Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
Fühl in des Thrones Glanz
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil Kaiser, dir!
Nicht Roß, nicht Reisige
Sichern die steile Höh’,
Wo Fürsten steh’n:
Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
Gründen den Herrscherthron
Wie Fels im Meer.
Heilige Flamme, glüh’,
Glüh’ und erlösche nie
Fürs Vaterland!
Wir alle stehen dann
Mutig für einen Mann
Kämpfen und bluten gern
Für Thron und Reich!
Handel und Wissenschaft
Heben mit Mut und Kraft
Ihr Haupt empor!
Krieger- und Heldentat
Finden ihr Lorbeerblatt
Treu aufgehoben dort,
An deinem Thron!
Dauernder stets zu blüh’n
Weh’ unsre Flagge kühn
Auf hoher See!
Wie so stolz und hehr
Wirft über Land und Meer
Weithin der deutsche Aar
Flammenden Blick.
Sei, Kaiser Wilhelm, hier
Lang’ deines Volkes Zier,
Der Menschheit Stolz!
Fühl’ in des Thrones Glanz,
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil, Kaiser, dir!
In einer für den preußischen König Friedrich Wilhelm II. umgedichteten Version von Balthasar Gerhard Schumacher erschien das Lied Heil Dir im Siegerkranz am 17. Dezember 1793 unter dem Titel „Berliner Volksgesang“ in den Berlinischen Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen (auch bekannt als Spenersche Zeitung). Als Untertitel diente „God Save the King“, was auf die verwendete Melodie hinwies. Das Lied gewann rasch an Popularität und erhielt einen staatsoffiziellen Charakter, nachdem es am 25. Mai 1795 im Berliner Königlichen Nationaltheater in Anwesenheit des Königs aufgeführt worden war. Im gesamten 19. Jahrhundert blieb es eine von vielen deutschen Fürsten- und Landeshymnen, die auf die Melodie der britischen Königshymne zurückgriffen.

