Spam: Following Up on My Previous Message

Eine Follow-up-Mail, die so tut, als hätte man bereits eine seriöse Geschäftskorrespondenz. Hat man nicht. Absendername: „benjamin oliver“. Absenderadresse: thijs.mensink@kemari.digital. Betreff: „Following Up on My Previous Message“.

Das ist die höfliche Variante der alten Advance-Fee-Masche: erst eine vage „Geschäftsgelegenheit“, dann die Nachfrage, ob man die erste Mail denn auch wirklich gelesen habe. Ziel ist nicht der Klick auf einen Button, sondern eine Antwort. Sobald man schreibt, kommt der nächste Schritt: Konto, treuhänderische Abwicklung, irgendein Fonds, der angeblich nur noch eine kleine Gebühr braucht.

Was die Mail behauptet

Die Nachricht vom 25. August 2026 geht an streetart@severint.net und klingt absichtlich nach Smalltalk unter Geschäftsleuten:

  • Absender heiße Benjamin Oliver und sei „Financial Advisor Manager“ bei einer Credit Union.
  • Er frage nach, ob die vorherige Mail angekommen und gelesen worden sei.
  • Falls nicht, schicke er sie gerne noch einmal.
  • Es gehe um einen „business proposal“, der für beide Seiten vorteilhaft sein könne.
  • Man möge sich bitte melden, wenn es passe.

Kein Link, kein Anhang, keine Zahlungsaufforderung. Genau das macht die Mail auf den ersten Blick harmlos.

Warum das trotzdem Fake ist

Mehrere Punkte reichen:

  1. Name und Adresse passen nicht zusammen. Display-Name Benjamin Oliver, Mailkonto thijs.mensink@kemari.digital. Dazu Reply-To benjaminoliver.a@outlook.com. Wer antwortet, landet nicht bei einer Credit Union, sondern bei einer privaten Outlook-Adresse.
  2. Kein Institut, keine Details. „a credit union bank“ ohne Namen, ohne Land, ohne Mandat. Ein echter Vermögensberater schreibt so nicht.
  3. Die Anrede. „Dear Friend“ ist der Klassiker. Niemand, der ein reales Mandat hat, redet einen unbekannten Empfänger so an.
  4. Der Inhalt ist Absicht. Es gibt nichts zu klicken, also fühlt sich die Mail sicherer an als ein ChatGPT-Phishing mit Zahlungsbutton. Der Köder ist die Antwort.
  5. Outlook hat sie als Junk erkannt (SCL 6). Der Weg über Google-Relay und eine Domain wie kemari.digital ändert daran nichts.

Was man tun sollte

Nicht antworten. Nicht „zur Sicherheit“ nachfragen, ob da wirklich etwas an einem vorbeigegangen ist. Genau das will die Mail.

Wer so etwas bekommt: löschen. Eine echte Bank oder Credit Union hat weder eine Outlook-Antwortadresse noch einen Drittanbieter-Absender für Vermögensberatung.

Kurz: höflich, vage, Betrug. Keine Antwort, kein Weiterleiten, weg damit.

Der Mailtext (ohne Links)

Absender: benjamin oliver <thijs.mensink@kemari.digital>
Betreff: Following Up on My Previous Message
Datum: 25. August 2026

Dear Friend,

My name is Benjamin Oliver, and I work as a Financial Advisor Manager at a credit union bank. I am writing to follow up on my previous email and to ask whether you had the opportunity to receive and review it.

If you did not receive my earlier message, please let me know, and I would be happy to resend it for your consideration. The matter concerns a business proposal that I believe may be mutually beneficial and worth discussing.

I would appreciate hearing from you when convenient. Thank you for your time and consideration, and I look forward to your response.

Regards,
Benjamin Oliver

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