10 Fakten zum 15. September

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  1. Es ist Tag der Demokratie. Ein guter Anlass, darüber nachzudenken, dass Demokratie nur funktioniert, wenn wir alle mitmachen.
    Großbritannien begeht den „Battle of Britain Day“: Am 15. September 1940 erringt die Royal Air Force in der Luftschlacht um England (Battle of Britain) gegen Nazi-Deutschland so entscheidende Siege, dass der Tag in Großbritannien als Ende derselben angesehen wird.
    Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua feiern heute jeweils ihren Nationalfeiertag. Anlass ist immer der gleiche – die 1821 erlangte Unabhängigkeit von Spanien.
    Dolores, Melitta und Roland haben heute Namenstag.
  2. Mit der Eröffnung der Strecke Liverpool–Manchester im Jahr 1830 beginnt das Zeitalter der Nutzung der Eisenbahn. Der Politiker William Huskisson wird dabei von der Lokomotive „The Rocket“ erfasst und tödlich verletzt, womit er das erste prominente Todesopfer des Eisenbahnbetriebs ist. Am gleichen Tag im Jahr 1865 wird P. T. Barnums berühmter Zirkuselefant Jumbo beim Umladen in St. Thomas (Ontario) von einer Lokomotive erfasst, wobei der Elefant und der Lokomotivführer sterben. Und wo wir schon bei der Eisenbahn sind: 1998 wird an diesem Tag die ICE-Strecke Hannover–Berlin in Betrieb genommen.
  3. Der Films „Die Drei von der Tankstelle“ mit Heinz Rühmann hat 1930 in Berlin Premiere.
  4. 1939 wird der erste deutsche Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, August Dickmann, im Lager Sachsenhausen hingerichtet.
  5. Konrad Adenauer wird 1949 vom Deutschen Bundestag im ersten Wahlgang mit einer Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.
  6. Keine Experimente – 1957 erreicht die CDU unter Konrad Adenauers zusammen mit der CSU die absolute Mehrheit. Bei eine Wahlbeteiligung von 87,8% sind die Ergebnisse wie folgt:
    CDU/CSU: 50,2%
    SPD: 31,8%
    FDP: 7,7%
    (GB/BHE): 4,6%
    DP: 3,4%
    DRP: 1%
    FU: 0,9%
    BdB: 0,2%
    Mittelstand: 0,1%
    SSW: 0,1%
    DG: 0,1%
    VU: 0,1%
  7. 1981 vollübt das RAF-Kommando „Gudrun Ensslin“ unter Christian Klar einen Panzerfaustanschlag auf den Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, General Kroesen. Der General und drei weitere Personen werden verletzt.
  8. Google geht 1997 online.
  9. William Howard Taft wird 1857 geboren.
  10. Agatha Christie kommt 1890 auf die Welt.

Bild: By CDU [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

10 Fakten zum 6. September

  1. Heute ist Magnustag. Der heilige Magnus lebte im 8. Jahrhundert als Einsiedler in Füssen und ist sagenhafter Gründer der Abtei St. Mang. Sein Bischofsstab, der Magnusstab, wurde lange zu Aussegnungen von Feldern gegen Schädlingsbefall verwendet. Daher wird der heute Tag auch „Abfraßtag“ genannt, da Magnus gegen das Abfressen der Ernte durch Mäuse, Raupen etc. helfen soll. Auch heute noch wird der heilige Magnus in Teilen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz sehr verehrt – so finden heute vielerorts Prozessionen statt.
    Bulgarien hat heute Nationalfeiertag: gefeiert wird die Vereinigung mit Ostrumelien und Swasiland feiert heute seit 1968 bestehende Unabhängigkeit von Großbritannien.
  2. 1888 wird die Flensburger Brauerei gegründet.
  3. Der Beschuss englischer und belgischer Städte, vor allem von London und Antwerpen, mit der V2-Rakete durch die deutsche Wehrmacht beginnt 1944. Alliierte Lufteinheiten bombardieren und zerstören am selben Tag zirka 80 Prozent der Stadt Emden. Die von den Deutschen besetzte Stadt Le Havre an der Seine wird durch einen alliierten Bombenangriff innerhalb weniger Stunden zu mehr als 50 Prozent zerstört.
  4. 1953 wurde der zweite Deutsche Bundestag gewählt. Die Ergebnisse:CDU/CSU: 45,2%
    SPD: 28,8%
    FDP: 9,5%
    GB/BHE: 5,9% (Gesamtdeutscher Block/Heimatvertriebene)
    DP: 3,3%
    KPD: 2,2%
    BP: 1,7%
    GVP: 1,2%
    DRP: 1,1%
    Zentrum: 0,8%
    DNS: 0,3%
    SSW: 0,2%
  5. 1972 findet während der Olympischen Spiele in München die Trauerfeier für die 12 Toten des Anschlags statt. Die Spiele werden am nächsten Tag fortgesetzt.
  6. Seit 1991 heißt St. Petersburg (Bild) wieder St. Petersburg und nicht mehr Leningrad.
  7. Diana „Di“ Spencer wird 1997 beerdigt. In London nehmen 3 Millionen Menschen an der Zeremonie teil, weltweit gibt es 2,5 Milliarden Fernsehzuschauer.
  8. Die deutsche Fußballnationalmannschaft erreicht 2006 den bislang höchsten Auswärtssieg ihrer Geschichte: mit 13:0 siegt sie gegen San-Marino.
  9. Jande Addams wird 1860 geboren.
  10. Hermann Pistor kommt 1875 auf die Welt.

Schlechter Sommer – und schuld ist nur die SPD?

1975 trällerte Rudi Carell sein Lied „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ und stellt darin fest, dass an dem schlechten Sommer doch wieder nur die SPD schuld sei. Auch dieses Jahr haben wir (zumindest so wie es bis jetzt aussieht), kein großes Glück mit dem Wetter – und die SPD ist mit in der Regierungsverantwortung.

Könnte das also der Grund für den schlechten Sommer 2014 sein? Ich habe daher einmal ausgewertet, wieviele Sonnenscheinstunden es im jeweiligen August – dem Sommermonat schlechthin – der Jahre 1951 bis 2013 in ganz Deutschland gab und ob die SPD in dieser Zeit in der Regierungsverantwortung war:

sonnenscheinstunden-august

Die Zahlen geben leider nicht viel her – in Sommern mit SPD Beteiligung gab es durchschnittlich 200 Sonnenstunden, ohne 201. Statistisch ist das nicht sonderlich signifikant.

Kommt es also darauf an, ob die SPD im jeweiligen Sommer auch den Kanzler stellte? Und siehe an, stellte die SPD den Kanzler, schien in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland etwas mehr die Sonne als unter CDU Regierungschefs, 205:200 (zumindest im August):

sonnenscheinstunden-spd-kanzler

Damit ist auch klar – eine „GroKo“ scheint nicht besonders sonnenscheinfreundlich zu sein, denn in den Augustmonaten, in denen wir von Union und SPD gemeinsam regiert wurden, schien im Schnitt nur 187 Stunden die Sonne, sonst 202 Stunden.

sonnenschein-groko

Oder sollte der Kanzler den größten Einfluss auf die Sonnenstunden haben? Auch hier sehen wir signifikante Unterschiede:

sonnenscheinstunden-kanzler

Sonnenkanzler schlechthin war Willy Brant, gefolgt von Gerhard Schröder und Helmut Kohl, die mit 217, 213 und 212 Stunden dicht zusammen liegen. Mit Abstand folgen gleichauf Helmut Schmidt und Angela Merkel, die es auf je 194 Sonnenstunden bringen. Konrad Adenauer folgt mit 192. Abgeschlagen sind Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger mit 186 bzw. 181 Sonnenscheinstunden. Vielleicht haben bestimmte Vorlieben von Willy Brandt („Ein guter Roter.“, Frauen), Gerhard Schröder („Flasche Bier.“, Frauen) und Helmut Kohl (Pfälzer Weißwein, Frauen) Einfluss auf die Sonne…

Zuletzt noch ein Blick darauf, welche Regierungskoalition uns die meisten Sonnenstunden beschert hat. Rot/Grün liegt hier mit 213 Stunden im August hauchdünn vor Schwarz/Gelb mit 212 Stunden. Rechte Parteien (DP, BHE) scheinen auch hier einen schlechten Einfluss zu haben.

sonnenschein-regierungsparteien

Den sonnigsten August gab es übrigens 2003 unter Gerhard Schröder (277 Stunden), am düstersten war es unter Angela Merkel im Jahre 2006 (133 Stunden).

Somit hatte Rudi Carell also nicht recht, ganz im Gegenteil. Aber da es so schön ist, hier nochmal das Video:

Anmerkungen:

  • Die Zahlen stammen vom DWD.
  • Die Sonnenscheinstunden wurden deutschlandweit erst seit 1951 erfasst, daher sind die beiden ersten Regierungsjahre von Konrad Adenauer nicht berücksichtigt.
  • Entsprechend dem Alleinvertretungsanspruch habe ich schon seit 1951 die gesamtdeutschen Zahlen berücksichtigt.
  • Hinsichtlich der Regierungsparteien habe ich danach entscheiden, welchen Parteien die Minister im jeweiligen August angehörten. Parteilose Minister wurden nicht berücksichtigt.