Das Huawei P30 Pro im Kurztest – das Zoommonster

Die Kamera ist inzwischen für die meisten Smartphone Käufer die wichtigste Kaufentscheidung. Für Telefonie und Whatsapp reichen an sich schon 100 Euro Androiden, ordentliche Displays kriegt man schon für wenig mehr – insbesondere aber die Qualität der Kamera ist noch ein legitimer Grund, für ein Handy wirklich mehr Geld auszugeben.

Eines der besten Smartphones in diesem Bereich ist Stand Sommer 2019 das Huawei P30 Pro, dessen größte Stärke der Zoom ist, wie man hier gut sehen kann – alle Bilder wurden von der gleichen Position aus aufgenommen:

 

Insbesondere das dritte Bild von oben finde ich bemerkenswert, da es wirklich noch überzeugt – das vierte mit der höchsten Zoomstufe ist zwar auch beeindruckend, aber nicht mehr wirklich brauchbar.

Zum Vergleich einmal das Google Pixel 2XL:

Während ich das erste Bild ohne Zoom sogar geringfügig besser finde als das mit dem Huawei aufgenommene, baut es ab dem ersten Heranzoomen beständig ab – und die höchste Zoomstufe ist hier schon nicht mehr überzeugend, ohne auch nur ansatzweise so weit ins Detail zu gehen, wie das Huawei.

Wer also ein Smartphone mit einer zoomstarken Kamera sucht, kommt derzeit am P30 Pro kaum vorbei. Der Trick ist, dass mit einer Periskop Kamera gearbeitet wird, so dass mit einem echten optischen Zoom gearbeitet werden kann. Insgesamt besteht das Hauptkamerasystem aus drei Einheiten: 40 Megapixel (Weitwinkelobjektiv, Blende f/1.6, OIS), 20 MP (Ultraweitwinkelobjektiv, Blende f/2.2) und eben das besagte Zoomobjektiv 8 MP (Teleobjektiv, Blende f/3.4, OIS)

Auch ansonsten weiß das Huawei zu gefallen und bietet alles, was von einem Flaggschiff-Smartphone 2019 erwartet wird: es wird vom Kirin 980 Prozessor angetrieben, der auf dem Niveau des Snapdragon 855 liegt. Die derzeit in Deutschland verfügbaren Speicherausstattungen liegen bei 128GB (8GB RAM) und 256GB (8GB RAM), eine gute Grundlage für das eingesetzte Android 9 (Pie), das mit Huaweis EMUI Oberfläche daherkommt. Das OLED Display hat FHD + Auflösung (2.340 * 1.080) und eine kleine Notch in Waterdrop Form für die Frontkamera (32 Megapixel). Der Akku hat eine Nennkapazität von 4.100 mAh und bringt einen gut durch den Tag.

Im Lieferumfang sind neben dem Ladegerät und einem USB-C-Kabel noch USB-C In-Ear Kopfhörer, einen Kophöreranschluss gibt es wie heute üblich nicht mehr.

Die Abmessungen betragen 73,4 mm * 158 mm * 8,41 mm, das Gewicht liegt bei 192g, mögliche Farben sind Amber Sunrise, Breathing Crystal, Aurora und Schwarz.

Ich hatte die Gelegenheit, das Huawei P30 pro kurz auszuprobieren und habe es als absolut empfehlenswertes Android Flaggschiff mit einer herausragenden Kamera kennengelernt, mit dem ich gerne mehr Zeit verbracht hätte.

Liste: Smartphones, die die Galileo Satellitennavigation unterstützen

Hier finden Sie eine Liste der Smartphones, die auch die Navigation über das europäische Galileo System unterstützen:

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Liste: Smartphones mit Windows Phone 8.x

HTC

  • 8S
  • 8X
  • 8XT

Huawei

  • Ascend W1
  • Ascend W2

LG

  • Lancet

Microsoft

  • Lumia 535
  • Lumia 540
  • Lumia 640
  • Lumia 640XL

Nokia

  • Lumia 520
  • Lumia 521
  • Lumia 525
  • Lumia 526
  • Lumia 620
  • Lumia 625
  • Lumia 630
  • Lumia 635
  • Lumia 720
  • Lumia 730
  • Lumia 735
  • Lumia 810
  • Lumia 820
  • Lumia 822
  • Lumia 920 und 920T
  • Lumia 925
  • Lumia 928
  • Lumia 930
  • Lumia 1020
  • Lumia 1320
  • Lumia 1520
  • Lumia Icon

Samsung

  • Ativ Odyssey
  • Ativ S
  • Ativ SE
  • Ativ S Neo

Neues von Microsoft aus Barcelona

Bereits am 23. Februar hat Microsoft im Vorfeld des Mobile World Congress in Barcelona eine Pressekonferenz gegeben und einen Blick in die Zukunft von Windows und Windows Phone gegeben. Hier sind einige der Informationen:

Neue Grundlagen, Features und Apps

Folgende neue Features wurden bestätigt:

  • Dual SIM Support
  • Business Features wie VPN und S/Mime im WP 8.1 Update
  • Facebook Messenger kommt für Windows Phone
  • geänderte Hardwarevorgaben – es sind z.B. keine Hardwarebuttons und kein Kamerabutton mehr vorgeschrieben. Das neue Referenzdesign erlaubt einerseits noch günstigere Windows Phones sowie das einfache “Recycling” von bestehenden Android Modellen

Neue OEMs für Windows Phone

Mehr Hardwarepartner springen auf den Windows Phone Zug auf. Folgende wurden bekanntgegeben:

  • Foxconn
  • Gionee
  • JSR
  • Karbonn
  • Lenovo (!)
  • LG (war bereits mit WP 7 vertreten)
  • Longcheer
  • Xolo
  • ZTE

Bereits an Bord sind:

  • Nokia (bald Microsoft selbst)
  • HTC
  • Huawei
  • Samsung

Rechnet man noch die Hersteller dazu, die das mobile Windows for embedded Devices einzsetzen wie z.B. Panasonic, werden wir hoffentlich bald deutlich mehr Windows Phone Smartphones und andere Smart Devices sehen!

Für potentielle OEMs gibt es jetzt eine Informationsseite.

Windows 8.1

Windows 8.1 wird im Frühjahr ein großes Update erhalten, zu dem es auch einige Infos gab:

  • niedrigere Hardware-Anforderungen: Nur noch 1GB Speicher und 16GB Masenspeicher erforderlich
  • verbesserte Bedienung mit Tastatur und Maus

Weitere News von Microsoft

HIer noch interessante Informationshäppchen:

  • In Großbritannien war das Lumia 520 das am drittbesten verkaufte Smartphone im Dezember 2013. Nach dem iPhone 5s und dem iPhone 5c und vor allen Android Devices!
  • Microft wird sich 2014 beim Wachstum der Windows Phone Plattform wieder mehr auf Emerging Markets konzentrieren.

Warum Microsoft Windows verschenken sollte

Woman with giftsJa, richtig gelesen. Microsoft sollte alsbald die Windows Lizenzkosten für seine Partner streichen. Jedenfalls für die meisten Versionen im Einsteigerbereich.

Windows Phone – kostenfrei. Windows RT – kostenfrei. Windows 8.1 – kostenfrei. Für Windows RT mit Office, Windows 8.1 mit Office für Tablets, Windows 8.1 Pro und Windows 8.1 Enterprise könnte und sollte Microsoft hingegen weiter Lizenzgebühren in Rechnung stellen.

Denn Microsoft befindet sich an einem Scheidepunkt. Bereits mit den Surface Modellen ist man in Konkurrenz zu seinen bislang wichtigsten Partnern, den PC-Herstellern, getreten. Ein Weg, der entgegen meiner ersten Erwartungen mit der Surface 2 Reihe jetzt weiter beschritten werden soll. Und durch die Übernahme der Phone Sparte von Nokia ist Microsoft schon bald ein echtes Smartphone Mittelgewicht.

Gerade aber Windows Phone ist für die anderen Lizenznehmer wie HTC, Samsung oder auch Huawei damit plötzlich ziemlich uninteressant. Diese müssen Lizenzkosten an Redmond zahlen, was den Microsoft Lumia Smartphones einen Kostenvorteil verschafft. Und auch bei der Entwicklung neuer Geräte hat Microsoft Vorteile, da Hardware und Core Entwicklung des OS aus einem Haus kommen. Würde Microsoft Windows Phone hingegen kostenfrei mit gleichzeitigem “Patentschutz” an OEMs abgeben, wäre das Betriebssystem für viele Hersteller wieder interessanter – sie könnten sich damit immerhin auch die Lizenzahlungen sparen, die sie derzeit für ihre Android Phones ohnehin an MS leisten müssen. Das Windows Phone Ökosystem würde durch mehr und engagierte Hersteller einen gewaltigen Schub bekommen. Die Gefahr der Fragmentierung der Plattform, die gerade bei Android viele Probleme verursacht, bestünde angesichts der strengeren Vorgaben Microsofts nicht.

Ähnlich im Tablet Markt. Bei den Geräten in der 200 Euro Klasse machen die Windows (RT) Lizenzkosten einen nicht unerheblichen Teil aus. Darum gibt es hier auch faktisch keine Konkurrenz für Android – auch wenn man jetzt verschiedentlich das Surface RT im Ausverkauf in diesen Preisregionen findet (Tipp, dann zugreifen, man bekommt viel Tablet für sein Geld). Würden die Lizenzkosten für RT wegfallen, würde es für viele asiatische LowCost Hersteller interessant, die bisher auf Android setzen. Für RT Versionen mit Office für RT könnte MS dann wieder Lizenzkosten verlangen. Und bei RT Versionen, die ohne Office ausgeliefert werden, könnte der Endkunde es dann für 29,99 EUR aus dem Store nachinstallieren.

Das gleiche Lizenzmodell ließe sich zudem auf die Basis-Version von Windows 8.1 umsetzen, womit dann preiswertere leistungsstärkere Tablets, Hybridnotebooks und klassische Hardware (Notebooks, Desktops) ermöglichen würde. Die größeren Windows Versionen und die Varianten, die direkt mit Office ausgeliefert würden, blieben kostenpflichtig.

Gerade bei der Windows Phone Lizensierun halte ich den Schritt offen gesprochen fast für unabdingbar, wenn MS noch andere OEMs im Boot halten will. Und auch für preisgünstige ARM Tablets sehe ich keinen Weg. Nicht ohne Grund ist ja Microsoft faktisch der einzige Hersteller, der noch auf Windows RT setzt. Mit kostenlosen Lizenzen könnte sich das Bild ändern.

Was würde das MS bedeuten? Zunächst einmal, dass massiv Lizenzeinnahmen wegbrechen. Aber die Hersteller weichen schon jetzt bei günstigen Tablets auf Android aus. Und auch Googles “größeres” Betriebssystem ChromeOS wird langsam interessanter, so dass auch bei klassischer Hardware Gefahr für Microsofts Marktanteile droht.

Dadurch, dass aber die weiteren Versionen kostenpflichtig blieben, beträgt der Verlust eben nicht 100%. Und die Zahl der Windows Installationen könnte massiv wachsen, was Grundlage für weiteres Wachstum ist. Denn durch mehr Installationen wird das Ökosystem interessanter für Entwickler, das heißt mehr Apps, mehr App-Käufe und damit mehr Umsatz für MS an kostenpflichtigen Apps. Zudem könnte MS selbst neue Umsatzquellen schaffen wie z.B. den Kauf von Office (s.o.) und weiterer kostenpflichtiger MS-Anwendungen direkt aus dem Store oder auch kostenpflichtige Updates auf die größeren Windows Versionen (Pro). Auch das gezielte kostenpflichtige Freischalten einzelner erweiterter Funktionen wäre denkbar. Es ergeben sich damit viel mehr Einnahmemöglichkeiten als in der alten PC Welt.

Microsoft könnte sich somit zwischen Apple und Google positionieren. Einerseits ein einheitliches sicheres Betriebssystem und Ökosystem, wie Apple es bietet, auf der anderen Seite die Hersteller-Freiheit, wie Android sie bietet, aber ohne dass Fragmentierungs-Problem.

Wenn Microsoft den hier vorgeschlagenen Weg jedoch nicht geht, wird es schwierig im Smartphone und Tablet-Sektor.

Bild (c) Allposters

Der Untergang von HTC?

Der UntergangNein, so schlecht wie Blackberry geht es HTC noch nicht – aber dennoch muss man sich Sorgen um den taiwanesischen Smartphone Pionier machen, waren die HTC-Zahlen für Q2/2013 doch ein Desaster.

HTC ist gleich von vier Seiten unter Druck:

Im Android High-End Segment führt derzeit für die Käufermassen kein Weg am Samsung Galaxy 4 vorbei – auch wenn das als Murats BMW unter den Smartphones deutlich schlechter ist als das in sich sehr stimmige HTC One. Und auch die Sony Experia Modelle graben HTC hier wertvolle Marktanteile ab.

Im Segment der günstigen Androiden greifen neben Samsung viele weitere Hersteller an, besonders hervorzuheben sind ZTE, LG, Huawei und Lenovo.

Das Windows Phone Segment – hier war man ein Vorreiter – hat HTC nahezu kampflos Nokia überlassen – die Finnen dominieren dieses Marktsegment mit mehr als 80% Anteil. Überhaupt hat Nokia im besagten Quartal ungefähr so viele Lumias verkauft wie HTC Androiden und Windows Phones zusammen.

Insbesondere ist HTC aber sein eigener größter Gegner.

Das fängt schon beim aktuellen Flaggschiff HTC One an, das vielleicht sogar das aktuell beste Android Smartphone auf dem Markt ist. Getrübt wurde der Markteintritt aber durch Probleme bei der Produktion sowohl hinsichtlich der Kapazität als auch der Qualität, wodurch viele Chancen vertan wurden.

Zudem ist die gesamte Produktpalette unübersichtlich. HTC One, One mini, One SV, One X+, One XL, One X, One S, One V, Desire X, Desire C, Desire S, Desire Z, Desire HD, Desire, Sensation XL, Sensation X, Windows Phone 8X, Windows Phone 8S, Windows Phone 8XT… erkennen Sie auf einen Blick, welches hier die Einsteigermodelle und welches die Top-Smartphones sind? Wenn man nicht so im Fokus der Medien steht wie Samsung, sollte man hier für mehr Transparenz sorgen. Nokia macht es hier besser – mit dem Lineup Lumia 520, 620, 625, 820, 920, 925, 928 und 1020 ist direkt klar, wie die jeweiligen Modelle positioniert sind. Immerhin – hier scheint HTC gelernt zu haben – rund um das HTC One entsteht mit dem Grundmodell und dem mini und dem max eine transparente Familie.

In diesem Zusammenhang ist auch das Fehlen einer einheitlichen Designsprache zu nennen – auch anders als z.B. bei Nokia oder jetzt auch Sony fehlt dieser “Oh, ein HTC” Effekt. Aber auch hier scheint man mit der One Familie auf dem richtigen Wege zu sein.

Ein weiteres Problem ist, dass HTC für viele Smartphones nur wenige Updates zur Verfügung stellte. So wurden weitere Android-Updates für das ehemalige Flaggschiff Desire HD zunächst versprochen, dann aber zurückgezogen. Hierdurch ist Vertrauen bei den Kunden verloren gegangen, das erst wieder gewonnen werden muss.

Auch wenn sich jetzt vieles zum Guten wendet bleibt die Frage, warum man sich ein HTC Smartphone kaufen sollte. Das HTC One ist wie erwähnt im großen und ganzen das bessere Android Flaggschiff – aber wohl nicht gut genug, um hier für den Massengeschmack gegen Samsung bestehen zu können. Übrigens habe ich dabei den subjektiven Eindruck, dass gerade die Ultrapixel Kamera ein Problem des HTC One ist. Auch wenn diese ähnlich gute Bilder macht wie die des S4 (und nachts sogar bessere), sehen viel Kunden nur 4,3 Megapixel gegen 16 Megapixel… aber das nur am Rande.

Ähnlich die Situation bei den Windows Phone Modellen von HTC. Hier war man einmal Vorreiter, hat es aber nicht verstanden, diese Position zu halten. Exklusive Apps und innovative Features finden sich in den Nokia Lumias. Dabei würde gerade Windows Phone HTC die Möglichkeit geben, Akzente zu setzen. Statt – wie es Gerüchte besagen – in Erwägung zu ziehen, keine weiteren Windows Phone Devices mehr zu bringen, sollte man hier mehr Engagement zeigen. Wobei andererseits aber auch verständlich ist, dass man in der Krise seine Kräfte konzentrieren will.

HTC also vor dem Untergang? Ich glaube nicht. Das HTC One und seine Ableger gehen in die richtige Richtung. Gelingt es HTC, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, eine klarere Produktlinie aufzubauen, die alle Marktsegmente abdeckt und Alleinstellungsmerkmale zu liefern (nein, keine Ultrapixel…) dürfte der Turnaround wahrscheinlich sein.

Ich jedenfalls drücke die Daumen, denn gerade mit meinem HTC Radar war ich immer sehr zufrieden und es wäre schade, würde dieser Smartphone Pionier verschwinden.

Bild (c) Allposters

MSFT, kauf endlich NOK und gib WP 7.8 kostenlos ab

The Mysterious Dr. Fu ManchuDie Nokia Aktie machte einen ziemlichen Sprung, als Gerüchte aufkamen, Huawei hätte Interesse daran, Nokia zu übernehmen. Huwaei dementierte dann jedoch. Klar ist aber auch: mit beginnenden Momentum der Lumia Smartphones mit Windows Phone, der in emerging Markets erfolgreichen Asha Serie, seinem attraktiven Patentportfolio und der nach wie vor recht geringen Marktkapitalisierung ist Nokia eigentlich ein prädestinierter Übernahme-Kandidat.

Und daher sollten bei Microsoft die Alarmglocken schrillen: Windows Phone ist derzeit schon fast ein reines Nokia Betriebssystem und Nokia tief in die Weiterentwicklung involviert. Sollte ein neuer Eigentümer das finnische Unternehmen hier anders aufstellen wollen, hätte Microsoft den wichtigsten Plattform-Partner verloren.

MS sollte daher dringend Nokia übernehmen oder zumindest einen strategischen Anteil an seinem Partner kaufen. Windows Phone wäre vorerst gesichert und die Hardware-Erfahrungen der Finnen kämen Microsoft ohnehin bei der neuen Strategie mit den eigenen Surface Tablets zupass.

Um das Windows Phone Ökosystem weiter zu stärken und den bestehenden Bedenken der asiatischen OEMs zu begegnen würde ich zudem an Microsofts Stelle:

  • Windows Phone 7.8 kostenlos lizenzieren (emerging Markets)
  • Eine Windows Phone 8.x Version ohne integrierte Navigationslösung und ggf. weitere Enterprise-Features auf den Markt bringen, die dann günstiger lizenziert werden könnten.

Bild (c) Allposters

Wird Windows Phone ein exklusives Nokia OS?

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Die obige Grafik von adduplex macht es auf einen Blick klar: Windows Phone heißt inzwischen eigentlich Nokia. Über 83% aller Smartphones mit dem Microsoft Betriebssystem kommen von Nokia. Mit 10,8% folgt abgeschlagen HTC.

Gab es am Anfang Windows Phone Modelle von vielen Herstellern, gibt es aktuelle Geräte eigentlich nur von Nokia, HTC, Samsung und Huawei.

HTC verzettelt sich nach wie vor selbst und trägt wenig zur Windows Phone Plattform bei und setzt derzeit wieder verstärkt auf Android.

Und Samsung hat mit dem Ativ S ein sehr ordentliches Windows Phone im Angebot, um dessen Vermarktung die Koreaner sich aber gar nicht kümmern. Klar, mit dem Galaxy S4 hat man eine Cah Cow im Angebot, und bereitet sich intern sicherlich mehr auf Tizen vor. Immerhin sind zwar wohl neue Windows Phones in Vorbereitung (SGH-I187), aber viel Einsatz für die Plattform ist nach den bisherigen Erfahrungen nicht zu erwarten.

Andere Hersteller wie Acer und ZTE werden vom nach wie vor recht geringen Windows-Phone Marktanteil, den recht hohen Lizenzkosten, den mangelnden Individualisierungsmöglichkeiten und eben der Nokia Dominanz abgeschreckt, wie auch die Digitimes berichtet.

Nokia setzt eben – außer bei den günstigen Asha Smatphones für emerging Markets – voll auf Windows Phone. Dementsprechend arbeiten die Finnen eng mit Microsoft zusammen, was die Weiterentwicklung des Betriebssystems angeht, tragen viel zur Qualität der Plattform bei (Here Maps) und sorgen dafür, dass es Premium-Apps für Windows Phone gibt, die dann im Gegenzug zumindest für eine bestimmte Zeit exklusiv für Lumia Phones verfügbar sind.

All das trägt aber auch wieder dazu bei, dass Windows Phone für andere OEMs weniger interessant wird. Welche Szenarien sind also denkbar:

  • Microsoft arbeitet nicht mehr in dieser exklusiven Form mit Nokia zusammen und behandelt alle OEMs mehr oder weniger gleich. Das ist aber auch aus Sicht Microsofts nicht wünschenswert, da die mobile-Erfahrungen Nokias derzeit unverzichtbar sind.
  • Microsoft arbeitet mit einem weiteren Hersteller ähnlich intensiv zusammen wie derzeit mit Nokia, der dann ebenfalls eigenständige neue Impulse in die Plattform einbringt. Hier käme allenfalls HTC in Frage – doch die Taiwanesen haben derzeit andere Probleme.  Das ist also ebenfalls sehr unwahrscheinlich.
  • Die Windows Phone Welt wird geteilt: Nokia Smartphones haben exklusive Features (Navigation, Fotografie), daneben gibt es eine einfachere Windows Phone Version (mit voller Kompatibilität), die dann aber auch entsprechend günstiger lizenziert wird. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Dinge faktisch in diese Richtung entwickeln – wenn die asiatischen Hersteller sich auf dieses Modell einlassen.
  • Sollte voriges Szenario aber nicht eintreten, halte ich folgende Entwicklung für wahrscheinlich: Andere Hersteller ziehen sich mehr und mehr von Windows Phone zurück, die Zusammenarbeit zwischen Nokia und MS intensiviert sich weiter. Über Zwischenschritte (Surface Phone made by Nokia) kommt es in letzter Konsequenz dann dazu, dass Nokia von Microsoft übernommen wird.

So oder so gehe ich aber davon aus, dass sich Windows Phone als drittes starkes mobiles Ökosystem etablieren wird. Und darauf habe ich auch gewettet.

Ein Blick in die Zukunft von Apple

Fazit des Artikels: Apple wird ein Unternehmen wie viele andere, wenn es nicht bald wieder ein neues disruptives Produkt vorstellt.

Die von mir gerne gelesene britische Tageszeitung theguardian brachte es mit einer interessanten Analyse auf den Punkt:

Every empire crumbles
Apple is losing its hip and unpredictable edge as it risks being left behind by the very technology it helped to proliferate…
Quelle: theguardian

The New Yorker Cover - August 9, 2010Letztlich meint der Autor Victor Keegan, dass Apples wichtigstes Produkt, der iPod, nicht mehr genug Kraft habe, das Wachstum des Unternehmens weiter anzutreiben und Apple ein neues disruptives Produkt brauche, um den hohen Erwartungen wieder gerecht zu werden.  Moment – schrieb ich gerade iPod – und ist es Ihnen aufgefallen? Ja, denn der Artikel stammt aus dem Jahr 2006. Welches Produkt Steve Jobs dann vorstellte, ist bekannt: das iPhone, mit dem der gesamte Smartphone Markt, wie wir ihn heute kennen, erst geschaffen wurde.

Apples größtes Problem ist aber: das Unternehmen steht und fällt mit dem Erfolg des iPhone, wie Dan Frommer anschaulich herausgearbeitet hat. Macs und iPads sind für Wohl und Wehe der Kalifornier nicht so wichtig. Von den iPods will ich erst gar nicht sprechen.

Was das iPhone angeht, sind Presse und Kunden jedoch zunehmend kritisch: So wirkt “iOS so was von 2007”,die Konkurrenz von Nokia mit dem Lumia 920 und Samsung ist technisch deutlich weiter, es gibt Massen an günstiger Android Konkurrenz und neue preisagressive Windows Phone Angreifer wie das Lumia 620 oder das Huawei Ascend W1. Ganz wesentlich aber: das Ökosystem läuft nicht so rund, wie man das von Apple erwarten dürfte; das Apple Maps Desaster ist da nur die Spitze des Eisbergs – fragen Sie mal Apple Nutzer nach Problemen mit der Cloud und der Synchronisation von Daten…

All das zeigt sich auch an der Börse. Der Aktienkurs bewegt sich um die 500US$ (in dieser Minute in der ich das schreibe sogar auf den Cent genau) nachdem er am 19. September 2012 bei 702,10 US$ lag.

Sicher, Apple wird 23. Januar mit den neuen Quartalszahlen nochmals iPhone und iPad Rekordabsätze und wahrscheinlich auch einen Rekordumsatz präsentieren. Der Gewinn könnte hingegen durchaus rückläufig sein, zumindest in Relation zum Umsatz. Und schon für die nächsten Quartalsergebnisse erwarte ich eine deutlichere Abkühlung in allen Bereichen.

Klar ist aber auch – ernsthafte Sorgen machen muss man sich um Apple in den nächsten Jahren nicht. geschätzte 150 Milliarden US$ in der Kriegskasse, eine riesige iPhone Installationsbasis und ein harter Kern an unbelehrbaren Fanboys sorgen dafür, dass wir auch in Zukunft immer mal was neues aus Cupertino hören werden.

Doch was wird Apple tun?

Zuletzt sorgte man für weiterhin gute Ergebnisse, indem man neue Produktvarianten in immer kürzeren Abständen vorstellte und die Preise hoch hielt. Angesichts deutlich preisgünstigerer Konkurrenz auf technischer Augenhöhe, mangelnden echten Innovationen und der Verärgerung der Stammkunden über zu schnelle Modellwechsel (zwischen dritter und vierter iPad Generation lagen gut 8 Monate) kann dieser Weg aber nicht dauerhaft beschritten werden.

Eine Expansion in Emerging Markets bietet zwar Wachstumspotential – der iOS Marktanteil in Indien z.B. liegt gerade mal bei 0,9% – doch spricht hier einerseits der hohe Preis der Produkte dagegen, andererseits konnten sich hier die günstigen Androiden gut etablieren und Nokia ist im asiatischen Raum mit den Lumias und den sehr günstigen Asha Phones recht erfolgreich. Zudem würde eine Niedrigpreispolitik die Erträge deutlich schmälern.

Daneben wird über ein einfacheres und preisgünstigeres iPhone auch für die Stammärkte spekuliert. Doch zeigte sich schon beim iPad Mini, dass dessen Verkäufe deutlich zu Lasten des “großen” iPad gehen. Es mag durchaus sein, dass Apple diesen Weg der preisgünstigeren Varianten auch im iPhone gehen wird, doch wäre dies auf jeden Fall ein Bruch mit der bisherigen klaren Linie und würde auf die Gewinne drücken.

Aber auch eine noch weitere Diversifizierung der iPhone Familie ist denkbar: das Low-Cost Einsteigermodell, das “normale” iPhone mit 4″ Display und ein High-End iPhone mit 4,8″ für Datenblattfresser und Power User. Und dann noch ein 5,5″ Phablet zwischen iPhone und iPad mini…

So oder so – Apple würde damit ein Hersteller unter vielen, der sich noch stärker als bisher der Konkurrenz von Samsung, HTC, dem wiedererstarkenden Nokia und anderen Anbietern stellen muss.

Zu neuen Höhen – besonders an der Börse – könnte Apple also nur ein neues disruptives Produkt führen. Ob ein iPhone 5S oder iPhone 6 ausreichend wäre, wage ich einmal zu bezweifeln – selbst wenn es mit Lichtfeldkamera und Fingerabdrucksensor ausgestattet wäre. Ein Reality Distortion Field ist ja schon seit dem iPhone 3GS eingebaut.

Am Apple Fernseher wird schon lange gearbeitet und Vorarbeiten hat sicherlich schon Steve Jobs geleistet, doch soll das Projekt langsamer vorankommen als gedacht und der Bedienansatz gerüchteweise bei Testnutzern durchgefallen sein.

Eine Uhr? Das wäre zu wenig. Heimautomation wäre ein anderes weites Feld – doch bleibt letztlich alles Spekulation.

Insbesondere stellt sich die Frage, ob Apple in der Lage ist, ohne Steve Jobs ein marktumkrempelndes Prodikt zu entwickeln und einzuführen.

Und so steht Apple wieder einmal mehr am Scheideweg. History repeating.

Bild: (c) Allposter / The New Yorker

Anhang: Lesenswerte Beiträge zum Thema:

Lidl hat nochmal Huawei X3 Smartphones für 99 EUR

So, die Überschrift sagt eigentlich alles – wer noch ein Huawei Ideos X3 für 99 Euro haben will, klickt hier. Das Angebot gilt nur für kurze Zeit, also schnell sein.

Update: Inzwischen wieder ausverkauft, dafür kann man es bei fonic probieren…