Gedicht: In Hamburg

In Hamburg ist die Nacht
nicht wie in andern Städten
die sanfte blaue Frau,
in Hamburg ist sie grau
und hält bei denen, die nicht beten,
im Regen Wacht.

In Hamburg wohnt die Nacht
in allen Hafenschänken
und trägt die Röcke leicht,
sie kuppelt, spukt und schleicht,
wenn es auf schmalen Bänken
sich liebt und lacht.

In Hamburg kann die Nacht
nicht süße Melodien summen
mit Nachtigallentönen,
sie weiß, daß uns das Lied der Schiffssirenen,
die aus dem Hafen stadtwärtsbrummen,
genau so selig macht.

Das Gedicht ist von Wolfgang Borchert, der am 20. Mai 1921 in Hamburg geboren wurde. Die Illustration hat die Midjourney AI passend zum Gedicht erstellt.

10 Fakten über die Geschichte der Jeans

  1. Levi Strauss war ein Händler im 19. Jahrhundert, der Güter des täglichen Bedarfs an Goldgräber in San Francisco verkaufte, darunter auch „Duck Pants“ aus Segeltuch, die fälschlicherweise oft als Vorläufer der Jeans angesehen werden.
  2. Die Idee, die Nähte von Hosen mit Nieten zu verstärken, kam von einem Schneider namens Jacob Davis, der sich an Levi Strauss wandte, weil er nicht genug Geld hatte, um ein Patent anzumelden.
  3. Am 20. Mai 1873 wurde das Patent für die erste Jeans, deren Ecken der Hosentaschen mit Nieten verstärkt waren, an Levi Strauss und Jacob Davis erteilt.
  4. Später wurde das ursprüngliche braune Segeltuch durch indigogefärbten blauen Baumwollstoff, den sogenannten Denim, ersetzt und die Jeans wurde mit orangefarbenen Nähten und Nieten verstärkt und verziert.
  5. Der Begriff „Blue Jeans“ wurde um 1920 eingeführt. In den 1930er Jahren wurde der Hosenträger vom Gürtel abgelöst.
  6. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten amerikanische Soldaten Jeans nach Europa. 1948 wurden sie erstmals in Europa von der L. Hermann Kleiderfabrik hergestellt.
  7. In den 1950er Jahren wurden Jeans in Europa als Symbol des Protests gegen Tradition und Autorität angesehen. Filmstars wie James Dean und Marlon Brando steigerten die Bekanntheit und Beliebtheit von Jeans.
  8. In der DDR wurde die Jeans in den 1980er Jahren zur Freizeithose schlechthin, obwohl sie zuvor Anlass für Schulverweise und Klubhausverbote gegeben hatte.
  9. Die 1990er Jahre stellten eine Herausforderung für traditionelle Jeanshersteller wie Levi’s dar, da die Jugendmode sich eher auf lockere Skaterhosen, die sogenannten Baggy Pants, konzentrierte. Als Reaktion gründeten viele Jeanshersteller Zweitmarken, um an diesem Trend teilzuhaben.
  10. Heute sind Jeans in fast allen Teilen der Welt beliebt und werden sowohl für lässige als auch formelle Anlässe getragen. Sie haben sich von einer einfachen Arbeiterhose zu einem Grundpfeiler der modernen Mode entwickelt, mit zahlreichen Marken und Designerlabels, die ihre eigenen Versionen anbieten. Trotz wechselnder Modetrends und des Aufkommens verschiedener Stile und Schnitte, bleibt die klassische Jeans ein zeitloses Kleidungsstück, das in fast jedem Kleiderschrank zu finden ist.

Bild: Midjourney AI

Angela Merkel CCXIX – Besuch bei der Panzerlehrbrigade

Angela Merkel CCXIX.

Am 20. Mai 2019 besucht Angela Merkel die Panzerlehrbrigade 9 in Munster. Die Rede können Sie hier nachlesen.

Karikatur mit Midjourney erstellt.

Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Besuch der Panzerlehrbrigade 9 am 20. Mai 2019 in Munster

Herr Zorn,
Herr Vollmer,
Herr Spannuth,
liebe Soldatinnen und Soldaten,

ich danke erst einmal dafür, dass Sie mir in so komprimierter Form Ihre Fähigkeiten vorgeführt haben – die Fähigkeiten, die in der VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) gebraucht werden. Ich sage ganz offen: Es ist sehr beindruckend, wenn man das technische Zusammenspiel sieht. Wie Herr Spannuth schon gesagt hat, muss das technische Werk ja bedient werden, es muss kommandiert werden, es muss geordnet werden. Und Sie haben gezeigt, wie das ineinandergreift.

Ich war 2012 schon einmal in Munster. Eigentlich ist das noch nicht allzu lange her, aber seitdem hat sich die politische Aufgabe vollkommen verändert. Ich bin ja heute nicht alleine hergekommen, sondern es sind auch Kollegen aus dem Deutschen Bundestag da, die ich ganz herzlich begrüße, mein Kollege Otte und mein Kollege Klingbeil. Wir haben politische Wegmarken gesetzt und Entscheidungen treffen müssen, die wir uns vor den Ereignissen in der Ukraine nicht so vorgestellt hatten. Mit dem, was wir dort erlebt haben, ist eine neue Situation entstanden, die die Verteidigung des Bündnisgebiets gerade im europäischen Bereich wieder zu einer Priorität hat werden lassen. Das heißt, neben den Fragen der Verteidigung unserer Sicherheit im Ausland, außerhalb des Bündnisgebiets – zum Beispiel in Afghanistan oder auch Mali –, ist inzwischen die Verteidigung des Bündnisgebiets wieder eine herausragende Aufgabe geworden – mit all den Folgen, die das hat, was die Schnelligkeit der Verlegung anbelangt, was die Interoperabilität der verschiedenen Streitkräfte anbelangt, was die technische Ausstattung anbelangt.

Die Bundeswehr ist an verschiedenen Bereichen intensiv beteiligt. Sie nehmen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen aus den europäischen Partnerländern, von denen ich ja auch einige begrüßen konnte, diese Aufgabe engagiert wahr. Davon konnte ich mich heute überzeugen. Wir haben natürlich auch das große Übungsmanöver in Norwegen verfolgt. Ich freue mich, dass Sie dort auch die notwendigen Zertifizierungen bekommen haben.

Es ist so, dass Sie, die Sie jetzt die verschiedenen Stufen der VJTF durchlaufen, in diesem Jahr besonders gefordert sind. Für uns in der Politik wird damit noch einmal klar, dass es schön ist, wenn wir unsere Bündnisverpflichtungen mit dieser Brigade erfüllen können, aber dass andere natürlich auch die Erwartung haben, eine ähnliche Ausrüstung zu haben. Daraus ergibt sich auch der weitere Ausbau der Fähigkeiten der Bundeswehr. Hinzu kommt die permanente technische Erneuerung. Ich habe mir eben auch sagen lassen, wie wichtig die Fähigkeit ist, zwischen den verschiedenen Streitkräften und miteinander kommunizieren zu können. Auch das ist natürlich eine große Herausforderung.

Insofern ist es verständlich, warum wir uns dafür einsetzen, dass die Ausstattung der Bundeswehr verbessert wird. Es hat in den letzten Jahren einen erheblichen Aufwuchs in der finanziellen Ausstattung der Bundeswehr gegeben. Auch angesichts begrenzter Spielräume werden wir das in Zukunft trotzdem fortsetzen müssen. Denn das sind ja auch die Erwartungen, die unsere Partner an uns haben, nämlich dass wir unsere Bereitschaft und unsere Fähigkeiten immer wieder unter Beweis stellen.

Wir bemühen uns parallel zu Ihren Verteidigungsfähigkeiten und Anstrengungen auch immer darum, die Dinge politisch voranzubringen und zu lösen und die Bedrohungssituationen abzuschwächen. Aber gerade auch die Fähigkeiten, die wir in die Waagschale werfen können, sind auch ein Beitrag dazu, dass andere wissen, dass es uns ernst damit ist, unser Gebiet zu verteidigen. Und damit eröffnen sich auch Möglichkeiten von Verhandlungen. Das heißt also, es reicht nicht allein, von Frieden zu reden, sondern wir müssen auch unter Beweis stellen, dass wir bereit sind, diesen Frieden zu verteidigen. Das ist ein Zusammenhang, der oft übersehen wird.

Ich war heute sehr davon beeindruckt, dass auch alles getan wird, um Leben von Soldatinnen und Soldaten zu retten und zu sichern. Auch hier sind die Reaktionszeiten sehr, sehr beeindruckend, wie ich sagen muss. Das ist ja auch genau der Ansatz, den wir haben: Wir wollen uns verteidigen, wir zeigen unsere Stärke, wir suchen politische Lösungen und wir achten den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten. Das gilt auch für medizinische Versorgungsleistungen.

Heute ist der Tag, an dem der neue ukrainische Präsident vereidigt wurde. Er hat es zu seiner zentralen Aufgabe gemacht, zu versuchen, den Krieg auf seinem Staatsgebiet zu beenden. Sie wissen, dass wir über das Minsk-Abkommen mit unseren französischen Partnern politisch versuchen, dass die Sicherung der territorialen Integrität, die unser Leitprinzip ist, auch für die Ukraine wieder Realität werden kann. Umso wichtiger ist unser Einsatz in unserem eigenen Bündnisgebiet, um deutlich zu machen, dass wir hierzu auch technisch in der Lage sind.

Liebe Soldatinnen und Soldaten, ich sage danke für das, was ich sehen konnte; danke für die Vorbereitung. Bevor ich komme, ist ja meistens schon ein bisschen was los und man muss üben. Aber soweit ich es beurteilen konnte, hat das alles wunderbar geklappt. Danke für Ihren Einsatz. Grüßen Sie bitte auch alle anderen, die heute nicht beteiligt waren, und Ihre Familien, die ja auch vieles auf sich nehmen, damit Sie die Sicherheit unseres Landes verteidigen können. Herzlichen Dank.

Köpfe: Alois Hitler junior

Alois Hitler junior wurde am 13. Januar 1882 in Wien geboren, er ist der Halbbruder von Adolf Hitler.

Er war der uneheliche Sohn von Alois Hitler und dessen späterer zweiter Ehefrau Franziska Matzelsberger und hatte zunächst den Namen Alois Matzelsberger, durch die Heirat seiner Eltern 1883 wurde er zu Alois Hitler. Im gleichen Jahr wurde seine Schwester Angela geboren, nach deren Geburt die Mutter an Tuberkulose erkrankte und am 10. August 1884 verstarb. Alois und seine Schwester wuchsen dann bei ihrem Vater und dessen dritter Frau, Klara Hitler, auf. 1889 wurde dann Adolf geboren.

Alois und Adolf sollen sich nie gut verstanden zu haben. Er berichtete später, Adolf sei von dessen Mutter bevorzugt worden und Alois habe Prügelstrafen des Vaters auch für Adolfs Streiche abbekommen. Letzteres dürfte angesichts des großen Altersunterschieds der beiden zumindest unwahrscheinlich sein.

Richtig ist aber wohl, dass sein Vater ihm zunächst eine gute Schulbildung zukommen lassen wollte, seine neue Frau aber wegen der Kosten intervenierte und Alois junior deswegen eine Lehre absolvierte.

Diese brach er aber ab und wurde 1900 wegen eines Diebstahls zu einer fünfmonatigen Haftstrafe verurteilt. 1902 musste er für weitere acht Monate ins Gefängnis.

1905 wanderte er nach London aus, wo er eine neue Lehre begann und 1909 die irischstämmige Bridget Dowling heiratete. 1911 wurde ihr Sohn William Patrick Hitler in Liverpool geboren. Alois war Alkoholiker und schlug Frau und Kind. 1915 verließ er daher seine Familie und kehrte nach Österreich zurück.

Er heirate – illegal, da nicht geschieden – Hedwig Frieda Amalie „Hete“ Mickley aus Groß-Neuendorf (1889–1966), mit der er ebenfalls ein Kind hatte.

Am 3. August 1926 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 41.754), am 30. September 1927 aber schon wieder aus.

Am 15. September 1937 eröffnete er in Berlin am Wittenbergplatz 3 das „Konditorei Cafe Alois“, das ein beliebter Treffpunkt von SA-Leuten wurde.

Er bewarb das Café wie folgt:

Als neuer Wirt lad ich Euch ein
Kommts liebe Leute, kommts herein.
Gemütlich ists in meinen Hallen,
also wird es Euch gefallen.

Laßt bei mir den Tisch Euch decken,
was ich koche, wird Euch schmecken!
Eisbein, Haxen, Bärenschinken
und was zünftiges zu trinken
als wie Münchner Bier vom Fass
Wein in Flaschen oder Glas.
Jeder kann auf seine Weise
und zu recht bescheidnem Preise
bei mir haben, was er mag,
da gibts nix, does ist koa Frag.

Müsst Ihr selbst mal einischauen
selber sehen mit eigne Augen
was sich tut bei mir herin,
was ich kann und wer ich bin –
Also kommt und schöne Grüß
sendt Euch Euer Alois

Berlin im Herbst 1937

„Alois“ Gaststättenbetrieb
Am Wittenbergplatz 3
Inhaber Alois Hitler

Dies hat die KI zu obiger Illustration animiert.

Seit 1933 hatten Alois jun. und Adolf keinen bekanntgewordenen Kontakt mehr zueinander. In „Mein Kampf“ wurde Alois jun. gänzlich verschwiegen, nur wenige aus Adolf Hitlers Umfeld wussten überhaupt seinem Halbbruder.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebte Alois Hitler, der sich nun Alois Hiller nannte, unerkannt und in gutbürgerlicher Umgebung mit seiner Familie in Hamburg-Fuhlsbüttel, wo er am 20. Mai 1956 verstarb.

Sein Grab befand sich in Hamburg auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf. Es wurde 2005 aufgelassen.

Wetterregel zum 20. Mai

Hier finden Sie eine Bauernregel bzw. Wetterregel zum 20. Mai:

Ein kühler Mai wird hochgeacht‘, hat stets ein gutes Jahr gebracht.

Mehr bei unserer Übersicht der Wetterregeln. Vielleicht interessieren Sie sich auch für die 10 Fakten zum 20. Mai.