Was ist eine Endokarditisprophylaxe?

Eine Endokarditisprophylaxe ist eine medizinische Maßnahme, die darauf abzielt, das Risiko einer Endokarditis zu verringern. Eine Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard), häufig ausgelöst durch Bakterien oder, seltener, Pilze. Diese Entzündung kann besonders gefährlich sein, wenn sie Herzklappen oder andere Strukturen des Herzens betrifft.

Ziel der Prophylaxe

Die Endokarditisprophylaxe dient vor allem dazu, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herzens vor einer Infektion zu schützen. Dazu gehören:

  • Patienten mit künstlichen Herzklappen
  • Menschen, die bereits eine Endokarditis hatten
  • Angeborene Herzfehler
  • Patienten mit bestimmten Herzklappenfehlern

Durchführung

Die Prophylaxe besteht in der Regel aus der Gabe von Antibiotika vor bestimmten medizinischen oder zahnmedizinischen Eingriffen, die eine vorübergehende Bakteriämie (Bakterien im Blut) verursachen können. Typische Situationen sind:

  • Zahnmedizinische Eingriffe (z. B. Zahnextraktionen)
  • Operationen im Bereich der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts oder des Urogenitaltrakts
  • Eingriffe an infizierten Geweben

Warum ist das wichtig?

Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko können selbst geringe Mengen an Bakterien, die während eines Eingriffs ins Blut gelangen, das Herz infizieren und eine Endokarditis verursachen. Die Prophylaxe reduziert das Risiko, indem sie diese Bakterien abtötet, bevor sie das Herz erreichen.

Ist die Prophylaxe für jeden notwendig?

Nein, sie wird nur bei bestimmten Hochrisikogruppen empfohlen. In der Vergangenheit wurde die Prophylaxe großzügiger eingesetzt, doch heute wird sie nach den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) oder der American Heart Association (AHA) auf eine begrenzte Patientengruppe angewendet, um Übertherapie und Resistenzbildung zu vermeiden.