Warum auch ello kein facebook Killer ist

Eine neue Sau wird durchs Dorf gejagt

ello-hype

Es haben schon so viele versucht: app.net, Path, Diaspora, das neue myspace. Und doch sind sie alle irgendwie gescheitert, sogar Google. Den von so vielen herbeigesehnten facebook Killer hat bisher noch keiner entwickelt.

Und auch ello wird es nicht werden.

Ich habe in den letzten Tagen ein wenig mit ello herumgespielt und für Einsteiger eine kurze ello Anleitung erstellt, wobei ich mich dabei auf die technischen Aspekte konzentrierte – jeder soll sich erst mal selbst ein Bild machen. Meine Meinung gibt es dafür hier… für alle, die nicht lange lesen wollen meine Einschätzung vorab: ello wird nicht das “next big thing” im Netz, kann aber mit etwas Glück seine Nische finden.

Es hätte es vielleicht sogar werden können, hat aber zu früh zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Auch in den Mainstream Medien ist es auf einmal die “ehrliche” Alternative zu facebook, Anti-facebook oder gar gleich der nächste facebook Killer. 30.000 Anmeldungen gäbe es pro Stunde – dabei sind es “nur” 30.000 Bewerbungen um Invites… Aber mit solchen Details muss man sich ja nicht aufhalten.

Doch was will ello eigentlich sein – und wie?

Das große Versprechen von ello ist eben, dass es werbefrei ist und nicht mit den Daten der Nutzer gehandelt wird. Das Credo von ello ist dann auch

You are not a product.

nachzulesen ist das alles im ziemlich schwülstig daherkommenden ello Manifest. Es präsentiert sich tatsächlich als das Anti-facebook oder auch Anti Google+, deren Geschäftsmodell ja gerade die Werbung ist. Dazu dann noch kein Klarnamenzwang und mehr Freiheiten bei den Inhalten – sogar porn-friendly.

Hört sich alles erst mal interessant an. Nicht nur für die LGBT Szene, Künstler, Hipster und Deutsche. Letztere wahrscheinlich wegen des Datenschutzversprechens.

Aber die Hosting Rechnungen wollen natürlich bezahlt werden. Und auch der VC-Investor, der sich an ello beteiligt hat, wird Geld verdienen wollen. Finanziert werden soll ello dann durch kostenpflichtige Zusatzfunktionen. Soweit die Theorie. Für die Praxis halten sich die ello AGB dann doch Möglichkeiten für die Datenweitergabe frei.

Scheitert ello langfristig an den eigenen Ansprüchen?

Die Frage ist, ob ello das alles so durchziehen kann. Allein schon, dass nun Venture Capital in ello steckt, wird von einigen als Sündenfall gesehen. Andere stören sich gar daran, dass standardmäßig Informationen über die jeweilige Sitzung gesammelt werden – auch wenn man dies deaktivieren kann. ello hat es eben mit einer sehr kritischen und sensiblen Nutzerschaft zu tun.

Skeptisch bin ich, ob die Finanzierung durch kostenpflichtige Funktionen klappt. Bei app.net hat es jedenfalls nicht gereicht. Und das wird es bei ello auch nicht.

Finanzierungsmodelle zu finden, die dem eigenen Anspruch gerecht werden und die Kernzielgruppe nicht verprellen, wird zumindest schwierig.

…doch ello hat schon jetzt ganz grundlegende Probleme

Vorerst hakt es an ganz anderen Dingen. ello ist buggy ohne Ende. Um mich anzumelden und mein Profil einzurichten, musste ich zwei unterschiedliche Browser nutzen, da einiges im Chrome nicht ging, anderes nicht im MSIE.

ello-outage-technik

Hat man es geschafft, sieht ello tatsächlich sehr übersichtlich aus. Aber auch nur, solange man weniger als sagen wir mal 16 Kontakte hat. Danach wird es zusehends wirr und unübersichtlich. Vielleicht hat facebook mit seinen Algorithmen im Feed doch einiges richtig gemacht.

Dann die Funktionen: Außer seinen zu Status posten, Kontakten auf unterschiedliche Art und Weise folgen und Kommentieren geht nicht viel mehr. Die Suchfunktion funktioniert mal, mal nicht, aber niemals gut.

Mit Erreichbarkeitsproblemen hat ello auch ohne Hackerangriffe zu kämpfen.

Die Entwickler werden in nächster Zeit mehr als genug mit Bugfixing und Performance-Optimierung zu tun. Das Hinzufügen der angekündigten weiteren Features wird da auf sich warten lassen.

Wirklich nutzbar ist ello im derzeitigen (Anfang Oktober 2014) Status nicht. Besonders nicht für die breite Masse.

SEO, Porno, Sascha Lobo und die deutsche Attitüde

In Teilen ähnelt die deutsche ello Gemeinde den ersten Mitgliedern bei Google+ – viele SEOs, Consultants und Sascha Lobo.

Sicher wird es jetzt erst mal ganz wichtig, Links in seine öffentlichen ello Profile zu setzen, da das ganz toll fürs Google Ranking ist. In einem Jahr werden diese dann panisch entfernt, da Matt Cutts wieder etwas gesagt hat. Sie kennen das.

Zu befürchten ist weiter, dass aufgrund der Offenheit von ello auch viel Porno dabei sein wird, was es bei facebook und Google+ ja nicht gibt. Hierzulande könnte das ein Problem werden.

bitches-ello

In Deutschland stark vertreten sind dann auch schon Privacy Verfechter. Und natürlich der Menschenschlag, der #Ellosprech schon jetzt ganz toll findet, sich als Elloist bezeichnet und sich einen schwarzen Smiley ins Profilbild setzt. Also ganz genau die Teile der “Netzgemeinde”, die mit ihrer Attitüde dafür gesorgt haben, dass twitter in Deutschland nie so erfolgreich werden konnte.

Zu viel Hype führt zur nächsten Geisterstadt

ello wurde von den Medien in eine Rolle hineingeschrieben, der es noch lange nicht gerecht werden kann, allein schon technisch nicht. Die Bedürfnisse des normalen Nutzers werden nicht erfüllt, der bleibt dann doch bei facebook.

Schon jetzt gibt es Parallelen zu Google+ – viele Profile ohne Profilbilder, einem “Hallo ich war schon ganz früh mal hier” Post (wenn überhaupt) und mit einem Kontakt. Dass es eine kleine Nische für ello geben wird, will ich gar nicht ausschließen – die gibt es schließlich auch bei Google+, was ja eine weitere Parallele wäre.

Das “next big thing” ist ello jedenfalls nicht.

ello-geisterstadt

Ich bin gespannt, wen die Medien als den nächsten Königsmörder sehen.

Und das sagen die andern…

Zum Abschluss hier noch weitere interessante Links zum Thema ello:

Interessante Tweets zu ello

<blockquoteclass=”twitter-tweet” lang=”de”>

Elloist wie eine stetig wachsende Schlange vor einem Laden, von dem niemand weiß, was es dort zu kaufen gibt.

— Harald Link (@haraldlink) 1. Oktober 2014

<scriptasyncsrc=”//platform.twitter.com/widgets.js” charset=”utf-8″>

<blockquoteclass=”twitter-tweet” lang=”de”>

“Wirhaben uns auf ellokennen gelernt” — niemand

— Sebastian Michaelsen (@s_michaelsen) 30. September 2014

<scriptasyncsrc=”//platform.twitter.com/widgets.js” charset=”utf-8″>

Offener Brief: Liebe Netzgemeinde, Ihr seid betriebslind. Ein Beitrag zur Neuland Debatte.

Liebe Netzgemeinde,

die Neuland-Diskussion hat wieder einmal schön gezeigt, dass Ihr betriebsblind und selbstgefällig seid und von der Welt da draußen wenig Ahnung habt. Ihr Digital Natives geriert Euch als die einzigen Netz-Versteher und macht Euch über “die Anderen” lustig.

Doch das Internet und die Digitalisierung sind schon lange in Deutschlands Alltag angekommen – nur anders als Ihr denkt und wollt.

Sicher, einige sind nach wie vor nicht online. Doch die sind entweder zu jung, zu alt, haben vielleicht Angst vor Barcodes oder nehmen auch so kein Buch in die Hand und schauen stattdessen lieber den ganzen Tag RTL2.

Doch die anderen nutzen online Banking, buchen Ihre Reisen auf Preisvergleichsportalen, lesen Nachrichten im Web, bestellen bei Zalando und Amazon, schließen Ihre Stromverträge papierlos ab, schauen sich Videos auf Youtube an und sind bei facebook und halten dort Kontakt zu ihren Freunden in aller Welt.

Sitze ich im morgens im Zug sehe ich nicht wie noch vor wenigen Jahren Zeitungs- und Bücherleser. Nein, fast alle Mitfahrer sind in ihre Smartphones, Tablets, Notebooks oder Kindles vertieft. Diese Menschen benutzen das Netz und die neuen Medien ganz einfach, so wie Sie es für sie sinnvoll ist und wie sie wollen. twitter, google+, app.net brauchen und möchten sie einfach nicht, Whatsapp, Angry Birds und facebook reichen ihnen aus. Von facebook sind viele inzwischen schon genervt und wandern ab – aber nicht zu Google + wie Ihr, sondern ganz weg von den “sozialen Medien”. Viele Jugendliche fangen damit inzwischen erst gar nicht mehr an.

Oder gerade das Thema twitter – für mich ist es als Informationsmedium nicht mehr wegzudenken und hin und wieder bin ich dort auch aktiv. Aber wisst Ihr, wie viele Menschen ihre ersten Gehversuche auf twitter entnervt abgebrochen haben, da sie von Euch nicht “aufgenommen” wurden? Ein des deutschen mächtiger Brite meinte zu mir, er hätte noch kein Land erlebt, in dem die die twitter Gemeinde so abweisend zu Neulingen wäre, wie in Deutschland. Kein Wunder, dass hierzulande nur 6% der Internetnutzer auf twitter sind. Ihr macht Euch lustig über neue User, die die Regeln dort noch nicht direkt verstanden haben? Aber ist Euch eigentlich klar, wie lächerlich Ihr auf manche aus der Distanz mit Euren Flauschs, Hachs und Selbstgesprächen mit Euren Zweitaccounts wirkt?

Wenn Ihr vom digitalen Graben sprecht, ist es der großen Mehrheit ganz egal, weil sie gar nicht auf die andere Seite des Grabens will. Das Netz ist für sie nämlich anders als für Euch nicht Selbstzweck, sondern ganz einfach Mittel zum Zweck. So manches Forum über die Zucht von Kleinkanichen und belgischen Riesenrammlern hat mehr Traffic als 24 von Euren gehypten Social-Media-Internet-Apple-SEO-Medien-Experten-Blogs zusammen.

Mit der gleichen Berechtigung, mit der Ihr vom digitalen Graben sprecht, können Menschen, die sich mit gesunder Ernährung gut auskennen vom Ernährungs-Graben sprechen, Autobastler über den Tuning-Graben in der Gesellschaft klagen und Experten für Medizinethik bedauern, wie wenig Gedanken sich die Menschen über das Klonen machen.

Versteht mich nicht falsch, Netzpolitik ist wichtig. Aber muss deswegen jeder ein Experte für Acta, Prism, Netzneutralität, Urheberrecht und das Bundesdatenschutzgesetz sein? Ist doch super, wenn Ihr das macht. Denn das ist fast so gut und wichtig, wie wenn sich andere Menschen gegen die Patentierung von Saatgut engagieren, für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzen oder in der freiwilligen Feuerwehr aktiv sind.

Und in einer Sache könnt Ihr Euch auch sicher sein – sobald die Netzpolitik den eigenen Geldbeutel betrifft, interessieren sich die Deutschen dafür. Ansatzweise hat man das bei der “Drosselkom”-Debatte gesehen. Wie sagte schon mein alter Geschichtslehrer: “In Deutschland gibt es nur Revolution, wenn man unzulässigerweise die Bierpreise erhöht.” Inzwischen würde er wohl die Breitbandkosten ergänzen.

Ihr habt Euch eine Parallelwelt mit Euren MacBooks, iPhones, google+, Instagram, tumblrs und Amen geschaffen und so oftmals den Blick auf das verloren, was wirklich zählt.

Die Digitalisierung der Gesellschaft wird immer weitergehen. Doch wie die Gesellschaft das aufnimmt, entscheidet immer noch sie. Und nicht Ihr allein.

Geht lieber einfach offen auf die Menschen in Neuland zu, macht Euch nicht über sie lustig und akzeptiert, dass sie andere Erwartungen an das Netz stellen als Ihr.

Nichts für ungut,

severin

Mehr Mut zum Fettnäpfchen

Dieser Beitrag ist aus dem Jahr 2012 – aber immer noch aktuell.

Wer heute morgen dem ein oder anderen “Social Media Berater” auf facebook, twitter oder Google+ folgt, wird an dem Interview mit Klaus Eck über die deutsche Social Medie Angst in der Lead nicht vorbeigekommen sein. Es ist zwar schon ein paar Tage älter, macht aber erst jetzt die Welle – wahrscheinlich, weil Mirko Lange darauf aufmerksam gemacht hat.

Ecks Kernaussage ist, dass die meisten Deutschen sich aus Angst, missverstanden zu werden, anzuecken oder als Angeber zu gelten, sich erst gar nicht oder wenn nur sehr zurückhaltend auf Sozialen Netzwerken äußern.

Nun ist ja die neue Angst und Vorsicht der Deutschen in vielen Bereichen nichts neues – die “German Angst” ist im angelsächsischen Raum schon sprichwörtlich. Und sicher kann es durchaus sinnvoll sein, sich auch einmal zurückzunehmen.

Doch ich finde: geschwiegen wurde und wird in diesem Land viel zu viel.

Selbst äußere ich mich oft sehr provokativ und offen im Internet. Und das kann auch jeder lesen – es gibt keine Einschränkungen. Wenn ich dabei Apple-Fanboys als “Scientologen” bezeichne oder die Gäste von Wulffs Zapfenstreich aufliste, darf man dazu durchaus geteilter Meinung sein und auch gerne kontrovers mit mir diskutieren. Aber wenigstens wird dann diskutiert.

Gut, ich kann durchaus nachvollziehen, dass jemand, der noch Karriere machen will (ich habe das im klassischen Sinne aufgegeben) seine Meinung vorsichtiger formulieren wird und wohl auch sollte. Beherrschen Personaler die Kunst des Googlens doch inzwischen sehr gut. Doch muss sich eine Meinung ja nicht gleich bei so kontroversen Themen in so provozierender Form äußern.

Wünschenswert ist in Deutschland generell eine offene Debattenkultur, die nicht nur von den üblichen Verdächtigen in den Talkshows gelebt wird. Nein, notwendig ist eine offene und lebendige Diskussionskultur untereinander. Die sozialen Netzwerke und Blogs mit ihren Kommentarfunktionen bieten dafür eigentlich ein gutes Umfeld. Und wenn dabei am Anfang etwas schief geht oder man übers Ziel hinausschießt – man kann die Dinge immer noch klarstellen und sich im Zweifel auch entschuldigen.

In diesem Sinne: mehr Offenheit, mehr Diskussion, mehr Gelassenheit und mehr Mut zum Fettnäpfchen.

Bild: pixabay

 

Ein Leben ohne Google

Ist man etwas intensiver im Netz unterwegs, kommt man an Google faktisch nicht vorbei. Hier die Bereiche, in denen ich mit Google konfrontiert werde.

  1. Google ist meine Standardsuchmaschine.
  2. Ich habe eine Googlemail Adresse. Allerdings setze ich diese praktisch nicht ein – ich bevorzuge live.de von Microsoft – sondern habe diese zwangsweise, da ich…
  3. …ein Smartphone mit dem Google Betriebsystem Android (HTC Desirec HD) habe.
  4. In diesem Zusammenhang nutze ich Google Apps wie z.B. Maps und meine Lieblings-App Skymap.
  5. Zum Tracking des ein oder anderen Webprojekts von mir nutze ich Google Analytics.
  6. In anderen Projekten habe ich Google Adsense Werbung eingeblendet.
  7. Zur Optimierung der Webprojekte nutze ich die Google Webmastertools.
  8. Ich sehe mir gerne Videos auf Youtube an.
  9. Außerdem habe ich ein Profil auf Google Plus, wobei ich dort praktisch nicht aktiv bin.

Vielleicht gibt es sogar noch mehr, was mir gerade nicht einfällt – oder mir nicht bewusst ist. Für mich ist das ein bißchen viel Google – und daher will ich meine Google Nutzung einschränken… Erfahrungsbericht folgt.

Alle Beiträge werden mit ohnegoogle getaggt.

Google Mitarbeiter Steve Yegge über Google+

Google Mitarbeiter Steve Yegge hat sich erstaunlich offen über Google im allgemeinen und Google+ im besonderen geäußert – wahrscheinlich versehentlich für alle sichtbar. Jedenfalls ist der Beitrag nicht mehr abrufbar. Dennoch macht er im Netz die Runde und ich halte ihn für absolut lesenswert:

Stevey’s Google Platforms Rant

I was at Amazon for about six and a half years, and now I’ve been at Google for that long. One thing that struck me immediately about the two companies — an impression that has been reinforced almost daily — is that Amazon does everything wrong, and Google does everything right. Sure, it’s a sweeping generalization, but a surprisingly accurate one. It’s pretty crazy. There are probably a hundred or even two hundred different ways you can compare the two companies, and Google is superior in all but three of them, if I recall correctly. I actually did a spreadsheet at one point but Legal wouldn’t let me show it to anyone, even though recruiting loved it.

I mean, just to give you a very brief taste: Amazon’s recruiting process is fundamentally flawed by having teams hire for themselves, so their hiring bar is incredibly inconsistent across teams, despite various efforts they’ve made to level it out. And their operations are a mess; they don’t really have SREs and they make engineers pretty much do everything, which leaves almost no time for coding – though again this varies by group, so it’s luck of the draw. They don’t give a single shit about charity or helping the needy or community contributions or anything like that. Never comes up there, except maybe to laugh about it. Their facilities are dirt-smeared cube farms without a dime spent on decor or common meeting areas. Their pay and benefits suck, although much less so lately due to local competition from Google and Facebook. But they don’t have any of our perks or extras — they just try to match the offer-letter numbers, and that’s the end of it. Their code base is a disaster, with no engineering standards whatsoever except what individual teams choose to put in place.

To be fair, they do have a nice versioned-library system that we really ought to emulate, and a nice publish-subscribe system that we also have no equivalent for. But for the most part they just have a bunch of crappy tools that read and write state machine information into relational databases. We wouldn’t take most of it even if it were free.

I think the pubsub system and their library-shelf system were two out of the grand total of three things Amazon does better than google.

I guess you could make an argument that their bias for launching early and iterating like mad is also something they do well, but you can argue it either way. They prioritize launching early over everything else, including retention and engineering discipline and a bunch of other stuff that turns out to matter in the long run. So even though it’s given them some competitive advantages in the marketplace, it’s created enough other problems to make it something less than a slam-dunk.

But there’s one thing they do really really well that pretty much makes up for ALL of their political, philosophical and technical screw-ups.

Jeff Bezos is an infamous micro-manager. He micro-manages every single pixel of Amazon’s retail site. He hired Larry Tesler, Apple’s Chief Scientist and probably the very most famous and respected human-computer interaction expert in the entire world, and then ignored every goddamn thing Larry said for three years until Larry finally — wisely — left the company. Larry would do these big usability studies and demonstrate beyond any shred of doubt that nobody can understand that frigging website, but Bezos just couldn’t let go of those pixels, all those millions of semantics-packed pixels on the landing page. They were like millions of his own precious children. So they’re all still there, and Larry is not.

Micro-managing isn’t that third thing that Amazon does better than us, by the way. I mean, yeah, they micro-manage really well, but I wouldn’t list it as a strength or anything. I’m just trying to set the context here, to help you understand what happened. We’re talking about a guy who in all seriousness has said on many public occasions that people should be paying him to work at Amazon. He hands out little yellow stickies with his name on them, reminding people “who runs the company” when they disagree with him. The guy is a regular… well, Steve Jobs, I guess. Except without the fashion or design sense. Bezos is super smart; don’t get me wrong. He just makes ordinary control freaks look like stoned hippies.

So one day Jeff Bezos issued a mandate. He’s doing that all the time, of course, and people scramble like ants being pounded with a rubber mallet whenever it happens. But on one occasion — back around 2002 I think, plus or minus a year — he issued a mandate that was so out there, so huge and eye-bulgingly ponderous, that it made all of his other mandates look like unsolicited peer bonuses.

His Big Mandate went something along these lines:

1) All teams will henceforth expose their data and functionality through service interfaces.

2) Teams must communicate with each other through these interfaces.

3) There will be no other form of interprocess communication allowed: no direct linking, no direct reads of another team’s data store, no shared-memory model, no back-doors whatsoever. The only communication allowed is via service interface calls over the network.

4) It doesn’t matter what technology they use. HTTP, Corba, Pubsub, custom protocols — doesn’t matter. Bezos doesn’t care.

5) All service interfaces, without exception, must be designed from the ground up to be externalizable. That is to say, the team must plan and design to be able to expose the interface to developers in the outside world. No exceptions.

6) Anyone who doesn’t do this will be fired.

7) Thank you; have a nice day!

Ha, ha! You 150-odd ex-Amazon folks here will of course realize immediately that #7 was a little joke I threw in, because Bezos most definitely does not give a shit about your day.

#6, however, was quite real, so people went to work. Bezos assigned a couple of Chief Bulldogs to oversee the effort and ensure forward progress, headed up by Uber-Chief Bear Bulldog Rick Dalzell. Rick is an ex-Armgy Ranger, West Point Academy graduate, ex-boxer, ex-Chief Torturer slash CIO at Wal*Mart, and is a big genial scary man who used the word “hardened interface” a lot. Rick was a walking, talking hardened interface himself, so needless to say, everyone made LOTS of forward progress and made sure Rick knew about it.

Over the next couple of years, Amazon transformed internally into a service-oriented architecture. They learned a tremendous amount while effecting this transformation. There was lots of existing documentation and lore about SOAs, but at Amazon’s vast scale it was about as useful as telling Indiana Jones to look both ways before crossing the street. Amazon’s dev staff made a lot of discoveries along the way. A teeny tiny sampling of these discoveries included:

– pager escalation gets way harder, because a ticket might bounce through 20 service calls before the real owner is identified. If each bounce goes through a team with a 15-minute response time, it can be hours before the right team finally finds out, unless you build a lot of scaffolding and metrics and reporting.

– every single one of your peer teams suddenly becomes a potential DOS attacker. Nobody can make any real forward progress until very serious quotas and throttling are put in place in every single service.

– monitoring and QA are the same thing. You’d never think so until you try doing a big SOA. But when your service says “oh yes, I’m fine”, it may well be the case that the only thing still functioning in the server is the little component that knows how to say “I’m fine, roger roger, over and out” in a cheery droid voice. In order to tell whether the service is actually responding, you have to make individual calls. The problem continues recursively until your monitoring is doing comprehensive semantics checking of your entire range of services and data, at which point it’s indistinguishable from automated QA. So they’re a continuum.

– if you have hundreds of services, and your code MUST communicate with other groups’ code via these services, then you won’t be able to find any of them without a service-discovery mechanism. And you can’t have that without a service registration mechanism, which itself is another service. So Amazon has a universal service registry where you can find out reflectively (programmatically) about every service, what its APIs are, and also whether it is currently up, and where.

– debugging problems with someone else’s code gets a LOT harder, and is basically impossible unless there is a universal standard way to run every service in a debuggable sandbox.

That’s just a very small sample. There are dozens, maybe hundreds of individual learnings like these that Amazon had to discover organically. There were a lot of wacky ones around externalizing services, but not as many as you might think. Organizing into services taught teams not to trust each other in most of the same ways they’re not supposed to trust external developers.

This effort was still underway when I left to join Google in mid-2005, but it was pretty far advanced. From the time Bezos issued his edict through the time I left, Amazon had transformed culturally into a company that thinks about everything in a services-first fashion. It is now fundamental to how they approach all designs, including internal designs for stuff that might never see the light of day externally.

At this point they don’t even do it out of fear of being fired. I mean, they’re still afraid of that; it’s pretty much part of daily life there, working for the Dread Pirate Bezos and all. But they do services because they’ve come to understand that it’s the Right Thing. There are without question pros and cons to the SOA approach, and some of the cons are pretty long. But overall it’s the right thing because SOA-driven design enables Platforms.

That’s what Bezos was up to with his edict, of course. He didn’t (and doesn’t) care even a tiny bit about the well-being of the teams, nor about what technologies they use, nor in fact any detail whatsoever about how they go about their business unless they happen to be screwing up. But Bezos realized long before the vast majority of Amazonians that Amazon needs to be a platform.

You wouldn’t really think that an online bookstore needs to be an extensible, programmable platform. Would you?

Well, the first big thing Bezos realized is that the infrastructure they’d built for selling and shipping books and sundry could be transformed an excellent repurposable computing platform. So now they have the Amazon Elastic Compute Cloud, and the Amazon Elastic MapReduce, and the Amazon Relational Database Service, and a whole passel’ o’ other services browsable at aws.amazon.com. These services host the backends for some pretty successful companies, reddit being my personal favorite of the bunch.

The other big realization he had was that he can’t always build the right thing. I think Larry Tesler might have struck some kind of chord in Bezos when he said his mom couldn’t use the goddamn website. It’s not even super clear whose mom he was talking about, and doesn’t really matter, because nobody’s mom can use the goddamn website. In fact I myself find the website disturbingly daunting, and I worked there for over half a decade. I’ve just learned to kinda defocus my eyes and concentrate on the million or so pixels near the center of the page above the fold.

I’m not really sure how Bezos came to this realization — the insight that he can’t build one product and have it be right for everyone. But it doesn’t matter, because he gets it. There’s actually a formal name for this phenomenon. It’s called Accessibility, and it’s the most important thing in the computing world.

The. Most. Important. Thing.

If you’re sorta thinking, “huh? You mean like, blind and deaf people Accessibility?” then you’re not alone, because I’ve come to understand that there are lots and LOTS of people just like you: people for whom this idea does not have the right Accessibility, so it hasn’t been able to get through to you yet. It’s not your fault for not understanding, any more than it would be your fault for being blind or deaf or motion-restricted or living with any other disability. When software — or idea-ware for that matter — fails to be accessible to anyone for any reason, it is the fault of the software or of the messaging of the idea. It is an Accessibility failure.

Like anything else big and important in life, Accessibility has an evil twin who, jilted by the unbalanced affection displayed by their parents in their youth, has grown into an equally powerful Arch-Nemesis (yes, there’s more than one nemesis to accessibility) named Security. And boy howdy are the two ever at odds.

But I’ll argue that Accessibility is actually more important than Security because dialing Accessibility to zero means you have no product at all, whereas dialing Security to zero can still get you a reasonably successful product such as the Playstation Network.

So yeah. In case you hadn’t noticed, I could actually write a book on this topic. A fat one, filled with amusing anecdotes about ants and rubber mallets at companies I’ve worked at. But I will never get this little rant published, and you’ll never get it read, unless I start to wrap up.

That one last thing that Google doesn’t do well is Platforms. We don’t understand platforms. We don’t “get” platforms. Some of you do, but you are the minority. This has become painfully clear to me over the past six years. I was kind of hoping that competitive pressure from Microsoft and Amazon and more recently Facebook would make us wake up collectively and start doing universal services. Not in some sort of ad-hoc, half-assed way, but in more or less the same way Amazon did it: all at once, for real, no cheating, and treating it as our top priority from now on.

But no. No, it’s like our tenth or eleventh priority. Or fifteenth, I don’t know. It’s pretty low. There are a few teams who treat the idea very seriously, but most teams either don’t think about it all, ever, or only a small percentage of them think about it in a very small way.

It’s a big stretch even to get most teams to offer a stubby service to get programmatic access to their data and computations. Most of them think they’re building products. And a stubby service is a pretty pathetic service. Go back and look at that partial list of learnings from Amazon, and tell me which ones Stubby gives you out of the box. As far as I’m concerned, it’s none of them. Stubby’s great, but it’s like parts when you need a car.

A product is useless without a platform, or more precisely and accurately, a platform-less product will always be replaced by an equivalent platform-ized product.

Google+ is a prime example of our complete failure to understand platforms from the very highest levels of executive leadership (hi Larry, Sergey, Eric, Vic, howdy howdy) down to the very lowest leaf workers (hey yo). We all don’t get it. The Golden Rule of platforms is that you Eat Your Own Dogfood. The Google+ platform is a pathetic afterthought. We had no API at all at launch, and last I checked, we had one measly API call. One of the team members marched in and told me about it when they launched, and I asked: “So is it the Stalker API?” She got all glum and said “Yeah.” I mean, I was joking, but no… the only API call we offer is to get someone’s stream. So I guess the joke was on me.

Microsoft has known about the Dogfood rule for at least twenty years. It’s been part of their culture for a whole generation now. You don’t eat People Food and give your developers Dog Food. Doing that is simply robbing your long-term platform value for short-term successes. Platforms are all about long-term thinking.

Google+ is a knee-jerk reaction, a study in short-term thinking, predicated on the incorrect notion that Facebook is successful because they built a great product. But that’s not why they are successful. Facebook is successful because they built an entire constellation of products by allowing other people to do the work. So Facebook is different for everyone. Some people spend all their time on Mafia Wars. Some spend all their time on Farmville. There are hundreds or maybe thousands of different high-quality time sinks available, so there’s something there for everyone.

Our Google+ team took a look at the aftermarket and said: “Gosh, it looks like we need some games. Let’s go contract someone to, um, write some games for us.” Do you begin to see how incredibly wrong that thinking is now? The problem is that we are trying to predict what people want and deliver it for them.

You can’t do that. Not really. Not reliably. There have been precious few people in the world, over the entire history of computing, who have been able to do it reliably. Steve Jobs was one of them. We don’t have a Steve Jobs here. I’m sorry, but we don’t.

Larry Tesler may have convinced Bezos that he was no Steve Jobs, but Bezos realized that he didn’t need to be a Steve Jobs in order to provide everyone with the right products: interfaces and workflows that they liked and felt at ease with. He just needed to enable third-party developers to do it, and it would happen automatically.

I apologize to those (many) of you for whom all this stuff I’m saying is incredibly obvious, because yeah. It’s incredibly frigging obvious. Except we’re not doing it. We don’t get Platforms, and we don’t get Accessibility. The two are basically the same thing, because platforms solve accessibility. A platform is accessibility.

So yeah, Microsoft gets it. And you know as well as I do how surprising that is, because they don’t “get” much of anything, really. But they understand platforms as a purely accidental outgrowth of having started life in the business of providing platforms. So they have thirty-plus years of learning in this space. And if you go to msdn.com, and spend some time browsing, and you’ve never seen it before, prepare to be amazed. Because it’s staggeringly huge. They have thousands, and thousands, and THOUSANDS of API calls. They have a HUGE platform. Too big in fact, because they can’t design for squat, but at least they’re doing it.

Amazon gets it. Amazon’s AWS (aws.amazon.com) is incredible. Just go look at it. Click around. It’s embarrassing. We don’t have any of that stuff.

Apple gets it, obviously. They’ve made some fundamentally non-open choices, particularly around their mobile platform. But they understand accessibility and they understand the power of third-party development and they eat their dogfood. And you know what? They make pretty good dogfood. Their APIs are a hell of a lot cleaner than Microsoft’s, and have been since time immemorial.

Facebook gets it. That’s what really worries me. That’s what got me off my lazy butt to write this thing. I hate blogging. I hate… plussing, or whatever it’s called when you do a massive rant in Google+ even though it’s a terrible venue for it but you do it anyway because in the end you really do want Google to be successful. And I do! I mean, Facebook wants me there, and it’d be pretty easy to just go. But Google is home, so I’m insisting that we have this little family intervention, uncomfortable as it might be.

After you’ve marveled at the platform offerings of Microsoft and Amazon, and Facebook I guess (I didn’t look because I didn’t want to get too depressed), head over to developers.google.com and browse a little. Pretty big difference, eh? It’s like what your fifth-grade nephew might mock up if he were doing an assignment to demonstrate what a big powerful platform company might be building if all they had, resource-wise, was one fifth grader.

Please don’t get me wrong here — I know for a fact that the dev-rel team has had to FIGHT to get even this much available externally. They’re kicking ass as far as I’m concerned, because they DO get platforms, and they are struggling heroically to try to create one in an environment that is at best platform-apathetic, and at worst often openly hostile to the idea.

I’m just frankly describing what developers.google.com looks like to an outsider. It looks childish. Where’s the Maps APIs in there for Christ’s sake? Some of the things in there are labs projects. And the APIs for everything I clicked were… they were paltry. They were obviously dog food. Not even good organic stuff. Compared to our internal APIs it’s all snouts and horse hooves.

And also don’t get me wrong about Google+. They’re far from the only offenders. This is a cultural thing. What we have going on internally is basically a war, with the underdog minority Platformers fighting a more or less losing battle against the Mighty Funded Confident Producters.

Any teams that have successfully internalized the notion that they should be externally programmable platforms from the ground up are underdogs — Maps and Docs come to mind, and I know GMail is making overtures in that direction. But it’s hard for them to get funding for it because it’s not part of our culture. Maestro’s funding is a feeble thing compared to the gargantuan Microsoft Office programming platform: it’s a fluffy rabbit versus a T-Rex. The Docs team knows they’ll never be competitive with Office until they can match its scripting facilities, but they’re not getting any resource love. I mean, I assume they’re not, given that Apps Script only works in Spreadsheet right now, and it doesn’t even have keyboard shortcuts as part of its API. That team looks pretty unloved to me.

Ironically enough, Wave was a great platform, may they rest in peace. But making something a platform is not going to make you an instant success. A platform needs a killer app. Facebook — that is, the stock service they offer with walls and friends and such — is the killer app for the Facebook Platform. And it is a very serious mistake to conclude that the Facebook App could have been anywhere near as successful without the Facebook Platform.

You know how people are always saying Google is arrogant? I’m a Googler, so I get as irritated as you do when people say that. We’re not arrogant, by and large. We’re, like, 99% Arrogance-Free. I did start this post — if you’ll reach back into distant memory — by describing Google as “doing everything right”. We do mean well, and for the most part when people say we’re arrogant it’s because we didn’t hire them, or they’re unhappy with our policies, or something along those lines. They’re inferring arrogance because it makes them feel better.

But when we take the stance that we know how to design the perfect product for everyone, and believe you me, I hear that a lot, then we’re being fools. You can attribute it to arrogance, or naivete, or whatever — it doesn’t matter in the end, because it’s foolishness. There IS no perfect product for everyone.

And so we wind up with a browser that doesn’t let you set the default font size. Talk about an affront to Accessibility. I mean, as I get older I’m actually going blind. For real. I’ve been nearsighted all my life, and once you hit 40 years old you stop being able to see things up close. So font selection becomes this life-or-death thing: it can lock you out of the product completely. But the Chrome team is flat-out arrogant here: they want to build a zero-configuration product, and they’re quite brazen about it, and Fuck You if you’re blind or deaf or whatever. Hit Ctrl-+ on every single page visit for the rest of your life.

It’s not just them. It’s everyone. The problem is that we’re a Product Company through and through. We built a successful product with broad appeal — our search, that is — and that wild success has biased us.

Amazon was a product company too, so it took an out-of-band force to make Bezos understand the need for a platform. That force was their evaporating margins; he was cornered and had to think of a way out. But all he had was a bunch of engineers and all these computers… if only they could be monetized somehow… you can see how he arrived at AWS, in hindsight.

Microsoft started out as a platform, so they’ve just had lots of practice at it.

Facebook, though: they worry me. I’m no expert, but I’m pretty sure they started off as a Product and they rode that success pretty far. So I’m not sure exactly how they made the transition to a platform. It was a relatively long time ago, since they had to be a platform before (now very old) things like Mafia Wars could come along.

Maybe they just looked at us and asked: “How can we beat Google? What are they missing?”

The problem we face is pretty huge, because it will take a dramatic cultural change in order for us to start catching up. We don’t do internal service-oriented platforms, and we just as equally don’t do external ones. This means that the “not getting it” is endemic across the company: the PMs don’t get it, the engineers don’t get it, the product teams don’t get it, nobody gets it. Even if individuals do, even if YOU do, it doesn’t matter one bit unless we’re treating it as an all-hands-on-deck emergency. We can’t keep launching products and pretending we’ll turn them into magical beautiful extensible platforms later. We’ve tried that and it’s not working.

The Golden Rule of Platforms, “Eat Your Own Dogfood”, can be rephrased as “Start with a Platform, and Then Use it for Everything.” You can’t just bolt it on later. Certainly not easily at any rate — ask anyone who worked on platformizing MS Office. Or anyone who worked on platformizing Amazon. If you delay it, it’ll be ten times as much work as just doing it correctly up front. You can’t cheat. You can’t have secret back doors for internal apps to get special priority access, not for ANY reason. You need to solve the hard problems up front.

I’m not saying it’s too late for us, but the longer we wait, the closer we get to being Too Late.

I honestly don’t know how to wrap this up. I’ve said pretty much everything I came here to say today. This post has been six years in the making. I’m sorry if I wasn’t gentle enough, or if I misrepresented some product or team or person, or if we’re actually doing LOTS of platform stuff and it just so happens that I and everyone I ever talk to has just never heard about it. I’m sorry.

But we’ve gotta start doing this right.

Kurze Gedanken: twitter – facebook – blogs – google+

twitter ist für die Verbreitung von News und Banalitäten geeignet und damit für das Aufspüren von Trends. Es ist gleichzeitig “Kurzzeitgedächtnis” und Seismograph des Web.

facebook ist primär dazu da, Kontakte mit Menschen zu pflegen, die man kennt. Aber auch, um über Gemeinsamkeiten neue Kontakte zu finden. Durch weitere Dienste wird es die zentrale Anlaufstelle im Internet für viele. Es ist ein Medium der breiten Masse.

blogs sind für ausführliche Inhalte. Sie sind einer der wichtigsten Bausteine des Netzes, dessen Herz und Hirn. Von wenigen geschrieben und von vielen gelesen.

google+ ist der Versuch von Google, sich die Weltherrschaft nicht von facebook entreißen zu lassen und bei der Gelegenheit auch gleich twitter, Skype, blogs und am besten auch den Rest des Netzes überflüssig zu machen. Es ist der Tummelplatz einer selbsternannten Internet-Elite und Social Media Beratern, die sich hier mit sich selbst und google+ befassen. Es könnte sich einmal zu einen Business Netzwerk entwickeln.

facebook vs. Google+ – und wer wirklich gewinnen wird

Allenthalben wird diskutiert, wer den Zweikampf zwischen facebook und google+ gewinnen wird. Und in diesem frühen Stadium von google+ ist dies sicherlich noch ein gutes Stückchen Glaskugelleserei, denn bei beiden Plattformen ist nur schwer abzusehen, in welche Richtung sie sich entwickeln.

Mein erster Eindruck ist: google+ entwickelt sich eher zur Gefahr für twitter und für professionelle Netzwerke wie xing und LinkedIn, während facebook sich zu einem Entertainment-Netz für die Freizeit entwickeln wird. Doch so oder so wird es in jeder Hinsicht große Überschneidungen zwischen beiden Plattformen und der Nutzerschaft geben.

Daher wird es zwei Gewinner geben.

Zunächst sind das Sie. Denn facebook wie Google werden alles tun, um das beste Umfeld für Sie zu bieten. So trivial, so klar, so gut.

Besonders interessant ist aber ein anderer Aspekt. Erste Unternehmen sind dazu übergegangen, in ihre facebook-Seiten mehr Energie zu stecken, als in ihre klassischen Websites, manchmal leiten Domains nur noch auf facebook-Präsenz. Auf Plakaten, in TV-Spots und in Print-Anzeigen springt einem statt der Webadresse das f entgegen. Diskussionen verlagern sich von Blogs und Foren auf facebook und Flirtseiten werden zu facebook-Apps. Die Frage, ob das Web 3.0 einfach nur noch facebook heißt, stand durchaus im Raum.

Und jetzt das alles auch noch einmal auf google+? Den Aufwand, hier parallel in gleichem Umfang tätig zu werden, ist für die meisten Unternehmen zu groß und nicht zielführend. Andererseits werden sie um Aktivitäten auch dort nicht herumkommen. Daher werden sie ihre Hauptaktivitäten auf einen anderen Ort im Web verlagern: die klassische Website.

Und damit steht der wahre Gewinner fest: das Web wie wir es kennen, bestehend aus Millionen Sites, mit seiner Anarchie, mit seiner Freiheit, mit all seinen Stärken und Schwächen.

facebook und google+ werden Aggregatoren sein, die das zusammenfassen, was uns interessiert. Sie werden gleichsam zu Suchmaschinen, die vorher wissen, was wir suchen wollen werden und uns diese Ergebnisse in ihren Streams präsentieren. Dabei werden Sie auf eigene Inhalte aber in erster Linie auf klassische Websites verweisen.

Die mögliche Machtbalance zwischen facebook und google+ wird damit die Rettung des freien Internet sein, wie wir es kennen.

facebook: 10 Dinge, die zu tun sind

So, facebook hat jetzt auch einen Gruppenchat und einen Videochat in Kooperation mit Skype – das sind die “awesome” News, die Mark Zuckerberg in der Pressekonferenz am 06. Juli vorgestellt hat. Zudem hat er angekündigt, in den nächsten Monaten ein Featurefeuerwerk abzubrennen.

Hier sind die 10 Dinge, die facebook jetzt bringen und ändern sollte:

  1. Änderungen besser kommunizieren
    mE eines der Hauptprobleme, warum es so viele Skeptiker gibt – die schlechte Kommunikation von Neuerungen. Viele Nutzer fühlen sich auf facebook zuhause und verbringen dort viel online-Zeit. Um so ärgerlicher ist es, wenn Änderungen unangekündigt umgesetzt werden.
  2. Besserer Support und Betreuung der Community
    Ein persönlicherer Nutzersupport wäre etwas, womit facebook wirklich punkten könnte – keine unpersönlichen automatisierten Mails, die am Thema vorbeigehen, sondern persönliche Antworten, die auf die Probleme eingehen. Ich weiß, das ist extrem personalintensiv und teuer, aber andere Unternehmen kriegen das auch hin. Dazu könnten auch “Scouts” aus der Community heraus gewonnen werden, die z.B. für eine kleine Gegenleistung neuen Usern helfen.
  3. Flagge zeigen
    Irgendjemand schrieb zum Start von Google+, dass man bei Google in Deutschland wenigstens wisse, welches Büro man stürmen muss, wenn etwas schief läuft. facebook braucht in jedem Land ein Gesicht mit Gewicht, das sich mit der Verbraucherschutzministerin trifft, der “Zeit” und der “Bravo” Interviews gibt und sich im Gruppenchat der Nutzerkritik stellt. Und vielleicht sogar das: Niederlassungen in Hamburg, Berlin, Köln, München und anderen Ballungsräumen, denen ein Starbucks angegliedert ist, wo man auf ausgelegten Tablets surfen und seine Fragen an facebook Scouts stellen kann.
  4. Größe zeigen
    Nicht die beleidigte Zuckerwurst spielen und z.B. den “Google friend explorer” sperren sondern der große Zuckerberg sein. Auf google+ ist er ja z.Zt. auch die Nummer 1…
  5. Datenschutzeinstellungen einfacher machen
    facebook bietet eine Vielzahl an Datenschutzeinstellungen – nur dass die meisten User diese nicht verstehen. Mit mehr schnell wählbaren Sets (offen – moderat – streng) und z.B. einem Assistenten, der den noch nicht so erfahrenen User durch die Einstellungen führt, wäre schon viel geholfen.
  6. Listen verbessern
    Die Listen, mit denen man seine Kontakte organisieren kann, sind ja an sich vorhanden, aber zu kompliziert und haben zu wenige Features. Es dürfte ohne große Systembrüche möglich sein, diese zu vereinfachen. Und so komplex wie die Circles bei Google+ muss und sollte es gar nicht werden… Als Standardeinstellung dürfte es für den Standardnutzer schon reichen, zwischen “Alle” und zwei weiteren Abstufungen wählen zu können.
  7. Ein besseres internes Nachrichten System
    Das interne Nachrichtensystem ist einfach langsam, umständlich und fehlerhaft. So zeigt es mir Nachrichten als neu an, die ich schon gelesen habe, über andere werde ich gar nicht benachrichtigt. Diese grundlegende Funktion muss einfach laufen. Mit Microsoft stünde hier ein natürlicher Partner bereit, der nicht nur mit hotmail/live/messenger gezeigt hat, dass er E-Mail und Messaging kann.
  8. Eine bessere Suche
    Auch die Suchfunktion ist eine Katastrophe – dabei stünde mit Microsofts Bing eine durchaus ordentliche Suchtechnologie zur Verfügung, die endlich eine vernünftige interne Suche auf facebook ermöglichen würde. Und auch eine voll integrierte Echtzeit-Websuche wäre ein interessantes Feature.
  9. Bessere Apps
    Das ist schnell gemacht: die Apps für Android und Co sind nicht schlecht, nerven aber im Detail – z.B. dass man zumindest bei Android keine “Likes” für Kommentare vergeben kann (oder ich bin zu blöd dazu).
  10. Eigener Musik- und Videodienst
    Wichtig für facebook ist es, die Nutzer möglichst lange auf der Plattform zu halten. Musik und Videos sind hier ein besonders wichtiger Faktor. Und auch ein Bereich, in dem Google facebook empfindlich ärgern könnte: indem es z.B. die Einbindung von youtube Videos auf facebook verhindert oder zumindest erschwert. Für das langfristige Überleben ist ein eigener Mediendienst für facebook essentiell – er kann auch über Partner geliefert werden.

…das wäre einmal das dringlichste.

Keine privaten Profile bei Google+

Interessantes Detail: bei Google+ wird es in Zukunft nur öffentliche Profile geben, keine privaten:

The purpose of Google Profiles is to enable you to manage your online identity. Today, nearly all Google Profiles are public. We believe that using Google Profiles to help people find and connect with you online is how the product is best used. Private profiles don’t allow this, so we have decided to require all profiles to be public.

Keep in mind that your full name and gender are the only required information that will be displayed on your profile; you’ll be able to edit or remove any other information that you don’t want to share.

If you currently have a private profile but you do not wish to make your profile public, you can delete your profile. Or, you can simply do nothing. All private profiles will be deleted after July 31, 2011.

(Quelle google+ Hilfe)

Das ist eine andere Positionierung als bei facebook, wo es private Profile gibt.

Übrigens, der 31.07. könnte auch der Tag sein, an dem Google+ öffentlich ohne Einladung nutzbar wird…

Google auf Speed

“Day-to-day adult supervision no longer needed” – mit diesem tweet kündigte Eric Schmidt seinen Abschied aus dem Google Tagesgeschäft an.

Und es scheint, als wäre Google seit Schmidts Abgang wie befreit – was zu vielen positiven Dingen führt, einen aber auch manchmal fragen lässt, ob in 1600 Amphitheatre Parkway Mountain View zu viele bewusstseinserweiternde Drogen konsumiert werden… aber der Reihe nach.

Ganz klar das dominierende Thema z.Zt.sind natürlich Google+ und der +1 Button. Beides in Kombination der erste erfolgversprechende Versuch von Google, facebook anzugreifen. Zu Google+ habe ich mir aber einige Tage Schweigen auferlegt und dazu wird von anderen ohnehin genug geschrieben und gesagt.

Für die meisten Nutzer aber erst einmal auffälliger ist das neue Aussehen der Google Suche u.a. mit der oben eingeblendeten Leiste, die viele Google-Dienste besser zusammenführt. Und auch Google Mail wird umfassend redesigned, was auch bitter nötig war. Blogger soll bald Google Blogs heißen und Picasa Google Photos, während bei youtube der Name bleiben darf. Außerdem: viel neues rund um den Chrome-Browser, Android ist sowieso eine Erfolgsgeschichte und ChromeOS kommt, bei dem ich aber skeptisch bin.

Auch eigenartig ist die Art und Weise, wie die Google Echtzeitsuche verschwunden ist – einfach so nur noch eine 404er Seite. Hauptgrund ist, dass der Vertrag mit twitter ausgelaufen ist – als sicher gilt, dass es wieder eine Realtime-Suche geben wird, dann eben nur mit Google+ Ergebnissen. Während der Wegfall der Echtzeitsuche ein echter Verlust ist, wird dem “Google Wonder Wheel” wohl kaum ein Hahn nachkrähen.

Google stellt sich jedenfalls neu auf und möchte weiter erste und möglichst alleinige Anlaufstelle im Netz sein – und legt dabei ein beeindruckendes Tempo vor – ein Konzern auf Speed eben.

Dass dabei aber auch einiges schief gehen kann und dass das Unternehmen im Herzen noch ziemlich nerdig ist, zeigt der gescheiterte Versuch, die Nortel-Patente zu ersteigern. Mathematische Insider-Scherze (wie Gebote mit Bezug zu Pi, der Brunschen Konstante oder der Meissel-Mertens Konstante abzugeben) sind bei so etwas eben nicht gerade förderlich…  Da fragte sich so einige, ob in dem Fall bei Google alle stoned waren.