Alkoholismus: An wen kann ich mich wenden, wenn ich zu viel Alkohol trinke und Hilfe suche?

Wer viel Alkohol trinkt, wird ihn wahrscheinlich kennen: den Moment, in dem man merkt, dass man soviel trinkt, dass es ein Problem ist oder man vermutet, dass es eins sein könnte.

In einer sehr frühen Phase kann es durchaus sein, dass man das Problem selbst in den Griff kriegen kann. Wenn man hier aber schon aber weiter fortgeschritten ist, sollte man es nicht ohne Hilfe angehen.

Doch an wen kann und soll man sich wenden?

Der Hausarzt

Die erste Anlaufstelle sollte idealerweise immer der Hausarzt sein. Sprechen Sie diesen an, dem Sie ihr Anliegen offen schildern sollten:

Ich habe das Problem, dass ich inzwischen jeden Tag eine Flasche Wein trinke, das macht mir Sorgen.

Ohne einen Vodka morgens kann ich nicht mehr in den Tag starten.

Diese Ehrlichkeit ist der erste wichtigste Schritt.

Doch was kann der Hausarzt tun? Er kann in zunächst ihre Blutwerte und dabei insbesondere die Leberwerte  kontrollieren. So erfahren Sie, ob sich ihr Alkoholismus schon körperlich ausgewirkt hat.

Jenachdem, wie gut Ihr Arzt im Thema ist, kann er Ihnen auch konkret helfen, z.B. beim körperlichen Entzug oder mit Medikamenten, die helfen nichts oder weniger zu trinken.

Nicht zuletzt kann er Ihnen helfen, weitergehende professionelle Hilfen zu finden, z.B. durch die Empfehlung und Überweisung an einen Psychologen oder eine geeignete Suchtklinik (s.u.).

Aber obacht: es gibt auch einige Hausärzte, die das Thema bagatellisieren („Ach, eine Flasche Wein am Tag in Ihrem Alter ist doch nichts.“). Dann sollten Sie sich einen anderen Ansprechpartner suchen, am besten einen neuen Hausarzt.

Psychologe / Psychiater

Viele Psychologen und Psychiater sind auf Suchterkrankungen spezialisiert. Sie werden aber leider sehr schnell merken, dass es sehr schwer ist, dort schnell Termine zu finden. Hier kann aber wieder ihr Hausarzt ins Spiel kommen. Er kennt ggf. geeignete Psychologen oder hat in Kliniken Ansprechpartner dort und kann beschleunigen, dass sie einen Termin bekommen.

Suchtkliniken und andere psychiatrische Krankenhäuser

Hier werden Sie oft das gleiche Problem haben, wie bei den Psychologen. Viele auf Suchterkrankungen spezialisierte Kliniken sind hoffnungslos überlaufen. Auch hier kann wieder der Hausarzt helfen.

In vielen entsprechenden Kliniken werden Sie jedoch zumindest zur Entgiftung aufgenommen, wenn Sie akut intoxikiert sind. Werden Sie dann bei der entsprechenden Notaufnahme vorstellig.

Zudem gibt es in Deutschland einige private Suchtkliniken, in denen Sie ggf. deutlich schneller einen Termin erhalten. Je nach Versicherungsstatus müssen Sie die meist recht teuren Behandlungen dann jedoch ganz oder zumindest zu einem Großteil bezahlen. Sie sollten sich daher unbedingt vorher mit Ihrer Krankenkasse abstimmen.

Selbsthilfegruppen

Ein weiterer Ansatzpunkt können die zahlreichen Selbsthilfegruppen sein, die es für Alkoholiker und andere Suchtkranke gibt. Am bekanntesten sind sicher die Anonymen Alkoholiker, die es in jeder größeren Stadt gibt.

Grundsätzlich sollten Sie sich genau ansehen, ob die jeweilige Selbsthilfegruppe zu Ihnen passt. Aber selbst wenn es für den Start nicht die ganz richtige sein sollte: sie haben dort auf jeden Fall die Möglichkeiten, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Weitere Möglichkeiten

  • online Foren und Selbsthilfegruppen im Netz
  • einzelne Heilpraktiker haben sich auch  auf das Thema Alkohol spezialisiert
  • Coaches für kontrolliertes Trinken oder Abstinenz
  • Krankenkasse

Fazit

Wie man sieht gibt es viele Anlaufstellen, wenn man weniger oder gar keinen Alkohol mehr trinken möchte. Einige davon – Psychologen oder Suchtkliniken – sind allerdings oft sehr überlaufen, so dass es schwer sein kann, hier einen Termin zu erhalten.

Die erste Anlaufstelle sollte daher der Hausarzt sein, der nicht nur untersuchen kann, ob der Alkoholkonsum auch schon negative gesundheitliche Folgen für Sie hat, sondern Sie auch beim Finden konkreter Hilfe unterstützen kann.

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