragmentierung “seines” Android zu verhindern, womit viele kleinere asiatische Hersteller zusehends Probleme haben.

Genau hier könnte Microsoft ins Spiel kommen und seine Android Version mit den eingebunden MS-Diensten und seinem eigenen Appstore auch anderen Herstellern zur Verfügung stellen. Klar, bestimmte Apps würden auch hier Closed Source bleiben, z.B. Outlook und OneDrive. Und auch die Pflicht, den Store auf dem Gerät zu belassen, müsste es aus Microsofts Sicht geben.

Ansonsten könnte MS den Herstellern aber mehr Freiheiten einräumen, als Google dies tut. Andere Suchmaschine als Bing als default? Kein Problem. Weitere Appstores einbinden, wie z.B. den von Yandex? Aber gerne doch! Eine alternative Navigationslösungen? Warum nicht! Sie wollen auch Sailfish OS, Aliyun, MIUI, TIZEN und Windows Phone im Dualboot unterstützen? Wir helfen Euch! Ich bin mir sicher, der ein oder andere Hersteller würde anbeißen, wenn er von MS weniger Restriktionen zu erwarten hätte, als von Google.

Positioniert werden könnte und sollte dieses Microsoft Android für Low-End Devices in Emerging Markets. Dadurch und weniger Features würde es sich gegen die Windows Phone Devices abgrenzen, die weiter im High-End und Enterprise Bereich positioniert wären. Die einfachen Androiden wären dann der Einstieg in die Welt der MS-Dienste, allen voran OneDrive, Outlook.com und Office. Der natürliche nächste Schritt wäre dann, dass die Einsteiger später auf Windows Phone Devices upgraden und ihre Daten sowie gewohnten Dienste und Anwendungen nahtlos weiter nutzen könnten. Durch die erweiterten Kontakte zu neuen Herstellen könnte MS zudem erreichen, mehr OEM Partner für Windows Phone zu gewinnen.

Sicher, das ist eine gewagte Strategie. Doch mit der Nokia X Serie ist die Android Katze im Hause Microsoft jetzt aus dem Sack. Statt sie wild laufen zu lassen, sollte man sie zum Mäusefangen abrichten. Und besser als so verrückte Gedanken, Android Anwendungen auf Windows Phone im Emulator laufen zu lassen, ist das allemal.

Der X-Day, an dem Microsoft seine Android Version freigibt, wäre ein massiverer Angriff auf Google, als jede neue Windows Phone Version das zur Zeit sein könnte. Und damit würde das Projekt “Normandy” seinem Namen alle Ehre machen.

Mit Sascha Pallenberg, der ein ähnliches Szenario durchspielte, könnte man dann tatsächlich von einer Erschütterung der Macht sprechen.

Ein Low-End Android Smartphone von Nokia?

Es gab immer wieder Gerüchte um ein Android Smartphone von Nokia – und diese sind nunmehr etwas konkreter geworden. So lüftete The Verge nun ein wenig den Schleier über das Nokia Normandy, dessen Bild bereits von EvLeaks veröffentlicht wurde, das aber von den meisten für ein High-End Asha Device gehalten wurde.

Das rätselhafte Smartphone soll aber auf Android basieren und preislich zwischen den günstigen Asha Phones und dem Nokia Lumia 520/525 positioniert sein. Allerdings soll nicht die “normale” von Google bereitgestellte Android-Version zum Einsatz kommen, sondern ein Nokia eigener Fork, womit dann kein Zugang zum Google Play Store möglich wäre. Einen ähnlichen Weg verfolgt ja Amazon mit seinen Kindle Tablets. Wichtige Apps müssten dann über einen Nokia-Android-Store bereitgestellt werden.

Die Entwicklung des “Normandy” geht angeblich derzeit noch weiter – auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass das Gerät nach der baldigen Microsoft Übernahme noch erscheinen wird. Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn wir sogar noch eine offizielle Vorstellung des Nokia Androiden noch vor Abschluss des MS-Nokia Deals sehen würden. Es ist dann aber davon auszugehen, dass es dann ein “Einzelstück” bliebe, ähnlich wie das Nokia N9 mit seinem Meego Betriebssystem.

Gleichwohl ist es angesichts des Geräts interessant zu spekulieren, wie es mit Nokia weitergegangen wäre. Hätte man nach Abschluss des exklusiven Windows Phone Deals zusätzlich auf ein eigenes Android gesetzt? Wäre man komplett umgeschwenkt? Oder hätten die Androiden die Asha Devices ersetzen sollen?

Spannend bleibt auch die Frage, was Microsoft im Low-End Bereich machen wird. Mein Vorschlag wäre ja, Windows Phone 7.x nochmals zu überarbeiten und als Betriebssystem für Low-Cost Smartphones zu positionieren und sogar kostenlos für OEMs abzugeben. Es gibt schon genug Apps für die Plattform, die Parallelentwicklung von Windows Phone 7.x/8.x Apps ist nicht so kompliziert und man hätte ein einheitliches Nutzungserlebnis.

Mehr als unwahrscheinlich ist übrigens, dass es auf absehbare Zeit von Rest-Nokia ein Android-Smartphone geben wird – der gesamte Bereich wird ja bei Microsoft liegen. Aber für die fernere Zukunft mag ich das nicht ausschließen.

Nachtrag

Wieder einmal etwas weiter denkt Sascha Pallenberg, der spekuliert, Nokia (und später auch Microsoft) und Amazon könnten zusammenarbeiten und den Amazon App Store auf das Normandy bringen – somit könnte man Google mit seinen eigenen Waffen schlagen.

Warum ich die deutsche Huffington Post zunächst kritisch sehe

huffpo-de-loginZugegeben, wenn ich jemanden kennen lerne, kann denjenigen anfangs nicht leiden. Seltene Ausnahmen bestätigen die Regel.

Und so wie im Regelfall verhält es sich auch bei der deutschen Huffington Post, die heute am 10. Oktober um 10:10h starten soll. Die habe ich also noch gar nicht kennengelernt. Aber man hört ja so einiges… und das reicht mir.

Grundsätzlich kein Problem habe ich übrigens damit, dass “normale” Blogger hier ohne Honorar schreiben werden. “Bezahlt” werden Sie mit Ruhm und Reichweite und dementsprechend mit mehr Traffic auf ihrem Blog. Damit könnt ich gut leben. Und wer es nicht kann oder will, der muss ja auch nicht für die #HuffPo schreiben.

Was ich aber kritisch sehe sind folgende Punkte, auf die ich hier nur in aller Kürze eingehen möchte:

  • Zu viel geklaut? – Ein nicht geringer Teil des Contents wird aus aggregierten Artikeln aus anderen online-Medien bestehen – schnelle Aufbereitung der Arbeit anderer – hm, vielleicht ist das LSR doch keine so schlechte Idee gewesen?
  • Zu wenig Anspruch? – Cherno Jobatey als Anchorman/Editorial Director? Boris Becker soll einen der ersten prominenten Blogbeiträge schreiben? Ja bin ich denn hier bei bild.de?
  • Zu konservativ? – Am ersten Tag direkt Doro Bär (CSU) und Ursula von der Leyen (CDU) als prominente Autoren. Naja, immerhin ist Jimmy Schulz von der FDP dabei…
  • Zu viel Burda? Irgendwie erinnert mich das alles an das Burda-Prinzip: Behaupteter Anspruch, aber nichts dahinter. Doch viele fallen drauf rein. Ist ja auch beim Focus nicht anders.

Alles in allem gehe ich also davon aus, dass ich mit der Huffington Post nicht warm werden werde. Aber warten wir mal ab, bis ich sie wirklich kennengelernt habe. Denn dass ich meine Meinung durchaus ändern kann, können meine Freunde bestätigen.

Zur Vervollständigung des Bildes hier noch einige…

…lesenswerte Links zum Thema Huffington Post Deutschland

Eher negativ

Eher positiv

Und sonst so

Adblockgate geht in Runde 2

Kalifornische SchopfwachtelEine kurze Zusammenfassung zu dem Skandal um AdBlock Plus gibt es jetzt auch hier im Blog. Und die Geschichte geht munter weiter – nachdem die Eyeo GmbH, die hinter AdBlock steht, und YieldKit ihre Sicht der Dinge dargelegt haben, hat Sascha Pallenberg in Sachen Adblockgate nachgelegt und hat rund um die beteiligten Unternehmen noch einiges gefunden. Aber nach der letzten Woche wundert man sich hier über nichts mehr…

Bemerkenswert aber -ich erhielt Mails von Ben Williams, der jetzt anscheinend Krisenkommunikation für AdBlock Plus macht, sowie von Philipp Bethge, seines Zeichens Pressesprecher von YieldKit, Diese sind der Ansicht, Sascha würde weitgehend lügen und verweisen auf Ihre Sicht der Dinge. Fairerweise hier die Links von Bethge und Ben Williams. Fairerweise muss man dann aber auch sagen, dass diese Stellungnahmen letztlich ziemlich inhaltsleer sind, wie man bei Sascha gut erklärt nachlesen kann.

Ich bin gespannt, was in den nächsten Tagen noch rund um Adblock Plus herauskommt. Das PopCorn hab ich jedenfalls schon herausgeholt.

(c) 2013 Allposters.de

AdblockGate

The Godfather LogoZunächst eine Respektbezeugung an Sascha Pallenberg. Sein Artikel zu Adblock Plus, den dahinter stehenden Köpfen und Projekten ist Blogjournalismus erster Güte. Und ich kann jedem, der sich intensiver fürs Internet interessiert, die Lektüre nur empfehlen.

Für die, die nicht ganz so tief technisch einsteigen wollen, sei hier eine kurze Zusammenfassung:

AdBlock plus ist ein Adblocker, also ein Plugin für den Browser, das Werbung auf Webseiten ausblendet. Das ist angesichts ausufernder Werbung – z.B. nervige Layer – zwar einerseits verständlich, aber andererseits unfair gegenüber vielen Blogs, die Werbung nur dezent einsetzen und auf die Einnahmen angewiesen sind.

Was aber interessant ist – eng verbandelt mit der Kölner Eyos GmbH, die hinter Adblock steckt, ist anscheinend Yieldkit. Ein Werbeanbieter, der angeblich “akzeptable”  Werbung ausliefert, die dann von AdBlock Plus angezeigt wird. Nun empfinde ich persönlich Yieldkit Werbung als besonders nervig, aber das ist eine andere Geschichte. So oder so – Seitenbetreiter werden seitens AdBlock fast schon dazu gedrängt, Yieldkit Werbung aufzunehmen. Yieldkit trackt aber ebenfalls. Und mit Yieldkit verdienen Seitenbetreiber vergleichsweise wenig.

Dass Adblocker Plus dann auch noch Links verändert und seine eigene Amazon-Partnerprogramm ID einschleust fügt sich ins Bild. Dazu und weitere haarsträubende Details gibt es wie gesagt bei den MobileGeeks.

Also, wer noch Adblock Plus installiert hat, sollte die Software dringend deinstallieren. Und wenn es irgendwie geht, ganz auf einen Adblocker verzichten. Im Interesse aller, die gute Inhalte fürs Web erstellen und auf die Werbung angewiesen sind.

Bild: (c) Allposters