Integration

Würden Sie einen in Deutschland lebenden Menschen mit ausländischen Wurzeln als gut integriert bezeichnen, der

  • obwohl hier in Deutschland geboren, mehr sehr schlecht als recht Deutsch spricht,
  • sich weigert, bei offiziellen Auftritten die deutsche Nationalhymne zu singen,
  • seine Freizeit überwiegend Fanta-trinkend vor der Playstation verbringt,
  • sich nur aus finanziellen und karrieretechnischen Überlegungen für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden hat,
  • aus finanziellen Gründen jetzt im Ausland arbeitet,
  • seine (ehemalige) Partnerin mit mehr oder weniger sanftem Druck zur Abkehr vom Christentum und zum Islam gedrängt hat und
  • sich daran stört, wenn seine (ehemalige) Partnerin sich nicht hochgeschlossen kleidet?

Nicht sonderlich gut integriert, oder?

Und trotzdem hat Mesut Özil den Bambi für Integration bekommen.

Desire HD endlich wieder in Deutschland

Wie HTC am 12.11.2010 meldet, ist das Android Smartphone HTC Desire HDalt wieder in Deutschland verfügbar.

Anscheinend wurde das Schiff mit der begehrten Ladung also doch nicht von Piraten gekapert, wie ich schon vermutet habe, sondern liegt jetzt im Hamburger Hafen. Oder an Bord des Flugzeuges waren doch keine Päckchen aus dem Jemen und die DHDs lagern in Frankfurt am Main.

Dort lagern die Smartphones auch noch, mit ihrem Eintreffen bei Händlern und Distributoren ist aber in den nächsten Tagen zu rechnen. Insoweit ist die HTC Pressemeldung etwas sehr optimistisch formuliert, aber es gibt ein Licht am Ende des Tunnels.

Bleibt die weitere Frage, ob wieder nur homöopathische Mengen in den Handel kommen oder auch große Shops wie Amazon ausreichende Stückzahlen erhalten.

Kommt facebook-mail?

Derzeit überschlagen sich die Gerüchte, dass facebook am Montag (15.11.2010) einen eigenen E-Mail Dienst vorstellen wird, intern als “Projekt Titan” oder auch “Gmail Killer” bezeichnet. Wahrscheinlich wird der Dienst direkt in Facebook integriert und jedes Mitglied bekommt eine eigene E-Mail-Adresse @facebook.com.

Was mich persönlich nicht wundern würde – wenn Teile der Technologie auf hotmail basieren würde – z.B. die Bearbeitung von Office Dokumenten.

So oder so – es könnte der nächste große Schritt von facebook zur Weltbeherrschung sein.

Buchkritik: Also ich glaube, Strom ist gelb

Das Strom gelb ist, wissen wir spätestens, seit Bernd Kreutz die Marke Yello-Strom erfunden hat. Und wie der Düsseldorfer Werber das geschafft hat, kann man in seinem Buch ‘Also ich glaube, Strom ist gelb’alt nachlesen.

Das Buch verschafft tiefe Einblicke, wie eine Marke aufgebaut werden kann – und dass ein einzelner genialer Kopf besser ist, als eine Horde hochbezahlter Berater. So spannend geschrieben, dass es auch Freizeitlektüre für Leute ist, die nicht vom (Werbe-)Fach sind.

Leider gibt es keine aktuelle Auflage, aber auf Amazon findet man noch Restexemplare.

Lieferbarkeit HTC Desire HD oder Pleiten, Pech und Pannen

Einem geschenkten Gaul soll man nicht ins Maul schauen – jedenfalls bekomme ich ein HTC Desire HDalt… wenn ich es denn irgendwann bekomme.

Denn zunächst hieß es, das aktuelle Android Flaggschiff käme in der letzten Oktoberwoche. In der hieß es dann, der Liefertermin würde sich auf Anfang November verschieben. Und inzwischen bekomme ich gar keine Aussagen mehr – einfach, weil es keine validen Informationen gibt.

Hin und wieder tröpfeln bei dem ein oder anderen Händlern vereinzelte Modelle ein, die dann sofort ausverkauft sind. Und immer wieder machen Gerüchte die Runde – so soll eine große Lieferung irgendwann zwischen dem 10. und 17. November Deutschland erreichen. Doch wieviele Geräte es sind und wann diese tatsächlich bei den Endkunden sein werden, vermag keiner zu sagen.

Vielleicht haben ja auch Piraten zugeschlagen, man hört da so einiges… KTzG, schicken Sie die Kriegsmarine hin.

HTC macht mit seiner Kommunikationspolitik da jedenfalls keine gute Figur. Und ich kann die vielen Käufer verstehen, die ihre Bestellungen jetzt zugunsten anderer Smartphones storniert haben. Auch Applealt und Samsungalt haben schöne Töchter.

Aber wie gesagt, einem geschenkten Gaul…

89.000 Microsoft Mitarbeiter erhalten ein Windows Phone 7

Schade, dass ich nicht bei Microsoft arbeite – denn 89.000 Mitarbeiter des Software-Konzerns werden ein Windows Phone 7 erhalten.

Damit dürfte Achim Berg mit seiner Aussage, dass es bald weniger iPhones auf dem Microsoft Campus geben werde, durchaus recht behalten.

Auch sonst ein geschickter Schachzug: Die Marktanteile werden mit diesem Boost erhöht, die Mitarbeiter sind wichtige Multiplikatoren und da darunter viele Programmierer sind, dürfte dieser Schritt der Entwicklung weiterer Apps nicht abträglich sein…

Sonderform des Blogs: Vlog

Ein Kunstwort aus dem Kunstwort: Vlog steht für "Video-Weblog". Andere gebräuchliche Bezeichnungen sind "V-Log" oder auch ganz altmodisch "Video Blog".

Von den "Vloggern" wird dementsprechend auch nicht "gebloggt" sondern "gevloggt". in den USA spricht man auch viel von "vidding" und "vidblogging".

Bei einem Vlog liegt der ganz große Schwerpunkt also auf der regelmäßigen Bereitstellung von selbst generierten Videos – wobei die Betonung auf selbst generiert liegt. Zudem wird – anders bei Vodcasts (Video Podcasts) – auch auf die Vernetzung mit der "Vloggosphere" Wert gelegt.

Bei der Professionalität von Vlogs von gibt es große Unterschiede: manche Vlogs werden mit einfachen Handykameras gedreht, andere kommen aus hochprofessionellen Studios.

Die ersten Vlogs tauchten übrigens im Jahr 2000 auf, sind aber nach zwischenzeitlichem Hype eher eine Randerscheinung geblieben.

Sie wollen Vloggen? Zunächst brauchen Sie eine Kamera: Wenn Sie viel von unterwegs aus vloggen wollen, bietet sich eine Sony Bloggiealt Kamera an. Wollen Sie neben Ihrem Handy keine weitere Hardware mit sich herumtragen wollen, greifen Sie zum Nokia N8 Smartphone, das über sehr gute Videofunktionen verfügt. Wenn Sie hingegen von Zuhause/Büro aus aktiv werden wollen, kann bei einfachen Qualitätsansprüchen schon die eingebaute Webcam ausreichen. Sonst ist zu einer HD Webcamalt zu raten.

Die Videos können Sie selbst hosten, was aber recht ressourcen-intensiv werden kann. Besser ist es, diese z.B. auf youtube auszulagern.

Mir persönlich sind Vlogs immer recht fremd geblieben, weswegen ich zum Abschluss dieses Eintrags iJustine zu Wort kommen lassen möchte:

Der Fisch in uns, Neil Shubin

Auf “Der Fisch in uns” wurde ich durch ein Interview mit dem Autor Neil Shubin in der FASZ aufmerksam und wusste sofort, dass ich dieses Buch lesen muss.

Es geht um den “Tiktaalik”, das Bindeglied zwischen Fisch und Landlebewesen, das von Shubin, einem Paläontologen aus Chicago, entdeckt wurde. Ausgehend von diesem Fund wird beschrieben, wie aus dem Fisch der Mensch wurde – und wie viel Fisch noch in uns steckt. Besonders spannend: welche Krankheiten verdanken wir unserem Fisch-Erbe. Und da Shubin sehr gut und humorvoll schreibt, ist dieses Buch absolut empfehlenswert! Wer jetzt neugierig wurde, kann hier mehr erfahren:

Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpersalt

Groß war übrigens meine Überraschung, als ich einer befreundeten Ärztin von dem Buch erzählte, die dann ganz trocken meinte, dass ihre Schwester als Paläontologin “beim Neil” am Lehrstuhl tätig sei. Und so machte sich meine deutsche Ausgabe auf den langen Weg nach Chicago und zurück und hat jetzt eine persönliche Widmung…

Neil, Du hast noch eine Flasche Obstler bei mir gut.

Offer wirft hin

Da hat Herr Schäuble es mal wieder geschafft – sein Pressesprecher Michael Offer tritt zurück, nachdem er vom Minister öffentlich düpiert wurde.

“Ich erkläre damit meinen Rücktritt als Ihr Sprecher und bitte um Zuweisung einer neuen Aufgabe.”

Ich kann Herrn Offer jedenfalls verstehen:

Wolfgang Kubicki von der FDP mutmaßte nach Schäubles Auftritt übrigens: “Der Mann steht unter Drogen.”

Die Aktion Spindy, Klaus Pflieger – und noch einiges mehr

Was sich vom Titel her wie ein Kinderabenteuer anhört, ist vielmehr: es geht um die Schleyer Entführung. Dieser wurde von seinen Entführern mit dem Spitznamen “Spindy” bedacht, da er oft in einem Spind eingesperrt war.

Ich darf zu dem Buch aus dem Klappentext zitieren:

Die Darstellung der Schleyer-Entführung ist das Ergebnis jahrelanger Ermittlungen des Autors. Klaus Pflieger war als Oberstaatsanwalt bei der Bundesanwaltschaft u.a. Anklageverfasser gegen Peter-Jürgen Boock, Koordinator der Anklage gegen Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, vernahm 1990 den ersten aussagewilligen Aussteiger der RAF (Werner Lotze) und war dann auch Vernehmender bei der “Lebensbeichte” von Boock vom März bis Mai 1992. Seine Darstellung der Aktion “Spindy” (wie Schleyer von seinen Entführern genannt wurde) basiert in erster Linie auf den Angaben und Erläuterungen von Tatbeteiligten und den polizeilichen Fahndungsergebnissen.

Für jeden, den die Geschichte der RAF interessiert, ist dieses Buch hochspannende Lektüre. Leider ist derzeit keine aktuelle Auflage verfügbar, hin und wieder findet man aber noch gebrauchte Exemplare:

Die Aktion ‘Spindy’alt

In manchen Punkten ist das 1996 erschienene Buch daher auch nicht mehr aktuell (so hat sich die RAF 1998 aufgelöst) – die tiefen Einblicke machen das aber mehr als wett.

Zur Schleyer Entführung habe ich ein ambivalentes Verhältnis, da man durchaus sagen könnte, dass es “den richtigen” getroffen hat. Denn Schleyer war schon früh überzeugter Nazi: 1931 Hitlerjugend, 1933 SS. 1935 trat er unter viel Gewese aus seiner Studentenverbindung aus, als dieses sich weigerte, jüdische Altherren auszuschließen – er warf ihr “mangelnde nationalsozialistische Gesinnung” vor. Später machte er im Dritten Reich Karriere: Im “Zentralverband der Industrie für Böhmen und Mähren” war er Leiter des Präsidialbüros und persönlicher Sekretär des Präsidenten. Der Verband war für die “Arisierung” der tschechischen Wirtschaft und die Beschaffung von Zwangsarbeitern für das Deutsche Reich zuständig. Nach dem Krieg machte Schleyer rasch Karriere in der Bundesrepublik. Zum Zeitpunkt seiner Entführung war er Vorstand der Daimler Benz AG und Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Als Schleyer anlässlich seiner Ernennung zum BDI-Präsidenten gefragt wurde, wie er zu seiner SS-Vergangenheit stehe, sagte er öffentlich im Fernsehen, dass er stolz darauf sei. So war er aus RAF Sicht das perfekte Opfer.

Mit der Schleyer Entführung und der Familie verbinde ich zudem noch drei recht persönliche Erlebnisse:

Zum einen ist das Bild von Schleyer als “Gefangener der RAF” eine meiner ersten “Medien-Erinnerungen”.

Kurz darauf portraitierte meine Mutter die Kinder eines Schleyer Sohns – und bevor diese vorbei kamen, wurde uns eingebleut, ja alle Spielzeugpistolen zu verstecken, schließlich sei der Großvater gerade erst getötet worden. Die Geschichte endete so, dass die Schleyer Enkel mit ihren mitgebrachten Spielwaffen fast unsere Goldfische umbrachten…

Und zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte ich mit dem Schleyer Sohn Hanns-Eberhard im Rahmen des damaligen Projekts handwerk.de zu tun… die Zusammenarbeit mit dem ZDH verlief so “gut”, dass ich eines Tages zusammen mit anderen vom ZDH geprellten Herren in der Redaktion des “Der Spiegel” saß und mit meinen Informationen die Grundlagen zum Artikel “Handwerk: Finanzielle Grenzerfahrung” legte. Lieber Christoph von Hammerstein, Sie müssen also nicht länger rätseln, woher “Der Spiegel” das alles wusste.