Liste: Windows 10 Smartphones, die das Creators Update erhalten

Folgende Windows 10 mobile Smartphones sollen das Creators Update erhalten:

  • Alcatel IDOL 4S
  • Alcatel OneTouch Fierce XL
  • HP Elite x3
  • Lenovo Softbank 503LV
  • MCJ Madosma Q601
  • Microsoft Lumia 550
  • Microsoft Lumia 640/640XL
  • Microsoft Lumia 650
  • Microsoft Lumia 950/950 XL
  • Trinity NuAns Neo
  • VAIO VPB051

Stand: 6. April 2017

10 Smartphones abseits des Mainstream im Dezember 2016

Vor einem Jahr hatte ich hier schon 10 ungewöhnliche Smartphones vorgestellt. Inzwischen sind neue Modelle auf dem Markt und so folgen hier 10 weitere ausgefallene Smartphones, die nicht jeder hat.

1. Xiaomi Mi Mix

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Das Xiaomi Mi Mix sieht so aus, wie viele Flaggschiff-Smartphones ab 2017 aussehen werden: es hat ein fast randloses Display. An sich nur für den chinesischen Markt vorgesehen, kann man es auch über entsprechende China-Shops in Deutschland kaufen. Kleine Einschränkung: es beherrscht nicht alle hierzulande gebräuchlichen LTE Frequenzen unterstützt werden – LTE Band 20 fehlt, was dann zum Problem werden kann, wenn man auf dem Land lebt.

Tipp: Viele Shops bieten beim Bestellen die Möglichkeit, alternative ROMs zu wählen. Entscheiden Sie sich für eines, das deutsch unterstützt und den Google Play Store dabei hat.

2. HP Elite X3

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Auch Hewlett Packard stellt Smartphones her – das HP Elite X3 setzt auf Windows 10 mobile und ist besonders auf Continuum ausgerichtet. Damit ist es perfekt für alle, die mit dem Handy auch gleich den PC ersetzen wollen. So gibt es umfangreiches Zubehör wie Docking-Stations oder eine Erweiterung, die das X3 zum Notebook macht. Aber auch sonst ist das Elite X3 ein spannendes High-End Smartphone für Windows 10 Fans.

Das HP Smartphone gibt es ganz offiziell in Deutschland, z.B. bei Amazon.

3. LeEco Le 2

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Full HD Display, Fingerabdrucksensor, 32 GB – wer meint, für solche Leistungsdaten müsse man tief in die Tasche greifen, wird durch das LeEco LE2 eines besseren belehrt. Das Android-Smartphone gibt es bei vielen China-Importeuren schon für weniger als 180 Euro!

4. Lumia 650

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Es ist das letzte Lumia, das auf den Markt gekommen ist und gilt als das schönste: das Microsoft Lumia 650. Für derzeit schon weniger als 130 Euro (z.B. hier) bekommt man LTE, solide Leistung und hervorragende Verarbeitung. Wer nicht unbedingt die neuesten Apps braucht – das Handy läuft mit Windows 10 mobile – macht hier nichts falsch.

Allenfalls die Kamera genügt nicht höchsten Ansprüchen. Wer darauf Wert legt, sieht sich den nächsten Tipp an:

5. Lumia 950

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Wer ein Highend Windows 10 Smartphone zum günstigen Preis sucht, sollte beim Lumia 950 zuschlagen. Es hat eine hervorragende Kamera und ist schon für weniger als 330 Euro zu haben. Da es gerade ausläuft, sollte man schnell zuschlagen.

Mit den Mozo Covers kann man es sehr gut individualisieren.

6. Kodak Ektra

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Wie auf dem Bild zu erkennen ist – und wie auch der Name schon verrät – handelt es sich beim Kodak Ektra um ein Kameraphone, auf dem Android läuft. Dazu gibt es schönes klassisch aussehendes Zubehör.

Erhältlich hierzulande z.B. bei Amazon.

7. LG H410 WineSmart Clamshell

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Eigentlich wollen Sie ein klassisches Handy, aber hin und wieder auf WhatsApp, Facebook und twitter Apps nicht verzichten? Dann ist das LG H410 die richtige Wahl für Sie. Es kommt als Klapphandy daher, hat aber Android an Bord. Mehr Infos gibt es direkt hier bei LG.

Ist bei diversen Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar.

8. Posh Micro X S240

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Das Posh Micro X S240 hat ein 2,4″ Display und ist etwa so groß wie eine Kreditkarte. Dennoch läuft Android drauf.

In Deutschland ist es nicht direkt verfügbar, kann aber aus den USA importiert werden. Mehr Infos gibt es beim Hersteller.

9. Panasonic FZ-E1 / FZ-X1

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Dieses Smartphone aus der Toughbook Reihe von Panasonic hält einiges aus und ist für den professionellen Einsatz vor Ort konzipiert, so ist z.B. ein Barcode Scanner gleich an Bord.

Erhältlich mit Windows 8.1 Embedded (FZ X1, siehe Bild) oder Android (FZ E1).

10. BlackBerry PRIV STV100-4

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Ihnen ist eine physikalische Tastatur wichtig? Dann ist das BlackBerry PRIV STV100-4 das Handy der Wahl. Hier setzt Blackberry auf Android, so dass Sie sich um Apps keine Gedanken machen müssen.

Kann auch bei Amazon geordert werden.

Bildnachweise:

  • Xiaomi Mi Mox: GSMarena.com
  • HP Elite X3: Hewlett Packard
  • LeEco Le 2: LeEco
  • Lumia Smartphones: Microsoft
  • Kodak Ektra: Kodak
  • Posh Micro X: Posh
  • LG Klappsmartphone: LG Electronics
  • Panasonic: Panasonic
  • Blackberry Priv: Blackberry

Nein, Ende 2016 stirbt kein weiteres Smartphone Betriebssystem

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Mit etwas Verzögerung ist auch in Deutschland angekommen, was seit einigen Tagen schon durch die internationale Tech-Presse geistert: Microsoft stelle Ende 2016 den Verkauf der Lumia Smartphones ein.

Nun glaube ich nicht einmal, dass das so lange dauern wird. Der Lumia Ausverkauf findet schon jetzt statt, produziert werden keine neuen Geräte mehr und ich gehe davon aus, dass es schon deutlich früher als zum Jahresende im zumindest vergleichsweise Windows-Phone-freundlichen Deutschland keine Smartphones mit dem Lumia Label mehr geben wird.

Ob die Entscheidung Microsofts, die Marke Lumia und die eigene Smartphoneproduktion sterben zu lassen, richtig ist oder nicht, mag man lange diskutieren. Sie ist jedenfalls Fakt.

“Nein, Ende 2016 stirbt kein weiteres Smartphone Betriebssystem” weiterlesen

10 Fakten zum 6. September

  1. Heute ist Magnustag. Der heilige Magnus lebte im 8. Jahrhundert als Einsiedler in Füssen und ist sagenhafter Gründer der Abtei St. Mang. Sein Bischofsstab, der Magnusstab, wurde lange zu Aussegnungen von Feldern gegen Schädlingsbefall verwendet. Daher wird der heute Tag auch “Abfraßtag” genannt, da Magnus gegen das Abfressen der Ernte durch Mäuse, Raupen etc. helfen soll. Auch heute noch wird der heilige Magnus in Teilen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz sehr verehrt – so finden heute vielerorts Prozessionen statt.
    Bulgarien hat heute Nationalfeiertag: gefeiert wird die Vereinigung mit Ostrumelien und Swasiland feiert heute seit 1968 bestehende Unabhängigkeit von Großbritannien.
  2. 1888 wird die Flensburger Brauerei gegründet.
  3. Der Beschuss englischer und belgischer Städte, vor allem von London und Antwerpen, mit der V2-Rakete durch die deutsche Wehrmacht beginnt 1944. Alliierte Lufteinheiten bombardieren und zerstören am selben Tag zirka 80 Prozent der Stadt Emden. Die von den Deutschen besetzte Stadt Le Havre an der Seine wird durch einen alliierten Bombenangriff innerhalb weniger Stunden zu mehr als 50 Prozent zerstört.
  4. 1953 wurde der zweite Deutsche Bundestag gewählt. Die Ergebnisse:CDU/CSU: 45,2%
    SPD: 28,8%
    FDP: 9,5%
    GB/BHE: 5,9% (Gesamtdeutscher Block/Heimatvertriebene)
    DP: 3,3%
    KPD: 2,2%
    BP: 1,7%
    GVP: 1,2%
    DRP: 1,1%
    Zentrum: 0,8%
    DNS: 0,3%
    SSW: 0,2%
  5. 1972 findet während der Olympischen Spiele in München die Trauerfeier für die 12 Toten des Anschlags statt. Die Spiele werden am nächsten Tag fortgesetzt.
  6. Seit 1991 heißt St. Petersburg (Bild) wieder St. Petersburg und nicht mehr Leningrad.
  7. Diana “Di” Spencer wird 1997 beerdigt. In London nehmen 3 Millionen Menschen an der Zeremonie teil, weltweit gibt es 2,5 Milliarden Fernsehzuschauer.
  8. Die deutsche Fußballnationalmannschaft erreicht 2006 den bislang höchsten Auswärtssieg ihrer Geschichte: mit 13:0 siegt sie gegen San-Marino.
  9. Jande Addams wird 1860 geboren.
  10. Hermann Pistor kommt 1875 auf die Welt.

Wie geht es weiter mit Windows auf Smartphones? Und lohnt es sich derzeit, eins zu kaufen?

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Hinweis: 12. September 2016 – ich habe einen neuen etwas kompakteren Artikel erstellt, der sich damit befasst, ob man beim Lumia Ausverkauf zuschlagen sollte. Diesen finden Sie hier.

Hinweis 3. August 2017 – Inzwischen würde ich den meisten Nutzern vom Kauf eines Windows Smartphones abraten. Die Gründe dafür sind hier.

Die Abgesänge auf Windows Phone

In den Medien häufen sich die Abgesänge auf Windows Phone. Viele langjährige Nutzer springen von der Plattform ab und wandern zu iOS oder Android. Und so fragen sich viele auch treue Fans, ob es sich noch lohnt, ein “Windows Phone” zu kaufen und wie es z.B. mit den Lumia Geräten weitergeht.

Ich möchte dies zum Anlass nehmen, einen kurzen Blick auf den aktuellen Smartphone Markt zu werfen, den Status Quo des mobilen Windows darzustellen, ein bisschen über die Zukunft spekulieren und ganz am Ende eine konkrete Empfehlung abzugeben. Wem der Hauptteil zu theoretisch ist: einfach ganz nach unten scrollen.

Was ist los auf dem Smartphone Markt?

Zunächst kurz zum Stand bei den Smartphone Betriebssystemen.

Am bekanntesten ist sicher immer noch iOS, das auf den diversen iPhone Modellen von Apple läuft – und sonst nirgends. Diese haben alle eines gemeinsam: sie sind vergleichsweise hochpreisig für das, was Sie bieten. Ansonsten ist iOS ein sicheres Betriebssystem mit sehr guter App-Versorgung und Qualität, das allerdings in einigen Bereichen ein bisschen altmodisch wirkt. Das iPhone war einst das marktbeherrschende Smartphone, doch ist inzwischen in fast allen Märkten mit meist sehr deutlichem Abstand auf den zweiten Platz abgerutscht.

Marktbeherrschend ist jetzt Googles Android. Vornehmlich durch Billiggeräte um die 100 Euro getrieben – aber auch durch die Flaggschiffe von Samsung, LG, HTC und vermehrt Geräten chinesischer Hersteller wie Xiaomi, Huawei oder ZTE, die Oberklasse-Daten zum Mittelklasse-Preis bieten. Android hat eine sehr gute App-Versorgung, teils sehr gute Apps im Store aber auch viel Crapware und es kommt immer mal wieder zu Problemen mit der Sicherheit.

Dann folgt der Rest: die einst stolzen Blackberries spielen keine echte Rolle mehr, auch nicht in Unternehmen. Firefox OS? eingestellt. Tizen? Nichts neues ist geplant. Sailfish OS? Kämpft ums Überleben. Symbian? War da was?

Von den anderen mobilen Betriebssystemen konnte sich lediglich Windows Phone eine Nische erarbeiten. In einigen Märkten mit durchaus respektablen Marktanteilen, insbesondere auch in Deutschland. Allein: insbesondere in den USA blieb der Erfolg bescheiden. Dabei legte sich Microsoft richtig ins Zeug – bis hin zur Übernahme der Nokia Mobilfunksparte, als sich abzeichnete, dass der stärkste Windows Phone Partner sich im Einstiegsbereich auch Android zuwenden würde.

Inzwischen ist von Nokia bei Microsoft nicht mehr viel übrig. Die Feature-Phone Sparte: verkauft an Foxconn. Die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter: fast alle entlassen. Neue Lumia Smartphones: keine in Sicht. Darüber, ob die Nokia Übernahme ein Fehler war, darf trefflich diskutiert werden. So oder so – das Thema hat sich erledigt.

Und hieß es noch vor einigen Monaten, Microsoft werde mindestens drei Lumia Smartphones – Entry-Level, Midrange, High-End – im Jahr bringen, wurde auch das mehr oder weniger stillschweigend zurückgenommen. In diesem Jahr darf man kein neues Windows Smartphone aus dem Hause Microsoft erwarten.

Windows Phone ist tot, Windows 10 lebt

Ja, Windows Phone ist tot. Das ist aber auch keine Neuigkeit, wurde es doch Ende letzten Jahres durch Windows 10 abgelöst. Und mit dem Lumia 550, 650, 950 und 950 XL hat Microsoft auch vier Smartphones mit diesem Betriebssystem auf den Markt gebracht. Anzumerken ist, dass man den Fehler gemacht hat, mit einer noch nicht wirklich fertigen Version des Betriebssystems an die Öffentlichkeit zu gehen. Gerade dem Ruf der beiden 950er Geräte hat das nicht gut getan. Inzwischen ist Windows 10 mobile aber in einem Zustand, mit dem es sich gut leben lässt.

Andere Hersteller waren hier klüger und haben zunächst abgewartet: Acer hat das Jade Primo erst in diesem Frühjahr gebracht und HP wird sein Business-Flaggschiff erst dann in den Verkauf bringen, wenn das Anniversary Update von Windows auf dem Markt ist – vermutlich also im späten Sommer oder frühen Herbst. Daneben tummeln sich dann noch etliche nicht so bekannte Marken mit preisgünstigen Einsteiger- und Mittelklasse-Geräten.

Freilich: dadurch dass es keine neuen Lumia Geräte und kein auffälliges Marketing mehr gibt, fallen die Marktanteile von Windows auf dem Smartphone auch in den Ländern, in denen man bisher recht gut da stand ins Bodenlose.

Dass es aber keine mobiles Windows geben wird, ist nicht zu befürchten: Es gibt ja nur noch ein Windows 10, das mehr und mehr zusammenwächst: auf klassischen Desktop PCs, Notebooks, Netbooks, Convertibles, Tablets, der XBox One, Hololens und anderen AR und VR Geräten, dem Surface Hub und eben Computern mit kleinem Display, die auch über eine Telefonie-Funktion verfügen. Letztere werden übrigens Smartphones genannt. Immer mit dem gleichen Kern, dem vertrauten User Interface, Cortana und einem einheitlichen Store, aus dem man die Universal Apps bezieht, die auf allen diesen unterschiedlichen Gerätekategorien laufen.

Microsoft ist kein Smartphone Hersteller mehr – und das ist auch gut so

Ähnlich wie mit dem Surface Pro – mit dem man eine ganz neue Geräteklasse begründet hat – wird es auch im Smartphone Bereich von Microsoft in Zukunft wahrscheinlich nur noch ein Flagship Device geben, das den anderen Herstellern zeigt, was machbar ist. Dazu will man sich auf wenige kaufkraftstarke Märkte konzentrieren. Ob das dann Surface Phone (vielleicht), Lumia (unwahrscheinlich) oder ganz anders heißen wird (sehr wahrscheinlich) sei einmal dahingestellt. Anfang 2017 wissen wir wahrscheinlich mehr.

Microsoft hat erkannt, dass es eben kein Smartphone Hersteller im Massenmarkt ist. Und das ist auch gut so. Lumia war (und ist) ein Synonym für Telefone mit Windows; auf über 95% der Windows Smartphones prangt das Nokia oder Microsoft Logo. Andere Anbieter konnten in dieser Nische kaum überleben.

Microsofts Hoffnung ist also, dass verstärkt andere Hersteller auf den Windows Zug aufspringen und die Lücke ausfüllen, die Microsoft hinterlässt. Und selbst wenn vorerst nicht, ist das für das Microsoft Ökosystem nicht so schlimm. OneDrive, Office, Outlook, Wunderlist und wie die Microsoft Apps und Dienste alle heißen gibt es auch auf iOS und Android.

Smartphones von heute sind die Feature-Phones von morgen – ein Blick in die Zukunft

Wie aber wird es weitergehen mit Windows 10 auf dem Smartphone? Microsoft hat inzwischen nicht nur erkannt, dass man kein Massenhersteller ist, sondern dass man mit einem “me too” OS keine Chance mehr gegen Android und iOS hat. Microsoft muss also weiterdenken, was nach dem Smartphone kommt.

Und erste Schritte in diese Richtung hat man schon getan.

Zum einen sind hier die Universal Apps an sich zu nennen. Eine Anwendung, die auf allen Geräten und sich den jeweiligen Gegebenheiten – Display Größe und Eingabemöglichkeiten – anpasst. Hier sind Google und Apple noch lange nicht so weit.

Zum anderen Continuum. Das Smartphone lässt sich mit einem großen Screen sowie Tastatur und Maus verbinden und verwandelt sich dann ein bisschen in einen PC. Entsprechende Universal Apps lassen sich dann nahezu wie auf dem Desktop bedienen. Sehr gut funktioniert das z.B. schon mit den Office Anwendungen. In der Tat sehe ich für Continuum eine Marktlücke. Für einige Nutzertypen und Märkte wird es sehr interessant sein, mit einem Stück Hardware zwei bis drei bisherige Gerätekategorien – Smartphone, Notebook, ggf. Tablet – zu ersetzen. Mehr dazu habe ich hier geschrieben.

Und tatsächlich wird diese Idee auch aufgegriffen. So ist das HP Elite X3 ein High-End Smartphone, das rund um Continuum gebaut wurde, wie das Video zeigt:

Und auch andere Hersteller springen auf den Continuum auf. Die meisten Windows Smartphones, die in letzter Zeit vorgestellt wurden, sind mindestens Midrange und unterstützen damit dieses Feature.

Die Smartphones von heute sind damit gleichsam die Feature Phones von morgen: Telefonieren, Messaging, Foto/Video, ein paar Apps und Spiele – das reicht den meisten Nutzern ohnehin aus.

Echte Smartphones werden mehr und mehr Produktivitätswerkzeuge werden. Wir werden einiges sehen: Stifteingabe, Tastaturen, Docking-Einheiten, faltbare Geräte und Convertibles, mit denen man auch telefonieren kann. Natürlich nicht nur mit Windows sondern auch mit Android und iOS – wobei Microsoft hier aufgrund der Universal App Plattform besonders gute Voraussetzungen hat.

Folgende Annahme für die Zukunft:

  • das Lumia 650 wird das letzte Lumia gewesen sein
  • Microsoft überlässt Low-End, Mittelklasse und klassisches High-End-Segment seinen Partnern
  • das Surface Phone (wenn es denn so heißt) wird kein klassisches Phone werden
  • Windows war im Smartphone Bereich bisher Low-Range getrieben. Continuum wird dafür sorgen, dass das Wachstum durch Mid-Range Smartphones erfolgt.

In zwei Jahren mache ich hier den Faktencheck…

Soll ich mir also noch ein Smartphone mit Windows kaufen?

Vielleicht nutzen Sie schon Windows Phone und denken über ein Nachfolgerät nach? Oder sie wollen mal was anderes als Android oder iOS ausprobieren? Wegen der Diskussionen und “Windows Phone ist tot” Schlagzeilen sind Sie aber verunsichert?

Die Frage, ob man sich jetzt ein Windows 10 mobile Smartphone kaufen soll, kann nicht pauschal beantwortet werden.

Sie wollen immer alle aktuellen Apps haben, über die jeder spricht? Ein Mainstream Flaggschiff-Smartphone, das jeder bewundert, ist Ihnen am liebsten? Dann war die Antwort auf die Frage nach “Windows Phone” schon immer nein und ich rate Ihnen auch jetzt nicht dazu.

Wenn Sie aber mit der Einschränkung hinsichtlich mancher Apps wie z.B. Snapchat leben können, spricht nichts dagegen, sich ein Windows 10 mobile Smartphone zu kaufen.

Sie wollen einfach nur telefonieren, Messenger und soziale Netzwerke nutzen, mal ein bisschen spielen oder Musik hören? Mit dem Lumia 650 machen Sie nichts falsch. Wenn es etwas günstiger sein soll, können Sie auch guten Gewissens zum Lumia 550 greifen. Wenn Sie auf eine richtig gute Kamera Wert legen, sind das Lumia 950 oder das 950 XL etwas für Sie.

Continuum ist Ihnen wichtig? Das Phone soll High-End Spezifikationen haben? Greifen Sie zum Acer Jade Primo. Einzige Einschränkung: die Kamera ist hier ein kleiner Schwachpunkt. Wenn Sie hier mehr Ansprüche haben, wären wir wieder bei den beiden Microsoft Lumias der 9er Reihe.

Im Handel und natürlich als Gebrauchtgeräte finden sich noch Smartphones, die mit Windows 8.1 ausgeliefert werden. Zu einem solchen würde ich im Regelfall nur noch greifen, wenn das Windows 10 Update offiziell dafür angeboten wird. Das ist z.B. beim Lumia 1520, Lumia 930, Lumia 830, Lumia 735, Lumia 730, Lumia 640 XL und Lumia 640 der Fall, auf denen Windows 10 auch gut läuft. Ebenfalls offiziell verfügbar ist es für das Lumia 635 (1 GByte RAM), Lumia 540, Lumia 535, Lumia 532, Lumia 435 sowie Lumia 430, doch sehe ich bei diesen Geräten langfristig Probleme mit der Performance.
(Update 12. September – lesen Sie diesen Artikel mit konkreten Kaufempfehlungen)

Andere Windows 8.1 Handys würde ich nur kaufen, wenn Sie keine Probleme damit haben, dass es bei einigen Apps in Zukunft keine Updates mehr geben wird. Ich gehe durchaus davon aus, dass der ein oder Anbieter Entwickler seine Apps bald nur noch für Windows 10 veröffentlichen wird.

Lesenswertes 16

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Der vorweihnachtlichen Hektik ist es geschuldet, dass es mit der neuen Ausgabe der lesenswerten Links etwas länger gedauert hat.

  1. Ausgefeiert?
    Sascha Pallenberg nimmt den Aktienkurs von Apple unter die Lupe.
  2. Der Kampf der Netzfrauen gegen ihre eigenen Leser
    Was die Netzfrauen zum Thema Tchibo und Echtpelz verursacht haben, ist Realsatire…
  3. Wie unabhängig ist die EZB noch?
    An der Unabhängigkeit der EZB darf durchaus gezweifelt werden.
  4. Double Tap to Wake up
    …ist ein Feature, das beim Microsoft Lumia 950 leider fehlt. Ein online Flashmob soll Microsoft jetzt zum Umdenken bewegen.
  5. Kurzbesuch in Bonn
    Als Bonner nehme ich die Stadt natürlich ganz anders wahr – so ist es ganz interessant, einmal die Sicht eines Besuchers zu lesen.
  6. Weihnachtsfeiern gestern und heute
    Interessanter Blogbeitrag zur Weihnachtszeit.
  7. Amiga Emulator im Chrome
    Mit dem Commodore Amiga verbinde ich viele prägende IT Erinnerungen. Im Chrome Browser gibt es jetzt einen Amiga Emulator, der auch die legendären Demos wie den Bouncing Ball mitbringt.
  8. Akuter Flopverdacht
    Zumindest in China läuft es für das iPad Pro nicht so gut…
  9. You don’t need a Laptop
    Warum das Microsoft Surface Pro der perfekte PC ist (englisch).
  10. AdDuplex Statistiken Dezember 2015
    Wer sich für Windows Phone bzw. jetzt Windows 10 mobile interessiert, kommt an den Statistiken von AdDuplex nicht vorbei. Diesmal interessant: viele Hinweise auf neue Geräte, z.B. auch von HP.

Bild: 16 orangene Pixel.

 

 

iPad 2 oder iPad 3?

Viele Leser, die mich kennen, werden sich jetzt wundern, warum ich einen Artikel darüber schreibe, ob man nun besser zum iPad 2 oder iPad 3 greifen solle… Nun ja, aufgrund des Retina-Display Aprilscherzes gibt es recht viele Besucher, die mit dieser Fragestellung hier landen.. und denen will ich eine fundierte Entscheidungshilfe bieten.

Zunächst stellt sich die Frage, ob es überhaupt ein iPad sein muss oder auch ein anderes Tablett sein darf.

Das hängt sehr stark vom geplanten Anwendungsbereich ein.

Wenn Sie z.B. eher auf der Suche nach einem eBook-Reader sind, würde ich an Ihrer Stelle zu einem Amazon Kindle greifen. Den gibt es nicht nur schon bedeutend günstiger (ab 99 Euro) sondern er ist auch wegen des E-Ink Display deutlich besser geeignet, lange Texte zu lesen – insbesondere auch im Sonnenlicht. Zudem sind sie viel leichter, so dass die Arme beim Lesen nicht so schnell ermüden. Und mit dem Kindle Touch können Sie nebenher auch Musik hören.

Wenn Sie eher auf der Suche nach einer kleinen Produktiv-Maschine sind und auch mal längere Texte schreiben wollen, würde ich zu einem Netbook oder einem kleinen MacBook greifen. Oder Sie warten auf Microsofts Surface Tablet, das gleich mit einer Tastatur in einer Abdeckung kommt.

Soll es nur eine Surf-Maschine sein, mit der Sie schnell mal was im Internet recherchieren wollen oder mal zwischendurch ein kleines Spiel spielen wollen, kann ein preigünstiges Android Tablet die richtige Wahl sein. Diese kosten weniger als ein iPad, bieten auch eine große Auswahl an Apps – um die 500.000 sind derzeit im Google Play Store. Dann sollten Sie aber auch darauf achten, dass das jeweilige Gerät auch wirklich Zugriff auf den Store hat, was bei einigen billigen Tablets nicht gegeben ist. Was Ihnen aber klar sein sollte: die meisten Apps hier erreichen einfach nicht die Anmut wie bei iOS oder wie zukünftig auch bei Windows 8, Windows RT und Windows Phone 8. Und auch die Haptik und die Verarbeitungqualität sehr günstiger Android-Tablets ist nicht mit der des iPad oder der von High-End Androiden vergleichbar. Auf jeden Fall sollten Sie sich vor einem Kauf eins solchen Geräts die Reviews auf Amazon und andere Testberichte durchlesen. Ähnliches gilt für den Kauf von Exoten wie dem HP Touchpad, von dem es noch gebrauchte Geräte auf Amazon gibt. Ein kleiner Geheimtip ist hier vielleicht noch das BlackBerry PlayBook Tablet, das es schon ab 199 Euro neu gibt, welches recht sauber verarbeitet ist, bei dem aber auch unklar ist, wie lange das System noch unterstützt wird.

Durchaus eine Alternative kann auch ein gebrauchtes iPad der ersten Generation sein. Klar, es ist schwerer und langsamer als die neueren Modelle und auch die neuesten iOS Funktionen gibt es dafür nicht. Zum surfen, iTunes und die meisten Apps reicht das aber allemal.

Wenn Sie aber ein High-End-Gerät wollen, Ihnen Android zu freaky und nerdy ist und Sie keine Lust haben, auf die Surface Tablets von Microsoft zu warten oder sie ohnehin schon stark in der Apple Welt verankert sind, steht tatsächlich die Entscheidung zwischen iPad 2 und dem neuen iPad an.

Hier sind für mich folgende Faktore entscheidend:

  1. Das Retina Display: die Display-Auflösung beim neuen iPad ist mit 2048*1536 Pixel deutlich schärfer als beim iPad 2, das nur 1024*768 Pixel bringt. Beim reinen Surfen und einfachen Apps macht das nicht so viel aus, bei angepassten Spielen und beim Lesen langer Texte merken Sie aber den Unterschied.
  2. Das Gewicht und die Größe: die neuen iPad Modelle sind leichter und schlanker als die vergleichbaren Vorgänger. Zwar nicht viel, aber beim langen lesen merkt man den Unterschied der gut 50g schon – und es sieht einfach schlanker und moderner aus.
  3. Zukunftssicherheit: Das neue iPad hat nicht nur das bessere Display, sondern auch den schnelleren Prozessor. Und damit ist schon absehbar, dass es länger mit neuen iOS Funktionen unterstützt wird, als das iPad 2. So bekommt das neue iPad Siri, die Vorgänger nicht.

Die anderen Unterschiede – wie z.B. bei der Kamera – halte ich für nicht so wesentlich. Wenn ihnen also das Retina Display, das etwas geringere Gewicht und die Zukunftssicherheit den Preisunterschied wert sind, sollten Sie zum iPad 3 greifen, ansonsten sind Sie auch mit dem iPad 2 gut bedient.

Wenn die Entscheidung nicht ganz so dringlich ist, warten Sie noch etwas, denn im (späten) Herbst wird der Tablet-Markt spannend:

  • Es gibt Gerüchte über ein neues kleineres iPad mit 7″ Display – das wird preiswerter und reicht für viele Anwendungen aus. Und auch neue High-End iPads sind nicht ausgeschlossen.
  • Das Google Nexus 7 Tablet kommt auf den deutschen Markt. Zum surfen, spielen und Medienkonsum eine durchaus interessante Alternative.
  • Amazon wird neue Kindle Fire Tablets bringen – und zwar wohl auch auf den deutschen Markt.
  • Microsoft bringt zum Start von Windows 8 am 26. Oktober die Surface Tablets mit Windows RT, der einfacheren Tablet Version von Windows 8.
  • Ohnehin werden zum Start von Windows 8 viele neue Tablets und auch Hybridmodelle erwartet.

Der Markt bleibt also spannend.

Das große Microsoft-Surface Missverständnis

Heute habe ich mir den Wecker auf 3:30h gestellt und habe mich an meinen uralten Lenovo Z61t gesetzt um drei Artikel über die beiden neuen Surface-Tablets von Microsoft zu schreiben: Zunächst eine Zusammenfassung der technischen Daten, dann eine etwas ausführlichere Analyse was Surface für den Markt bedeuten könnte und schließlich noch 10 kompakte Thesen zu Surface.

Und während ich das so schrieb, fiel mir eine Sache auf, die in diesen beiden Sätzen auf den Punkt gebracht wird:

Ich denke, Microsoft möchte mit den beiden Slates demonstrieren, was mit Windows 8 in beide Richtungen möglich ist. Die Surface Tablets sollen damit Inspiration und Ansporn für die Hersteller sein.*

Im Verlauf des Tages wurde es mir immer klarer: Microsoft hat nicht ernsthaft vor, mit den Surface Tablets Apple SELBST frontal anzugreifen – und auch nicht Android. Microsoft zeigt mit den beiden nur optisch ähnlichen und technisch sehr unterschiedlichen Tablet Modellen lediglich, was mit Windows 8 möglich sein wird und wie sinnvolle Hardware für das neue Betriebssystem aussehen kann.

Man könnte auch sagen, Microsoft will die Messlatte für die anderen Hersteller einfach hochlegen. Dafür sprechen mE

  • Der sehr frühe Vorstellungstermin vor dem Erscheinen von Windows 8. Während das Surface mit Windows RT im Herbst erscheinen wird ist mit dem Surface Pro erst 2013 zu rechnen! Zum einen gibt man den Partnern somit Zeit, selbst noch vorher innovativ und auch noch besser zu werden. Zum anderen nimmt man durch die eigene frühe Vorstellung den Partnern nicht so viel Aufmerksamkeit weg, wenn diese dann ihre Windows 8 Hardware vorstellen.
  • Die Ankündigung, die Hardware nur über eigene Stores und wenige andere ausgewählte Kanäle zu verkaufen.
  • Es offen zu lassen, ob die Surface Tablets auch außerhalb der USA angeboten werden sollen.

Grundsätzlich kann es derzeit einfach nicht im Interesse von Microsoft liegen, es sich mit seinen Partnern, den Windows 8 Lizenznehmern, zu verderben. Hinter den Kulissen wird man das an HP, Dell, Lenovo, Samsung und Co auch hinreichend kommuniziert haben.

Die Surface Tablets sind aber gleichzeitig auch ein erhobener Zeigefinger: “Strengt Euch an, gute Hardware zu bauen, sonst machen wir es irgendwann selbst. Und wie Ihr seht sind unsere Ideen dazu gut und unsere Kriegskassen voll.”

Somit wird Surface dem Markt neue Impulse geben. Und zwar dem Tablet- UND dem PC-Markt, die immer weiter zusammenwachsen werden. Folgende Prognosen von mir möchte ich dabei hervorheben:

  • Windows RT basierende Tablets werden High-End Android Tablets schwer zusetzen, diese Geräteklasse vielleicht sogar vom Markt fegen.
  • Günstige Android-Tablets (<200 EUR) spielen in einer anderen Liga und werden weiterhin ihre Zielgruppe finden.
  • Das iPad im Consumer Bereich wird vorerst nur wenig beeinträchtigt. Windows basierende Tablets nach dem Surface Vorbild werden aber Apples Drängen in den Business-Sektor stark ausbremsen.
  • Es ist ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass Amazons Kindle Fire von Windows Tablets ebenfalls nur marginal beeinträchtigt wird.
  • Insbesondere das Microsoft Surface for Windows 8 Pro begründet eine ganz neue innovative Geräteklasse.
  • Langfristig ist die Strategie von Microsoft, ein verwandelbares Betriebssystem für alle Plattformen anzubieten, überzeugender als der derzeitige Ansatz von Apple, der auf eine striktere Trennung von iOS und OSX setzt.
  • Vor einem Microsoft Surface müsste Apple langfristig keine Angst haben – aber vor vielen innovativen von Surface inspirierten Gadgets, die dazu auf ein einheitliches Ökosystem setzen.

Und in einem Jahr schauen wir, ob ich mit meinen Annahmen richtig liege. Die nächsten Monate werden jedenfalls interessant.

10 schnelle Thesen zu Microsoft Surface Tablets

  1. Bei den beiden von Microsoft vorgestellten Surface-Tablets handelt es sich um optische Zwillinge, jedoch ansonsten zwei völlig unterschiedliche Systeme (siehe technische Daten der Microsoft Surface Tablets).
  2. Zum ersten mal hat Microsoft Hardware auf den Markt gebracht, die optisch und haptisch wirklich überzeugt.
  3. Microsofts gesamter Tablet-Ansatz ist durchaus innovativ, sowohl was die Hardware als auch was die Software (Metro UI) angeht – und kein “me too” wie sonst gezeigt.
  4. Mit dem Surface Modell mit Windows 8 Pro begründet Microsoft eine neue Geräteklasse zwischen Tablet und Ultrabook, die noch für viele Innovationen im Markt sorgen wird – sich jedoch ihre Nische noch erarbeiten muss.
  5. Das Surface Tablet mit Windows RT wird den Oberklasse-Android-Tablets das Wasser abgraben und diesen Markt verschwinden lassen. Billige Android Tablets als reine Gelegenheits-Surfmaschinen wird es weiterhin geben, diese spielen aber in einer anderen preislichen Liga.
  6. Inwieweit das RT-Surface Tablet dem Amazon Kindle Fire gefährlich werden kann, wird sich erst bei der endgültigen Preisgestaltung zeigen. Der Preisunterschied dürfte aber so groß sein, dass das Fire seine Berechtigung im Markt behält.
  7. Im Consumer Bereich muss sich Apple zunächst keine großen Sorgen machen. Mit dem iPad Retina Display hat man noch einen klaren Wettbewerbsvorteil – und zu viele Fanboys.
  8. Allerdings werden Unternehmen, die bisher zaghaft überlegten, im Tablet Bereich auf das iPad umzusteigen eher auf Windows basierende Tablets setzen, da diese sich besser in die bestehenden Ökosysteme einbinden lassen. Dies wird letztlich auch die Bemühungen Apples mit OSX mehr auf den Mainstream-Desktop zu kommen, torpedieren.
  9. Microsoft wird darauf achten, seine bisherigen Lizenznehmer (Lenovo, Dell, HP und Co) nicht zu vergrätzen.
  10. Die Surface Tablets sind ein wichtiger Baustein in Microsofts Strategie, von Smartphone (Windows Phone 8) über klassischem PC/Notebook bis hin zu Entertainment (XBox) ein einheitliches Ökosystem und Bedienungserlebnis zu bieten.

 Hier können Sie meine Gedanken über Microsoft Surface ausführlicher nachlesen.

Einige Gedanken zu Microsofts Surface

Was würde Microsoft am 18.06.2012 um 15:30h Ortszeit in Los Angeles nur vorstellen

Das hat sich im Vorfeld nicht nur die Fachwelt gefragt, sondern auch ich mich – und hätte nicht mit dem gerechnet, was dann kam: Das Microsoft Surface Tablet.

Öhm, jetzt nur vom Microsoft Surface zu sprechen, wäre zu einfach – denn vorgestellt wurden zwei Geräte namens Surface, die obwohl sie optische Zwillinge sind, unterschiedlicher kaum sein könnten: ein edles aber letztlich doch einfaches Tablet und dann ein Ultrabook-Wolf im Tablet-Gewand.

Für die Puristen habe ich hier die wichtigsten technischen Daten der Surface Tablets zusammengestellt – so weit diese bis jetzt bekannt sind, denn so viel hat Microsoft noch nicht verraten.

Die offenen Fragen zu Surface

Vieles ist noch unklar:

Wann werden die beiden Tablets genau auf den Markt kommen? Das ARM betriebene RT-Modell wohl direkt nach dem Erscheinen von Windows 8, also wohl im Oktober. Das intel-betriebene Surface-Tablet 90 Tage danach, was erst im Januar wäre. Reichlich spät.

Und der Preis? Soll sich an anderen Tablets – ARM-Surface – und an Ultra-Books – intel Surface – orientieren. Ich schätze um die 500US$ beim ersten, um die 1.000US$ beim zweiten Modell. Preise wird es wahrscheinlich erst kurz vor der Veröffentlichung geben.

Technische Details. Wieviel RAM werden die Tablets haben? Wird es 4G Modelle geben? Akku-Lebensdauer? Ist Bluetooth an Bord. Viele Fragen sind derzeit noch unklar – vielleicht sogar für Microsoft. Ich gehe davon aus, dass gerade das Pro Modell noch in einem vergleichsweise frühen Entwicklungsstadium ist und einige Entscheidungen noch nicht gefallen sind.

Schließlich auch die Frage, wer der Hersteller ist. Denn das Surface ist alles andere als technologische Hausmannskost.

Surface mit Windows RT

Das kleine Surface mit Windows RT konkurriert ganz klar mit dem iPad und aktuellen Android Tablets. Von der Haptik und Optik dürfte es vielleicht dank VaporMG Gehäuse sogar das ansprechendste Tablet derzeit sein.

Und mit Windows RT an Bord kann man zwar nicht die klassischen Windows Programme fahren, jedoch sind Browser, E-Mail und Office direkt an Bord. Zudem gehe ich davon aus, dass es recht schnell mehr Apps für  Metro geben wird als für iOS und für Android.

Enttäuschend ist jedoch das Display – 720p Auflösung sind gegenüber dem Retina Display des neuen iPad einfach zu wenig.

Wenn aber der Preis stimmt hat Microsoft hier ein konkurrenzfähiges Tablet im Angebot, das gegenüber Android mit einem konsistenteren Öko-System und gegenüber Apple mit mehr Offenheit punkten kann.

Insbesondere Unternehmenskunden, die bislang mangels Alternativen zaghaft planten, im Tablet-Bereich auf das iPad umzusteigen, werden ihre Entscheidung jetzt wohl überdenken.

Surface mit Windows 8 Pro

Mit dem unter Windows 8 Pro laufenden Surface präsentiert Microsoft mE eine ganz neue Geräteklasse – ein Tablet mit Ultrabook Power.

Während der Vorstellung wurden darauf Ressourcen-hungrige Anwendungen wie Adobe Lightroom gezeigt – Auf einem Tablet, das weniger als 1kg wiegt.

Schon allein durch das innovative Tastatur-Konzept kann das große Surface Tablet für viele Anwender einen Notebook ersetzen. Der digitale Stift (Digital Ink) eröffnet weitere Anwendungsfelder – in klassischen Bereichen, in denen Pen-Computing schon jetzt seine Nischen gefunden hat wie z.B. bei Anwendungen in der Medizin oder Lagerverwaltung, sowie jetzt aber auch im kreativen Bereich. So könnte dann das Surface an eine große Festplatte und einen großen Monitor im Büro angedockt gleichzeitig “PC” und Grafik-Tablett sein.

Das große Surface begründet jedenfalls eine ganz neue Geräte-Kategorie, von der man noch einiges erwarten darf.

Und Apple?

Ob das Surface mit Windows RT das Zeug zum schnellen iPad Killer hat muss sich noch zeigen. Ich bin hier eher skeptisch, insbesondere wegen der Display-Auflösung, die beim Apple Retina Display einfach besser ist. Auf der anderen Seite muss sich das Surface mit seinem innovativen Konzept und der Optik auch nicht mehr hinter dem iPad verstecken. Einige Anwender, die bisher mit einem iPad liebäugelten, werden nun sicher zunächst abwarten. Zu verlockend ist es z.B., ein offeneres System zu haben, an das man einfach eine externe Festplatte anschließen kann. Auch der Preis wird entscheidend sein: wenn es Microsoft schaffen sollte, das Tablet zwischen Amazon Kindle Fire und iPad zu positionieren, wäre viel gewonnen.

Ganz anders sieht es mit dem großen Surface Pro Modell aus. Hier verwischt Microsoft die Grenzen zwischen Ultrabook und Tablet und attackiert somit eher die klassischen Notebooks – ob damit aber die eingeschworenen OSX Anwender begeistert werden können, steht auf einem anderen Blatt – hier ist abzuwarten, wie sich Windows 8 generell entwickelt. Das Potential, die Umsteigerquote zu senken, hat das große Surface aber allemal.

Generell zeigt sich hier der unterschiedliche Ansatz von Microsoft und Apple: Während Apple mobiles Betriebssystem (iOS) und Desktopbetriebssystem stärker trennt, setzt Microsoft auf einen einheitlicheren Ansatz (s.u.).

Und Android und Amazon?

Android Tablets konnten sich bislang nicht sonderlich gut verkaufen. Kein Wunder, kaum ein Gerät ist innovativ – vielleicht einmal vom Asus Transformer Prime abgesehen. Dazu kommt die zu große Zersplitterung des Ökosystems. Angefangen von den unterschiedlichen Android Versionen, Benutzeroberflächen und proprietären Content-Stores. Ich gehe davon aus, dass der klassische Android-Tablet-Markt rückläufig sein wird, wenn es Google nicht gelingt hier noch einen großen Wurf zu bringen. Das Surface mit Windows RT könnte den Niedergang für die Premium-Android Tablets einläuten.

Doch Amazon bietet mit dem Kindle Fire ein Android-Tablet an, dem man kaum mehr anmerkt, dass man es hier mit einem Android-Gerät zu tun hat. Das Fire verkauft sich sehr gut, da es ein tolles Content-Ökosystem (zumindest in den USA) und einen günstigen Preis hat. Einschränkungen machen muss man jedoch bei der Haptik und Optik. Für den Preis eines Dacia kann auch Amazon keinen BMW hinstellen. Für viele Anwender ist das aber ausreichend. Wer hauptsächlich Medien konsumieren möchte, nur selten surft und noch seltener eine E-Mail schreibt, kommt mit dem Kindle Fire gut zurecht.

Und auch die Klasse der Android-Tablets die als schnelle und billige Surfmaschinen schon für um die 100 Euro zu haben sind, wird es weiterhin geben.

Die anderen Microsoft Partner?

Das ist die große Frage – bisher ist Microsoft noch nie mit Hardware in das Revier der Windows Lizenznehmer wie Lenovo, HP, Dell, Samsung und wie sie alle heißen eingedrungen. Microsoft präsentiert sich damit als direkter Wettbewerber, wenngleich in zwei Nischen: dem neuen Markt der Windows RT Tablets und dem ganz neuen Markt der “Ultrabook Tablets”.

Es ist aber davon auszugehen, dass Microsoft seine Partner nicht brüskieren will. Dafür spricht der frühe Vorstellungstermin, mit dem man den klassischen Partnern nicht ins Gehege gekommen ist.

Ich denke, Microsoft möchte mit den beiden Slates demonstrieren, was mit Windows 8 in beide Richtungen möglich ist. Die Surface Tablets sollen damit Inspiration und Ansporn für die Hersteller sein. Eine großzügige Lizenzierung neu entwickelter Technologien und günstige Preise für die Windows RT Lizenzen könnten ein übriges dazu beitragen, die Partner milde zu stimmen.

Für ein behutsames Vorgehen Microsofts spricht weiter, dass die Surface Tablets nach Erscheinen vorerst nur in ausgesuchten Microsoft-Stores und auch nur in den USA verfügbar sein sollen. Schade eigentlich…

Im übrigen zeigt auch Google mit seinen “eigenen” Android-Smartphones, dass das geht.

Die Zukunft von Microsoft

Microsoft ist in letzter Zeit oft abgeschrieben worden und galt – gilt – vielen als “uncool” und als ein Dinosaurier von gestern. Dabei ist die Stellung von Microsoft im Markt nicht so schlecht, wie man angesichts dieser Kritik annehmen dürfte. Insbesondere im “drögen” Business-Bereich ist MS nach wie vor stark.

Microsoft hat jedoch erfolgreich begonnen, das Unternehmen mutig umzubauen und in die Zukunft zu investieren. Die besteht aus einem riesigen einheitlichen Ökosystem vom klassischen PC/Notebook über Tablets hin zu Smartphones und schließlich Spielkonsolen und Fernseher. Mit einer einheitlichen Metro-Benutzeroberfläche und nahtlosem Datenaustausch (nicht nur) über die Cloud. All das in diesem Umfang kann noch kein anderer Anbieter präsentieren. Und das Surface mit Windows 8 Pro passt auch perfekt in die Business-Strategie von MS und schlägt Brücken zwischen Consumer und B2B Welt.

Spannende Zeiten.

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