Überblick: Bezeichnungen der Generationen

Überblick der gängigen Bezeichnungen

Hier in der Grafik finden Sie einen groben Überblick der zeitlichen Einordnung der soziologischen Generationenbezeichnungen:

  • Lost Generation ~ 1880 bis 1900
  • Greatest Generation ~1901 bis 1927
  • Silent Generation ~ 1928 bis 1945 (in Deutschland bis ca. 1954)
  • Baby Boomer ~1946 bis 1964 (in Deutschland ab ca. 1955 und etwas länger, bis Ende der 1960er)
  • Generation X ~ 1965 bis 1980
  • Millennials ~1981 bis 1996
  • Generation Z ~ 1997 bis ca. 2010
  • Generation Alpha ~ 2010 bis …
  • Generation C (Vorschlag für die ab 2020 geborenen)

Die Bezeichnungen werden im wesentlichen für die westlichen Staaten verwendet. Je nach Staat und Definition ergeben sich jedoch Unterschiede, so dass ich hier mit ca. Angaben arbeite.

Lost Generation

Als „Lost Generation“ (Verlorene Generation) werden diejenigen bezeichnet, die im 1. Weltkrieg gekämpft haben, bzw. in dieser Zeit jung waren. Meist werden die Jahrgänge 1880 bis 1900 als dieser Generation zugehörig betrachtet. Den Begriff hat Gertrude Stein geprägt. Es gibt keine Überlebenden mehr aus dieser Generation.

Greatest Generation

Der Begriff der „Greatest Generation“ ist in Deutschland nicht sehr gebräuchlich, bezeichnet er doch diejenigen, die im zweiten Weltkrieg aktiv waren. Üblicherweise rechnet man diesen die Geburtenjahrgänge 1900 bis Mitte der 1920er Jahre zu. In den USA werden diese auch die „GI Generation“ genannt, ebenso wie „World War II Generation“. In Deutschland spricht man oft von der Kriegsgeneration.

Silent Generation

Die Silent Generation, auch Traditionalisten genannt, umfasst je nach Definition die Jahrgänge ca. 1928–1945 (manchmal bis 1955, insbesondere in Deutschland). Der Name leitet sich von ihrer politisch eher zurückhaltenden Haltung ab, da sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aufwuchs und durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre geprägt wurde. Anders als die rebellischen Babyboomer neigte diese Generation zu Loyalität gegenüber Arbeitgebern und gesellschaftlicher Stabilität.

Baby Boomer

Bei dieser Generation gibt es auch in den westlichen Staaten hinsichtlich der Einordnung größere Unterschiede. So begann der Babyboom z.B. in den USA unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, in Westdeutschland aber erst mit dem Beginn des Wirtschaftswunders, also Mitte der 1950er Jahre. Ein einheitlicher Einschnitt war dann wieder der „Pillenknick“, der im Westen ca. 1965 einsetzte, in den USA ziemlich genau dann, in Westdeutschland etwas verzögert.

Weitere Bezeichnungen für diese Generation ist „Generation Me“ oder „Me Generation“, da diese sehr stark auf sich selbst fokussiert sein soll. Eine neutralere Bezeichnung ist „Generation W“.

Zur Bedeutung von „OK Boomer“ finden Sie hier mehr.

Generation X

Die Generation X (ca. 1965–1980) wuchs in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels, wirtschaftlicher Unsicherheiten und technologischer Fortschritte auf. Geprägt von Scheidungsraten, der Ölkrise und dem Kalten Krieg entwickelte sie eine unabhängige, pragmatische und oft skeptische Haltung gegenüber Autoritäten. Anders als die Babyboomer strebt sie weniger nach Prestige, sondern nach Work-Life-Balance und persönlicher Erfüllung. Als erste „digital immigrant“-Generation erlebte sie den Übergang von analogen zu digitalen Technologien hautnah. In der Arbeitswelt gilt sie als flexibel, selbstständig und oft kritisch gegenüber Hierarchien.

Millennials

Die Millennials (auch Generation Y) umfassen die Geburtsjahrgänge ca. 1981–1996 und wurden stark von der Digitalisierung und Globalisierung geprägt. Sie sind die ersten, die mit dem Internet aufwuchsen, was ihren Informationskonsum und ihre Arbeitsweise maßgeblich beeinflusst.

Der Name Generation Y ergibt sich als Wortspiel aus dem englischen „Why?“ – da sie als fragende und nach Sinn suchende Generation gilt. In Deutschland wird der Begriff „Generation Me“ manchmal auch auf Millennials angewandt, obwohl er ursprünglich für die Babyboomer genutzt wurde.

Generation Z

Die Generation Z (ca. 1997–2012) ist die erste vollständig digital aufgewachsene Generation und wurde von Social Media, Smartphones und globalen Krisen geprägt. Sie legt großen Wert auf Diversität, mentale Gesundheit und Work-Life-Balance, während traditionelle Karrierewege und Hierarchien für sie oft weniger relevant sind. Im Gegensatz zur Generation X ist sie weniger skeptisch gegenüber Institutionen, fordert aber Transparenz und gesellschaftliche Verantwortung ein. Ihre Kommunikation ist schnelllebig, visuell geprägt und oft durch Memes oder kurze Videos vermittelt. In der Arbeitswelt sucht sie nach Sinnhaftigkeit, Flexibilität und einer klaren Trennung zwischen Beruf und Privatleben.

Generation Alpha

Auf die Generation Z folgt die Generation Alpha, die ungefähr ab 2013 bis ca. 2025 geboren wird. Sie ist die erste Generation, die vollständig in einer Welt mit Künstlicher Intelligenz, Sprachassistenten und autonomer Technologie aufwächst. Ihre Kindheit ist stark von Digitalisierung, interaktiven Lernmethoden und sozialer Vernetzung geprägt, oft mit einem intensiven Medienkonsum über Tablets und smarte Geräte. Experten erwarten, dass sie eine noch stärkere Anpassungsfähigkeit, kürzere Aufmerksamkeitsspannen und eine ausgeprägte Fähigkeit zur Informationsverarbeitung entwickeln wird. In der Arbeitswelt könnten sie durch eine enge Verzahnung von Mensch und Maschine sowie lebenslanges Lernen geprägt sein.

Generation C

Für die ab 2020 geborenen Menschen wird schon jetzt die Bezeichnung Generation C vorgeschlagen, da es die erste Corona Generation ist.