Was bedeutet Rechtswoke (Woke Right)?

Der Begriff „woke“ steht ursprünglich für besondere Sensibilität gegenüber Diskriminierung und Ungleichheit, wird heute aber meist kritisch verwendet, um eine übersteigerte Empfindlichkeit und den Hang zum Moralisieren zu beschreiben.

„Rechtswoke“ (woke right) ist das spiegelbildliche Phänomen auf der konservativen oder rechten Seite. Auch hier gibt es eine Form der Empörungskultur, die sich nicht nur im ständigen Alarmieren, sondern vor allem im Canceln zeigt – also im Versuch, missliebige Stimmen auszugrenzen oder mundtot zu machen.

Typische Muster sind:

  • Boykottaufrufe gegen Unternehmen, die Regenbogenlogos verwenden oder vegetarische Produkte bewerben.
  • Ausgrenzung von Künstlern, Journalisten oder Wissenschaftlern, die nicht ins gewünschte Weltbild passen.
  • Forderungen nach Auftrittsverboten oder Ausladungen, wenn jemand „zu liberal“ oder „zu modern“ auftritt.

Damit unterscheidet sich Rechtswoke in der Form kaum von Linkswoke: Beide Seiten reagieren überempfindlich auf Abweichungen vom eigenen Moralkodex und wollen Andersdenkende „canceln“. Lediglich die Inhalte, die zur Empörung führen, sind verschieden – auf der einen Seite Genderfragen und Sprache, auf der anderen Seite Tradition, Nation und Religion.

Fazit

Rechtswoke ist die konservative Variante der Wokeness. Es geht weniger um offene Debatte, sondern darum, Abweichler auszugrenzen. Cancel Culture ist also kein exklusives linkes Phänomen – sie funktioniert in beide Richtungen.

Wirklich libertär hingegen ist, andere Meinungen auch auszuhalten – was nicht heißt, dass sie nicht kritisiert werden dürften.

Links zum Thema

Gastbeitrag: Des Übels Wurzeln – hier ist eine davon (Warum es in Deutschland schwierig ist und noch viel schwieriger wird)

Hier geht es um die Entwicklung der Gesellschaft in Fragen von Erziehung und Bildung.

Unser ganz famoses Grundgesetz enthält sehr viele (leider oft unterschätzte) wertvolle Passagen.

Heute ist mir eine ganz wichtig. In Artikel 6, Satz 2 heißt es: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“

Verkürzt heißt das: „Zuallererst ist die ERZIEHUNG eine Pflicht der Eltern.“

Das beginnt im Säuglingsalter. Meine Frau hat eine sehr gute Freundin, die Erzieherin ist. Es war unfassbar wohltuend zu sehen, wie dort mit dem Nachwuchs umgegangen wurde: Solange der Säugling wach war, gab es kein Gedudel aus dem Radio und kein Gedaddel am eigenen Smartphone. Das Kind hatte die Aufmerksamkeit der Mutter, sie hatte Blickkontakt und – man staune – sie sprach mit dem Kind. Das fiel sogar der Hebamme, die zur Nachsorge kam, als »wohltuende Atmosphäre« besonders auf.

Wie häufig sehe ich junge Eltern mit Kinderkarren durch die Gegend schieben, die überhaupt keine Interaktion mit dem Kind haben, sondern lediglich wie ein Zombie in das Smartphone starren oder lediglich mit Dritten sprechen, während das Kind sich selbst überlassen ist. Man muss als vernünftig denkender Mensch den Impuls unterdrücken, den Rabeneltern das Gerät zu entreißen, es im nächsten Teich zu versenken und den jungen Leuten eine Ansage zu verpassen, dass die Haare wehen.

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