Christian Wulff und die Frage nach der Transparenz

Die vielleicht bemerkenswerteste und gewichtigste Äußerung zum Thema Wulff kam letzte Nacht heimlich still und leise über twitter:

altmaier-wulff-twitter

Wir erinnern uns – in dem bemerkenswerten Interview kündigte "Bundespräsident" Wulff an, am nächsten Tag alle 400 Fragen und Antworten sowie zugehörige Dokumente ins Netz zu stellen und so für die größtmögliche Transparenz zu sorgen. Was dann folgte, war eine dürre 6-seitige PDF Datei, die nichts enthielt, was man schon wusste. Von der versprochenen Transparenz jedenfalls keine Spur.

Wulffs Anwalt Gernot Lehr ruderte bekanntlich zurück. Zum einen, da die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht dies verhindere, zum anderen, da die Journalisten doch schon alles veröffentlicht hätten.

Nun weiß ich von Journalisten, dass Lehr auf bestimmte Fragen noch gar nicht geantwortet hat – darunter auch Fragen, die ganz andere Themenkomplexe betreffen als die, die zur Zeit diskutiert werden. Und damit meine ich nicht die hinter vorgehaltener Hand über Bettina Wulff getuschelten Artemis und Chateau Geschichten, die die Privatsache des Paares sein sollten – unverständlich, warum Wulff die Phantasien über seine Frau überhaupt ansprach. Es gibt aber durchaus noch interessantere und gewichtigere Geschichten aus Hannover und Umgebung. Jedenfalls würde eine Veröffentlichung dieser Anfragen neue Kriegsschauplätze aufmachen.

Was nun die Verschwiegenheitsverpflichtung angeht – von dieser hätte Christian Wulff seinen Anwalt leicht befreien können. Warum er dies noch nicht getan hat, ließ das Bundespräsidialamt bisher offen. Sollten Rechte von den zahlreichen "Freunden" und "Geschäftspartnern" des "Bundespräsidenten" betroffen sein, so ließen sich hier sicher Einverständniserklärungen einholen. Auch hier scheint es keine Bemühungen durch Gernot Lehr zu

So oder so – an echter Transparenz scheint Christian Wulffs Anwalt zur Zeit kein Interesse zu haben. Und so wird uns der Fall Wulff weiter verfolgen.

Mister Wong Relaunch – auf dem Weg zum Erfolg

Ein Relaunch war hier dringend notwendig, denn der Social-Bookmark-Dienst mister-wong war ziemlich unübersichtlich geworden. Auch Google hatte die Site nicht mehr wirklich lieb und sah sie wohl als Link-Spam-Schleuder an (was sie mE auch war) – das schlug sich in deutlich sinkenden Besucherzahlen nieder.

Doch jetzt wird alles gut: am 13. Oktober 2010 wurde mister-wong relauncht und wirkt viel aufgeräumter. Zudem sollen Links jetzt auch redaktionell bewertet werden und auf dofollow gestellt werden, wenn sie zu hochwertigen Seiten führen – toll für SEOs.

Abgeschaut hat man außerdem viel bei facebook – so gibt es jetzt auch hier einen Stream, bei dem man alle relevanten Neuerungen rund um einen selbst sieht. Und auch seine eigene Profilseite kann man jetzt stark individualisieren. Man darf gespannt sein, was diese Änderungen an Traffic bringen.

Wirklich gut gelungen ist aber die ganz neue Dokumente-Funktion. In verschiedenen Kategorien kann man jetzt verschiedene Dateiformate wie Word, Powerpoint und natürlich PDF hochladen und entscheiden, unter welcher Lizenz diese zur Verfügung gestellt werden sollen. Die anderen User können diese dann downloaden oder auch in Mister Wong betrachten – und gerade das ist ziemlich gut  gelungen: der viewer ist schnell und sieht sexy aus. Ausbaufähig ist noch das Kategoriensystem; ich bin mir sicher, dass dieses bald deutlich ergänzt werden muss. Aufpassen müssen die Macher auch, dass der Dokumente-Bereich nicht zugespamt wird. Aber das kann man mit der Redaktion (s.o.) kontrollieren.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass der ehemals reine Bookmarker sich damit gut neu positionieren kann: auf der einen Seite wird die User-Basis (wohl rund 400.000) dafür sorgen, dass schnell viele Dokumente dazukommen. Auf der anderen Seite können dadurch ganz neue Nutzerschichten erschlossen werden.

Spasseshalber habe ich übrigens mein adaptural Kochbuch hochgeladen – ein gutes Dokument, um die neue Funktion zu testen.

Mehr zum Relaunch gibt es auch im Mister Wong Blog.