Dokumentiert: Eine Stellungnahme zur Atomkriegsführung (Russell-Einstein-Manifest)

Das sog. Russell-Einstein Manifest wurde maßgeblich von Bertrand Russell verfasst und neben ihm von 10 weiteren Wissenschaftlern unterzeichnet. Am 9. Juli 1955 wurde es veröffentlicht.

Beiliegend überreiche ich Ihnen eine von einigen der angesehensten wissenschaftlichen Autoritäten unterzeichnete Stellungnahme zur nuklearen Kriegsführung. Es wird auf das absolute und nicht wieder gut zu machende Unglück, das mit einer solchen Kriegsführung verknüpft sein würde,, besonders hingewiesen. Es ergibt sich die Notwendigkeit, irgendeinen anderen Weg zu finden, auf welchem internationale Streitigkeiten beigelegt werden können. Ich hoffe zutiefst, das Sie sich öffentlich zu diesem Problem äußern werden. Es ist das ernsteste von allen, vor welche die Menschheit jemals gestellt worden ist.

Ihr ergebener Bertrand Russell

Angesichts der tragischen Situation, welcher die Menschheit gegenwärtig gegenübersteht, meinen wir, daß sich die Wissenschaftler zur Aussprache zusammenfinden sollten, um die Gefahren, welche aufgrund der Entwicklung der Massenvernichtungsmittel entstanden sind, abzuschätzen, und um über eine Resolution im Sinne des am Ende stehenden Entwurfs zu diskutieren.

Wir sprechen hier nicht als Angehörige dieser oder jener Nation, dieses oder jenes Erdteils oder dieses oder jenes Glaubensbekenntnisses, sondern als menschliche Wesen, als Angehörige der Spezies Mensch, deren weitere Existenz zweifelhaft geworden ist. Die Welt ist voller Streitigkeiten und der titanische Kampf zwischen Kommunismus und Antikommunismus überschattet alle kleineren Konflikte.

Fast jedermann mit politischem Bewußtsein hegt feste Ansichten über eine oder mehrere dieser Streitfragen. Aber wir bitten inständig darum, derartige Meinungen zurückzustellen und sich lediglich als Mitglied einer biologischen Art zu betrachten, die eine beachtliche Geschichte hinter sich hat und deren Untergang keiner von uns wünschen kann.

Wir wollen versuchen, nicht ein einziges Wort auszusprechen, das bei einer Partei mehr Anklang finden würde als bei einer anderen. Alle schweben in gleichem Maße in Gefahr; und wenn erst die Gefahr erkannt worden ist, besteht die Hoffnung, daß . man sie gemeinsam abwenden kann.

Wir müssen lernen, auf neue Art zu denken. Wir sollten nicht mehr danach fragen, welche Mittel und Wege dem militärischen Siege der von uns bevorzugten Partei offen stehen. Solche Möglichkeiten gibt es nämlich gar nicht mehr. Vielmehr stehen wir vor der Frage, auf welche Weise eine militärische Auseinandersetzung, deren Folgen für alle Beteiligten unheilvoll sind, verhindert werden kann.

Die allgemeine Öffentlichkeit und sogar viele Männer in führenden Stellungen haben. sich noch nicht vergegenwärtigt, was ein Krieg mit Kernbomben bedeuten, würde. Die Allgemeinheit, denkt hierbei,. immer noch an die Ausradierung von Städten. Man hat begriffen, daß die neuen Bomben noch stärker sind als die alten und daß während eine Atombombe seinerzeit Hiroshima vernichten konnte, nunmehr eine H-Bombe die größten Städte wie London, New York und Moskau dem Erdboden gleichmachen könnte.

Zweifellos würden in einem H-Bombenkrieg die großen. Städte verschwinden. Aber das wäre nur eines der kleineren Unglücke, die uns bevorstehen würden. Wenn in London, New York und Moskau alle bis auf den letzten Mann umgebracht werden würden, dann könnte sich die Welt im Lauf von ein paar Jahrhunderten von diesem Schlag erholen. Aber heute wissen wir, vor allem seit dem Bikini-Versuch, daß Kernbomben Verderben über ein viel größeres Gebiet allmählich ausbreiten können, als bisher vermutet worden war.

Aus zuverlässiger Quelle wird berichtet, daß man z. Zt. eine Bombe herstellen kann, welche 2500 mal so wirksam ist wie jene, welche Hiroshima zerstört – hat. Solch eine Bombe jagt radioaktive Teilchen in die
obere Atmosphäre, sofern sie in Bodennähe oder unter Wasser explodiert. Diese Teilchen sinken allmählich wieder herab und erreichen die Erdoberfläche in Gestalt tödlichen Staubes oder Regens. Mit derartigem Staub wurden seinerzeit die japanischen Fischer und ihr Fang infiziert.

Kein Mensch weiß, wie weit solche tödlichen radioaktiven Teilchen ausgestreut werden können, aber die hervorragendsten Fachleute erklären einmütig, daß es sehr gut möglich wäre, daß ein Krieg mit H-Bomben der menschlichen Rasse ein Ende setzt. Es ist zu befürchten, daß beim Einsatz vieler H-Bomben ein allgemeines Sterben anhebt – plötzlich und schnell nur für die Minderzahl, für die Majorität hingegen als qualvolle Krankheit und langsames Dahinwelken.

Viele Männer der Wissenschaft und Autoritäten der Kriegsführung haben gewarnt. Keiner von ihnen sagt, daß die übelsten Auswirkungen gewiß sind. Aber sie sagen, daß jene Folgen möglich sind, und daß niemand sicher sein könne, daß sie nicht eintreten werden. Wir haben bis jetzt nicht finden können, daß die diesbezüglichen Ansichten der Fachleute in irgend einer Weise von ihrer politischen Einstellung oder von anderen Vorurteilen abhängen. Vielmehr haben unsere Nachforschungen erwiesen, daß hierfür der Umfang der Sachkenntnis des einzelnen Fachmannes maßgeblich ist und daß diejenigen Männer, welche am meisten wissen, die ärgsten Befürchtungen haben.

Hier also liegt das Problem, nackt, furchtbar und unausweichlich: “Werden wir dem Menschengeschlecht den Untergang bereiten, oder wird die Menschheit auf Krieg verzichten?” Man mag der Frage nicht nähertreten, weil den Krieg abzuschaffen so schwierig sei. Die Beseitigung des Krieges wird unangenehme Einschränkungen der nationalen Souveränität verlangen. Was aber vielleicht mehr als alles andere ein Verständnis der Situation verhindert, liegt daran, daß das Wort “Menschheit” sich so unbestimmt und abstrakt anhört. Die Menschen stellen sich kaum vor, daß die Gefahr ihnen selbst, ihren Kindern und Großkindern und nicht bloß einer dunkel empfundenen Menschheit droht. Sie können es kaum begreifen, daß sie, jeder einzelne und all jene, die sie lieben, in der ungeheueren Gefahr schweben, auf qualvolle Weise umzukommen. Und so wiegen sie sich in der Hoffnung, daß es vielleicht doch zulässig sei, mit Kriegen fortzufahren, wenn die modernen Waffen verboten werden würden.

Diese Hoffnung aber ist eine Illusion. Was für Abmachungen über die Ausschaltung der H-Bombe auch in Friedenszeiten getroffen worden sind, sie würden in Kriegszeiten doch nicht als bindend angesehen werden. Auf beiden Seiten würde die Herstellung der- H-Bombe wieder aufgenommen werden, sobald der Krieg ausgebrochen ist. Denn wenn auf der einen Seite die Bombe hergestellt wird und auf der anderen nicht, dann wäre der Gegner mit den Bombers ‘unvermeidlich der Sieger.

Obgleich also ein Abkommen über den Verzicht auf Atomwaffen als Teil einer allgemeinen Abrüstung keine endgültige Lösung darstellen würde, so würde. es dennoch gewissen wichtigen Zwecken dienlich sein. Erstens hat jedes Übereinkommen zwischen Ost und West insoweit etwas Gutes an sich, als es zur Entspannung beiträgt. Zweitens würde die Abschaffung der thermonuklearen Waffen, sofern jeder von der ehrlichen Durchführung auf der anderen Seite überzeugt sein kann, die Furcht vor einem plötzlichen Angriff im Stile von Pearl Habour, welche gegenwärtig beide Seiten in einem Zustand nervöser Sorge hält, verringern. Wir würden daher ein solches Übereinkommen begrüßen, wenn auch nur als ersten Schritt.

Die meisten von uns denken nicht unparteiisch, aber als, Menschen müssen wir uns stets vor Augen halten: Wenn die Streitfragen zwischen Ost und West auf irgendeine Weise entschieden werden können, welche jeden Partner- weitgehend zufriedenstellen kann, sei er Kommunist oder Antikommunist, Asiate, Europäer oder Amerikaner, Weißer oder Schwarzer, dann dürfen diese Streitfragen keinesfalls durch Krieg entschieden werden. Es wäre zu wünschen, daß dieses, sowohl im Osten als auch im Westen eingesehen wird.

Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können? Wir wenden uns als Menschen an unsere Mitmenschen: Erinnert Euch Eures Menschseins und. vergeßt alles andere! Wenn Ihr das vermögt, dann öffnet sich der Weg zu einem neuen Paradies. Könnt Ihr es nicht, dann droht Euch allen der Tod.

Resolution

Angesichts der Tatsache, daß in einem künftigen Weltkrieg Kernwaffen bestimmt benutzt werden würden und daß derartige Waffen das Fortbestehen der Menschheit bedrohen, fordern wir die Regierungen, der ganzen Welt auf, einzusehen und öffentlich einzugestehen, daß ein Weltkrieg ihren Zielen nicht förderlich sein kann. Weiterhin fordern wir sie auf, friedliche Mittel aufzufinden, um alle Streitsachen zwischen sich zu schlichten.

Unterzeichnet von:

Max Born
Percy Williams Bridgman
Albert Einstein
Leopold Infeld
Frédéric Joliot-Curie
Hermann Joseph Muller
Linus Carl Pauling
Cecil Powell
Józef Rotblat
Bertrand Russell
Hideki Yukawa

10 Fakten zum 25. Oktober

  1. Taiwan gedenkt der Befreiung von der japanischen Besetzung. Außerdem ist heute Weltnudeltag, zu dem wir hier ein passendes Rezept haben.
    Daria hat Namenstag.
  2. Der fränkische Hausmeier Karl “der Hammer” Martell  stoppt 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers den Vormarsch der Araber nach Westen (Bild). Möglicherweise ist die Schlacht entscheidend dafür, dass Westeuropa seinerzeit nicht islamisch wird.
  3. Das Deutsche Reich und Italien schließen 1936 einen geheimen Freundschaftsvertrag, der die “Achse Berlin-Rom” begründet.
  4. Im Alter von 12 Jahren stirbt im Jahre 1955 Sadako Sasaki. Als 2-jährige überlebte sie den Atombombenabwurf von Hiroshima, erkrankte aber 1954 an Leukämie. Sie faltete daraufhin über 1.000 Papierkraniche, da nach einer japanischen Legende die Götter einem dann einen Wunsch erfüllten. Der Papierkranich ist seitdem Symbol gegen Atomwaffen.
  5. Adolf Hitler wird am 25. Oktober 1956 vom Amtsgericht Berchtesgaden für tot erklärt.
  6. Die USA legen 1962 im Rahmen der Kuba-Krise der UNO Fotos vor, die die sowjetischen Raketen auf Kuba zeigen. Es kommt zu einem legendären verbalen Schlagabtausch zwischen dem sowjetischen UNO-Botschafter Walerian Sorin und seinem US-Kollegen Adlai Stevenson:
    Stevenson: “Ja oder Nein? Warten Sie nicht auf die Übersetzung! Ja oder Nein?“
    Sorin: “Ich bin nicht in einem amerikanischen Gerichtssaal, Sir, und deshalb habe ich keine Lust, eine Frage zu beantworten, die mir gestellt wird, als stünde ich vor dem Staatsanwalt.”
    Stevenson: “Sie stehen hier vor dem Gerichtshof der Weltmeinung und Sie können antworten, mit Ja oder Nein. … Ich bin bereit, auf meine Antwort zu warten, bis die Hölle gefriert.”
    Später wird bekannt, dass Sorin nicht über die Stationierung der Raketen auf Kuba informiert war.
  7. Im Jahr 1971 wird mit der UN-Resolution 2758 die Volksrepublik China in die UNO aufgenommen und Taiwan ausgeschlossen.
  8. Udo Lindenberg tritt im Berliner Palast der Republik auftreten. Den Auftritt in der DDR hat er seinem Lied  “Sonderzug nach Pankow” zu verdanken, in dem es heißt:
    “Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow
    Ich muss mal eben dahin, mal eben nach Ost-Berlin
    Ich muss da was klären, mit eurem Oberindianer
    Ich bin ein Jodeltalent, und ich will da spielen mit ‘ner Band
    Ich hab’n Fläschchen Cognac mit, und das schmeckt sehr lecker
    Das schlürf’ ich dann ganz locker mit dem Erich Honecker
    Und ich sag’ ey, Honey, ich sing’ für wenig Money
    Im Republik-Palast, wenn ihr mich lasst”
  9. Karl Freiherr vom und zum Stein wird 1757 geboren.
  10. Pablo Picasso kommt 1881 auf die Welt.

10 Fakten zum 3. Oktober

tag-der-deutschen-einheit

  1. Heute ist Tag der Deutschen Einheit. Im Jahr 1990 wurde der Beitritt der Länder der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gültig. Der 3. Oktober wird neuer Nationalfeiertag. Mehr Fakten dazu gibt es hier.
    Südkorea feiert heute Gaecheonjeol, den legendären Gründungstag Koreas durch König Dangun am 3. Oktober 2333 v. Chr.
    Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat den heutigen Tag zum Tag der offenen Moschee erklärt. Im ganzen Land können heute Moscheen besichtigt werden.
    Ewald hat heute Namenstag.
  2. 1789 US-Präsident George Washington propagiert den ersten Thanksgiving Day und 1863 wird Thanksgiving von US-Präsident Abraham Lincoln als nationaler Feiertag der USA auf den vierten Donnerstag im November festgelegt.
  3. Eine von Peenemünde aus gestartete A4-/V2-Rakete erreicht 1942 eine Höhe von 84,5 Kilometern und gilt damit als das erste von Menschenhand gebaute Gerät, welches in den Weltraum vorgestoßen ist.
  4. Im Werdauer Oberschülerprozess verhängt das Landgericht Zwickau 1951 langjährige Haftstrafen gegen 19 Schüler, die in der DDR in Flugblättern zum Widerstand gegen das SED-Regime aufgerufen haben.
  5. Großbritannien zündet seine erste Atombombe 1952 vor der Küste Australiens.
  6. Willy Brandt wird 1957 Bürgermeister von Berlin.
  7. Der Berliner Fernsehturm wird 1969 eröffnet. Er ist heute eines der Wahrzeichen der Stadt.
  8. Die Wahlen zum 8. Deutschen Bundestag finden 1976 statt. Es erzielen bei einer Wahlbeteiligung von 90,7%:
    CDU/CSU: 48,6%
    SPD: 42,6%
    FDP: 7,9%
    Sonstige: 0,9%
    Auch wenn die SPD nicht mehr stärkste Fraktion ist, kann die sozialliberale Koalition fortgesetzt werden.
  9. Johann Heinrich Tischbein der Ältere kommt 1722 auf die Welt.
  10. Carl von Ossietzky wird 1889 geboren.

10 Fakten zum 9. August

  1. Singapur feiert heute seine 1965 erlangte Unabhängigkeit von Malaysia.
    Edith und Roman haben heute Namenstag.
  2. Heute im Jahr 1173 wird der Grundstein für den späteren “Schiefen Turm von Pisa” gelegt.
  3. 1896 stürzt der Flugpionier Otto Lilienthal mit seinem Gleitflugzeug am Gollenberg im Havelland ab und verletzt sich schwer. Am nächsten Tag wird er an den Folgen des Absturzes sterben.
  4. Die zweite Atombombe im zweiten Weltkrieg wird am heutigen Tag im Jahr 1945 über Nagasaki abgeworfen. Wahrscheinlich sterben 70.000 Menschen sofort.
  5. 1969 ermorden Charles Manson und weitere Mitglieder seiner Sekte die hochschwanger Ehefrau des polnischen Filmregisseurs Roman Polanski, die US-amerikanische Schauspielerin Sharon Tate, sowie vier ihrer Freunde in ihrem Haus.
  6. 1974 wird der am Vortag bekanntgegebene Rücktritt von Richard Nixon wirksam. Er tritt als erster Präsident in der Geschichte der USA zurück und greift damit einem wegen der Watergate-Affäre drohendem Amtsenthebungsverfahren vor.
  7. Die Annexion Kuwaits durch den Irak wird vom UN-Sicherheitsrat 1990 für “null und nichtig” erklärt. Der Rat fordert den sofortigen Rückzug der irakischen Armee aus dem besetzten Land.
  8. 1999 bestellt der russische Präsident Boris Jelzin den damaligen Leiter des Inlandsgeheimdienstes zum russischen Ministerpräsidenten. Es handelt sich um einen gewissen Wladimir Putin.
  9. Paul Renner, ein Künstler und Typograph, kommt 1878 auf die Welt. Er hat eine der bekanntesten und beliebtesten Schriften des 20. Jahrhunderts, die Futura, entwickelt.
  10. Tove Jansson, die Erfinderin der Mumins, wird 1914 geboren.

10 Fakten zum 6. August

  1. Heute ist der christliche Gedenktag “Verklärung des Herrn”.
    Bolivien feiert seine 1825 erlangte Unabhängigkeit von Spanien und Jamaika freut sich über die 1962 erlangte Unabhängigkeit von Großbritannien.
    Gilbert und Hermann haben heute Namenstag.
  2. 1791 wird das Brandenburger Tor eingeweiht.
  3. Franz II. legt 1806 den Titel “Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation” nieder und erklärt das Reich für erloschen. Er will damit die Wahl Napoleons zu seinem Nachfolger auszuschließen. Damit hört das Reich nach 844 Jahren auf zu existieren.
  4. Der wegen Mordes zum Tode verurteilte William Kemmler wird im Gefängnis von Auburn (New York / USA) 1890 als erster Mensch auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet.
  5. Kölns Oberbürgermeister Konrad Adenauer eröffnet 1932 die erste Autobahn Deutschlands: die heutige A555 verbindet Bonn und Köln.
  6. 1945 wirft der Pilot von “Enola Gay” Paul Tibetts den “Little Boy” über Hiroshima ab . Bei diesem ersten Atombombeneinsatz sterben schätzungsweise bis zu 200.000 Menschen.
  7. Am 6. August 1991 stellt Tim Berners-Lee in einer Usenet Gruppe den von ihm entwickelten Hypertext-Dienst World Wide Web (www) vor. Die später veröffentlichte erste Seite ist unter http://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html erreichbar.
  8. 2012 landet der NASA Rover Curiosity auf dem Mars.
  9. Alexander Fleming wird 1881 geboren.
  10. Andy Warhol – eigentlich Andrew Wahrhola – kommt 1928 auf die Welt.

10 Fakten zum 16. Juli

  1. Es ist Weltschlangentag.
    Carmen und Irmgard haben heute Namenstag.
  2. Im Jahr 622 findet die Hidschra statt, die Wanderung von Mohammed und seiner Getreuen von Mekka nach Medina. Mit diesem Ereignis beginnt die islamische Zeitrechnung.
  3. Im Rahmen der Reconquista erringen die Truppen der Königreiche von Kastilien, Aragón und Navarra unter Alfons VIII. in der Schlacht bei Las Navas de Tolosa im Jahr 1212 einen entscheidenden Sieg gegen die maurischen Almohaden unter deren Kalif Muhammad an-Nasir.
  4. 1918 wird der ehemalige russische Zar Nikolaus II. mitsamt seiner Familie und vier Bediensteten von den Bolschewiken ermordet.
  5. 1945 findet der Trinity Test statt: “The Gadget” wird um 5:29h Ortszeit im Rahmen des “Manhatton Projekts” gezündet. Es handelt sich um die Explosion einer Plutonium-Implosionsbombe auf dem Testgelände in New Mexiko und ist die erste erfolgreiche Zündung einer Kernwaffe auf diesem Planeten.
  6. 1969 startet die Mission Apollo 11 zur ersten bemannten Mondlandung.
  7. 1990 besucht der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl den sowjetischen Präsidenten Michael Gorbatschow, um die Wiedervereinigung Deutschlands zu verhandeln.
  8. Der Fluch der Kennedys: Das Flugzeug von John F. Kennedy jr. stürzt 1999 ab, er sitzt selbst am Steuer. Zusammen mit seiner Frau Carolyn Bessette-Kennedy und deren Schwester Lauren war er auf dem Weg nach Martha’s Vineyard.
  9. Roald Amundsen kommt 1872 auf die Welt.
  10. Trygve Lie, der erste Generalsekretär der UNO wird 1896 geboren.

Kurzkritik: Der 21. Juli

Stellen Sie sich vor, Stauffenberg hätte mit seinem Attentat auf den Führer Erfolg gehabt… mit genau dieser Fragestellung setzt sich Christian von Ditfurth in seinem Roman “Der 21. Juli” auseinander.

Das Buch hat drei Hauptteile sowie einen ausführlichen Epilog. Es beginnt 1953, die Welt wird von drei Blöcken – USA, Deutschland, Russland – dominiert. Der im amerikanischen Exil lebende ehemalige SS Mann Werdin erhält von der CIA einen brisanten Auftrag. Bevor er sich auf den Weg nach Deutschland macht, bricht dieser Teil ab und wir sind zurückversetzt in die Jahre 1944/1945, wo wir erfahren, wie es es zum erfolgreichen Attentat kam, welchen Weg Deutschland dann einschlug und wie der Krieg endete. Werdin muss aufgrund seiner vielschichtigen Verstrickungen aus dem Reich fliehen. Der dritte Teil spielt wieder 1953 und schildert, wie er nach Deutschland zurückkehrt, um seinen Auftrag durchzuführen. Zur Handlung schreibe ich wie immer bei den Kurzkritiken nicht viel.

Das Hauptaugenmerk Ditfurths liegt ohnehin wieder darin, den alternativen Geschichtsverlauf ausführlich zu schildern. Wie wäre Deutschland mit dem Attentat umgegangen? Was wäre gewesen, wenn Deutschland zuerst die Atombombe gehabt hätte? Das von ihm erarbeitete Szenario ist gut begründet und hätte sich durchaus so ergeben können.

Dennoch hat “Der 21. Juli” auch eine starke Handlung mit gut gezeichneten Charakteren. Auch Leser, die sich nicht so sehr für geschichtliche Details interessieren, werden gefesselt sein. Daher eine klare Leseempfehlung für alle, die (historische) Polit-Thriller mögen.

Die Taschenbuchausgabe aus dem Geest Verlag hat 496 Seiten (ISBN-10: 3866852932; ISBN-13: 978-3866852938). Das Buch ist ebenfalls für den Amazon Kindle verfügbar.

Meinung: Kurze Gedanken zum Israel-Gedicht von Grass

Außer mit einigen provokativen Plattitüden habe ich mich bisher noch nicht zu Günter Grass’ “Gedicht” “Was gesagt werden muss” geäußert. Und wer einen langen zusammenhängenden Text dazu erwartet, wird enttäuscht, denn dazu sind intelligentere Menschen berufen, die das auch schon getan haben (wie z.B. Frank Schirrmacher). Stattdessen hier meine Gedanken dazu in kurzen Sätzen:

  1. Wer sagt, dass “etwas gesagt werden muss”, leitet damit provozierende populistische Aussagen ein. Das ist bei Grass nicht anders.
  2. Israel-Kritik von einem ehemaligen SS-Mann ausgerechnet am Gründungstag der SS ist verstörend.
  3. Die israelische Atombombe ist keine Gefahr für den Weltfrieden, sondern hat in den letzten Jahrzenten durch ihre Existenz noch größere Konflikte in der Region erfolgreich verhindert.
  4. Die Behauptung, Israel plane einen atomaren Erstschlag gegen den Iran, ist absurd.
  5. Ein Vergleich Israels mit dem Iran hinsichtlich der Politik und des politischen Systems ist so dumm, dass ich darauf inhaltlich erst gar nicht eingehe.
  6. Die Bezeichnung Ahmadinedschads als “Maulheld” ist eine gefährliche Vereinfachung. Einer der Schlüssel zum Verständnis der derzeitigen Situation im Iran ist eine Auseinandersetzung mit dessen religiösen Positionen und Ansichten, insbesondere seiner mystisch-apokalyptischen Erwartung der bevorstehenden Erscheinung des 12. Imam.
  7. Teile der Linken sind latent antisemitisch.
  8. Grass macht mit seinem Gedicht Antisemitismus wieder etwas salonfähiger und spült einen braunen Bodensatz in die Mitte der politischen Diskussion.
  9. Die Politik Israels ist in einigen Bereichen – Stichwort Siedlungen – durchaus sehr kritisch zu sehen. Aber genau das spricht Grass nicht an.
  10. Soviel Aufmerksamkeit hat Grass eigentlich gar nicht verdient.