Kann man mit einem Blog reich werden?

Viele stellen sich die Frage, ob man mit einem Blog reich werden oder zumindest davon leben kann.

Aufschlussreich ist ein Blick auf Thema, Seitenzugriffe, Gesamteinnahmen und Einnahmen je 1.000 Seitenzugriffe einiger deutscher Blogs im Januar 2010. Alle diese Blogs haben ihre Einnahmen für den betreffenden Monat veröffentlicht. Die Daten habe ich im wesentlichen vom SIN-Blog (Selbständig im Netz), der auch gleichzeitig Spitzenreiter der folgenden Liste ist.

Thema PIs Einnahmen je 1.000 PIs
Selbständigkeit im Netz     180.919            3.533 €         19,53 €
Selbständigkeit       21.056               862 €         40,94 €
Gemischt/Technik       41.113               466 €         11,33 €
Sprachen lernen       12.000               401 €         33,42 €
Internet       13.279               250 €         18,83 €
Gemischt       28.151               249 €           8,85 €
Selbständigkeit im Netz          4.527               215 €         47,49 €
Internet       11.725               200 €         17,06 €
Boulevard       63.562               186 €           2,93 €
Handwerk       32.678               170 €           5,20 €
Sozialleistungen       40.000               161 €           4,03 €
Gemischt       24.339               157 €           6,45 €
Internet          7.136               149 €         20,88 €
Literatur       51.090               141 €           2,76 €
Internet          8.320               130 €         15,63 €
Ernährung       44.898                  59 €           1,31 €

Das Ergebnis des Spitzenreiters ist schon ganz ordentlich. Zieht man Kosten für Hosting und sonstige Spesen (alles in allem geschätzte 200 EUR/Monat) ab und rechnet man die Einkommenssteuer heraus, landet man bei 2.500 Euro/netto. Zu bedenken sind dazu noch freilich Krankenversicherung, Altersvorsorge und andere allfällige Versicherungen. Trotzdem: damit könnte man als Alleinstehender schon über die Runden kommen.

Als Haupternährer einer vierköpfigen Familie mit leicht gehobenem Standard sollte man als Blogger angesichts der Abzüge mindestens 6.000 Euro (exkl. MWSt.) aus Werbung etc. erlösen.

Die oben aufgeführten Blogs haben im Mittel abgerundet ca. 15 Euro je 1.000 Page Impressions im Monat erlöst – was schon ein sehr guter Wert ist. Um unter diesen Voraussetzungen auf 6.000 Euro zu kommen, braucht man also rund 400.000 PIs im Monat.

Fazit: es ist machbar, nur vom bloggen zu leben, es ist aber auch gleichzeitig ein sehr ambitioniertes Ziel.

Das Dschungelcamp: ein ganz persönlicher Rückblick

Den geneigten Lesern dieses Blogs, Freunden von mir auf facebook und followern bei twitter kann es nicht entgangen sein: Ich habe die aktuelle Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ mit Inbrunst verfolgt.

Und das nicht nur, weil ich der Überzeugung bin, dass sich im Dschungelcamp die sozialen Konflikte der Bundesrepublik wiederspiegeln (was zumindest diskutiert werden könnte). Nein, ich gebe zu, ich habe mich königlich amüsiert. Ohne großen Anspruch. Und Punkt.

Daneben haben meine Dschungel-Auswertungen dazu geführt, dass mein Blog erleben konnte, wie es ist, Traffic zu haben: bis zu 500 Besucher pro Tag gab es. Und auch bei meinem Freizeitprojekt konnte ich mich dank der Dschungeldiät über einige tausend zusätzliche Page-Impressions freuen.

Das Abenteuer Dschungel hat sich für mich also doppelt gelohnt. Bleibt also nur noch die Frage, was ich jetzt immer um 22:15h machen soll….

Beste Apps: WordPress für Android

Eine „must-have-App“ für jeden Blogger, der WordPress einsetzt: WordPress für Android. Mit der App kann man seine WordPress Blogs grundlegend verwalten, egal ob sie bei wordpress.com oder selbst gehosted werden.

Folgende Funktionen sind möglich:

  • Verwaltung der Kommentare
  • Bearbeiten und Erstellen von Seiten und Artikeln – dabei können sogar direkt Fotos und Videos in die Beiträge hochgeladen werden. Auch Geotagging wird unterstützt.
  • Außerdem ist ein Zugriff auf die Statistiken möglich.

Für die schnelle Blogpflege von unterwegs aus also genau die richtige App. Störend ist nur, dass manche Systemmeldungen unvollständig wird und dass immer nur „versucht“ wird („Es wird versucht, die Statistiken herunterzuladen“).

Noch zwei Tipps für den Praxiseinsatz:

  • Beim Einsatz mit wordpress.com-Blogs sind für Geotagging und Videounterstützung kleine Anpassungen nötig. Mehr Infos auf der WordPress for Android-Seite.
  • Ist der Upload eines neuen Beitrags z.B. aufgrund mangelnder Netzabdeckung gescheitert, scheint dieser zunächst verschwunden zu sein. Dann einfach die App verlassen, neu starten und wieder zu Artikeln oder Seiten gehen – voila, wieder da.

Hier der direkte Link für Google Goggles und andere Barcode-Reader:

wordpress-for-android

Traffic, Traffic, Traffic – dem Dschungelcamp sei Dank…

Mit der pointiert überspitzten Analyse des Themas Dschungelcamp lässt sich der Blog-Traffic erheblich steigern:

severint-stats

Die Krise der vierten Gewalt

Konstantin Neven DuMont stellt auf seinem Facebook-Profil die Frage, inwieweit der Journalismus seiner Rolle als "vierte Gewalt" noch gerecht wird. Tatsächlich kann man auch nach meinem Gefühl von einer Krise des investigativen Journalismus sprechen. Die Ursachen hierfür sind sicher vielfältig – hier einige kurze Gedanken zum Thema.

Im wesentlichen müssen vier Dinge zusammenkommen: Thema, Publikum, Geld und Qualität.

Schon beim Thema sehe ich das erste große Problem: ich glaube, dass Politik und Wirtschaft im großen und ganzen heute skandalfreier sind, als noch vor 20/30/40 Jahren. Zudem ist die Kommunikation der Institutionen heute professioneller und Probleme werden besser aufgegriffen. Des weiteren sind nahezu allen Bereichen Fakten und Hintergrundinformationen heute durch das Internet viel besser und für jedermann verfügbar, als in der Vergangenheit.

Zudem scheint mir das Publikum bei komplexen politischen Themen nicht mehr so interessiert zu sein, wie früher. Sicher, Stuttgart 21 und Castor sind Aufreger, werden aber von der breiten Masse eher oberflächlich und beiläufig aufgenommen. Die intensiv betroffenen Wutbürger informieren sich über andere Kanäle.

Damit wird es auch schwieriger, investigativen Journalismus zu monetarisieren. Stichworte sind rückläufige Werbeeinahmen im Print-Bereich und Kostenlos-Kultur im Internet. Jeder Verleger wird sich die Frage stellen müssen, wieviel hochwertigen Journalismus er sich leisten kann und will. Von möglichen Einflussnahmen der werbetreibenden Wirtschaft will ich gar nicht anfangen.

Letztlich müssen gerade bei investigativen Journalismus höchste Ansprüche an die Qualität gestellt werden. Ob diese angesichts des zunehmenden Zeit- und Kostendrucks immer erfüllt werden, vermag ich nicht zu beurteilen.

Dass sich anspruchsvoller Journalismus neuen Herausforderungen stellen muss, dürfte unbestritten sein.

Eine kurze Geschichte des Bloggens

geschichte-des-bloggens

Inzwischen sind Blogs Teil des digitalen Alltags. Doch das war nicht immer so…

Unabdingbare Voraussetzung war das Aufkommen des WWW 1991, da die vorigen Internet-Dienste (FTP, usenet…) und proprietären online-Services (BTX, Compuserve…) nicht zum “bloggen” taugten.

Meilensteine des Bloggens

Die ersten “online Tagebücher” kamen dementsprechend in den 1990er mit zunehmender Verbreitung des WWW auf. Hier einige wichtige Meilensteine aus der frühen Geschichte des Bloggens und zur Entstehung des Begriffs:

  • 1994 startet Justin Hall eine persönliche Website, die man heute wohl als “Blog” bezeichnen würde.
  • 1995 geht Jorn Barger mit seiner Website Robot Wisdom, auf der über seine persönliche Sicht verschiedener Themen berichtet.
  • 1996 wurde Xanga gestartet, eine Plattform, die das Führen eines online Tagebuchs ermöglichte – und die immer noch aktiv ist und sich inzwischen als “Blogging-Community” bezeichnet.
  • am 1. April 1997 startet Scripting News von David Winer; der älteste Blog im engeren Sinne, der heute (2010) noch aktiv ist.
  • 1997 nennen The Misantrophic Bitch und andere “Blogger” ihre Websites auch “zine” (von magazine).
  • am 17. Dezember 1997 beginnt Barger (s.o.) auf seiner Website mit täglichen Einträgen und nennt sie “Robot Wisdom Weblog” – der Grundbegriff ist geboren.
  • 1998 startet im Oktober mit OpenDiary die erste Blogger-Community.
  • im April oder Mai 1999 taucht zum ersten mal der Begriff “blog” auf der Website von Pete Merholz auf.
  • im August 1999 wird blogger.com gestartet.
  • 2001 startet Michel Valdrighi die Entwicklung einer PHP-Weblog Software namens b2/cafelog…
  • aus der ab 2003 WordPress hervorgeht. Entwickler ist Matthew Mullenweg.
  • 2004 erscheint die erste stabile Version von WordPress.
  • 2005 wird der Bloghosting Dienst wordpress.com gestartet.

Blogs heute

Spätestens seitdem sind Blogs ein Massenphänomen und es gibt auch viele neue einfachere Dienste, wie z.B. tumblr. Allein in Deutschland soll es derzeit (Stand Anfang 2016) mindestens 200.000 aktive Blogger geben.

Übrigens, die verschiedenen Begriffe (und deren Bestandteile), die für Blogs verwendet wurden, geben gute Aufschlüsse darüber, was ein Blog ist:

  • Diary (Tagebuch)
  • Zine (von Magazine)
  • WebLog (also ein Jorunal im Web)

Bonner Blogger

Übrigens, gerade Bonn hat eine sehr aktive Blogger Szene. Einen guten Überblick kann man sich hier verschaffen.

Was ist eigentlich ein Blog? Versuch einer Kurzdefinition.

Jetzt habe ich schon viele Beiträge geschrieben, wie man zum Blogger wird, ohne genau definiert zu haben, was ein Blog eigentlich ist… das soll jetzt nachgeholt werden.

Der Begriff kommt von WebLog – es handelt sich bei einem Blog also um eine Art, Logbuch, Tagebuch oder Journal, das im Internet geführt wird.

Typische Kennzeichen eines Blogs sind:

  • inhaltlich geht es meist um eine Person oder einen Themenkomplex
  • es gibt meist nur einen Autor
  • die persönliche Meinung des Autors steht meist im Vordergrund (mehr Meinung als Nachricht)
  • die Beiträge sind chronologisch aufgeführt und mit Datum versehen
  • es werden (mehr oder weniger) regelmäßig neue Beiträge geschrieben
  • Beiträge können (meist) kommentiert werden
  • neue Inhalte werden auch in einem RSS Feed zur Verfügung gestellt
  • neben Text können Bilder, Videos, und Ton im weitesten Sinne Bestandteil des Blogs sein; dies in unterschiedlicher Gewichtung.
  • der Blog ist in die “Blogosphäre” eingebunden: z.B. durch Verlinkung und Pingbacks.

Eine kurze Definition von “Blog” lautet meiner Meinung nach:

Ein Blog besteht aus zusammenhängenden, chronologisch aufgeführten online publizierten Inhalten in Journal- oder Tagebuchform.

Diese ist freilich weitgefasst und die Grenzen zu anderen online Publikationsformen sind fließend. Insbesondere die Abgrenzung zu Nachrichtenseiten ist oft schwierig. 

Man könnte also auch enger definieren:

Ein Blog ist ein abtrennbarer Bereich einer Website, der in chronologischer Form Beiträge eines oder mehrerer Autoren enthält, die einen Themenkomplex aus individuell geprägter Sicht behandeln.

Letztlich dürfte aber die folgende Definition die treffendste sein:

Ein Blog ist eine Website mit chronologischen Inhalten, die als Blog bezeichnet wird.

…ganz im Sinne von ”Kunst ist, was Kunst sein will”.

Strategisch zum eigenen Blog Thema

Dieser Artikel widmet sich an angehende Blogger, die noch kein eigenes Thema gefunden haben und mit ihrem angehenden Blog Geld verdienen und/oder sich profilieren wollen. Zur Erinnerung: gerade dann ist es wichtig, sich auf einen Themenbereich zu fokussieren.

Grundsätzlich ist es am besten, wenn man sich für sein Blog-Thema entscheidet, weil man dafür “brennt” und/oder diesbezüglicher Experte ist.

Doch was tun, wenn man so viele Interessen hat, dass man sich nicht für ein Thema entscheiden kann? Dann müssen Sie zunächst abwägen, was Ihnen wirklich wichtig ist:

  • Leidenschaft
  • Ruhm
  • Geld

Hierzu ein Beispiel: Herr S. arbeitet als Steuerberater und kennt sich gut mit Versicherungen und deren steuerrechtlichen Auswirkungen aus. Zudem ist er politisch sehr interessiert und sitzt für die Wählergemeinschaft seiner kleinen Stadt im Gemeinderat. Um zu entspannen, liest er amerikanische Gegenwartsliteratur. Seine Leidenschaft ist aber das Kochen, kaum ein Wochenende vergeht, an dem er nicht neue Rezepte ausprobiert und Freunde und Familie bekocht.

Ist ihm die Leidenschaft am wichtigsten, entscheidet er sich also für einen Blog rund ums Thema kochen und berichtet über seine neuesten Rezepte. Herr S. ist glücklich, dass er seine Ideen verbreiten kann und freut sich, wenn ein anderer Koch-Blog hin und wieder lobend auf seine Rezepte verweist.

Ist möglicher Ruhm seine Antriebsfeder, wird er einen Blog rund um seine Stadt starten. Er wird von seiner politischen Arbeit im Gemeinderat berichten, die Stadtgeschichte erzählen, Vereinen die Möglichkeit bieten, sich und ihre Termine vorzustellen – kurzum, sein Blog wird die online-Anlaufstelle der Wahl, wenn es um das kleine Städtchen geht. Sein Blog bekommt mehr und mehr Besucher, er wird Ehrenmitglied in jedem Verein, bekommt auf jedem Stadtfest Freibier, jeder kennt und mag ihn und schließlich wird Herr S. Bürgermeister.

Geht es ihm hingegen ums Geld, wird er einen Blog über Finanzen schreiben. Hier kennt sich Herr S. gut aus und mit einem guten Finanzblog lässt sich viel Geld verdienen (wobei man bei diesem Thema zunächst einen langen Atem haben muss).

Ein Kompromiss könnte schließlich ein Blog über amerikanische Gegenwartsliteratur sein: das Thema interessiert Herrn S., dank Amazon kann er damit sogar etwas Geld verdienen und wenn er nachhaltig lange hochwertige Rezensionen schreibt, wird er vielleicht in der Blogosphäre ein bisschen berühmt.

Sie müssen sich also nur selbst fragen, welche der drei Antriebsfedern Ihnen wirklich wichtig ist. Wie aber können Sie das jeweilige Potential eines Themas erschließen?

Am einfachsten ist das bei der Leidenschaft: Setzen Sie sich hin und fangen Sie an, über Ihr Thema zu schreiben. Sie können gar nicht mehr aufhören? Dann machen Sie weiter…

Schwieriger wird es beim Ruhm. Hier müssen zwei große Felder zusammenpassen: Sie müssen richtig gut sein und es darf keine zu starke Konkurrenz geben. Schätzen Sie sich selbst kritisch ein, ob Sie dem Netz etwas geben können, was es so in dieser Form und/oder Qualität noch nicht gibt. Schauen Sie dabei genau hin, was es schon gibt: suchen Sie über Google und dort speziell über die Blogsuche.

Gleiches gilt beim Geld – wie sieht Ihre Konkurrenz aus, wie viele Konkurrenten gibt es und was können Sie besser als diese? Hier kommt aber noch dazu, wie gut sich das Thema zu Geld machen lässt. Bei einem Blog über Smartphones ist das sicher einfacher als bei einem über die heimischen Vogelwelt… andererseits wird es bei den Vögeln nicht so viel Konkurrenz geben. Ein erstes Anzeichen für das Vermarktungspotential ist, ob und wenn ja wie viele Adwords Anzeigen bei der Suche nach dem Thema geschaltet werden (das sind die kleinen hervorgehobenen Anzeigen bei der Google Suche, die ganz unten oder rechts stehen).

In Zukunft werde ich immer wieder einzelne Themen hinsichtlich ihres Potentials vorstellen.

Aber einige Denkanstöße zur Themenfindung konnte ich vielleicht schon mit diesem Artikel geben.

Das richtige Thema für Blogger aus Leidenschaft

Dieser Artikel widmet sich nur an angehende Blogger, die die Frage, ob sie mit ihrem Blog Geld verdienen wollen mit “Ja” oder zumindest “Vielleicht” beantworten können.

Und sie müssen sich ja für ein Thema entscheiden – ein Blog, der vermarktet werden soll, muss eine klare Ausrichtung haben.

Einfach ist die Entscheidung für Blogger, die sich berufen fühlen, über eine Ihrer Leidenschaften zu berichten: Ob Koi-Zucht, Kochen, Radeln, Modelleisenbahnen, Marathon – schreiben Sie über das, was Sie ohnehin in Ihrer Freizeit interessiert.

Das gleiche gilt, wenn Sie in einem bestimmten Bereich Experte sind: keiner kennt EXCEL so gut wie Sie? Sie sind Experte für B-Movies der 1950er Jahre? SEO ist Ihr Spitzname? Bloggen Sie darüber! Bedenken Sie aber immer, welche Wirkungen das in Ihrem sozialen Umfeld haben kann. Auch wenn Sie profunder Kenner der Frühwerke von Michaela Schaffrath sind – darüber bloggen sollten Sie vielleicht nicht unbedingt.

Ihre Arbeit ist Hobby? Kein Problem: so wird ein recht erfolgreicher Blog von einer Apothekerin aus der Schweiz geschrieben, die über ihre Apotheke und die Vereinbarkeit mit ihrem Familienleben schreibt. Lesenswert. Ebenso der Edekaner.

Als angestellter Arbeitnehmer sollten Sie aber vorsichtig sein, dass Sie keine Betriebsgeheimnisse verraten und sich auch sonst nicht den Zorn Ihres Vorgesetzten und Ihrer Kollegen zuziehen: Beiträge wie “Der Chef stinkt heute zur Abwechslung nicht nach Jack Daniels sondern nach Chantre und hat sich von den Lieferanten wie üblich übern Tisch ziehen lassen.” oder “Die alte Meier aus der Buchhaltung müsste auch mal wieder dringend duschen, war das letzte mal wohl vorm Krieg.” machen sich nicht unbedingt gut.

Sie haben zu viele Leidenschaften? Dann gehen Sie strategisch an die Entscheidung: was bringt Geld und Ruhm – und entscheiden sich für das Thema, das einerseits gut monetarisierbar ist, andererseits noch nicht zu hart umkämpft ist.

Das richtige Blog-Thema: Fokussieren Sie sich

Über die verschiedenen Bloggertypen habe ich etwas überspitzt schon geschrieben. Wenn Sie den Artikel noch nicht gelesen haben, sollten Sie das nachholen und sich ehrlich einordnen. Und Sie sollten über eine weitere Sache nachdenken: will ich mit meinem Blog irgendwann Geld verdienen? (Diese Frage werden Sie sich übrigens noch öfter stellen müssen.)

Wenn Sie diese wirklich kategorisch ablehnen und Geld verdienen im Internet aus religiösen oder anderen ethischen Gründen ablehnen, müssen Sie sich über das Thema keine so großen Gedanken machen. Schreiben Sie, worüber Sie wollen – das soll jetzt nicht abwertend klingen: transportieren Sie Ihre Leidenschaft, teilen Sie Ihren Standpunkt mit, machen Sie sich keine Gedanken über mögliche Konsequenzen – zumindest nicht in Hinblick auf die Monetarisierung Ihres Blogs. Sie sind frei – ein schönes Gefühl.

Wenn Sie aber mit „Vielleicht“ oder gar einem klaren „Ja“ antworten, sollten Sie sich über das Thema Ihres Blogs mehr Gedanken machen. Hierzu einige Denkanstöße.

Zunächst sollten Sie sich bei einem Blog, mit dem Sie Geld verdienen wollen, auf ein Thema festlegen. So kann es auch sinnvoll sein, zwei Blogs zu führen (mehr schaffen Sie nur, wenn Sie sonst nichts oder nur wenig arbeiten – Ausnahmen bestätigen die Regel).

Hierzu gleich ein konkretes Beispiel: Bei meinem (ehemaligen) Blogprojekt umstellung.info geht es um die Umstellung der eigenen Lebensgewohnheiten mit einem Schwerpunkt auf Ernährungsumstellung. Auf der einen Seite behandle ich damit ein Thema, das mich sehr interessiert und bei dem ich andererseits die Möglichkeit sehe, langfristig Werbeerlöse zu erzielen. Eine ideale Ausgangsbasis. Was umstellung.info anging, warich also “Profiblogger”. Dementsprechend fokussiere ich mich auf diesen Themenbereich. Ein Artikel über die verschiedene Bloggertypen oder über meine schnelle Meinung zu Apple hätten dort einfach nicht in den Kontext passen – haben aber hier bei severint.net ihren Platz gefunden. Hier bin ich “Selbstdarsteller” und schreibe über alles, was mich interessiert: von Medien, Vorlieben, viel Web 2.0 (schließlich muss ich ja zeigen, was für ein toller Hecht ich bin) und sogar Politik oder provozierende Ansichten. Zwar ist auch hier Werbung eingebunden, diese ist aber nur ein reines Experiment. Wenn ich damit einen kleinen Teil der Hostingkosten hereinbekomme, bin ich schon glücklich. Beide Blogs haben also eine völlig andere Ausrichtung und eine Vermischung wäre fatal.

Ein zweites Beispiel. Nehmen wir an, Ihr Hobby ist die Koi-Zucht – worüber Sie in Ihrem privaten Blog schreiben. Irgendwann ist Ihr Blog ganz vorne bei Google zu finden, wenn nach den japanischen Fischen gesucht wird. Und so etwas weckt Begehrlichkeiten – Deutschlands führender Koi-Importeur will Ihren Blog kaufen. Blöd wenn zwischen den Artikeln über Hikarimoyomono und Utsurimono über das letzte Kindergartenfest und Ihre Vorliebe für “DIE LINKE” berichtet wird. Nicht schön: 15.000 Euro in den Wind geschossen.

Wenn Sie also mit Ihrem Blog Geld verdienen wollen, sollten Sie sich im Vorhinein genaue Gedanken über die Themenbreite machen, die Sie abdecken wollen.

Dieser Artikel wurde am 29.06.2016 aktualisiert!