Restaurantbericht: Brauhaus Bönnsch in Bonn

Früher wurde in Bonn noch viel Bier gebraut – besonders in der Kurfürsten Brauerei, direkt am alten Friedhof gelegen. Und da hier seit altersher obergärig nach kölscher Brauart gebraut wurde, wurde dieses Bier auch “Kölsch” genannt. Die Kurfürsten-Brauerei in Bonn ist Geschichte, doch wird in  Bonn noch gebraut, wenn auch nicht in großem Stile. Vielmehr gibt es verschiedenen kleinere Brauereien, darunter das Bönnsch, das gleichzeitig ein Brauhaus im Sinne eines Restaurants ist.

Zentral gelegen direkt am Friedensplatz bietet es sich an, wenn man nach einem Einkaufsbummel eine deftige Kleinigkeit und ein leckeres Bier – eben ein Bönnsch – genießen will. Bei gutem Wetter sitzt man draußen und beobachtet, wie die Menschen aus der und in die Altstadt strömen. Drinnen ist es etwas dunkler aber brauhaustypisch gemütlich.

Das eigentliche Bönnsch ist obergärig und trüb, es schmeckt etwas hefig und hat eine leicht säuerliche Note. Neben dem klassischen Bönnsch werden gelegentlich auch klares Bönnsch, Weizen und andere saisonale Bierspezialitäten angeboten. Neuerdings gibt es dem Trend entsprechend auch saisonal ein IPA. Übrigens, die auffälligen kleinen Bönnsch-Gläser wurden von Colani gestaltet.

Die Küche setzt auf rheinische Klassiker und deftigere Gerichte – aber auch Salate fehlen nicht auf der Karte und auch die Flammkuchen gehören seit jeher zum Brauhaus Bönnsch dazu.

Die Qualität der Küche ist in drei Dimensionen durchwachsen – einmal unterschieden sich die Gerichte, dann schwankt die Küche in längeren Zyklen und zudem innerhalb dieser Zyklen von Tag zu Tag. So kann es Ihnen passieren, dass Sie am einen Tag perfekte Bratkartoffeln bekommen, am nächsten verbrannte, die innen noch kalt sind.

Wenig falsch macht man aber z.B. mit der Currywurst, die es auf Wunsch auch extra scharf gibt. Der klassische Flammkuchen ist auch eine sichere Bank, ebenso der rheinische Sauerbraten sowie die Schnitzelgerichte. Die “Pfännchen” unterliegen dann wieder mehr den Schwankungen. Nicht so gut gefallen die Salate, die oft sehr überladen sind. Bei “Halver Hahn” und Zwiebelmett kann man ohnehin nur wenig falsch machen. Hervorzuheben sind weiter saisonale Gerichte: gerade die Muscheln sind in den Wintermonaten durchaus empfehlenswert.

Zusammengefasst: Klassiker der rheinischen Küche sind hier meist sehr ordentlich, bei anderen Gerichten kann man durchaus auch mal Pech haben. Aber das ist den meisten Brauhäusern so und sollte sie jetzt nicht davon abhalten, das Bönnsch zu besuchen, wenn Ihnen in Bonn nach Brauhaus sucht.

Empfehlenswert übrigens auch für größere Gruppen und kinderfreundlich!

Tipp: Freitags und Samstags ist hier gute Stimmung. An den Karnevalstagen kann man hier hervorragend feiern, besonders Donnerstags (Weiberfastnacht) muss man Wartezeit einkalkulieren.

Infos:

Brauhaus Bönnsch, Sterntorbrücke 4, 53111 Bonn (direkt am Friedensplatz)

Web: boennsch.de

Restaurantbericht: Bonnanza Burger Factory in Bonn Poppelsdorf

Burgerläden gibt es in Bonn ja derzeit mehr als genug – allein schon wegen der “Hans im Glück” Filialen. Und so findet man seit einiger Zeit in Poppelsdorf einige Häuser neben dem besagten Franchise-Ableger die “Bonnanza Burger Factory”, der wir einen Besuch abgestattet haben.

Das Restaurant ist lang und schlauchförmig mit der Theke direkt vorne. Da hier auch die Burger gebraten werden, riecht es beim Eintreten doch recht penetrant nach Fett. Als Karte fungiert eine Tafel direkt über der Theke, auf der die verschiedenen Burger und Beilagen angepriesen werden.

Da man die Fleischqualität am besten bei einfach gehaltenen Burgern beurteilen kann, entscheiden wir uns für einen Cheesburger, Barbecue Burger und Chili Burger. Als Beilagen Süßkartoffel Pommes, Kartoffelecken und Cole-Slaw.

An Getränken gibt es neben den Klassikern auch Limos wie z.B. Proviant sowie Bier, darunter Erdinger Weizen und Astra. Hier würde mehr Auswahl, z.B. ein schönes IPA, durchaus gut tun.

Man geht mit seinen Getränken zum Platz und wartet dann, bis der von Vapiano bekannte Buzzer vibriert – das war dann auch erstaunlich schnell – und holt sich seine Burger an der Theke ab. Es herrscht Selbstbedienung, wobei die freundlichen Mitarbeiter dann aber beim Tragen geholfen haben.

Gut, die Beilagen sind den Burgern falsch zugeordnet, das kann man ja aber selber schnell am Tisch regeln.

Kommen wir zu den Burgern selbst. Wie im Bild ersichtlich hat man hier die klassischen Brioche Brötchen, die einen guten Geschmack haben. Die Patties selbst sind 200g schwer. Sie sind gut durchgebraten, leider dennoch nur lauwarm. Das Fleisch selbst ist nicht zu trocken, von etwas gröberer Konsistenz, geschmacklich durchaus im Rahmen. Die Saucen sind gleichfalls solider Durchschnitt, die weiteren Zutaten sind etwas lieblos draufgeknallt.

Die Süßkartoffelpommes und die Wedges sind dagegen sehr gut: schön knusprig und nicht überwürzt. Deutliche Abzüge hingegen wieder beim Coleslaw. Der ist vom Ansatz her sauber gemacht und mit frischen Zutaten zubereitet, jedoch mit reichlich getrocknetem Dill bestreut, was ihm eine unangenehme strohige Note gibt. Zudem ist er für meinen Geschmack etwas zu süß, was andere aber anders sehen mögen.

So war es alles in allem nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht gut. Wir haben jedenfalls keinen echten Grund gesehen, hier noch einmal herzukommen. Eigentlich schade – denn die Mitarbeiter sind sehr nett und die Preise im Rahmen. Zudem mag ich individuelle unabhängige Gastronomie.

Ach ja, es gibt noch Sitzplätze draußen zur Straße hin und anscheinend einen kleinen Gastgarten nach hinten – letzterer war aber Mitte April 2017 noch nicht geöffnet.

Bonnanza Burger Factory
Clemens-August-Strasse 23,
53115 Bonn (Poppelsdorf)

0228 – 92984169

website

 

Liste: Essen gehen in Bonn

Restaurants, Gaststätten, Kneipen, Imbisse

Restaurants und mehr in der Nähe von Bonn

Weitere Listen mit Restaurants in und um Bonn

Nicht mehr bestehende Restaurants

  • Himmelreich
    War in Bonn Oberkassel.
  • Poseidon
    ehemaliger Grieche in Ippendorf, aktuell ein indisches Restaurant
  • Tiroler Stuben
    ehemaliges österreichisches Restaurant in Röttgen, jetzt keine Gastronomie mehr.

Cigköftem in Bonn

Es kommt immer wieder vor, dass man einmal schnell etwas auf die Hand essen will. Und dann ist ein Döner Dürum nicht die schlechteste Wahl, gerne z.B. im Uni Grill.

Am Bonner Hauptbahnhof gibt es seit einigen Jahren einen Ableger der Franchisekette Cigköftem, die nach dem gleichnamigen türkischen Gericht benannt ist. Es gibt davon zwei Varianten, eine mit Hackfleisch (meist Rind oder auch Lamm) und eine vegetarische. Letztere ist eine Art Paste aus Weizen, Tomatenmark, Chili und weiteren Gewürzen. Im Bonner Cigköftem gibt es übrigens nur die vegetarische Variante. Grundsätzlich finde ich das schade, da ich für Vielfalt bin, aber da ich in der Fastenzeit eh auf Fleisch verzichten will, kann ich damit gut leben. Und viele Veganer werden sich freuen, dass es einen Imbiss in Bonn gibt, bei dem erst gar kein Fleisch angeboten wird.

Entschieden habe ich mich für einen Dürum mit scharfen Cigköftem. Die Paste – es gibt eine milde und eine scharfe Variante, ich habe die scharfe genommen – wird auf dem dünnen Brotfladen verteilt, dann kommen Salat, Rettich, Tomate, Gurke, eingelegte Gurke, Minze, Petersilie, Zitronensaft und ein Granatapfelsirup drauf. Der Fladen wird gerollt, fertig.

Der Geschmack: Gigantisch. Erfrischend. Einfach gut.

Die Zutaten sind einfach hochwertig und frisch – vom normalen Dönerladen ist man so eine Qualität kaum gewohnt. Und so hat man das Gefühl – und wahrscheinlich ist es auch so – gesundes FastFood zu essen.

Unbedingt ausprobieren, auch wenn man sonst auf Fleisch steht!

Außer dem Dürüm gibt es übrigens noch andere vegane Gerichte, z.B. Burger oder Köfte in verschiedenen Varianten. Und die Zutaten für den Dürüm kann man auch so mitnehmen und dann zuhause selbst frisch zusammensetzen…

Das Cigköftem Bonn findet man etwas versteckt auf der Plattform am Busbahnhof – direkt neben der SWB Info Stelle.

MayDao in Mondorf

Gute asiatische Restaurants gibt es in Bonn inzwischen recht viele, die Zeiten, in denen es nur “Glutamat-Chinesen” gab, sind inzwischen vorbei.

Ein besonderer Tipp ist das MayDao in Mondorf, das direkt am Fähranleger liegt. Man fährt nach Hersel, schippert über den Rhein und ist da. Das geht gut mit dem Auto, dem Fahrrad oder auch mit dem Bus (Linie 604).

Bei schönem Wetter kann man draußen auf der Terrasse sitzen und hat einen schönen Blick auf den Rhein. Aber auch drinnen sitzt man gut; das Ambiente ist eher modern und großzügig. Grundsätzlich ist hier alles à la carte, am Freitagabend gibt es Buffet, über das ich aber nichts berichten kann.

Das MayDao definiert sich selbst als panasiatisches Restaurant, das sich an der Küche orientiert, wie sie in den letzten Jahren in HongKong entstanden ist. Neben chinesischen Gerichten findet man also auch koreanisches, thailändisches und vietnamesisches auf der Karte. Dementsprechend gibt es hier etwas mehr Auswahl, besonders bei den Vorspeisen, als man das vom 08/15 Chinesen gewohnt ist.

Sehr gut sind z.B. die vietnamesischen Röllchen, die mit einer erfrischenden Sauce zum dippen serviert werden. Auch die Wan-Tan-Suppe konnte überzeugen. Besonders bei den Hauptgerichten merkt man generell, dass hier mit frischen hochwertigen Zutaten gearbeitet wird. So ist der Pak Choi zu den Garnelen ist knackig auf den Punkt gegart, der Brokkoli zur knusprigen Ente nicht verkocht.

Der Service ist sehr aufmerksam und freundlich. Allerdings muss man beim Essen etwas mehr Wartezeit einplanen, als man es von anderen Chinesen gewohnt ist – klar, dafür ist aber eben auch alles frisch. Die Preise sind für die Qualität des Essens absolut angemessen.

Weine von Brogsitter, typische asiatische Getränke (Sake, Rosenschnaps…), Bier von Peters (!) und Krombacher.

Alles in allem eine gute Empfehlung für alle aus und rum um Bonn, die gerne asiatisch essen. Und besonders, wenn man mit der Fähre anreist, ein schönes Ziel für einen Ausflug.

MayDao, Rheinallee 2,   53859 Niederkassel-Mondorf, 0228 455950

Alle weiteren Infos auf der Webseite.

Bild: MayDao

10 Restaurants in Bonn, in denen man einmal gegessen haben sollte – Vorschläge von Severin

In Bonn gibt es viele verschiedene Restaurants – das hier ist keine Bestenliste, sondern eine sehr subjektive Auswahl von mir, die einen guten Querschnitt durch die Bonner Gastro-Landschaft bietet.

  1. El Tarascon
    Seit Jahren eine feste Institution in Bonn Poppelsdorf. Hier gibt es argentinische Steaks vom Grill und alles, was dazugehört. Wahrscheinlich das beste Steakhaus in der Region. Mehr dazu hier.
  2. Phoenicia Lounge
    Hier ist man libanesisch – am besten die Mezze bestellen, so erhält man einen guten Überblick über die Küche dieses Mittelmeerlandes. Im Bild oben sind diverse der Vorspeisen zu sehen. Gute libanesische Weine. (Clemens-August-Straße 34, 53115 Bonn Poppelsdorf)
  3. Beim Mahler
    An sich nichts spektakuläres: Gute Gerichte im Balkanstil – Grillteller – in gemütlichem Ambiente. Dazu gibt es aber immer saisonale Gerichte wie Spargel, Pilze oder Ente. Ein Geheimtipp ist die kleine Sonnenterrasse auf dem Dach. (Lückingstraße 2, 53127 Bonn Ippendorf).
  4. Dim Sum
    Sehr guter Chinese mit kantonesischer Küche direkt am Marktplatz. Hier gibt es nicht nur Dim Sum, sondern vielfältige chinesische Gerichte, die sonst nicht zum Standard gehören. Besonders gerne esse ich hier den Schweinebauch.
  5. Em Höttche
    Und noch einmal am Markt – ein Brauhaus darf im Rheinland in so einer Liste nicht fehlen. Hier gibt es Kölsch und eine solide rheinische Küche im historischen Ambiente – das Restaurant wurde bereits 1389 gegründet. Kurfürst Gebhard Truchsess von Waldburg feierte am 2. Februar 1583 seine Hochzeit mit Agnes Gräfin von Mansfeld feierte, was zum Ausbruch des “Kölnischen Kriegs” führte. Hier kann man gut Muscheln essen. Weiterer Tipp: der Brand aus Poppelsdorfer Kirschen.
  6. Tusculo
    Das Ur-Tuscolo am Frankenbad in der Altstadt ist bekannt für seine Pizzen. Tipp: eher solche mit wenig Belag bestellen. Wer es nicht bis zur Altstadt schafft, besucht den Ableger Münsterblick mitten in der Stadt.
  7. Burgermanufaktur Bonn
    Burger gehören momentan einfach dazu – sehr gute erhält man in der Burgermanufaktur auch nicht weit vom Frankenbad. Achtung: sehr klein. (Vorgebirgsstraße 60, 53119 Bonn)
  8. Saigon
    Gute Vietnamesische Küche in entspanntem Ambiente und mit persönlichem Service. Tipp: die vietnamesischen Röllchen. (Sachsenweg 13, 53119 Bonn)
  9. Bacco
    Guter Italiener in Bonn Tannenbusch. Hierher fahren auch Gäste aus dem Kölner Süden. Schöner Gastgarten, besser reservieren. Sehr gute Pasta. (Oppelner Str. 2, 53119 Bonn)
  10. Schaumburger Hof
    Das sind eigentlich zwei Tipps in einem. Bei gutem Wetter ist der Biergarten mit Blick auf Rhein und Siebengebirge geöffnet, von dem schon Heinrich Heine schwärmte. Innen ein Restaurant mit schöner saisonaler Küche. Auch gut geeignet für Feiern. Neben Heine kehrten hier auch schon Prinz Albert von Sachsen-Coburg und seine Frau Queen Victoria, Ernst Moritz Arndt, Friedrich III. (Deutsches Reich), Annette von Droste-Hülshoff, Friedrich Nietzsche und Alexander von Humboldt ein.

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie “10 Dinge in Bonn“. Gastautoren sind herzlich willkommen.

Liste: Steakhäuser in Bonn

Hier entsteht eine Liste mit Steakhäusern in Bonn und unmittelbarer Umgebung.

Steakäuser

  • El Tarascon
    Das El Tarascon ist das Urgestein unter den Bonner Steakhäusern – und für viele auch das beste. Eine ausführlichere Bewertung habe ich hier geschrieben, dort sind auch weitere Infos zu finden. Gut gelegen in Bonn Poppelsdorf.
  • El Toro Perdido (Alte Schmiede)
    Ehemalige Mitarbeiter des El-Tarascon haben dieses Steakhaus in Plittersdorf eröffnet. Man sitzt sehr schön im historischen Ambiente. Leider kann der Service nicht immer überzeugen. Die Fleischqualität ist gut, die Beilagen könnten teilweise zuverlässiger zubereitet sein.
    (Turmstraße 13, 53175 Bonn)
  • House of Steaks
    Das House of Steaks findet man in Bonn Bad-Godesberg. Leider etwas in die Jahre gekommen.
    (Koblenzer Str. 5, 53177 Bonn)
  • Maredo
    Direkt in der Bonner Innenstadt nahe am Bonner Münster. Das Maredo ist zwar eine Kette, liefert aber solide Qualität. Gutes Salatbuffet, günstige Mittagsangebote.
    (Wesselstraße 5, Bonn Zentrum)

Andere Restaurants in Bonn, die gute Steaks anbieten

Zugegeben, in fast jedem Restaurant oder Gasthaus gibt es Steak auf der Karte. Hier wollen wir Restaurants listen, bei denen es besonders gute Steaks und interessante Fleischzuschnitte gibt.

Dieser Artikel ist in Arbeit.

Stand: 20. Februar 2017

Mein Abendessen: Döner beim Uni-Grill in Bonn – Nostalgie pur

doener-uni-grill

Ich hatte heute Abend in der Bonner Innenstadt zu tun – und plötzlich erinnerte ich mich an den guten alten Uni Grill. Ein Heißhunger auf den Döner dort stellte sich ein.

Früher habe ich ihn immer so geordert: Dünnes Fladenbrot, wenig Zwiebeln, viel grüner Salat, viel Minze, viel Petersilie, eingelegter Rettich, Fleisch und etwas scharfe Sauce.

Und genau so habe ich dann heute auch bestellt.

Ich glaube, es sind auch immer noch die gleichen Leute, die den Döner dort vor sieben und vor 20 Jahren gemacht haben. Und wie vor sieben und schon vor 20 Jahren stand ich an der Theke, habe den Döner gegessen, Ayran getrunken und in kostenlosen Bonner Szene Magazinen geblättert.

Manchmal steht die Zeit still. Und das ist schön.

Uni Grill
Am Neutor 8
Bonn Innestadt

Hans im Glück in Bonn Poppelsdorf – ein erster Eindruck

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Dort wo früher auf der Poppelsdorfer Clemens August Straße das Fellini war, ist jetzt ein “Hans im Glück” eingezogen. Für die, denen das nichts sagt eine Kurzvorstellung des Konzepts in Stichworten:

Franchisekette, Burger in allen Variationen – auch mit Hähnchenfleisch oder Veggie und Vegan, Salate, Pommes, Cocktails, freundlicher schneller Service, Birkenstämme (lassen Sie sich überraschen).

Offizielle Eröffnung war am 5. März 2016, da man mit dem Umbau aber schon vorher durch war, konnte man die Burgergriller schon zwei Tage vorher testen – was ich dann auch mit der Familie getan habe.

Wie gesagt, da es ein Franchise Konzept ist, gibt es erstmal keine Überraschungen. Die Einrichtung ist eine Mischung aus deutschem Birkenwald und USA. Und auch amerikanisch ist das Konzept, dass man vom sehr zahlreichen und sehr freundlichen Personal an den Tisch geführt wird. Dort ist die Karte auch nicht anders, als in den anderen Niederlassungen, so dass wir schnell bestellen konnten.

Der Tipp an sich ist die “Abendmahl” Kombination. Für 8 Euro Aufpreis zum Burger erhält man einen Cocktail sowie entweder Pommes Frites oder einen Beilagensalat. Da sonst die Cocktails schon um die 8 Euro liegen, ist das ein guter Deal. Zumindest für meine drei Begleitungen, die gerne süße Cocktails mögen (die Kinder natürlich alkoholfrei). Für mich ist da leider nichts dabei – wäre doch nur ein Martini auf der Karte…

Also muss ich normal bestellen und wähle das Fassbier – leider San Miguel. Das ist ein nettes Sommerbier, aber mir zu wässrig. Zudem passt es weder zum Konzept noch zu den Burgern. Ideal wäre eigentlich ein Augustiner, aber auch ein Eifel oder Sauerland Pils würden gut passen. Zur Not auch ein robusteres Kölsch wie z.B. Gaffel. San Miguel ist aber eine ganz klare Fehlentscheidung, die dringend überdacht werden sollte.

Wie gewohnt werden die Getränke und das Essen vom – ich kann es nicht genug betonen – sehr freundlichen Service schnell auf den Tisch gebracht.

Perfekte Pommes Frites, ein hervorragender Krautsalat, sehr gute Zutaten der Burger – leider in dem Fall nicht die Patties. Die wurden offensichtlich vorgegrillt und zur Seite gestellt, wodurch sie lauwarm und wässrig werden. Da ich das aber von anderen Hans im Glück Besuchen her anders kenne – nämlich frisch gegrillte hochwertige Burgerpatties –  gehe ich davon aus, dass es sich hier um Startschwierigkeiten handelt, die sicher bald im Griff sein werden. Ein zweiter Besuch in einigen Wochen wird es zeigen.

Ansonsten ist man – wie bei diesem Konzept auch wohl vorgesehen – recht schnell wieder raus, allerdings ohne sich gehetzt zu fühlen. Man kommt, bestellt, wird flott bedient, isst und trinkt und geht eben weiter.

So oder so: Hans im Glück ist für die Bonner Gastroszene eine Bereicherung; ich bin gespannt, welche Zielgruppe es sich an diesem Standort erarbeiten wird, wo man sonst doch eher lange Abende sitzt. Weiter frage ich mich, ob die Clemens August Straße für drei Burgerläden – Bonnanza ist schon da, Herr Lehmann soll bald folgen – nicht zu klein ist.

All das wird die Zeit zeigen.

Weitere Infos gibt es unter poppelsdorf.hansimglueck-burgergrill.de.

Poseidon in Bonn – der andere Grieche

griechisch-bonnLeider hat das Restaurant Poseidon seit dem 1. Mai 2014 geschlossen. Aber vielleicht lässt sich ja ein anderer griechischer Gastronom von den Ideen inspirieren…

Wer an griechische Küche in Deutschland denkt, wird als erstes und fast ausschließlich große Grillteller vor Augen haben. Dass es aber auch anders geht, beweist Alexandros Stogiannis im Restaurant Poseidon in Bonn Ippendorf.

Das Restaurant liegt direkt an der Ippendorfer Alle und verfügt auch über einen schönen Gastgarten, von dem man einen schönen Blick über das Melbtal hat – an heißen Sommertagen ein echter Geheimtipp. Im Restaurant selbst gibt es zwei Gasträume, von denen der vordere etwas dunkler gestaltet ist und auch über eine Theke verfügt, der hintere ist heller und präsentiert sich “typisch griechisch” in Blau und Weiß.

Wirft man einen Blick auf die Karte, hört es mit “typisch griechisch” aber auf: Statt den eingangs erwähnten großen Grilltellern findet man hier ganz überwiegend viele kleine Gerichte – “griechische Tapas” sozusagen, aus denen man sich dann sein Essen zusammenstellen kann.

So findet man kleine Hacksteaks im Auberginenmantel, Artischockenherzen in einer leichten Zitronensauce, Lammfilets, rote Beete mit Walnüssen, Calamares, dicke Bohnen in einer pikanten Tomatensauce, kurz gegrillte Pepperoni in Meersalz, Thunfisch-Salat aber natürlich auch Gyros und Bifteki und andere griechische Klassiker – aber auch diese kommen in kleinen appetitlichen Portionen auf den Tisch. Die Qualität der kleinen Gerichte ist dabei sehr gut, alles schmeckt frisch, ist überraschend leicht und gut gewürzt.

Kinder werden sehr freundlich behandelt und finden auf der wirklich vielfältigen Karte sicher etwas, was ihnen schmeckt – z.B. kleine gegrillte Schweineschnitzel und dazu dick geschnittene Pommes Frites, von denen die Eltern auch gerne welche nehmen. Überhaupt ist meine Empfehlung ins Poseidon mit Freunden zu gehen und ganz viele der kleinen Teller zu bestellen, damit man möglichst viel untereinander probieren kann.

An Getränken gibt es Früh Kölsch, Erdinger, Bitburger und eine ordentliche Weinauswahl, bei der auch zahlreiche griechische Gewächse nicht fehlen dürfen. Erfreulicherweise gibt es nach dem Essen auch noch den Ouzo aufs Haus – bekanntermaßen schätze ich so eine kleine Geste besonders.

Das Poseidon ist insgesamt nicht nur der “andere” Grieche sondern für meinen Geschmack auch ganz eindeutig der bessere. Wer in Bonn griechisch essen gehen will, sollte also auf jeden Fall einen Abstecher nach Ippendorf machen.

Kontakt und Infos:

Restaurant Poseidon
Ippendorfer Allee 89
53127 Bonn (Ippendorf)

+49 228 264 624

www.poseidon-bonn.de

Nächstgelegene Bushaltestelle: Ippendorfer Allee, Linien 602 und 603. Schön ist auch auch Spaziergang über den Kreuzberg von Poppelsdorf aus.

Bild: “Greek Stairs” (c) by artur84, freedigitalphotos.net