Dokumentiert: Der „Raucher“ über das Buch von Maximilian Krah

Wir dokumentieren hier den X-Thread von „Raucher“ über das Buch „Politik von rechts – Ein Manifest“ von Maximilian Krah. Die Zwischenüberschriften haben wir hinzugefügt:

Einleitung:

Ich habe mir das Buch von Maximilian Krah, Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl, vorgenommen und möchte Ihnen einige Zitate vorstellen und kommentieren, um Ihnen einen Einblick in die Denkwelt von Spitzenpolitikern der so oft als liberal betitelten AfD zu geben:

Das Buch „Politik von rechts – Ein Manifest“ umfasst mehrere Themenbereiche, wobei ich den Themenbereich Weltordnung ausklammern werde. Ich beschränke mich auf die Themen Staat, Gesellschaft und Wirtschaft:

Liberalismus

Seite 16: „Diese Idee eines großen Ganzen stellen wir dem reinen Individualismus der Liberalen und dessen Mißbrauch durch die Linken entgegen.“

Krah macht bereits zu Beginn deutlich, dass Liberalismus in seiner Politik keinen Platz hat.

Kapitalismus

Seite 26: „Dem ökonomischen Gewinnstreben stehen die rechten Ordnungsvorstellungen ohnehin im Weg, Gewinnmaximierung bedarf Schrankenlosigkeit – das könnten Rechte von Marx lernen, wenn sie offen für ihn wären.“

Er lehnt den Kapitalismus in seiner jetzigen Form ab.

Rechte und Marxisten vereint

Seite 26: „Politisch Rechte und marxistisch gebliebene Linke sehen sich dieser radikalisierten liberalen Mitte plötzlich gemeinsam gegenüber – wie man in Deutschland an Sahra Wagenknecht erkennen kann.“

Rechte und Marxisten, gemeinsam gegen Liberale.

Kollektivistische Identitätspolitik

Seite 34 „Identitätspolitik von rechts erfaßt das ganze Ich und will diesem das Recht erhalten, entsprechend seinem Wesen in einer kollektiven Ordnung zu leben.“

Er bekennt sich klar zur Identitätspolitik und einer kollektiven Gesellschaft.

Einklang mit Natur und Werten

Seite 35 „Das Versprechen der politischen Rechten ist ein Leben im Einklang mit sich, der Natur und den Werten der Vorfahren, das deshalb auch wert ist, weitergegeben zu werden.“

Der Wert eines Lebens bemisst sich also in der Verbundenheit mit rechter Ideologie.

Esoterische Komponenten und Identität

Seite 36 „Der Mensch ist ein Körper-Geist-Kontinuum. Die Vorstellung, er könne sich als ungebundener Wille beliebig und folgenlos gegen seine eigene Körperlichkeit als Mann und Frau, als Kind seiner Eltern und Teil seines Volkes entschieden, ist eine Verbeinung der Realität.“

Seite 53 „Diese (die Heimat) wird durch die Vermittlung von Heimatgeschichte, lokaler Kultur und Geographie in der Schule, der Unterhaltung von Heimatmuseen, aber auch lokaler Alltagskultur wie regionaler Küche und der Praxis von Dialekten gefestigt […]“

Identität soll in lokalen Gemeinschaften verhaften und anerzogen werden.

Unterordnung

Seite 53: „In diesem identitären Rahmen agiert eine Gemeinschaft von gleich Geprägten, die einander kennen, solidarisch sind und sich gegenseitig korrigieren.“

Ein Abweichen vom Kollektiv wird „korrigiert“.

Das Volk als Schicksalsgemeinschaft

Seite 55: „Eine identitäre Rechte muss am Volk als auch politisch relevanter Identitätsebenen festhalten, will sie den Einzelnen nicht sich selbst überlassen, und das hieße, aufgeben. Denn in den sich verschärfenden Verteilungskämpfen hat der Einzelne nur eine Chance als Teil einer Gesellschaft.“

Das Volk fungiert als Schicksalsgemeinschaft in einer kämpferischen Zukunft.

Gleichschaltung und Umerziehung

S.57 „Damit die Zugehörigkeit zum Volk als erstrebenswert erkannt wird, bedarf es einer grundlegenden Neuausrichtung der Kultur- und Bildungspolitik.“

Es geht also um staatliche Umerziehung. Diese kann man aber bereits beginnen:

Seite 58 „Man muß auch nicht auf veränderte politische Mehrheiten warten, sondern es bedarf jetzt einer alternativen Gegenkultur, die mit Sommerlagern für Kinder beginnt und mit gemeinsamen Singabenden oder Theaterspielen nicht endet.“

Die (Um)erziehung beginnt bereits bei den Kindern und macht vor Erwachsenen nicht halt. Ziel ist ein romantisches Utopia:

Seite 58/59: „Kindereiche, gesunde Familien in einer intakten Natur, die sich regional selbst versorgen und untereinander helfen, dürfen keine Bilder aus vergangenen Zeiten sein, sondern die von der politischen Rechten geförderte Zukunft.“

Etaismus

Seite 74: „Ordnung ist für die politische Rechte ein zentraler Wert. Daher ist rechte Politik grundsätzlich etaistisch.“

Der Staat also als Lösung.

Volksempfinden vor Verfassung

Seite: 79/80: „Wenn sich die Verfassung in ihrer Rechtspraxis gegen ihre Voraussetzung wendet, dann muß die politische Rechte grundlegend argumentieren und sich auf das Volkssouverän berufen und darf sich nicht auf verfassungsrechtliche Spitzfindigkeiten reduzieren.“

Verfassung also immer dann, wenn sie einem passt. Wenn nicht, kann man sich gegen sie wenden, wenn man denn das Volkssouverän hinter sich wähnt.

Durchsetzung der Ordnung um jeden Preis

Seite 95: „Will man die Ordnung im großen erhalten, muß man die Ratten bekämpfen, die Ordnung im kleinen durchsetzen …. Gerade bei einer zunehmend heterogenen Gesellschaft mit stark divergierenden Ordnungsvorstellungen ist das oft nur mit erheblicher Repression möglich, wobei dann eine isolierte Betrachtung das Maß der Repression, gemessen an den Regeln, die durchgesetzt werden sollen … als unverhältnismäßig einordnen wird.“

Ordnung wird durchgesetzt, auch rigoros und unverhältnismäßig. Anders wird man dem nicht her. Hier erinnere ich gerne an „verfassungsrechtliche Spitzfindigkeiten“.

Unternehmen sollen der lokalen Gemeinschaft dienen

Seite 136: „Es gibt die Marktwirtschaft im kleinen und mittleren Unternehmen, der Unternehmer und Familien, die lokal verwurzelt sind und deren Erfolg daher auch der lokalen Gemeinschaft dient. Und es gibt den globalen Kapitalismus einer kleinen Oligarchie, die zur eigenen
Gewinnorientierung und Machtmaximierung die traditionelle Ordnung zerstören will, weil sie ihrem Streben Grenzen setzt.“

Er lehnt den Kapitalismus in seiner jetzigen Form klar ab.

Ablehnung unabhängiger technischer Plattformen

Seite 138: „Findet die nationale politische Willensbildung aber auf ausländischen Plattformen statt, so entfaltet die Globalisierung eine politische Wirkung, indem sie zum Vehikel ausländischer politischer Einflussnahme wird.“

Soziale Netzwerke ohne staatlichen Zugriff sind problematisch und er kommt zum Schluss:

„Folgerichtig müssen Staaten, die sich der westlichen Dominanz entziehen, die Globalisierung der Dienstleistungen begrenzen, wie es etwa China bei den sozialen Netzwerken schon länger tut.“ (Seite 139)

Technikfeindlichkeit

Auch der Fortschritt im Zeichen der Ideologie:

Seite 150: „Generell tendieren aber Techniker dazu, an die Machbarkeit von allem zu glauben und damit Veränderbarkeit über Tradition zu stellen.“

Krah zeichnet eine Welt, in der der Staat in alle Bereiche der Bürger eingreift, von Wirtschaft, über Kultur bis hin zu Konsum.

Ablehnung freier Entfaltung

S.162: „Massentourismus wie am Ballermann, primitive Unterhaltung wie im Privatfernsehen, industriell hergestelltes Billigessen –
also die zeitgenössischen Varianten von Brot und Spiele – führen sicher nicht zu einem bewußten Leben im Einklang mit sich selbst, der Tradition und Natur.“

Die AfD hat mit Krah einen identitären Rechtspolitiker an die Spitze ihres Europawahlkampfes gestellt, der sich klar gegen den Liberalismus positioniert und das Volk erziehen will.

Das sagt er auch so:

„Der liberale Staat ist wertneutral. Er kann nicht erzieherisch wirken“ (Seite 150).

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