Bewaldung: The Great Green Wall

“The Great Green Wall” ist eines der größten – wenn nicht das größte – Aufforstungsprojekt auf der Erde.

Geplant ist, eine “Waldmauer” (“Die große grüne Mauer”) quer durch Afrika entlang der Grenze zur Sahara durch die Sahelzone anzulegen. Ein anderer Name ist daher auch “Great Green Wall of the Sahara and the Sahel”, auf Französisch: “Grande Muraille Verte pour le Sahara et le Sahel”.

Die Ursprungsidee stammt aus dem Jahr 1954, als Richard St. Barbe Baker eine 30 Meilen breite grüne Grenze zur Sahara vorschlug. Die Idee wurde 2002 auf dem “World Day to Combat Desertification and Drought” Gipfel in N’Djamena (Tschad) wiederbelebt und 2005 von den Sahel Anliegerstaaten beschlossen.

Ursprünglich war geplant, einen durchgehenden Wald von rund 8.000 km Länge und einer Breite von ca. sieben bis 15 km anzulegen, aktuell erfolgen eher individuelle Anpflanzungen an neuralgischen Punkten, an denen die Sahara besonders schnell voranschreitet.

Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es unter greatgreenwall.org.

Interessante Frage: Warum gibt es kaum Schwarze im Arabischen Raum?

In einer Diskussion kam die Frage auf, warum es im arabischen Raum so gut wie keine Menschen schwarzafrikanischen Ursprungs gibt.

Trotz Sklaverei – kaum Schwarze

An sich müsste dies – so die These – doch so sein, allein schon, da es dort eine lange Tradition des Sklavenhandels gab.

Diese begann bereits 652, als der General und Emir Abdallah ben Said dem nubischen König Khalidurat Tributzahlungen aufzwang, die die jährliche Lieferung von “dreihundertsechzig Sklaven beiderlei Geschlechts” vorsahen. Die Geschichte des Sklavenhandels von Schwarzafrikanern in den arabischen Raum reicht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

Warum es aber – anders als in den USA, wo Sklaverei nur vergleichsbare kurz üblich war – kaum Nachkommen im arabischen Raum keine nennenswerte schwarze Bevölkerung gibt, dürfte in erster Linie damit zusammenhängen, dass ein Großteil der männlichen Sklaven kastriert wurde und sich schlicht nicht fortpflanzen konnte.

Inwieweit weitere kulturelle Gründe einen Unterschied machen, habe ich auf die Schnelle noch nicht untersucht, dürften aber nur eine kleinere Rolle spielen.

Wer sich für das Thema interessiert, dem sei das Buch “Der verschleierte Völkermord: Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika” empfohlen, das es vereinzelt noch hier gebraucht gibt – und natürlich in Büchereien und Bibliotheken.

Und heute?

Was die aktuelle Entwicklung angeht, so laufen die Fluchtströme von Schwarzafrika eben nach Europa und nicht in den arabischen Raum, der entweder selbst unattraktiv für Flüchtlinge ist oder sich eben auch gegen Immigration aus diesem Gebiet abschottet.

10 Fakten zum 20. November

  1. Die UNICEF hat den heutigen Tag zum Weltkindertag erklärt. Deutschland feiert diesen allerdings am 20. September.
    Die UNO hat für heute den “Tag der Industrialisierung Afrikas” ausgerufen.
    Es ist deutscher Lebertag, an dem auf die Risiken durch Lebererkrankungen hingewiesen wird und wie diese verhindert werden können. Hier finden Sie, wie der Autor dieses Blogs seine Leberwerte in Ordnung gebracht hat.
  2. Edmund hat heute Namenstag.
  3. Im Jahre 1811 gründet Friedrich Krupp in Essen eine Fabrik für die Produktion von Gussstahl.
  4.  In Nürnberg beginnt 1945 mit der Verlesung der Anklage der Prozess gegen zwanzig führende Persönlichkeiten des “Dritten Reichs”, darunter Hermann Göring, Joachim von Ribbentrop und Julius Streicher, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
  5. Der Schweizer Kanton Zürich spricht sich 1966 in einer Volksabstimmung gegen die Einführung des Frauenwahlrechts aus.
  6. Das SETI Institut für die Suche nach außerirdischem Leben wird heute im Jahre 1984 gegründet. Sie können selber zur Suche nach außerirdischem Leben beitragen, indem Sie SETI@Home auf ihrem Computer laufen lassen.
  7. 1985 erscheint Microsoft Windows 1.0. Steve Ballmer lässt es sich nicht nehmen und spielt selber in einem Windows-Werbespot mit. Reversi ist dabei einer der großen USPs.
  8. Sarja, das erste Modul der Internationalen Raumstation (ISS), wird 1998 mit einer russischen Proton-K Rakete von Baikonur aus gestartet.
  9. Selma Lagerlöff kommt 1858 auf die Welt.
  10. Edwin Hubble wird 1889 geboren.

10 Fakten zum 12. Juli

  1. São Tomé und Príncipe feiert heute, dass es 1975 von Portugal unabhängig wurde. Das Land ist übrigens der zweitkleinste Staat Afrikas.
    Die rund 100.000 Einwohner von Kiribati feiern heute ihre 1979 erlangte Unabhängigkeit von Großbritannien.
    Neufundland, Nordirland und Labrador begehen den Oraniertag.
    Felix hat heute Namenstag.
  2. Mit der Unterzeichnung der Rheinbundakte sagen sich mehrere süd- und westdeutsche Fürstentümer 1806 vom Reich los und gründen den Rheinbund. Napoleon Bonaparte ist “Protektor”. Liechtenstein wird dabei souveräner Staat.
  3. 1849 findet der erste Luftangriff auf eine Stadt statt: Österreich greift mit einer Ballonbombe Venedig an.  Die Angriffe werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Obwohl sie nicht sehr effektiv sind, ist die psychologische Wirkung enorm und die Stadt kapituliert schließlich.
  4. Der Österreicher Hermann Knaus stellt 1929 auf einem Gynäkologenkongress in Leipzig die später nach ihm und dem Japaner Kyūsaku Ogino benannte Knaus-Ogino-Verhütungsmethode vor.
  5. Ebenfalls 1929 erfolgt der Erstflug des Flugbootes Dornier Do X, des seinerzeit weltweit größten Flugzeugs, auf und über dem Bodensee.
  6. Die Rolling Stones haben am heutigen Tag im Jahr 1962 ihren ersten Auftritt im Londoner Marquee Club.
  7. Die große Zeit der Loveparade: die Veranstaltung findet 1997 zum neunten mal statt; das Lied der Loveparade ist Sunshine (siehe Video). Zum ersten mal findet aus Protest gegen die Kommerzialisierung die Hateparade als Gegenveranstaltung statt, die im Jahr darauf zur Fuckparade umbenannt wird.
  8. Frankreich wird am heutigen Tag im Jahr 1998 im eigenen Land mit einem 3:0 gegen Brasilien Fußballweltmeister.
  9. Henry David Thoreau, US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph, kommt 1817 auf die Welt.
  10. Pablo Neruda, chilenischer Lyriker und Träger des Literaturnobelpreis, wird 1904 geboren.

10 Fakten zum 25. Mai

  1. Traditionell wird von vielen Christen heute der Urbanstag gefeiert, der auf den enthaupteten Papst Urban I. zurückgeht. Eine besonders von Winzern beachtete Bauernregel zum Urbanstag lautet: “Die Witterung um Sankt Urban zeigt des Herbstes Wetter an”.
    In den USA ist heute der “Tag der vermissten Kinder”, der 1983 durch Ronald Reagan eingeführt wurde. Am 25.05.1979 verschwand der damals 6-jährige Etan Patz unter mysteriösen Umständen, der Fall zog eine große Suchaktion nach sich und sorgte für viel Medieninteresse. Auch das Schicksal anderer vermisster Kinder gelangte dadurch in den Focus der Öffentlichkeit. Wenn Sie bei der Suche nach vermissten Kindern in Deutschland helfen wollen, schauen sie sich die Initiative “Deutschland findet Euch” an.
    Afrika feiert heute den Afrika-Tag. Gedacht wird der Gründung der “Organisation der afrikanischen Einheit” im Jahr 1963.
    Argentinien feiert heute seinen Nationalfeiertag. Es ist der Jahrestag der Revolution von 1810, während der Argentinien seine Unabhängigkeit erkämpfte. Und Argentinien ist nicht allein: Jordanien feiert die Annahme des Königstitels durch Abdallah I. im Jahre 1946.
    Und aufgepasst: Wenn Sie im Weltraum unterwegs sind, sollten Sie ein Handtuch dabei haben. Warum? Das können Sie in Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams nachlesen. Und alle wahren Fans des Buches haben am heutigen Towel-Day (Handtuch-Tag) auch ein Handtuch dabei.
    Ach ja, Gregor und Urban haben heute Namenstag.
  2. US-Präsident John F. Kennedy kündigt 1961 im amerikanischen Kongress das Programm eines bemannten Mondflugs an, mit dem “noch vor Ende des Jahrzehnts ein Mensch zum Mond und sicher zur Erde zurück gebracht” werden soll.
  3. 1973 startet die erste Besatzung von US-Astronauten zur Raumstation Skylab (Bild).
  4. 1977 wird in den USA der ersten Star Wars Film uraufgeführt.
  5. Und zwei Jahre später – 1979 – wird in den USA “Alien” das erste mal gezeigt.
  6. Das erste Einzelteleskop des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte auf dem Cerro Paranal in Chile liefert 1998 seine ersten Bilder.
  7. Die NASA-Raumsonde Phoenix landet 2008 auf dem Planeten Mars nahe der nördlichen Polarregion.
  8. Die NASA beendet 2011 den Kontakt zu ihrem Marsrover Spirit.
  9. Ralph Waldo Emerson wird 1803 geboren.
  10. Igor Sikorsky kommt 1889 auf die Welt.

Meinung: Auf zum Mars zur Sicherung des Weltfriedens und der Weltwirtschaft

Mission to Mars

“War ja mit zu rechnen, jetzt ist er endgültig durchgeknallt!” werden Sie sich vielleicht denken, wenn Sie die Überschrift lesen. Aber es ist mein voller Ernst: Ein Wettrennen zum Mars wäre das beste, was uns auf unserem Planeten passieren könnte. Und zwar am besten mit mindestens drei konkurrierenden Teams: Zum ersten USA/Japan/Australien und weitere asiatische, pazifische sowie amerikanische Staaten. Dann die EU mit Russland und weiteren EMEA Staaten. Schließlich noch China mit seinen Verbündeten.

Warum ich daran glaube… read on.

Wir können nichts mehr

Denken Sie mal an erfolgreiche Großprojekte in den letzten 20 Jahren. Viel einfallen wird Ihnen da nicht.

  • Die USA versenkten 1,5 Billionen US$ (nein, das ist nicht der klassische Billion/Milliarden Übersetzungsfehler) mit dem F-35 Lightning II Joint Strike Fighter, der wohl “broken by Design” ist. Sehr interessant zu lesen ist der entsprechende F-35 Bericht des Director of Evaluation and Testing ans Pentagon.
  • Wir schaffen es hierzulande nicht mal, einen Flughafen in märkische versandete Sumpflandschaften zu rammen und brauchen einen Mehdorn – bitches, please – um das Projekt zu retten (Anmerkung 2015: hat auch nichts gebracht).
  • Siemens brachte es lange Zeit nicht mal fertig, fehlerfreie Software für die Bremssysteme der ICE Züge der DB Baureihe 407 (Velaro) zu schreiben, weswegen das Eisenbahnbundesamt die Zulassung verweigerte.

“Erfolgreiches Großprojekt” ist inzwischen schon fast eine contradictio in adiecto.

Und die Liste ließe sich noch ewig fortsetzen: Columbia Absturz, Kabelprobleme beim Airbus A380, brandgefährliche Batterien beim Dreamliner, der Akku vom iPhone hält nur einen Tag und der Fusionsreaktor wird uns auch schon ewig versprochen. Ganz zu schweigen von der Lösung der Wasserversorgung in Afrika oder unserer Umweltprobleme.

Die falschen Ziele

Wer heute in den meisten Ländern “etwas werden” will, studiert Jura oder BWL, um dann möglichst Investment-Banker zu werden. Wer kein Abi hat, macht keine Ausbildung zum Maschinenbautechniker oder als Chemisch Technische Assistentin mehr, sondern versucht sein Glück bei DSDS, bei GNTM und landet dann aber hinter der Theke von McDonalds.

Die sinnvollen Beiträge von Investmentbankern und McDonalds Aushilfen für die Gesellschaft sind aber gleichermaßen eher bescheiden, um nicht zu sagen negativ.

Schuld an dieser Entwicklung sind auch die boulevardisierten Massenmedien, die Teppichludern, Bushido und anderen sich mit Statussymbolen gerierenden Straftätern eine unkritische Bühne geben und sie eben so zum Vorbild machen.

Genau so setzen aber die Staaten und die Notenbanken auch die falschen Ziele und schaffen die falschen Ideale, indem Investmentbanken für systemrelevant erklärt werden und das Finanzsystem mit Billionen US$ und EUR gestützt wird. Es wäre sinnvoller gewesen, die kranken Systeme zerbrechen zu lassen und aus den Trümmern heraus etwas neues zu schaffen. Ein Neuaufbau aus dem Totalzusammenbruch hat selten geschadet, so auch Deutschland nach 1945 nicht.

Aber ich schweife ab: das Problem ist einfach, dass es “uncool” ist, Physik, Chemie, Mathematik oder Maschinenbau zu studieren oder eine sinnvolle Ausbildung zu machen.

Doch Juristen, Banker, Dieter Bohlen und Crackhuren entwickeln keine Züge, Flugzeuge, Brennstoffzellen-Autos, neue Medikamente, Wasseraufbereitungsanlagen, Fusionsreaktoren und den WARP Antrieb. Ganz im Gegenteil, sie behindern diese Entwicklungen.

Wir brauchen eine mitreißende Vision

Es treibt uns Menschen an, immer neues zu entdecken. Von den Bäumen in die Savanne, aus der Savanne in die ganze Welt, immer auf der Suche nach neuen Grenzen.

Als John F. Kennedy 1961 das Ziel ausgab, bis zum Ende des Jahrzehnts Menschen zum Mond und wieder heil zurück zu bringen, hat dies nicht nur 400.000 Arbeitsplätze rund ums Apollo Programm geschaffen, sondern auch einen Run auf technische Studiengänge geschaffen. Der langfristige indirekte Einfluss des Apollo Programm darf damit nicht unterschätzt werden und hat zur starken Vormachtstellung der USA in den 1960er bis 1990er Jahre geführt. Es ist interessant zu beobachten, dass der Niedergang in den Jahren einsetzte, in denen die Ingenieure und Wissenschaftler der Apollo-Generation langsam in den Ruhestand gingen und aufgrund neuer Prioritäten (Wallstreet) keine neuen nachkamen.

Übrigens, auf heutige Maßstäbe umgerechnet hat das Apollo Programm ca. 120 Milliarden US$ gekostet. Für das Geld rettet man heutzutage kaum eine Schrottbank.

Ich bin mir sicher, dass sich die Menschheit wieder begeistern ließe, im Wettbewerb eine neue Grenze zu erobern und sich Vorbilder zu geben, die wirklich etwas leisten. Das hat im kleineren Maßstab Felix Baumgartner mit seinem Sprung gezeigt.

Und auf solche Visionen sollten wir uns wieder besinnen. So schrieb Anatol Johanson am 8. Dezember 1972 in der “Zeit“:

Mit ihren Auswirkungen auf politische Vorstellungen, die verschiedenen Bereiche der Wissenschaft, die industrielle Produktion, ihre Werkstoffe und Methoden; auf Management-Systeme und Organisationsformen; auf unsere Vorstellungswelt und Ideen sowie viele andere Bereiche muß die Raumfahrt in unserer Zeit als das Neue schlechthin angesehen werden. Auf ihre Stimulanz, Produktivität und Genialität kann schon gegenwärtig nicht mehr verzichtet werden – ganz gleich, ob wir das heute schon einsehen oder erst in fünfzig Jahren.

Seitdem sind 50 Jahre vergangen. Es ist Zeit.

Space, the final frontier. Let’s go to Mars.

Dies ist der Artikel des Tages zum “Welttag Wissenschaft für Frieden und Entwicklung” (Weltwissenschaftstag), der jedes Jahr von der UNESCO am 10. November begannen.

Bild: By NASA/Paul DiMare – http://mars.nasa.gov/multimedia/images/?ImageID=6200, Public Domain, Link