Der Lappen von Bettina Wulff

Der Lappen von Bettina Wulff ist weg.

Da fragt man sich, wer  – Christian oder der neue Freund. Ach  nein, es ist nur der Führerschein. Oder doch Christian?

Man weiß es nicht genau…

Bildquelle: Bild

Die Trennung der Bettina Wulff

Jetzt hat sich also Bettina Wulff von Ihrem Christian getrennt. Wirklich überraschend ist das nicht, kursieren doch schon seit Ende August 2012 Gerüchte, sie haben einen neuen Partner. So berichtet der Focus Anfang September 2012 zweideutig über vier Fotos von Bettina Wulff mit einem Mann im Strandkorb, die auf Sylt gemacht wurden. Und auch Qualitätsklatschmedien wie die neue Post berichteten schon im September über Bettinas Begleiter, ein Medienmann soll es gewesen sein. Ob dies schon der jetzige neue Partner war, wird die Zeit zeigen.

Jedenfalls bestätigen jetzt Journalisten auf twitter, dass Sie schon lange informiert waren:

Christian und Bettina Wulff: Offizielle Trennung! http://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/christian-bettina-wulff-trennung-27984824.bild.html … Angeber-Tweet: Ich wusste es seit dem 24.8.12. ;)
Quelle: Stephan Dörner auf twitter

So oder so – die Spekulationen werden nunmehr ein Ende haben. Und beide werden sich jetzt vielleicht denken, es wäre besser gewesen, sie hätten sich nie kennengelernt.

Unabhängig davon – halb Deutschland wird sich jetzt fragen: “Wer ist der neue Freund von Bettina Wulff?”

Die Affäre Wulff

Endlich ist es da – ein unabhängiges Buch zur “Affäre Wulff”. Geschrieben von den beiden Journalisten, die den Fall maßgeblich ins Rollen brachten.

Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch:

Affäre Wulff – Bundespräsident für 598 Tage – Die Geschichte eines Scheiterns

Die Konrad Adenauer Stiftung diskreditiert sich

Wie Medienberichten zu entnehmen ist, soll der ehemalige “Bundespräsident” Christian Wulff auf einer Veranstaltung der Konrad Adenauer (KAS) Stiftung vor 52 Integrationsbeauftragten und Islamvertretern über Ausländerpolitik sprechen.

Einmal abgesehen davon, dass Wulff zu diesem Thema wohl kaum etwas von wirklichem Belang beitragen kann – sein Satz “der Islam gehört zu Deutschland” hat die gleiche Qualität wie “Regen gehört zu Deutschland” – ist die Einladung mehr als unpassend.

Noch läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Wulff, zu ungeschickt war sein Verhalten rund um Ehrensold und Zapfenstreich, zu frisch ist das medienwirksame Vorgehen seiner Frau Bettina Wulff gegen Gerüchte, sie sei Prostituierte im Hannoveraner oder Berliner Rotlichtgewerbe gewesen.

Und mit ihrem Buch hat Frau Wulff auch noch gleich ungewollt gezeigt, welches geistige Niveau in der Familie Wulff zu herrschen scheint. Wenn hiergegen nun eingewandt wird, das sei ja ihr Buch und habe mit dem ehemaligen “Bundespräsidenten” nichts zu tun, so ist dagegen einzuwenden, dass er das Buch tatkräftig unterstützt haben soll.

Sollte sich herausstellen, dass Hans-Gert Pöttering tatsächlich Christian Wulff als Redner eingeladen haben sollte, so hat sich die Konrad Adenauer jedenfalls diskreditiert.

Und natürlich bleiben dann auch Fragen – z.B. nach Wulffs Honorar und wer die Übernachtung zahlt…

Die Veranstaltung soll übrigens in der “Villa La Collina” am Comer See in Cadenabbia (Italien) in einem ehemaligen Ferienhaus von Altbundeskanzler Konrad Adenauer stattfinden. Ein schönes Reiseziel.

Jenseits des Niveaus – ein Blick auf die Wulffs

Als Christian Wulff am 30. Juni 2010 zum Bundespräsidenten gewählt wurde, war ich entsetzt, da ihm Format und Intellekt für das Amt des Bundespräsidenten fehlten. Hier können Sie meine später geäußerten Gedanken zu Christian Wulff nachlesen.

Bettina Wulff belegt mit ihrer Biographie nun eindrucksvoll, dass alles noch viel schlimmer war.

Da wird geschildert, wie der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen ihr nachstieg wie ein Stelzbock – obgleich noch verheiratet. Gar nicht erst wissen will ich, dass man in Schloss Bellevue nachts “ja verdammt leise sein [muss], bei allem, was man so tut”, da “die Wände ja doch nicht so dick” sein könnten. Der Rücktritt ihres Mannes ist für sie ein “Event”, bei dem “der Drops schnell gelutscht” sein sollte. In diesem Stil ist das ganze Buch geschrieben.

Solche Sätze erwartet man vielleicht in den bei Großburgwedeler Friseuren ausliegenden Klatsch-Zeitschriften – nicht in der Biographie der Ehefrau eines ehemaligen Staatsoberhaupts.

Das allein ist aber nicht ausreichend, die nahezu allgemeine Empörung über Bettina Wulffs Geschreibe zu erklären.

Unstreitig dürfte sein, dass sich die Wulffs nicht so moralisch integer verhalten haben, wie man es von ihnen hätte erwarten dürfen. Für viele Menschen stehen sie für “Geiz-ist-Geil”, Mitnahme-Mentalität, Gier und Geltungssucht. Allein schon, dass Christian Wulff nicht auf den Ehrensold verzichtet hat.

Auch die jetzige PR-Kampagne passt in dieses Bild: Medienwirksame Klagen gegen Google und Jauch, gut vorbereitete Interviews und das plötzliche Erscheinen der Biographie – das wirkt doch alles sehr geplant.

Auch dass Sie gerade die Gerüchte um ihre angebliche Vergangenheit als Prostituierte als Aufhänger für diese PR-Kampagne nutzt, ist mehr als zweifelhaft. Dann die Gründung ihrer PR-Agentur. Ihren ersten Kunden hat sie natürlich über Beziehungen aus der Zeit ihres Mannes als niedersächsischer Ministerpräsident. Von dem distanziert sie sich dann aber gleich wieder in Interviews.

Die Empörung kann ich also verstehen. Denn all das ist nicht nur jenseits des Protokolls, sondern jenseits des Niveaus.

Liebe Wulffs – kassieren Sie von mir aus den Ehrensold. Aber bitte bleiben Sie in Großburgwedel und lassen Sie uns in Ruhe. Danke.

Wie Bettina Wullf an ihren ersten Mandanten – Ottobock – kam

Hier erklärt Bettina Wulff, wie sie an ihren ersten Mandanten – den Prothesen-Hersteller Ottobock -kam. Natürlich über Beziehungen aus der Amtszeit ihres Mannes als Ministerpräsident Niedersachsens.

B

Bettina Wulff hat es geschafft – man muss nur B bei Google eingeben und die Suchmaschine schlägt einem gleich den wahrscheinlichsten Suchbegriff vor: “Bettina Wulff Prostituierte”.

Glückwunsch Frau Wulff und Herr Lehr!

Google Suchvolumen nach Bettina Wulff und Prostituierte

Ob es das war, was Bettina Wulff und Gernot Lehr beabsichtigt haben? Das Suchvolumen nach “Bettina Wulff” ist explodiert, wie die obere Auswertung zeigt.

Und gleichzeitig wird in Deutschland fast so häufig nach “Bettina Wulff Prostituierte” gesucht wie nach “Prostituierte” allein.

Bettina Wulff machts mit jedem, äh alles

Quelle: PR-Report

Das Eigentor der Bettina Wulff

Es hätte alles so schön sein können für Bettina Wulff: Reichlich Ehrensold, nebenher ein bisschen Charity, die Biographie, in der man die eigene Sicht der Dinge darstellt und dann der Form halber noch eine PR Agentur, damit niemand behaupten kann, man liege mit Ende 30 nur dem Staat auf der Tasche.

Doch plötzlich sind sie wieder in aller Munde – die Gerüchte, Bettina Wulff habe einmal als Prostituierte gearbeitet. Das Thema war schon einmal zum Höhepunkt der Wulff-Krise in den Medien, verpuffte damals aber recht schnell. Mehr als eine Randnotiz war es nie.

Es wäre wohl auch nicht mehr hochgekommen, hätte Frau Wulff sich nicht entschlossen, gegen dieses Gerücht vorzugehen. Zuerst ging alles ruhig vonstatten. Einstweilige Verfügungen wurden gegen zahlreiche Blogs und renommierte Medien erwirkt, die sich anscheinend allesamt verpflichtet haben, die entsprechende Berichterstattung einzustellen. Doch zwei Klagen führten jetzt dazu, dass es Bettina Wulff als Breaking News wieder in die Schlagzeilen geschafft hat – die gegen Jauch und die gegen Google. Nachlesen kann man das alles in Ruhe z.B. bei der Welt oder der FAZ und muss hier nicht nochmals wiederholt werden. Schon geschrieben habe ich auch, dass ich es unfassbar fände, sollte die Wulff mit ihrer Klage gegen Google durchkommen,

Sicher ist, dass Bettina Wulff sich mit diesen beiden Klagen ein Eigentor geschossen hat.

Die Gerüchte waren eine Randnotiz, entsprechende Texte fanden sich vornehmlich in Verschwörungsblogs oder Gerüchteseiten. Alles in allem vernachlässigenbar.

Gut, es ist ärgerlich, wenn Google bei der Eingabe des eigenen Namens weitere Suchvorschläge wie “Prostituierte” oder “Escort” macht. Doch das Problem hätte sich mit der Zeit von selbst gelöst oder hätte sich mit wenig Aufwand schnell lösen lassen.

Aber jetzt schreiben alle großen und kleinen Nachrichtenseiten und Blogs über Bettina Wulff – und in diesem Zusammenhang auch über die Begriffe Prostituierte und Escort. Spätestens jetzt hat jeder von den Gerüchten gehört. Und wenn man derzeit bei der Google Bildersuche “Escort Dame” eingibt, wird man von Bettina Wulff-Bildern erschlagen. Barbra Streisand Effekt eben.

Dass Bettina Wulff und ihr Anwalt Gernot Lehr das beabsichtigt haben, halte ich dann auch für unwahrscheinlich…

Doch damit zeigt sich einmal mehr, dass Juristen in der PR-Krise schlechte Berater sind -und selbsternannte PR-Beraterinnen auch nicht zwingend etwas von ihrem Handwerk verstehen müssen…

Oder aber ihr Image ist ihr zunächst egal und sie hofft einfach auf steigende Verkäufe ihrer Biographie – und darauf, dass später das Mitleid überwiegt.